Der Arbeiterverein zu Köln
und die Demokratische Gesellschaft zu Köln
in der Revolution von 1848/49

Ein Beitrag zur Geschichte der Arbeiterbewegung

zu den Auszügen aus der Zeitung des Arbeitervereins

Einleitung

Diese Arbeit soll klären,

Dabei werden hauptsächlich die Punkte behandelt, die in beiden Organisationen (Arbeiterverein [AVK] und „Demokratische Gesellschaft“ [DG]) auf der Tagesordnung standen, damit eine klare Gegenüberstellung der demokratischen und der Arbeiterbewegung möglich wird. Für die Geschichte des Arbeitervereins sei allgemein hingewiesen auf DOKMAT (Marxismus-Leninismus, Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970) und die grundlegende Arbeit von BECKER (Becker, Karl Marx und Friedrich Engels in Köln (1848/49). Zur Geschichte des Kölner Arbeitervereins, 1963).

Bei einer Gegenüberstellung der Politik von Arbeiterverein und Demokratische Gesellschaft muss stets berücksichtigt werden, dass sich – auf Grund der unterschiedlichen sozialen Zusammensetzung der beiden Organisationen – Gemeinsamkeiten nur in Aktionsbündnissen (z.B. Proteste gegen Verhaftungen) feststellen lassen. Die Demokratische Gesellschaft, deren politischer Standort durch Liberale und radikal-demokratische Intellektuelle (Schneider, Borchardt, Weyll) gekennzeichnet ist, sah ihr Arbeitsfeld in hauptsächlich politischen Fragen, d.h. 1848 in Fragen, die um das Verfassungsproblem und die Einheit Deutschlands kreisten. Der Arbeiterverein dagegen, zumal da er nicht – wie die Liberalen – auf eine theoretische Tradition sich stützen konnte, befasste sich naturgemäss zunächst mit dem, was jedes einzelne Mitglied direkt betraf, und das waren Fragen der Arbeitswelt; und diese, wie z.B. die Ausbeutung, trafen im Arbeiterverein nur auf ein Vorverständnis[1]. Der logisch notwendige Prozess von der Wahrnehmung der Ausbeutung bis zur Einsicht in die politischen Implikationen der Produktionsverhältnisse (und umgekehrt) vollzog sich im Arbeiterverein – wie auch in den meisten anderen Arbeiterorganisationen Deutschlands – zu einer Zeit, als die politische Lage von den Arbeitern bereits ein aktives Eingreifen forderte. Die Existenz von Arbeitervereinen und der schon früh zu vernehmende Ruf nach Vereinigung[2] dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine zeitliche Lücke klaffte zwischen mehr oder weniger politischem Handeln[3] und theoretischer, reflektierter Aneignung der Gegenwart. Diese Lücke hat entschieden zum Scheitern der „Revolution“ von 1848 geführt.

Die demokratischen – im Gegensatz zum Arbeiterverein bürgerlichen – Vereine haben dazu beigetragen. Indem sie nicht erkannten – oder auch bewusst darauf verzichteten[4] -, dass es ihre Aufgabe war, die Revolution voranzutreiben, damit die Arbeiterschaft ihre Selbstständigkeit erlangte[5], haben sie objektiv der Reaktion in die Hände gearbeitet. Denn auch bei den demokratischen Vereinen gab es eine sozial bedingte Bewusstseinssperre: Dadurch, dass die radikalen Demokraten einerseits zwar erkannten, dass die aufkommende Industrialisierung irgendwelche politischen Veränderungen notwendig hervorrufen müsste (Zollverein), andererseits aber übersahen, dass die sich im Gefolge der Industrialisierung bildende Arbeiterschaft allein schon soziale und politische Reformen erforderlich machen würde, kam ihnen nicht der Gedanke, dass die Arbeiterschaft im politischen Kampf für die bürgerlichen Grundrechte der gegebene Verbündete war.

Dieser entscheidende Fehler, der vielleicht noch zu beheben gewesen wäre, wurde politisch relevant, als die Reaktion bereits nach der Juni-Insurrektion daran ging, die nach der März-Revolution gebildeten Institutionen (Nationalversammlungen, Reichsregierung) mit Gewalt aufzulösen und prominente Radikale zu verhaften: Jetzt wurde die Schwäche der sich von der Arbeiterschaft distanziert haltenden demokratischen Bewegung eklatant.

Zur Quellenlage:

Die Hauptquellen für die praktische und theoretische Arbeit des Arbeiterverein sind die Organe des Arbeiterverein: Zuerst die „Zeitung des Arbeitervereins“ (ZAV), später dann die „Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit“ (FBA) und die „Freiheit, Arbeit“ (FA). , alle in Köln[6]. Sie enthalten zum einen die fast ausnahmslos anonymen Artikel, die Aufrufe Gottschalks und die Korrespondenzen des Arbeiterverein, zum anderen die Protokolle der Comité-Sitzungen und Generalversammlungen des Arbeitervereins[7]. Weitere Informationen über den Arbeiterverein und einige seiner Mitglieder bietet der „Wächter am Rhein“ (WaR).

In dieser Zeitung sind auch die wichtigsten Quellen für die Demokratische Gesellschaft enthalten, und zwar in Form der Protokolle der Generalversammlungen, allerdings nur für den Zeitraum vom 9. Juni bis zum 11. August 1848. Für den folgenden Zeitraum berichtet der WaR jedoch weiterhin ausführlich über die Tätigkeiten prominenter Mitglieder der Demokratischen Gesellschaft; ferner ist der Verleger und Redakteur des WaR, Cramer, selber Mitglied der Demokratischen Gesellschaft, so dass mit einigem Vorbehalt diese Zeitung auch nach dem 11. August als Sprachrohr der Demokratischen Gesellschaft angesehen werden kann. Mit ähnlicher Berechtigung kann auch die „Neue Rheinische Zeitung“ (NRhZ) als Organ der Demokratischen Gesellschaft angesehen werden[8], doch ist der politische Abstand zu der Mehrheit der Demokratischen Gesellschaft vermutlich grösser anzusetzen als bei dem WaR.

Die Situation der Handwerker und Arbeiter im Köln der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts

In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts war das Rheinland, d.h. der Gürtel von Aachen über Köln und das Wuppertal bis zum Ruhrgebiet, neben Sachsen das Zentrum stärkster industrieller Aktivität geworden. Der Bergbau, die Hütten- und die Textilindustrie, das Handel- und Bankwesen hatten hier schon seit den 30er Jahren einen steilen Aufschwung genommen[9]. Mit diesem industriellen Aufschwung gingen soziale Veränderungen einher; so betrug die Zahl der Einwohner Kölns

1816: 49.276,

1821: 52.252,

1843: 78.513 und

1846: 85.446 [10].

Einigermassen bekannt sind auch die Auswirkungen der Industrialisierung auf Seiten der Arbeiter: Diese sind auch in Köln stärkstem ökonomischem und politischem Druck ausgesetzt. Während Gottschalks Amtszeit berichtet die ZAV nahezu regelmässig über Begebenheiten, bei denen Arbeiter – zuweilen sogar physischen – Repressionen ausgesetzt waren. Die Veröffentlichungen beginnen damit, dass Gottschalk in der Generalversammlung vom 24.4. selber von einem Fall berichtet, bei dem ein Fabrikant „seine“ Arbeiter unter Androhung der Entlassung gezwungen hat, ein Revers gegen die direkten Wahlen zu unterschreiben. Nach dem Namen des Fabrikanten gefragt, weigert sich Gottschalk, ihn zu nennen, was wiederum mit „Bravo!“ quittiert wird. Als Konsequenz will Gottschalk nur für den Fall, dass der Fabrikant von den Unterschriften Gebrauch machen sollte, den Namen veröffentlichen (ZAV, Nr. 1b). Hier zeigt sich schon die verhängnisvolle Einstellung Gottschalks, der – obwohl noch Mitglied des Bundes der Kommunisten – von der eigentlichen Aufgabe des Bundes, nämlich unter der Arbeiterschaft auf der Basis der 17 „Forderungen der Kommunisten“[11] oder des „Kommunistischen Manifests“[12] agitatorisch und emanzipatorisch zu wirken, nichts wissen wollte[13]. In der Folgezeit veröffentlicht die ZAV weitere Berichte über die Lage oder unwürdige Behandlung von Arbeitern:

So ist einem Bericht über die Zuckerfabrik Joest zu entnehmen, dass dort 250 - 300 Arbeiter beschäftigt werden; die Arbeit dauert von 5 Uhr bis 20 Uhr, der Tageslohn beträgt 14 Silbergroschen (Sgr); wer 5 Minuten zu spät zur Arbeit kommt, wird mit Abzug von 2 ½ Sgr bestraft (ZAV, Nr. 2). Bei Strauss wird ein Arbeiter entlassen, weil er von Kollegen zu ihrem Vertreter „in unserer Versammlung“ gewählt worden ist (ZAV, Nr. 2b). In der Zuckerfabrik Carstanien wird ein Arbeiter, der stolz ist, Arbeiter zu sein, von dem Meister angespuckt und allgemein bedroht (ZAV, Nr. 7b). Und wiederum bei Joest wird ein Arbeiter hinausgeworfen, der angeblich den Bericht in der Nr. 2 der ZAV geschrieben haben soll (ZAV, Nr. 10).

Es waren dies die bekannten Folgeerscheinungen des aufsteigenden Kapitalismus.

Dass das Bewusstsein der Arbeiter nicht mit der technischen Revolution Schritt hielt, d.h. den proletarischen Standpunkt einnahm, erstaunt: So tritt in der Versammlung des Arbeiterverein am 19. April Nothjung auf, der „in einem kurzen Vortrage die Notwendigkeit für die Arbeiter, und speziell für die Gehülfen der Handwerker, (entwickelte), sich mit Forderungen an Meister und sonstige Arbeitgeber noch zu gedulden, da es einer grossen Anzahl derselben wegen der Konkurrenz mit Andern jetzt unmöglich sei, höhere Löhne und bessere Kost bei kürzerer Arbeitsdauer zu gewähren.“ (ZAV, Nr. 1) – eine fatale Position, deren Vertreter noch nicht am eigenen Leib gespürt und erkannt hat, was Ausbeutung bedeutet, wie der „junge Arbeiter“, der in der Nr. 3 der ZAV die ausweglose Situation eines Arbeiters dargestellt hat, dem statt Lohnerhöhung die Alternative vorgesetzt wird: entweder gleicher Lohn wie früher oder Entlassung! Wahrscheinlich derselbe „junge Arbeiter“ führt dann in Nr. 6 der ZAV aus, dass die kapitalistische Akkumulation die Ausbeutung verewigt[14]. Es gab also im Köln von 1848 zwei Lager in der Arbeiterschaft:

das eine, dem hauptsächlich Handwerksgesellen angehörten, spürt und erkennt noch nicht den Trend der kapitalistischen Entwicklung und steht polit-ökonomischen Fragen ziemlich unwissend gegenüber;

das andere, kleinere Lager hat die Entwicklung begriffen, vermag sich aber nicht gegen das Lager der „Kleinbürger“, das – anfangs – von Gottschalk angeführt wird, durchzusetzen.

Diese bestimmten im Anfang das Gesicht des Arbeiterverein. Kennzeichnend dafür ist die innere Gliederung des Vereins: Nach der Geschäftsordnung war das Comité zusammengesetzt nach den 51 Gewerke[15], die auf der Generalversammlung am 24. April zusammenkamen, darunter auch Kaufleute und Gelehrte[16] (Renard und Hess waren deren Vertreter). Als Vertreter des Buchdrucker wurden Mermet und Brocker-Everaerts gewählt, die aber genaugenommen Inhaber von Druckereien waren und somit als Kapitalisten anzusehen waren[17]. „Ein derartiger Aufbau […] lenkte die Arbeiter und Handwerker einseitig auf den Kampf um wirtschaftliche Verbesserungen und hemmt ihre Einbeziehung in den politischen Kampf.“[18] In der gleichen Richtung sind die Aktionen, die der Arbeiterverein im Interesse verschiedener Gewerke führte[19], zu bewerten.

