1848 Mai 3 Protest des Vorstandes des Arbeitervereins gegen die indirekten Wahlen

„Männer des Arbeiter-Vereins, Brüder!

Durch die Erhebung des Volkes in den Hauptstädten war jede gesetzliche Macht in Frage gestellt worden. Man musste zu dem Volke nicht nur als Sieger, sondern auch als Urquell jeder Gesetzlichkeit zurückkehren, um die Kraft für eine neue Gesetzgebung zu schöpfen. Es war an dem Volke, zusammenzutreten und Männer aus seiner Mitte mit dem Auftrage zu betrauen: die Grundlage aller zukünftigen Gesetze zu entwerfen, und diese Grundlage des Volke wieder zur Beratung und Genehmigung vorzulegen.

Es war zu erwarten, dass die Männer des Tages, die Minister, zunächst in dieser Weise ihre Stellung zur Leitung des Volkes benutzt haben würden. Sie haben es nicht getan; die Zeit des Zwischenreiches bis zur Feststellung der Volksgesetzgebung haben sie verlängert, sie haben über die Volksgesetzgebung sogar eine untergeordnete Versammlung, den „Vereinigten Landtag“, befragt, sie haben von dieser sich die weiteren Vollmachten geben lassen.

Wir rechten nicht mit ihnen, denn sie haben Alles unter ihrer eigenen Verantwortlichkeit getan.

Es gibt aber nur Eine Volkswahl, die direkte, es gibt nur Eine Gesetzgebung für das Volk, die aus dem Volke unmittelbar, unverfälscht hervorgegangenen, und wir verwahren uns feierlichst dagegen:

Wir sind vielleicht nur ein kleines Häuflein in einer grossen verblendeten Menge. Mit uns sind aber Recht und Wahrheit; sie werden siegen.

Präsident, Sekretaire und Comité des Arbeiter-Vereins.“


aus: Zeitung des Arbeitervereins Köln, Nr. 2 b vom 03.05.1848.