Hier im Arbeiterverein ist die Entwicklung abzulesen, die in Köln von 1844 bis 1848 stattfand: die Zahl der Kaufleute stieg von 2.179 und 2.490 (+ 15 %), die der Handwerker aber nur von 1.015 auf 1.076 (+ 6%)[20]. Der Arbeiterverein sollte dazu dienen, diese rückläufige Entwicklung aufzuhalten.

Der Arbeiterverein und die Demokratische Gesellschaft im Jahre 1848/49

Zur Globalstrategie der Arbeiterschaft und der demokratischen Opposition

Die Tage des 18. und 19. März, deren Ereignisse gerade in Köln, wo es immerhin schon am 3. März zum ersten Zusammenstoss zwischen Arbeitern und staatlicher Macht gekommen war[21], nicht auf gänzliches Unverständnis trafen, wurden dennoch auch dort nicht in ihrer vollen politischen Tragweite, d.h. ihren revolutionären Konsequenzen, durchschaut.

Fortführung de Revolution oder Bewahrung des Erreichten?

In aller Schärfe zeigt sich die Blindheit gegenüber dem hinsichtlich der politischen Entwicklung aktuell Vordringlichem in Gottschalks Aufruf in der ZAV 1[22] : Vorschnell spricht Gottschalk von einem Sieg der Arbeiter in Deutschland und Frankreich, der den Arbeitern jetzt die Möglichkeit gebe,

„Eure Angelegenheiten gemeinsam zu besprechen, Eure Beschwerden öffentlich vorzubringen und Männer aus Eurer Mitte zu wählen, welche das Recht haben, Gesetze im Interesse der Arbeiter zu geben.“

Über diese Auffassung, die im AV Prinz nicht unbedingt geteilt wurde[23], schreibt Engels 1884:

„Ebenso [wie der Zaghaftigkeit der Linken in Frankfurt] traten wir auch der vom Kleinbürgertum eifrig verbreiteten Täuschung entgegen, als ob die Revolution mit den Märztagen abgeschlossen sei und man jetzt nur noch die Früchte einzuheimsen habe. Für uns konnten Februar und März nur dann die Bedeutung einer wirklichen Revolution haben, wenn sie nicht Abschluss, sondern im Gegenteil Ausgangspunkt einer langen revolutionären Bewegung wurden, in der, wie in der grossen französischen Umwälzung, das Volk sich durch seine eigenen Kämpfe weiter entwickelte, die Parteien sich schärfer und schärfer schieden, bis sie mit den grossen Klassen – Bourgeoisie, Kleinbürgertum, Proletariat – ganz zusammenfielen, und in der die einzelnen Positionen vom Proletariat nach und nach in einer Reihe von Schlachttagen erobert wurden.“[24]

Als daraus sich ergebendes Ziel gibt Gottschalk in der Comité-Sitzung vom 25.4. an: „… nicht bloss die Verbesserung ihrer [der Arbeiter] Zustände, sondern auch den Sieg der Arbeit ...“[25]; und gar in der Comité-Sitzung vom 18.5. stellt Gottschalk als „Zweck des Arbeiter-Vereines und sein Ziel“ den „Sieg, … die Herrschaft der arbeitenden Klassen“[26] hin.

Die ganze Abstraktheit dieser Aussagen wird deutlich in dem, was Gottschalk an konkreten Vorschlägen zu ihrer Durchsetzung bringt:

Beratung der eigenen Interessen, die allerdings nur ungenau definiert werden, und die – wie sich in den Petitionen und Beschwerden des Arbeitervereins in der ersten zeit Zeigt, eben doch in einer Erleichterung der Lage der Handwerker sich erschöpfen;

Die Besprechung der eigenen Probleme, zu denen nur im Fall der Maiwahlen die politischen Fragen gerechnet wurden.

„Beide [Born und Gottschalk] haben mit ihren kleinbürgerlich-utopischen Vorschlägen die Klasseninteressen des Proletariats verwischt und das erwachende Klassenbewusstsein in der sich formierenden Arbeiterbewegung getrübt.“[27]

Wie verhängnisvoll die Gottschalksche Analyse und Konzeption im Frühjahr 1848 für die weitere Entwicklung war, zeigt ein Artikel der ZAV, Nr. 26[28], der vielleicht von Moll verfasst worden ist. Darin heisst es, dass das Volk sich von den Ereignissen des 18./19. März habe blenden lassen, dass es geglaubt habe, alles sei erreicht, dass es versäumt habe, die Revolution zu vollenden, und stattdessen seine Sache Leuten überlassen habe, die in jener Stunde aus Opportunismus in das Lager des Volkes übergegangen waren. Zu diesen Opportunisten ist Gottschalk freilich nicht zu rechnen[29]; aber weil er sowohl von den Märzereignissen als Sieg sprach als auch den kommenden „Sieg der Arbeit“[30] prophezeit, hat er verhindert, dass die Arbeiter wachsam gegenüber den ‚Männern des März‘ wurden.

Freilich, Misstrauen gegenüber Camphausen, den man in Köln nur zu gut kannte, und seinem Ministerium bestand schon früh; in einem Brief des Vorstandes des Arbeitervereins an Camphausen vom 14.4.[31] wird dieses Misstrauen „freimütig“ ausgesprochen. Es wird bezweifelt, dass er – Camphausen – den „arbeitenden Klassen“ „Sympathien“ entgegenbringe. Um Camphausen zu einer klaren Stellungnahme gegenüber den hungernden Arbeitern und Handwerkern zu veranlassen, wird er aufgefordert, nach der soeben von ihm abgeschafften Mahlsteuer auch die Schlachtsteuer aus der Welt zu schaffen; ferner soll er entsprechend den „Unterstützungskassen für Kaufleute und Fabrikanten“ auch den Arbeitern und Handwerkern eine staatliche Unterstützung, deren Verteilung Arbeiter- und Handwerker-Comites obläge, verschaffen; damit sollen Mietrückstände grösseren Ausmasses getilgt werden. Mit einem solchen Programm wurden im Grunde genommen die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse nur stabilisiert; Gottschalk dachte nicht daran, an den augenblicklichen Produktionsverhältnissen zu rütteln.

In diesem Brief warnt Gottschalk allerdings auch ahnungsvoll Camphausen, die Entscheidung über die Abschaffung der Lebensmittelsteuern „einer s p ä t e r n gesetzgebenden Versammlung“ zu überlassen: „Wozu wäre dann wohl Ihre Minister-Verantwortlichkeit?“[32] Hierin äussert er bereits die Befürchtung, dass Camphausen und sein Ministerium wichtige Entscheidungen, besonders auf dem sozialen Sektor, hinausschieben und dadurch anderen Männern, die vielleicht sogar arbeiterfeindlich eingestellt sind, freie Hand lassen werden.

Schon in der Comité-Sitzung vom 15.5. folgte die Ernüchterung: Das Mitglied Jonen beschuldigte das Ministerium Camphausen, dass es „bisher nur reaktionäre Massregeln“[33] getroffen und das Volk enttäuscht habe[34]; und in der Comité-Sitzung vom 29.5. will Gottschalk schon im März gewusst haben, dass „das Ministerium Camphausen eine Ministerium der Geldsäcke und der Reaktion sei.“[35] Dennoch glaubt er nicht, dass sich das Volk die erkämpften Rechte wieder rauben lassen werde, dass die Reaktion, der „Rückfall in’s alte System“, eintreten werde. Denn man habe gesehen, „dass man die junge Freiheitsbegeisterung von damals [= März 1848] nutzlos habe vorüberrauschen lassen.“

Eigentlich hätte sich Gottschalk in die Kreis derer, die mit den März-Ereignissen politisch nichts anzufangen wussten, einschliessen müssen – hat er doch durch seine wiederholten Aufforderungen, die Wahlen zur Nationalversammlung zu boykottieren[36], dazu beigetragen, dass die gerade noch Wahlberechtigten ihr Wahlrecht aus den Händen gaben und die nicht mehr Wahlberechtigten das Interesse an diesem demokratischen Recht verloren.

In der Demokratischen Gesellschaft, deren Mitglieder in höherem Masse als der Arbeiterverein politisch dachten, erkennt der Anwalt Thesmar, der zu Ende der Generalversammlung vom 9.6. zu einem der beiden Vizepräsidenten gewählt wurde, dass die Märzrevolution „eine der erschütterndsten Umwälzungen in der Geschichte Deutschlands“ gewesen sei[37], und er kritisiert heftig Camphausen, der am 30.5. in der Verfassunggebenden Versammlung erklärt habe, „er erkenne in der Bewegung des März keine Revolution, sondern nur einen Übergang der alten Zeit in die neue“. Was Thesmar freilich daran kritisiert, ist nicht die Verkennung der März-Ereignisse, sondern ihrer Unterbewertung; denn er führt den obigen Satz fort: „und er [Thesmar] wünsche seinem Vaterlande solche Übergänge aus der alten in die neue Zeit nicht viele.“

Beide Beurteilungen sind als reaktionär zu bezeichnen:

Camphausen, der die Bedeutung des März herunterspielt, kompromittiert die Barrikadenkämpfer, die ja schliesslich ihn an die Macht brachten, und versucht, die Radikalität derer, die an dem monarchischen Staatsgefüge rütteln wollten und wollen, zu schwächen und den status quo nach dem 19.3. – die Forderung der Liberalen nach einem Bourgeois-Ministerium war durchgesetzt – zu erhalten und darüber hinaus gehendes abzublocken;

Thesmar, der die Vorfälle im März geradezu bedauert, meint, „dass der König, der es eben so gut [wie das Ministerium Camphausen] meinte, freisinniger Männer zu Rathgebern bedürfe, um die gelockerten Verhältnisse des Staats wieder zu festigen.“[38]

In dem Verlangen nach Wiederherstellung der staatlichen Ordnung treffen sich beide. Während Camphausen eher ohne den König die neuen Verhältnisse stabilisieren will, schliesst Thesmar nicht aus, dass er mit dem König die Situation vor dem März 1848 hergestellt sehen will.[39]

In der Generalversammlung vom 16.6. wird diese Fragestellung von Weyll wieder aufgegriffen: „Dr. Weyll […] gibt eine Beleuchtung des von dem Minister-Präsidenten Camphausen bezeichneten Doppelwegs: ob Revolution oder Anknüpfung an die alten Zustände?“[40] In dem Protokoll bleibt zwar offen, wofür der Redner und die Generalversammlung eintraten, aber die Bravo-Rufe auf die darauf folgenden Mitteilungen vom Berliner Zeughaussturm und der Ablehnung des ministeriellen Verfassungsentwurfs in der Verfassunggebenden Versammlung lassen eher auf eine Befürwortung der „Revolution“ als der „Anknüpfung“ schliessen.

Diese Frage – was jetzt zu tun sei: die revolutionären Ansätze weitertreiben oder die erreichte Position festigen – sollte die Geister scheiden, ohne dass den meisten Beteiligten die Wichtigkeit dieses Problems klar wurde. Marx und Engels sahen im Juni in aller Schärfe das Notwendige:

„Die Resultate der Revolution waren: auf der einen Seite die Volksbewaffnung, das Assoziationsrecht, die faktisch errungene Volkssouveränität; auf der anderen die Beibehaltung der Monarchie und das Ministerium Camphausen - Hansemann, d.h. die Regierung der Vertreter der hohen Bourgeoisie. Die Revolution hatte also zwei Reihen von Resultaten, die notwendig auseinandergehen mussten. Das Volk hatte gesiegt, es hatte sich Freiheiten entschieden demokratischer Natur erobert; aber die unmittelbare Herrschaft ging über nicht in seine Hände, sondern in die der grossen Bourgeoisie. Mit einem Wort, die Revolution war nicht vollendet.“[41]

Ökonomistische Bestrebungen im Arbeiterverein – die „sociale Frage“ in der Demokratischen Gesellschaft

Gottschalk – und mit ihm der Arbeiterverein – schlug auf Grund seiner objektiv falschen Analyse des März genau den falschen Weg ein: Er machte den Arbeiterverein und die ZAV zu einem Forum, auf dem die einzelnen Probleme der Arbeiter, zumeist aber der Handwerker, vorgebracht werden konnten. Der Arbeiterverein gewann dadurch rasch Zulauf. Während die Teilnehmerzahl der Gründungsversammlung am 13.4. erst 300 betrug, zählte der Verein am 24.4. bereits 3.000, am 27.4. 4.000 Mitglieder, am 8.5. 5.000, am 11.6. mehr als 5.000, am 18.6. mehr als 6.000 und erreichte dann Anfang Juli 7.000 bis 8.000 Mitglieder[42] – eine Zahl, die sich bis in den September anscheinend konstant gehalten hat. Die ZAV, die vom Sommer ab[43] nicht nur bei den Versammlungen, sondern auch an einem Kiosk zu kaufen war, hatte Anfang August eine Auflage von ca. 1.500[44]. Diese starke Resonanz war e i n Ergebnis des 3. und des 19. März 1848. Breite Bevölkerungsschichten waren mobilisiert und drängten danach, an der Politik des Tages mitzuwirken. In Gottschalks Sprache heisst das: „Durch sie [=die Barrikadenkämpfer] ist eine neue Zeit in Deutschland angebrochen, eine schöne Morgenröte erglänzt und der helle sonnige Tag der freien unumschränkten Geistesbewegung wird ihm folgen.“[45]

Der Hauptgrund aber dafür, dass der Arbeiterverein so sprunghaft wuchs, war die Möglichkeit für die Handwerker und Arbeiter, ihre Beschwerden und Klagen vorzutragen und Mittel zur Abhilfe ihrer bedrückenden Lage zu diskutieren. Die Handwerker verband die Furcht vor der Konkurrenz einmal der grossen Produktionsstätten (Arresthäuser, Handwerkerkompanien), zum anderen der Mechanisierung der Produktion.

In den ersten Nummern der ZAV[46] werden diese Probleme ausführlich erörtert. In den meisten Fällen handelt es sich darum, dass die Kölner Gefängnisse und die Handwerkerkompanien des in Köln stationierten Militärs für die ortsansässigen kleinen Handwerker eine bedrohliche Konkurrenz waren, weil sie erheblich billiger produzierten und auch den Eigenbedarf an handwerklichen Produkten selber deckten, so dass sie die privaten Handwerker unterbieten konnten, die zudem dadurch, dass ihnen grössere Aufträge nicht zugewiesen wurden, selber nicht kostendeckend produzieren konnten. So fühlten sich die Vergolder durch die Arresthäuser gefährdet, ebenso die Nagelschmiede und Weber (Nr. 1); die Bäcker klagten über billiges Importbrot (Nr. 2) und die Militärbäckereien (Nr. 3). Auch die Drucker und Färber hatten Anlass zur Klage, ebenso die Kappenmacher, Seiler und Lithographen (Nr. 3). In der Comité-Sitzung vom 13.4. schlug Esser, ein Schiffszieher, vor, „jedes Gewerk solle sich mit Unterstützung aller anderen Gewerke in Petitionen an die vorgesetzten Behörden wenden, um seinen gerechten Forderungen Anerkennung zu verschaffen.“ Dieser Vorschlag wurde „in der Weise angenommen, dass lokale Beschwerden an den Stadtrat, andere allgemeinen Forderungen aber direct an’s Ministerium zu richten seien.“[47]

In diesem Sinne wurde dann in der Comité-Sitzung vom 18.4. eine Petition an das Innen- und Justizministerium verabschiedet; darin wurde verlangt,

„dass alle Arbeiten, die von Meistern betrieben werden, in den Arresthäusern aufhören, dass an ihre Stelle Arbeiten eintreten, welche dadurch, dass Dampfmaschinen zu ihrem Betriebe erforderlich sind, wie die Fournierschneidereien, nur von Kapitalisten vollführt werden können; dass endlich nur solche Artikel in den Arresthäusern gefertigt werden, die der einheimischen Arbeit keine Konkurrenz machen.“[48]

Die Rückständigkeit, ja Gefährlichkeit dieser Forderungen liegt darin, dass die untergehende handwerkliche Produktionsweise, die mangels Kapital keine Dampfmaschinen einsetzen kann, gerettet werden soll, und zwar auf Kosten der in den Fabriken Arbeitenden[49]. Der Gedanke, die Konkurrenz den Fournierschneidereien zuzuschieben, stammt von Gottschalk; in der Comité-Sitzung vom 18.4. hatte er schon vorgebracht, ihm scheine „das Holzschneidern für männliche Gefangenen die geeignetste Beschäftigung zu sein, weil es die meiste Bewegung erlaube und auch bloss den reichen Fournierschneidereien Konkurrenz mache.“ Doch Gottschalk steht mit seiner Unwissenheit nicht allein da. In derselben Comité-Sitzung beantragt Mermet, „dass, wenn doch einmal [in den Arresthäusern] gearbeitet werden solle, der daraus fliessende Nutzen wenigstens zum Teil der arbeitenden Klasse zu gute kommen möge.“

Hess „protestierte gegen den gestellten Antrag des Herrn Mermet, indem er als Auskunftsmittel vorschlug, die in den Arresthäusern gefertigten Arbeiten sollten nicht zu niedrigeren Preisen als die Arbeiten freier Produzenten verkauft werden.“[50] Und Gottschalk schliesslich „bemerkt, dass er den Antrag des Herrn Mermet, der gleichsam eine Ablösungssumme für gewisse Handwerker wolle, nicht unterstützen könne; ebenso müsse er sich gegen den subsidiären Zusatz des Herrn Hess erklären, indem die Preise der Arbeitserzeugnisse beständigen Schwankungen[51] unterworfen und somit Unterschleife nicht zu vermeiden seien.“[52]

Mit diesen ausführlichen Auszügen soll gezeigt werden, wie wenig der Arbeiterverein und seine Führung auf die Industrialisierung der Wirtschaft theoretisch vorbereitet waren. Dies zeigt auch ein anderer Aspekt: Die Forderung nach Abschaffung oder Zerstörung der Maschinen.

Schon am 3. 3. hatten vor den Rathaus demonstrierende Arbeiter gerufen, die Maschinen müssten abgeschafft werden, weil sie Feinde des Arbeiters seinen und ihm sein Brot entzögen; damals hatte Willich ihnen

„in einer fast halbstündigen Rede auseinander(gesetzt), dass die Maschinen nicht die Feinde, sondern die Freunde des Menschen seien, indem sie die Arbeiten unendlich erleichterten, dass sie aber freilich, wenn sie nur für das Säckel einen einzelnen arbeiteten, vorläufig, bis die ganze Arbeitereinrichtung geregelt sei, vielen zum Schaden gereichten; dass man aber deshalb nicht die Maschinen verwerfen dürfe, sondern die Arbeit vernünftig regeln, sie gegen das Kapital schützen müsse.“[53]

Innerhalb des Arbeitervereins wurde diese Frage zum ersten Mal in der Nummer 6 der ZAV in einem längeren programmatischen[54] Artikel aufgegriffen. Darin lenkt der Verfasser den Blick von dem Mittel der Ausbeutung zu dem Ausbeuter selber hin; er erklärt streng marxistisch Mehrwert und Profit – ohne allerdings diese und die folgenden Begriffe zu nennen -, weist hin auf die Akkumulation des Kapitals und der Produktionsmittel, die zur Bildung des Proletariats führt. Wenn er auch noch die Arbeiterklasse „die Klasse der heutigen Sklaven“ nennt, so erläutert er doch die Arbeitskraft als „Ware“. Diese streng marxistischen Ausführungen schliessen jedoch mit dem zweifelhaften Satz: „Es ist daher die Aufgabe des Staates, die gerechte Verwaltung der Maschinerie zu besorgen, National-Werkstätten zu errichten, wie für das Wohl ihrer Arbeiter Sorge zu tragen.“

Wie dringend nötig diese Aufklärung war, zeigt die Diskussion in der Comité-Sitzung vom 21.7., in der Hasselsweiler vorgebracht hat, „in jedem Falle hätten die Maschinen dem Menschen mehr Nachteil als Vorteil gebracht“, weil Dampf und Staub die Gesundheit der Arbeiter schädige. Was das Protokoll von den Erwiderungen Beckers, Seelhoffs und Schappers anführt, lässt ausserdem auf einiges Unverständnis auf Seiten des Protokollführers schliessen. Es heisst u.a., dass die Fabrikanten um der „Prozente“ willen auf die Gesundheit und das Leben der Arbeiter keine Rücksicht nähmen; und an anderer Stelle: „Gerade die Maschinen hätten den auffallenden Klassenunterschied vernichtet, indem sie den Menschen möglich gemacht hätten, sich die Gegenstände, welche sonst nur Königen oder den Reichen des Landes hätten zuteil werden können, anzuschaffen.“[55]

Die Begriffsunklarheit ist deutlich; sie zeigt, wie dringend nötig es im Arbeiterverein war, dass Schapper in der Comité-Sitzung vom 13.7. beantragt hatte, „in den Comité-Sitzungen Fragen zu diskutieren“, und als ersten Punkt zur Diskussion gestellt hatte, „ob die Maschinen den Menschen nützlich wären oder nicht.“[56] Später wird diese Frage noch zwei Mal von ihm behandelt: In der Comité-Sitzung vom 31.8., in der er - gegen Weitling polemisierend – davor warnt, „aus der Welt eine Schneiderherberge“ zu machen, fordert er neben der Abschaffung des Adels und der Aufhebung der Lebensmittelsteuern, dass „der Dampf, der mächtige Hebel unseres Jahrhunderts, … nicht mehr als Monopol für Einzelne (arbeiten dürfe), sondern … für ALLE arbeiten (müsse).“ Das Protokoll verzeichnet anschliessend nur: „Es sprachen noch mehrere Mitglieder in demselben Sinne.“[57]

In der Generalversammlung vom 3.9. trägt Schapper einen weiteren Gesichtspunkt zum Problem der Mechanisierung vor: Die Dampfmaschinen setzen der mittelalterlichen Produktionsweise ein Ende, und die durch den Dampf ermöglichte, ja erforderte Arbeitsteilung macht dem einzelnen Handwerker den wirtschaftlichen Garaus:

„Der Dampf regiert jetzt, und der Kleinbürger sieht mit Schrecken, […] dass er nahe daran ist, Proletarier zu werden. – Anstatt nun vorwärts zu blicken, sich mit dem Proletariat zu verbrüdern und eine Organisation der Arbeit herbeizubringen, ist er leider noch borniert genug, zurück nach seinem zunftmässigen Zopf zu blicken. - Er will sich retten, indem er seine kleinbürgerliche Produktionsweise, seine Zunft wiederherzustellen sucht […]. Die grosse Industrie wird sie [=die Spiessbürger] in kurzer Zeit in das Proletariat hinabgeworfen haben.“[58]

Damit hat Schapper im Arbeiterverein das vorgetragen, was Marx und Engels im Kommunistischen Manifest prognostiziert hatten:

„Die bisherigen kleinen Mittelstände, die kleinen Industriellen, Kaufleute und Rentiers, die Handwerker und Bauern, alle diese Klassen fallen ins Proletariat hinab, teils dadurch, dass ihr kleines Kapital für den Betrieb der grossen Industrie nicht ausreicht und der Konkurrenz mit den grösseren Kapitalisten erliegt, teils dadurch, dass ihre Geschicklichkeit von neuen Produktionsweisen entwertet wird.“[59]

In den Comité-Sitzungen nach dem 21.7. wird über die Möglichkeit der „Organisation der Arbeit“ diskutiert[60]; ab November werden die 17 Forderungen der Kommunisten als direkte Diskussionsgrundlage benutzt[61].

Neben diesen Beschwerden der Handwerker veröffentlicht die ZAV regelmässig Nachrichten über unwürdige Behandlung von Arbeitern durch ihre Vorarbeiter und Fabrikherren. Die erste Mitteilung findet sich bereits in der Nummer 1 der ZAV, als in der Versammlung des AV Prinz ein Mann namens Müller berichtet, dass viele Schuster „ihre Gesellen vom Besuche der Versammlung abgehalten (hätten), und einzelne erklärten: ‚Sie wüssten in der Gotteswelt an ihren Zuständen nichts zu verbessern; das Zweckmässigste würde sein, dass sie selbst die Herren Meister, die Gesellen aber, wie bisheran eben Gesellen, oder untertänige Knechte blieben.‘“[62]

Der nächste Fall wurde von Gottschalk auf der Generalversammlung des Arbeitervereins am 24.4. mitgeteilt: Ein reicher Fabrikant hat seine Arbeiter unter Androhung der Entlassung gezwungen, ein Votum gegen die direkte Wahl zu unterschreiben; einige Arbeiter, die sich tatsächlich weigerten, wurden entlassen[63]. In der Nummer 2 der ZAV ist der Bericht eines Fabrikarbeiters der Joest-schen Zuckerfabrik wiedergegeben.

Im Arbeiterverein äussert sich auf solche Mitteilungen hin nur ein heftige moralische Entrüstung. Die Arbeiter vergleichen sich mit den Negersklaven in Amerika und verkennen die ökonomische Ursache ihres Daseins, die diesen Vergleich nicht zulässt. Indem sie die politische Seite ihrer individuellen wirtschaftlichen Unterdrückung nicht erkennen (bzw. durch Gottschalk daran gehindert werden), begehen sie genau den Fehler, den Lenin in „Was tun?“ gebrandmarkt hat:

„Der ökonomische Kampf ‚stösst‘ die Arbeiter nur auf Fragen, die das Verhältnis der Regierung zur Arbeiterklasse betreffen, und wie sehr wir uns auch abmühen mögen mit der Aufgabe, ‚dem ökonomischen Kampfe selbst einen politischen Charakter zu verleihen‘, wir würden es nie zustande bringen, das politische Bewusstsein der Arbeiter im Rahmen dieser Aufgabe zu heben. […] Denn dieser Rahmen ist an und für sich eng. Die Martynow-sche Formel (bringt) den Grundirrtum aller Ökonomisten[64] zum Ausdruck […], nämlich die Überzeugung, dass man das politische Klassenbewusstsein der Arbeiter von innen heraus entwickeln könne, sozusagen aus ihrem ökonomischen Kampf, d.h. ausgehend allein – oder hauptsächlich – von diesem Kampf, gestützt allein – oder hauptsächlich – auf diesen Kampf. Eine solche Auffassung ist grundfalsch.“[65]

In der Demokratischen Gesellschaft wird über die „sociale Frage“ wenig diskutiert. In der Generalversammlung vom 9.6. verlangt der Drechsler Schlechter, der bei seinem Auftreten – aus einem unbekannten Grund – Heiterkeit erregt, „Besserstellung des Arbeiter- und Handwerkerstandes“[66]. In derselben Sitzung fordert Herzell allerdings auch, „dass der Abgesandte Borchardt in Berlin [in der VVB] sein Augenmerk auf den Schutz der Industrie richte.“ Derselbe Redner spricht sich in der Generalversammlung vom 16.6. „im Allgemeinen gegen die unbedingte Handels- und Gewerbefreiheit aus. “[67]

Cramer, der schon im „Prospectus“ des WaR als Redakteur sich zum Sozialismus geäussert hatte, bemerkt am 9.6., „auf die Industrie- und Gewerbefrage zurückkommend, dass man von allen speziellen, materiellen Fragen absehen müsse; es gelte jetzt, das Staatsgebäude aufzurichten.“

In derselben Richtung äussert sich auch Wülfing, als er in der Generalversammlung vom 16.6. im Anschluss an Herzells Bemerkungen darauf aufmerksam macht, „dass die socialen Fragen nur durch Weiterführung der politischen Reform entschieden werden könnten, indem erst nach gehörig gesicherten staatlichen Institutionen die Lösung derselben möglich werde.“ Und „der Präsident Schneider schliesst sich dieser Ansicht vollkommen an, will indes mit den Vereinen, welche sich vorzugsweise mit der Besprechung der socialen Fragen beschäftigen, Hand in Hand gehen, daher auch diese Fragen nicht unbehandelt gelassen, dagegen die politischen stets in den Vordergrund gestellt wissen.“[68]

Die Forderung nach der Republik

Dementsprechend hatte die Demokratische Gesellschaft bereits früh einen klaren Standpunkt zur Verfassungsfrage bezogen. Schon im redaktionellen „Prospectus“ des WaR war die Republik – für die Demokratische Gesellschaft halboffiziell – vorbehaltlos befürwortet worden.

Wie genau man in der Demokratischen Gesellschaft über die Frage der Republik orientiert war und wie differenziert man dachte, beleuchtet der Rechenschaftsbericht Cramers[69], der neben Hagen und Bürgers Deputierter der Demokratischen Gesellschaft auf dem Demokraten-Congress in Frankfurt war, in der Generalversammlung vom 23.6.; nachdem Cramer bekannt hat, er sei „für seine Person [in Frankfurt] ganz damit einverstanden gewesen, dass man sich für eine demokratische Republik für Deutschland erklärt habe“, fährt er einschränkend fort: „um so mehr, da es sich vorerst, so lange nicht das Volk zu einem neuen Kampfe gezwungen werde, nur von einer gesetzlichen Verbreitung des Grundsatzes handele.“ Die Verwirklichung der republikanischen Staatsform ist für ihn ein Endziel, das sich nicht von alleine aus dem gegenwärtigen Verfassungszustand ergibt. Cramer erläutert dann weiter: „Er sei nicht bloss dem Grundsatz nach Republikaner, sondern halte die Republik namentlich auch für Deutschland für heilsam, ja fast für unerlässlich[70], da nur durch sie das zersplitterte Land zu einem wahrhaften Ganzen verschmolzen werden und allen Kämpfen trotzen könne.“ – die Forderung nach Republik also um der Einheit Deutschlands willen!

Cramer räumt danach nämlich ein, dass das allgemeine Wahlrecht, das in einer Republik allen zustehe, auch denen überlassen werde, die zu seiner Wahrnehmung noch nicht reif seien; er glaubt aber, dass, weil die Verfassungsstruktur einer Republik durchschaubarer sei als die einer konstitutionellen Monarchie, „der schlichte Verstand“ auch eher in der Lage sein werde, politisch reif zu handeln. Die soziale Definition der Republik, die vom Congress mitverabschiedet wurde, lehnte Cramer ab: „Nicht einverstanden sei er mit der beigefügten Erklärung der demokratischen Republik gewesen, da demnach in ihr die Gemeinschaft Garantie für die Wohlfahrt jedes einzelnen leiste; er meint, der Einzelne müsse für die eigene Wohlfahrt doch auch selbst etwas Garantie leisten.“ Cramers Darlegungen wurden neben der Bereitschaft, trotz der Meinungsverschiedenheiten zu anderen Deputierten weiterhin am Congress teilzunehmen, „in allen Teilen von der Versammlung beifällig aufgenommen.“

Ais diesen Ausführungen, die durch die Rede Weylls in der Generalversammlung vom 14.7., in der er sich gegen eine Gleichsetzung von Republik und Anarchie wehrt[71], vervollständigt wird, lässt sich die allgemeine Haltung der Demokratischen Gesellschaft zur Republik zusammenfassen:

· Die Demokratische Gesellschaft befürwortet grundsätzlich die Republik als Staatsform;

· mit Einschränkungen bejaht sie das allgemeine Wahlrecht;

· einer sozial eingestellten Republik wird die individuelle Sorge um das leibliche Wohl vorangestellt.

Damit hat die Demokratische Gesellschaft einen bewussteren Standpunkt zur Republik als der Arbeiterverein: Dort wird die Republik zum ersten Mal gefordert, als die Rückkehr des Kronprinzen[72] bevorstand. In der Comité-Sitzung vom 15.5. prallen die Meinungen heftig aufeinander; nach lautstarker Aufforderung legte Gottschalk seine Position dar:

„Ich halte endlich die Massregel des Protestes [gegen die Rückberufung] für kleinlich, weil sie die Spitze des Systems umgeht, um eine untergeordnete Person derselben anzugreifen, weil ihr zur republikanischen Entschiedenheit der Mut der Überzeugung fehlt und weil sie für die konstitutionelle Monarchie ganz zwecklos die Grundlage derselben, die Erblichkeit des Thrones und die Heiligkeit der Staatsform in Frage stellt.“[73]

In der Generalversammlung vom 4.6., unmittelbar vor dem Demokraten-Congress in Frankfurt, spricht Gottschalk dann zum ersten Mal die Forderung nach der Republik deutlich aus: „Ja, meine Herren, Sie bedürfen, Sie wollen eine Republik, weil nur in ihr es Ihnen möglich ist, sich alle Rechte zu verschaffen, die Sie zur Begründung der wahren Freiheit beanspruchen.“ Und in der Comité-Sitzung vom 18.6. berichtet Gottschalk von Frankfurt: Er habe dort beantragt, die „Versammlung solle erklären: Es gibt nur eine für das deutsche Volk mögliche Verfassung, die demokratische Republik, d.h. eine Verfassung, in der die Gesamtheit die Verantwortlichkeit für die Freiheit und Wohlfahrt des Einzelnen übernimmt.“[74] Diese Formulierung wurde dann auch – nach der Abänderung von möglich in haltbar - „fast mit Einstimmigkeit und unter lautem Bravo der Deputierten und des zahlreichen Publikums angenommen.“

Mit diesem für ihn – und auch für Cramer – sehr weit gehenden Antrag wollte Gottschalk vielleicht[75] als Radikaler nach vorne preschen und an die Spitze des neu eingerichteten Central-Comites gewählt werden – hatte er doch anschliessend für alle sechs Mandate (3 Mitglieder, 3 Stellvertreter) kandidiert, war allerdings jedes Mal – einmal sogar gegen Anneke - durchgefallen[76].

Zum Zusammenschluss der Arbeiterorganisationen

Die Notwendigkeit der Vereinigung der Arbeiter und Arbeiterorganisationen wurde bereits zu Anfang des Bestehens des Arbeitervereins erkannt und seitdem propagiert. In seinem Aufruf in der Nummer 1 der ZAV hatte Gottschalk postuliert: „Arbeiter aller Gewerbe, die Ihr kümmerlich von dem Werke Eurer Hände lebt, haltet fest zusammen!“ Weiter berichtet er, dass in Deutschland sich schon viele Arbeitervereine gebildet hätten und miteinander in Verbindung träten. Während seiner Präsidentschaft hat Gottschalk sein besonderes Augenmerk darauf gerichtet, den Kontakt zu anderen Arbeiterorganisationen herzustellen oder aufrechtzuerhalten. So stand der Arbeiterverein Köln in mehr oder weniger engem brieflichen Kontakt mit denen von Mainz, Hanau, Frankfurt, Düsseldorf, mit dem Arbeiterbildungsverein London und mit der Demokratischen Gesellschaft Marburg[77].

Die Aufrufe und Schreiben dieser und weiterer Organisationen wurden häufig in der ZAV abgedruckt, zuweilen sogar – wie beim Handwerkerverein Bonn – mit redaktionellem Kommentar. Von einer straffen zentralen Leitung – wenn auch nur regional – wollte im Arbeiterverein allerdings niemand, zumindest Gottschalk nicht, etwas wissen[78]. So antwortet Gottschalk dem Arbeiterverein Mainz nach dessen Aufruf[79] ausweichend: „Im Streben nach diesem Ziele [Freiheit und Anerkennung der Arbeiter] reichen wir euch brüderlich die Hand; die Einigkeit gibt Stärke, und stark müssen wir sein.“[80] Den Arbeiterverein erreicht ein Brief des Arbeiterbildungsvereins London[81], in dem es heisst, dass „das Interesse der arbeitenden Klassen […] zum Staatsinteresse erhoben werden (muss), und um dieses tun zu können, […] das Proletariat die herrschende Partei im Staate werden und den alten gesellschaftlichen Zustand umstürzen (muss)“[82]. Darauf antwortet der Arbeiterverein spröde, er habe freudig vernommen, „dass der Bildungsverein für Arbeiter, der schon seit einer Reihe von Jahren so segensreich und tätig im Interesse der arbeitenden Klasse gestrebt und gewirkt hat, auch jetzt noch in lebendigem Eifer für die gute Sache tätig ist“[83] und berichtet über die wachsende Mitgliederzahl des Arbeitervereins. Er endet mit dem Bekenntnis, dass er „unermüdet unser Ziel, den Sieg und die Herrschaft der arbeitenden Klassen“, verfolge.

Die Zuschrift des Arbeitervereins Hanau war – wie nachher aus der Kölner Antwort hervorgeht – wohl irrtümlich an den „deutschen Arbeiterverein“ zu Köln adressiert worden; der Arbeiterverein gibt ein unerwartet ausführliches Dementi:

„Wir müssen es aber bis heute noch[84] ablehnen, uns den deutschen Arbeiterverein zu nennen, wie die Adresse Eures Briefes lautet. Erst wenn sich durch alle oder die Mehrzahl der deutschen Lande Arbeiterverein gebildet haben werden, erst dann wollen wir es gerne übernehmen einen Congress von Abgeordneten aller derselben zu veranlassen. Ihm wird dann die Konstitution eines deutschen Arbeitervereins zustehen.“[85]

Es ist nicht auszuschliessen, dass Gottschalk mit diesem absichtsvollen Dementi auf ein absichtsloses Versehen tatsächlich die Diskussion über Köln als Vorort der Arbeitervereine in Gang und – wie Becker[86] vermutet – sich selbst ins Gespräch bringen wollte.

Aber von dieser privaten Seite angesehen: Der Zeitpunkt für einen Zusammenschluss der proletarischen Organisationen war damals – Mitte/Ende Mai – noch verfrüht. Engels schreibt rückblickend:

„Die deutschen Arbeiter hatten [nach der Februar-Revolution] vor allem diejenigen Rechte zu erkämpfen, die ihnen zu ihrer selbstständigen Organisation als Klassenpartei unumgänglich waren: Freiheit der Presse, der Vereinigung und der Versammlung – Rechte, die die Bourgeoisie im Interesse ihrer eigenen Herrschaft hätte erkämpfen müssen, die sie selbst in ihrer Angst den Arbeitern jetzt streitig machte. […] Das deutsche Proletariat erschien so zunächst auf der politischen Bühne als äusserste demokratische Partei.“[87]

Es war eben nur ein in der Ferne liegendes Ziel, die „Herrschaft und den Sieg der arbeitenden Klassen“[88] herbeiführen zu wollen.

Die Tag-X-Illusion

Der Tag X, an dem die Freiheit, Brüderlichkeit und Arbeit siegen würde, war eben nicht so nahe, wie der Arbeiterverein meinte[89]. Nachgerade gefährlich wird diese Illusion, wenn – wie Gottschalk es in der Generalversammlung vom 25.6. getan hat – diese naive Zuversicht verbunden wird mit der Warnung vor „Excessen“ und „Emeuten“ und mit dem Hinweis, die Berliner Bevölkerung müsse das Zeichen zum Losschlagen geben[90]. Freilich, ein geeintes Deutschland hätte die Vereinigung der Arbeiter gefördert, zumindest erleichtert; aber die Zersplitterung, die Gottschalk als Begründung für seine Ratschläge angibt, kann kein Grund dafür sein, die Kölner Arbeiter abzuwiegeln: „Bedenken Sie, dass […] Köln nicht Rheinland, noch weniger Deutschland ist, dass eine Provinzialstadt nie eine Revolution, immer nur einen Krawall, eine Revolte machen könne.“[91]

Engels hatte schon in einem Brief an Marx vom 8.3. über die Zaghaftigkeit der Demonstranten des 3.3. gewettert:

„Sie wollten losschlagen, aber statt sich mit Waffen zu versehen, die leicht zu haben waren, gingen sie vors Rathaus, unbewaffnet, und liessen sich zernieren. […] Die Sache war unvernünftig dumm angefangen; wenn die Berichte […] richtig sind, so hätten sie ruhig losschlagen können und wären in zwei Stunden fertig gewesen.“[92]

Wenn man von der impulsiven Augenblicksverärgerung absieht, bleibt doch die Überzeugung, dass damals, im Frühjahr 1848, den wachen Männern klar war, dass jeden Moment der Monarchie der Todesstoss versetzt werden konnte. So ist auch Anneke beizupflichten, der in der Adresse an den AV Frankfurt vom 8.6. – die Ausweisung seiner Vorsitzenden betreffend – formulierte: „[…] die Zeit (ist) nicht mehr ferne […], wo alle Regierungen, die nur aus einzelnen Kasten hervorgegangen sind und deren Wohl vertreten, vor dem allgewaltigen Willen des Volkes werden weichen […] müssen.“[93]

Zu behaupten, dass „unsere Aussichten in die Zukunft […] um Vieles besser geworden (sind)“[94] oder: „Noch einige Tage oder Monate, und die neue Regierung wird uns wohl bessere [Wohnungen] anweisen.“[95] war schädlich, weil es die Wachsamkeit der Arbeiter einschläferte. Weitaus hellsichtiger war der AV Mainz, der in seiner Adresse vom 23.4.[96] aussprach: „Die Rolle der deutschen Arbeiter in der Weltgeschichte hat begonnen.“[97] Dementsprechend handelten Anneke und Moll richtig, als Moll in der Comité-Sitzung vom 11.5. den Antrag Annekes[98] unterstützte, „indem er darauf hinwies, dass gerade jetzt es an der Zeit sei, die arbeitende Klasse auf die Stellung vorzubereiten, die sie jedenfalls schon in nächster Zukunft einnehmen würde.“[99] Und als Moll in der Comité-Sitzung vom 6.7. prophezeite: „[…] die Zukunft wird unser sein, ja, die Zukunft muss unser sein über kurz oder lang“, hatte er vorher, nach seiner Analyse der Flucht von Jansen, gemeint: „[…] die Kleinbürger, die ganze Krämerwelt (werden) ihre Rechte und Freiheiten bedroht sehen, sie werden […] mit den Arbeitern vereint wirken.“[100]

Zur Taktik in der Zeit von Frühjahr 1848 bis Anfang 1849

Die Rückkehr des Kronprinzen

Die Rückberufung des Kronprinzen[101] durch das Ministerium Camphausen[102] war der erste grosse Prüfstein für die Männer, die nach dem 19.3. tatsächlich eine neue Zeit erwarteten. Dieser Punkt hat im Arbeiterverein die – anscheinend einzige – heftige Kontroverse ausgelöst, wenn man den Protokollen des Comité-Sitzung und Generalversammlung nachgeht. Die Comité-Sitzung vom 15.5. drohte den Arbeiterverein zu spalten, als Sürth das Wort ergriff:

„[…] das Volk (hätte) kein Recht [...], den Prinzen Wilhelm ohne Urteil in die Verbannung zu schicken, und dass der von der Volksversammlung bei Stollwerck beschlossene Protest kein gesetzlicher sei; selbst wenn der Prinz sich gegen das Volk vergangen, so sei dieses seiner Erziehung und Stellung sowohl als auch erhaltenen Befehlen zuzuschreiben.“[103]

Das Protokoll vermerkt daraufhin: „Heftige Aufregung, man wollte den Redner nicht aussprechen lassen, mehrmaliger Ruf zur Ruhe.“ Anneke, der „Beauftragte der Stollwerck-schen Versammlung“ [= DG] erwiderte, er könne „nicht dringend genug zur Unterzeichnung der dort beschlossenen Verwahrung auffordern […], dass der Prinz nicht in Verbannung gewesen, sondern heimlich geflüchtet sei, um der Wut des von ihm so tief beleidigten Berliner Volkes zu entgehen.“ und gibt als Perspektive aus, dass, falls das Ministerium Camphausen ihn tatsächlich zurückholen lasse, der Prinz „der Reaktion ein ersehntes Haupt und Führer“ sein werde. Nachdem Jonen festgehalten hat, dass der Prinz der „Despot von Preussen gewesen wäre“, und dass Despotismus und Volkssouveränität unvereinbar seien, präzisierte Sürth seine Meinung: Er sei ebenfalls gegen die Rückholung, aber „eine Verbannung auf solche Weise [gemeint: Votum des Volkes] sei eine ungesetzliche.“

Wiederum „heftiger Tumult. Ruf zur Ordnung vom Präsidenten“, der mit Amtsniederlegung droht, was Stille schafft. Als noch Müller sich gegen die Rückberufung ausspricht und Moll „auf Unterzeichnung der Verwahrung (besteht)“, will Gottschalk die Diskussion in der Comité-Sitzung beenden und auf die Generalversammlung verschieben: „Es stehe jedem frei, die Verwahrung zu unterschreiben oder nicht.“ Das Protokoll fährt nun fort: „Die Versammlung wünschte einstimmig [ War ein Antrag gestellt worden? ], vor dem Schlusse die Ansicht ihres Präsidenten zu hören. Laut: Die Ansicht, die Ansicht!“

An dieser Stelle ist ein Exkurs notwendig:

Wie bereits vermerkt, meint Becker, dass Gottschalk selber die Protokolle der Comité-Sitzung und Generalversammlung verfasst hat – eigentlich nichts Ungewöhnliches. Wenn das zutrifft, kann es Gottschalk mit der Objektivität nicht allzu genau genommen haben. Denn als er in der Comité-Sitzung vom 18.6.[104] über den Frankfurter Demokraten-Congress referiert, verschweigt er, dass er sechsmal für das Central-Comité kandidiert hat und jedes mal durchgefallen ist. Andererseits berichtet Gottschalk ausführlich davon, dass einer seiner drei Anträge nicht angenommen wurde: „Der zweite Antrag […], die Versammlung sollte sich durch eine Erklärung über ihre Stellung zu dem Parlamente in Frankfurt und der Verfassungs-Versammlung in Berlin aussprechen, wurde nicht angenommen, weil die Versammlung keine Kenntnis von ihnen nehmen wolle.“ Formal war das eine Abstimmungsniederlage, in der Wirkung aber ein persönlicher Erfolg Gottschalks, der diese Ablehnung eingeplant, ja sogar beabsichtigt hatte: er wollte eine negative Stellungnahme zur NVF und VVB, und zwar wegen der indirekten Wahlen. Anscheinend hat Gottschalk ihm unangenehme Vorfälle in der Berichterstattung, also auch in den Protokollen, retuschiert.

Also lässt sich nach der o.a. Passage des Protokolls vermuten, dass das Comité mit diesen Rufen nicht die Meinung Gottschalks als schlichtenden Schiedsspruch erbeten, sondern seinen Unwillen darüber geäussert hat, dass der Präsident in diesem entscheidenden Punkt derart zurückhaltend taktiert und damit sich weigert, den Protest vom Arbeiterverein unterschreiben zu lassen.

Dass Anneke beauftragt ist, den Protest im Arbeiterverein durchzubringen, und dass Moll auf der Unterzeichnung „besteht“, zeigt ja wohl, dass die Widerstände im Comité gegen Gottschalk erheblich waren.

Seine folgenden Ausführungen, die – laut Protokoll – mit lautem Beifall quittiert wurden, scheinen daher die innere Opposition nur vorübergehend unterdrückt zu haben, wenn auch später von ihr gar nicht mehr die Rede ist[105].

Gottschalk führt – zusammengefasst – folgendes aus: Der Protest gegen die Rückberufung ist nur eine halbe Sache, weil er an der Staatsform der Monarchie nicht rüttelt; wer diese aber befürwortet, hat die Minister – allen voran Camphausen – zur Verantwortung zu ziehen; der Protest ist kleinlich, weil der den Prinzen als für die Vorfälle des 18./19.3. allein verantwortlich macht; er ist kleinlich, weil er sich nur den Prinzen aufs Korn nimmt und nicht entschieden genug die Republik will; er hoffe, dass, wenn er sich gegen den Protest ausspreche, niemand an seiner Ehrenhaftigkeit zweifeln werde[106].

Bei Lichte besehen ist diese Argumentation widersprüchlich: auf der einen Seite zeiht Gottschalk die Verfasser des Protests der Halbheit, auf der anderen Seite tut er aber nichts, um aus der halben eine ganze Sache zu machen – im Gegenteil: Gottschalk macht sie zunichte, und zwar deshalb, weil sie „nicht die Frage eines politischen Systems, sondern einer Person (ist).“ Er verkennt, dass die Rückberufung des Prinzen seitens der Reaktion als politische Massnahme interpretiert wurde. – Damit war dieses Thema im Arbeiterverein erledigt, es kam nie wieder zur Sprache. In der nächsten Generalversammlung am 4.6. tritt Gottschalk dann – vielleicht schon im Hinblick auf den Frankfurter Demokraten-Congress – eindeutig für die Republik ein.

Aus der Demokratische Gesellschaft gibt es in den Protokollen nur eine kurze Meinungsäusserung zu dem Thema: In der Generalversammlung vom 9.6., der ersten, deren Protokoll im WaR veröffentlicht ist, bemerkt Weyll „zuerst, wie das Ministerium Camphausen sich doch bewogen gefunden, zu erklären: der Prinz von Preussen habe nicht in einer offiziellen Sendung Berlin nach dem 18. März verlassen. Der Redner geht dann zur Finanzfrage über.“[107] Zu diesem Zeitpunkt war die Sache ja auch schon erledigt.

Im WaR allerdings, in der ersten Nummer, befasst sich ein anonymer Artikel mit dem Prinzen von Preussen; darin wird dem Prinzen vorgeworfen, mit der Absicht, die soeben zugestandenen Rechte rückgängig machen zu wollen, am 18.3. „einen Kampf gegen die unbewaffneten Bürger Berlins“ begonnen zu haben, dessen Sieger ihn noch glimpflich hätten davonkommen lassen. „Aber das Ministerium Camphausen hat das alles längst vergessen. Es vergass, dass das Volk sich die Souveränität erfocht, und ihm [Camphausen] mit seinem Blute den Weg zum Ministersitze bahnte.“ Der Autor wirft dem Ministerium Camphausen Lüge, Schmeichelei und Heuchelei vor; er fürchtet, dass die Anerkennungs-Adressen an den Prinzen diesen dazu bewegen könnten, einen neuen Bürgerkrieg heraufzubeschwören. Der Verfasser schliesst:

„Wehe über euch, die ihr diese Massregel angeraten, wenn das Volks sich abermals betrogen sähe. Das Blut, das dann vergossen wird, das Wehegeheul der Witwen und Waisen, welche dann die ihrigen beweinen, komme über euch und alle die Heuchler und Schmeichler, die euch bei eurem verkehrten Tun bestärken. Wir waschen unsere Hände in Unschuld!“[108]

Eindeutiger kann sich die Hilflosigkeit der Demokraten nicht äussern: in der unbewussten Scheidung der eigenen Position von der des Volkes zeigt sich zwar nicht die Klassenschranke – dazu ist die emotionale Anteilnahme zu stark, aber eine gesellschaftliche Indifferenz. Sie verdammt zwar die Reaktion samt Camphausen, schlägt sich aber nicht auf die Seite des ‚Volkes‘, dem die schmutzige Arbeit und das Leid des Bürgerkrieges überlassen, ja: zugeschoben wird. Diese selbst gewählte Zwischenstellung, die eine stärkere Bindung an die Liberalen besass, von denen sie sich nur in der Radikalität der Ansichten abhob und der ein grosser Teil der Intellektuellen zuzurechnen ist, konnte sich 1848 und 1849 halten. Denn sie wurde im Grunde zu einer eindeutigen Stellungnahme für oder gegen ‚das Volk‘ durch politische Ereignisse nicht gezwungen. Das lag natürlich auch daran, dass das Volk , d.h. die Klasse der kleinen Handwerker und Arbeiter, eben noch kein politischer Faktor war, sondern sich gerade erst dahin entwickelte.

Leuten wie Gottschalk, der sein Augenmerk nur auf soziale Verbesserungen richtete und den Arbeiterverein nicht oder zu spät zu einem politischen Verbündeten der Demokratische Gesellschaft werden liess, ist die Verantwortung für diese Verzögerung zuzuschreiben. Das politische Gefälle macht der Protokoll-Kommentar zu den Ausführungen Essers in der Generalversammlung der Demokratische Gesellschaft vom 9.6. deutlich: „Der Redner gibt bei sonst klarem Ideengange zu erkennen, dass sich der schlichte Verstand des Arbeiters weit leichter in das einfache Wesen einer Republik als in das künstliche einer konstitutionellen Monarchie hineinzufinden wisse.“[109]

Die indirekten Wahlen zur VVB und NVF

Die Wahlen zur VVB und NVF waren in den deutschen Ländern bzw. Preussen das erste grössere politische Ereignis nach der Bildung der März-Ministerien. Das deutsche Parlament in Frankfurt sollte nach dem Willen der Liberalen und Demokraten die zukünftige Zentralgewalt Deutschlands bilden; die VVB sollte Preussens Übergang in eine konstitutionelle Monarchie[110] herbeiführen. Aus diesen Konzeptionen lässt sich bereits erkennen, dass ein wichtiger Gesichtspunkt, nämlich der Wille, eine tatsächliche Volksvertretung zu sein, nahezu unberücksichtigt geblieben, wenn nicht sogar unterdrückt worden war.

Das Vorparlament hatte am 4.4. beschlossen:

„Wahlart der Abgeordneten zur deutschen konstituierenden Versammlung. Die Wahlberechtigung und Wählbarkeit darf nicht beschränkt werden durch einen Wahlcensus, durch Bevorrechtung einer Religion, durch eine Wahl nach bestimmten Ständen. Jeder volljährige selbstständige Staatsangehörige ist wahlberechtigt und wählbar. […]

In allen übrigen Beziehungen ist es jedem deutschen Staate überlassen, auf welche Weise er die Wahlen zu ordnen angemessen findet; die Versammlung erachtet jedoch die direkte Wahl im Prinzipe für die zweckmässigste.“[111]

Der Bundestag hat in dem zweiten Bundesbeschluss vom 7.4. dies bestätigt, indem er das allgemeine Wahlrecht bekräftigte, ständische Wahlen ausschloss und festlegte: „[…] dass als wahlberechtigt und als wählbar jeder volljährige selbstständige Staatsangehörige zu betrachten sey.“[112] Wenn damit auch im grossen und ganzen der Wahlmodus feststand, hatten die Länder dennoch die Möglichkeit, die Bedingung der „Selbstständigkeit“ nach eigenem Belieben auszulegen[113]: Einige Länder – nicht Preussen – machten daraus eine Einschränkung[114]. Ebenso blieb den Ländern überlassen, ob direkte oder indirekte Wahlen stattfinden sollten; mehrere Regierungen – unter ihnen Preussen – liessen indirekt, also durch Wahlmänner – wählen[115].

Der Wahlmodus für die VVB war durch den Regierungsentwurf des „Gesetz(es) über die Berufung der konstituierenden National-Versammlung“ festgelegt: allgemeine, gleiche, aber indirekte Wahlen[116]. Entsprechend empört war Gottschalk. Während seiner Amtszeit kam er immer wieder auf diese indirekten Wahlen zu sprechen; aber sein Ceterum censeo erwies sich als eine stumpfe Waffe, weil er es nicht einsetzen konnte; mit dem Aufruf zum Wahlboykott hatte Gottschalk die Chance, die Arbeiterschaft zu politisieren, vertan[117]. In der Generalversammlung vom 24.4. erklärte Gottschalk:

„Meine Herren des Arbeiter-Vereins! Es gibt für Sie nur eine Volkswahl, die direkte, die Wahl, durch welche allein Sie im Stande sind, zu Deputirten die Männer Ihres Vertrauens zu ernennen. Jedes andere Wahlsystem ist schlecht, weil es geradezu dem Volke die Beteiligung an der Gesetzgebung raubt. […] Sollte, was vielleicht nicht zu erwarten ist, irgendeine Versammlung durch solche Wahl entstanden, sich anmassen, als gesetzgebender Körper des preussischen Volkes sich darzustellen, so würde ich […] Sie […] auffordern, mit mir gegen die rechtlichen Befugnisse einer Versammlung zu protestieren, die es wagen sollte, den Volkswillen so zu verfälschen und sich als Vertreterin derselben hinzustellen. (Allgemeiner Beifall)“ [118]

Und in einem Protest, der am 3.5. in der Nummer 2b der ZAV erschien, heisst es ähnlich. Zwei Tage zuvor in der Comité-Sitzung vom 1.5. hatte Gottschalk bekanntgegeben, dass er und “die überwiegende Mehrheit des Arbeiter-Vereins“[119] an der Wahl nicht teilgenommen hätten. Eine Abstimmung über die Frage, ob Wahlbeteiligung oder nicht, hatte im Arbeiterverein nicht stattgefunden; Gottschalks Äusserungen vom 24.4. waren – wie sicher auch beabsichtigt – als Boykottaufruf verstanden worden. Wie schon bei der Frage der Rückberufung des Kronprinzen hatte Gottschalk es unterlassen, eine geschlossene, d.h. eine durch Mehrheitsbeschluss festgelegte Linie herzustellen; stattdessen liess er dem Belieben der Mitglieder freien Lauf.

Anstatt das politische Terrain, das am 1. Mai noch vorhanden war, das aber immer mehr eingeschnürt zu werden drohte, auszunutzen und mittels des - allerdings undemokratischen – Wahlsystems einige wenige Volksvertreter nach Frankfurt oder Berlin zu entsenden, die die Interessen der Arbeiter zwar nicht durchsetzen, aber zumindest vorbringen konnten, um damit die demokratische Agitation zu erweitern – stattdessen überlässt Gottschalk die NVF und VVB den Reaktionären und Liberalen; zudem lenkt er das erwachende politische Interesse der Arbeiter von den tagespolitischen Fragen ab, u.a. durch die abstrakte Forderung nach Republik oder gar „Arbeiter-Republik“[120]. Deshalb ist Gottschalks Politik als reaktionär zu bezeichnen[121].

Die Stellung zu VVB, NVF und Reichsverweser

Durch die indirekte Wahl war das Verhältnis des Arbeitervereins zu den beiden Nationalversammlungen in Berlin und Frankfurt von Anfang an erheblich belastet. Gottschalk hatte den Arbeiterverein so sehr gegen sie eingenommen, dass der Verein Anfang Mai – also noch vor den ersten Sitzungen von VVB und NVF – eine Erklärung abgab, in der er den beiden Gremien schlichtweg die Anerkennung versagte[122]. Ohne die politische Entwicklung in den beiden Versammlungen abzuwarten – die Berliner erwies sich mit der Zeit sogar als wesentlich radikaler als die Frankfurter[123] - bezog der Arbeiterverein sogleich eine Frontstellung gegen die VVB[124]. Anstatt die Linke in Berlin zu unterstützen, um wenigstens in Preussen Veränderungen herbeizuführen, isolierte sich der Arbeiterverein auf Betreiben Gottschalks von der demokratischen Bewegung, indem er das augenblickliche politische Kräfteverhältnis verkannte und auf radikalen Neuerungen – offene Wahlen auf Volksversammlungen – beharrte.

Die politische Blindheit des Arbeitervereins zeigt sich in der Comité-Sitzung vom 10. oder 11.6., als Gottschalk sich beauftragen lässt, bei dem Demokraten-Congress u.a. eine Resolution zu erwirken, wonach VVB und NVF nicht zu beachten seien:

„Der Kongress und alle Arbeiter-Vereine müssen in keiner Weise von den konstituierenden Versammlungen in Frankfurt und Berlin irgend welche Notiz nehmen; denn sie bilden keine wahre Volksvertretung, sie sind nicht direkt aus dem Volke hervorgegangen.“[125]

Erst reichlich spät – in der Nummer 14 der ZAV vom 14.7. – erscheint ein anonymer Artikel, der sich darum bemüht, die Probleme, mit denen „die in Berlin“ und „die in Frankfurt“ sich plagen müssen, zu erläutern und dafür um Verständnis zu werden. Aber inzwischen waren wohl auch eher die Meinungen des AV Hanau durchgedrungen, dessen Schreiben und Adressen die ZAV wiederholt abdruckt. So spricht der AV Hanau in seinem Brief an den Arbeiterverein vom 17.5. davon, dass „die geringen Früchte des Sieges […] uns durch die Stärke der reaktionären Partei und ein so unvolksthümlich zusammengesetztes Parlament [= NVF] wieder entrissen zu werden (drohen)“ und dass es gelte, einiger zusammenzuwirken und zusammenzuhalten[126].

Im Arbeiterverein wurde das Interesse an der VVB und der NVF erst wieder im September geweckt, als der Antrag Stein[127] das „Ministerium der That“ - Auerswald/Hansemann – zu Fall brachte. Dieser Antrag, der eine breite Mehrheit bis weit in die Mitte fand, war der kritische Punkt in Preussen 1848: Zum ersten Mal hatte eine Parlamentsmehrheit den Rücktritt eines Ministeriums[128] erzwungen. Entsprechend feiert jetzt die ZAV die VVB: „Wer ist jetzt Meister: die Vereinbarer oder die Minister? Die Vereinbarer. Das Ministerium ist todt – der Teufel habe es selig.“[129]

Dieser Vorfall bestärkte allerdings die Reaktion in ihrem Willen, mit dem heraufziehenden Parlamentarismus aufzuräumen: „Die vom Parlament erzwungene Entlassung des Kabinetts Auerswald/Hansemann leitete in Preussen nicht die zweite Revolution, sondern die Gegenrevolution ein.“[130] Dronke schätzte die Bedeutung des Sturzes des Ministeriums richtig ein, als er in der Comité-Sitzung vom 11.9. sagte: „Wir sind jetzt zu einem Zeitpunkt gekommen, der wichtiger und folgenreicher sein kann als vielleicht mancher sich denken mag.“ und vermutete, dass das nächste Kabinett, gewiss ein rechtes, „wahrscheinlich die Kammer mit Hilfe von pommerschen Bajonetten (wird) auseinandertreiben wollen.“[131] - was dann ja auch im November 1848 mutatis mutandis geschah.

Die Adresse, die die Volksversammlung auf dem Frankenplatz am 13.9. beschlossen hatte und die von der Volksversammlung in Worringen am 17.9. ebenfalls angenommen wurde, „worin die Versammlung [=VVB] aufgefordert wurde, im Falle einer Auflösung selbst der Gewalt der Bajonette nicht zu weichen“[132], erkannte zwar genau die der VVB drohende Gefahr, überschätzte aber die politische Motivation derer, die den Antrag Stein unterstützt und später bekräftigt hatten. Die VVB hatte sich zwar am 7.9. mit 219 gegen 143 Stimmen[133] gegen das Ministerium durchgesetzt, ja das soeben erkämpfte parlamentarische Prinzip feierte in dem Anti-Reaktions-Erlasss[134] des einlenkenden Pfuel und der Abschaffung der meisten feudalen Privilegien[135] weitere Triumphe – doch liess sich die VVB nach dem über Berlin verhängten Belagerungszustand und durch Verlegung nach Brandenburg das alles wieder abnehmen. Es kam nicht zu einem zweiten „Ballhausschwur“, und das „Café Milentz“ dachte nicht daran, die Bevölkerung Berlins und Preussens zu seinem Schutz aufzurufen. Jetzt rächte sich bitter Gottschalks Taktik:

„Von Berlin hängt alles ab, für uns aber ist es notwendig, zu warten, bis die Berliner Bürger zu der Einsicht gekommen sind, dass weder das alte System, noch eine konstitutionelle Verfassung […] befähigt sind, dem Volke die Ordnung zu geben, in der allein Heil für alle ist. – In jenem Augenblicke der richtigen Erkenntnis und der Entscheidung werden wir einig und fest stehen, und der Sieg wird vor uns her gehen, denn wir haben uns ein Recht zu siegen erworben.“[136]

Das Verhängnisvolle daran war nicht, dass Gottschalk auf die Berliner wartete, sondern dass er für den Fall, dass es zum Schwur kommen sollte, nichts Besseres anzukündigen weiss als Einigkeit; oder wollte Gottschalk gar – der letzte Halbsatz lässt es vermuten – eine Revolution, eine Arbeiter-Republik?

Der unter Gottschalk aufgegebene Kontakt zur NVF lebte im August kurz wieder auf, als der Handwerker-Congress als alleinige Interessenvertretung der Arbeitenden aufzutreten und bei der NVF vorstellig zu werden drohte. Der Arbeiterverein beschloss am 7.8. einen Protest gegen den Handwerker-Congress; darin wurde die NVF ermahnt, dass, falls sie zur „Lösung der socialen Frage“ der Hilfe bedürfe, sie einen Arbeiter-Congress einberufen solle: „Ein von einem solchen Congresse gewähltes Comité kann dann mit einem Comité der National-Versammlung zur Organisation der Arbeit in Verbindung treten.“[137] Ansonsten entwickelte der Arbeiterverein in Bezug auf die NVF keine weitere Eigeninitiative; er nimmt wohl an den Volksversammlungen vom 7., 13. und 20.9. teil, und die ZAV druckt deren Resolutionen ab, von der letzteren bringt sie ausserdem einen ausführlichen Bericht.

Verhältnismässig gering ist auch in der Demokratische Gesellschaft das Interesse an der NVF. In einer Adresse an die NVF vom 7.6. bedauert die Generalversammlung lediglich den mangelnden Mut und die fehlende Wachsamkeit der NVF gegenüber „alle(n) Versuche(n) der Fürsten, die Macht der Nation nochmals durch Zersplitterung zu brechen.“[138] Und am 21.7. erhebt die Demokratische Gesellschaft – auf Antrag Bürgers‘ – Protest gegen die Aufhebung der demokratischen Clubs in Baden und Württemberg[139]. Schliesslich protestiert die Demokratische Gesellschaft am 11.8. gegen die „vierte polnische Teilung“[140], aber erst nachdem Schapper einen solchen Protest beantragt hatte[141]. In dieser Generalversammlung äussert sich auch Weyll kurz über die NVF: „Die Niederlage der Linken in Frankfurt hält Weyll für den grössten Sieg, indem die Rechte sich hierbei die grösste Blösse gezeigt hat.“[142] Allerdings – und das scheint Weyll nicht zu bemerken – zeugt nicht nur die Rechte ihre Blösse, sondern auch die Mitte ihre Kompromissbereitschaft, als es darum ging, um der viel beschrieenen Einheit der deutschen Lande willen die staatliche Unabhängigkeit der Polen zu verhindern: Ungewollt trafen sich die Frankfurter Liberalen mit der preussischen Rechten, die, wenn nicht gar Gebietsgewinne, so doch die Unterdrückung der polnischen Demokraten im Sinne hatte.

Erzherzog Johann, der Reichsverweser, wurde sehr unterschiedlich beurteilt. Als er sich am 30.7. in Köln aufhielt, jubelte ihm die Bevölkerung zu, die Bürgerwehr marschierte auf, und die schwarz-rot-goldene Fahne wurde gehisst – eine im allgemeinen positive Stimmung herrschte[143]. Als anlässlich des Dombaufestes am 13.8. der preussische König Friedrich Wilhelm IV. und der Reichsverweser den Kölner Feierlichkeiten[144] beiwohnten, erschien in der ZAV gar ein Artikel, der Friedrich Wilhelm pries „als einen Fürsten, der die Forderungen seines Volkes angehört und sie auch schon, teilweise wenigstens, zu erledigen bemüht gewesen ist.“ Der Verfasser wünschte, „dass der König wacker voranschreiten möge auf dem Wege des durch die Geschichte unerbittlich geforderten Fortschrittes; der Aufenthalt unter uns wird dem König gewiss zurücklassen, dass die Rheinlande den vielgebräuchlichen Vorwurf der politischen Unreife nicht verdienen.“ Und weiter: „Wir begrüssen den Reichsverweser mit ungeheuchelter Freude, ihn, der ein Zeichen für uns ist, der neu erwachenden deutschen Einheit […] und ein Pfand des einigen, mächtigen, glücklichen Deutschlands. “[145]

Dieser Artikel musste selbstverständlich im Arbeiterverein helle Empörung hervorrufen. Einen Tag später, in der Comité-Sitzung vom 14.8., protestierte denn auch Kalker, der den wegen des Rheinischen Demokraten-Congresses verhinderten Moll als Präsident vertritt, gegen den Artikel; erliest „den fraglichen Artikel vor und beleuchtet einige Sätze desselben.“ Schliesslich verwerfen „sämtliche anwesenden Mitglieder den Artikel als mit den Grundsätzen der Gesellschaft nicht übereinstimmend und verlangen, dass dieser Protest in der nächsten Nummer der Zeitung des Arbeiter-Vereins veröffentlicht werde.“[146]

Die Agitation unter der Landbevölkerung

In dem Ort Worringen bei Köln – so wird in der ZAV am 2.9. vermeldet – hat sich auf Initiative von Mitgliedern des Kölner Arbeitervereins ein Verein gegründet, der in Verbindung mit den Arbeitern darauf hin arbeiten soll, die Bauern und Arbeiter – „die revolutionäre Kraft Deutschlands“ – „von den Feudallasten, vom Wucher und dem Druck des Kapitals“[147] zu befreien. Diese Arbeit unter der Landbevölkerung, die später in Wesseling fortgesetzt wurde, folgte den Richtlinien, die Moll gemäss den Beschlüssen des Rheinischen Demokraten-Congresses[148] in der Comité-Sitzung vom 24.8.[149] dargelegt hatte: Bei der Organisation sei neben dem städtischen auch das ländliche Proletariat zu berücksichtigen; um jedem, der arbeiten wolle, die Existenz zu garantieren, sollen die Staatsdomänen zum Wohle aller verwaltet werden, und durch Flurbereinigungen soll der Ackerbau gefördert werden.

Der Erfolg dieser Bemühungen ist an der überstürzten Reaktion der Rechten abzulesen. So liess der Bürgermeister von Wesseling die Mitglieder des Arbeitervereins Johann Blum oder Blum jr. und Salget, als sie in einer Versammlung vor Dorfbewohnern reden wollten, verhaften und eine Nacht lang in Gewahrsam nehmen; die Wesselinger Bürger waren von Blum und Salget nur mit Mühe von unüberlegten Handlungen gegen Bürgermeister und Polizeidiener abzuhalten.[150]

Eine ähnliche Aktion hatte der Bürgermeister von Worringen gegen Marx und andere unternommen: Er habe – so berichtet Schapper in der Comité-Sitzung vom 14.9.[151] – Marx und andere bei der Polizei angezeigt, sie hätten die Bevölkerung aufgewiegelt, den König beleidigt und die 17 Forderungen der Kommunisten[152] verteilt. Doch dem guten Bürgermeister hat man wohl einen Bären aufgebunden, da zu der fraglichen Zeit Schapper in Köln und Marx in Wien[153] gewesen sei.

Wie stark die Resonanz in der Landbevölkerung auf die Arbeit des Arbeitervereins war, zeigt ihre auf der Volksversammlung von Worringen bekundete Bereitschaft, den Kölnern zu Hilfe zu kommen, für den Fall, dass die Reaktion in Köln Ausschreitungen der Soldaten provozieren und dann den Belagerungszustand verhängen wolle.[154] Die Rechte scheint diese spontane Reaktion sofort verdreht zu haben, wie eine Bemerkung im WaR zeigt. Dort wird richtig gestellt, dass die Bauern nicht dazu aufgefordert wurden, im entscheidenden Augenblick nach Köln zu kommen. „Wenn diese Aufforderungen geschahen, so war es wohl nur für den Fall gemeint, dass die Reaktion, wie man befürchtete, einen entscheidenden Schritt tun werde, und man sich folglich zur Gegenwehr genötigt sehen werde.“[155] Im November wurde wiederum zur Arbeit auf dem Lande aufgerufen: „Im Interesse der Demokratie und unserer guten Sache überhaupt ergeht von mehreren Mitgliedern die spezielle Aufforderung, auf dem Lande tätig zu sein, um Propaganda zu machen.“[156]

Die Volksversammlungen im Herbst 1848

Dem Zweck, politische Agitation auch auf dem Lande zu betreiben, diente auch die Volksversammlung in Worringen vom 17.9.[157] Ihre Vorbereitung lag in den Händen der Kölner Kommunisten[158]. Die Tausende[159] zählende Menge verabschiedete mehrere Resolutionen:

· Fast einstimmig sprach man sich für die „demokratisch-sociale, für die rote Republik“ aus;

· ferner wurde der von der Volksversammlung vom 13.9. auf dem Frankenplatz gewählte Sicherheitsausschuss[160] anerkannt, die dort gefasste Resolution bestätigt und

· eine weitere an die NVF beschlossen, in der die Anwesenden erklärten, sie wollten, falls Preussen sich der NVF und der Zentralgewalt widersetzen sollte, „mit Gut und Blut zu Deutschland stehen.“

War die Worringer Versammlung eine überwältigende Demonstration für den Kölner Arbeiterverein und die Kommunisten, so war an der Volksversammlung am 13.9. auf dem Frankenplatz[161] massgeblich die Demokratische Gesellschaft beteiligt gewesen.

Die Einberufung dieser Volksversammlung, in der über die Militärexzesse vom 11.9. beraten werden sollte, wurde in der Vorstandsitzung der Demokratische Gesellschaft, bei der mehrere Bürgerwehrleute fehlten, „nicht ohne Gegenrede“ also mit einigem Widerstand, beschlossen[162]. Der Verfasser dieses nicht gezeichneten Artikels, vielleicht Cramer, verurteilt diese Art von Versammlungen, da sie nur ultraradikale Stimmungen und Meinungen begünstige und die Besonnenen meist beiseite geschoben würden. Entsprechend hart wird die Wahl des Sicherheitsausschusses kritisiert: „die ganz feierliche Handlung artete […] in eine Posse aus, da jeder Verständige das Thörichte dieses Schrittes einsah“, „ein toller Streich“. Verhängnisvoll in den Augen des Berichterstatters war die Tatsache, dass durch diese Wahl die Demokratische Gesellschaft „die Sympathie des grössten Teils der Bürgerschaft“ verlor und gespalten wurde: „Die mehr besonnenen Mitglieder der Gesellschaft waren weit entfernt, den Schritt zu billigen, mehrere der Erwählten weigerten (sich), in den Ausschuss zu treten, an ihrer Spitze der Präsident der Demokratischen Gesellschaft [= Schneider II] selbst.“

Bei ihnen fiel der Sicherheitsausschuss besonders dadurch in Misskredit, dass ihm Leute angehörten, „die sich mindestens für eine teilweise Aufhebung des Eigentums – Einziehung der hypothekarischen Forderungen und der Pachtgelder von Ackergütern durch den Staat – offen ausgesprochen hatten, andere [Leute], durch die man gleichfalls die Sicherheit gefährdet glaubte […]“[163]

Wen der Verfasser – und sicher auch Schneider II – mit jenen Leuten meinten, ist nicht genau festzustellen, wahrscheinlich muss man den Kreis recht gross ansetzen: also die Redakteure der NRhZ, Marx, Engels, Wolff, Dronke, Bürgers; vom Arbeiterverein: Moll, Schapper, Wachter. Auf der andern Seite hält man dem Sicherheitsausschuss vor, dass er sich nicht als „Comité de salut public“ verstehe, sondern als

„ein vom Volk direkt und öffentlich gewähltes Komitee, das sich die Vertretung der Interessen des in den gesetzlichen Behörden nicht vertretenen Teils der Bevölkerung zur Aufgabe stellt, das nur auf gesetzlichem Wege verfährt und dem es nicht einfällt, irgendeine andere Autorität usurpieren zu wollen als den moralischen Einfluss, den das freie Assoziationsrecht, die Gesetze und das Vertrauen seiner Wähler ihm gestatten.“[164]

„Weshalb“, fährt der Verfasser des Artikels fort, „wählte man denn diesen Namen, an den sich nothwendigerweise gleiche Ideen knüpfen mussten?“[165]

Zum ersten Mal haben sich die bürgerlichen Demokraten Köln von der allgemein-demokratischen Bewegung zurückgezogen; sie waren eben doch noch zu bürgerlich, zu sehr für Besonnenheit und für „verständig sein“ eingenommen und auf „Sicherheit“ bedacht, als dass sie von ihrer idealistischen Republik-Forderung dazu übergegangen wären, für die Republik – oder im September für die im März erkämpften Rechte – zu kämpfen und sich mit den Arbeitern zu verbrüdern. In dem schon mehrfach zitierten Bericht in dem WaR steht über die Arbeiterführer nichts Freundliches zu lesen:

„Es bewährte sich auch hier [beim Barrikadenbau am 25.9.], dass gewissen Volksführern [gemeint ist Moll] doch alle Menschenkenntnis mangelt, da sie glauben, einzig und allein mit der Aussicht auf ein leibliches Wohl die Massen in Kampf und Tod führen zu können. Der Hunger, die Verzweiflung vermag freilich viel, aber vom Hunger predigen hilft gar Nichts. Am schlechtesten ist es bei uns angebracht, wo die Mehrheit der Proletarier einen Stolz darin setzt, viel zu verdienen und gut zu leben; […] schmeichelt dem leiblichen Wohl, und man wird euch laut auf zu jauchzen; aber in Sieg und Tod gehen wird man nicht; das leibliche Wohl kann keine blauen Bohnen vertragen. Nicht weil sie feige sind, bleibt die Menge aus, nein, weil ihr sie mit kleinen Hebeln zu Kämpfen bewegen wollt, zu welchen es höherer Hebel bedarf.“[166]

Neben dem Versuch, die Not der Arbeiter zu verharmlosen, findet sich der Vorwurf, die Arbeiter würden für Zwecke ausgenutzt, ja geopfert, die gar nicht in ihrem Interesse lagen. Der bürgerliche Demokrat wird zum Reaktionär, indem er die Arbeiter von ihren Führern abzuspalten versucht. Ob diese letzte Konsequenz für die Demokratische Gesellschaft im ganzen zutrifft, kann nicht beurteilt werden. Doch wird zumindest die Meinung, der Sicherheitsausschuss sei eine bedenkliche Zuspitzung der gegenwärtigen Situation, geteilt.

Der Arbeiterverein erkennt den Sicherheitsausschuss an, nachdem Schapper ihn als „unserer Partei“ angehörig deklariert, aber auch Bedenken, der Ausschuss spalte die demokratischen Vereine von dem Arbeiterverein, angeführt hat.[167]

Die nächste grosse Aktion, bei der die Demokratische Gesellschaft und der Arbeiterverein wieder kooperierten, war Anfang November 1848, als der preussische König die VVB zu verlegen beabsichtigte[168]. „Die jüngsten Ereignisse haben für Köln das Gute gehabt, dass sich viele genähert, die sich in jüngster Zeit ferne standen“, schreibt der WaR (Nr. 43) in eine Mischung aus Reue und Vorwurf. Dies trifft wohl auch zu für Schneider II, Cramer, den Redakteur des WaR, und andere Mitglieder der Demokratische Gesellschaft, die nach den Septemberereignissen zurückhaltend geworden waren.

Am 11.11. fand dann nämlich eine vom Vorstand der Demokratische Gesellschaft einberufene Volksversammlung[169] statt, an der auch viele Menschen teilnahmen „denen […] in jüngster Zeit die Augen geöffnet wurden über die reaktionären Tendenzen unserer Zeit.“ Der Versammlungsleiter, Schneider II, schlug vor, eine „Anerkennungs-Adresse“ an die VVB zu beschliessen; Weyll dagegen beantragte, den Kölner Stadtrat zu einer solchen Adresse zu veranlassen. Nachdem Raveaux sich auch für den Antrag Weylls ausgesprochen und dargelegt hatte, dass nicht sie, die Kölner, sondern der König und seine Räte den Bodes des rechts verlassen hätten, forderte Beust, Redakteur der NKZ, „die Berufung einer grossen Volksversammlung auf einem öffentlichen Platze, damit diese dem Stadtrath ihre Wünsche zu erkennen gäbe.“ Cramer hält dagegen: „Es gewinne dadurch [ = eine Volksversammlung unter freiem Himmel] den Anschein, als wolle man den Stadtrath einschüchtern, was dann dessen Adresse Abbruch thun würde an moralischem Gewichte; auch könnte es zu voreiligen Conflikten Veranlass geben, die man in diesem Augenblicke durchaus vermeiden müsse.“ Schneider II besteht auf seinem Antrag, „da dieser [=der Stadtrat] sich in jüngster Zeit zu jämmerlich benommen habe, und von ihm nichts zu erwarten stünde.“ Raveaux vermittelt: Die Versammlung solle die Adresse beschliessen und den Stadtrat zum Anschluss auffordern, was dann auch so gebilligt wurde. Es wurde dann der Versammlung eine Adresse zur Beschlussfassung vorgelegt, deren ursprünglich beigefügte Motivation weggelassen worden war, „damit über Abweichungen der Ansichten hierüber bei Übereinstimmung in der Hauptsache keine unnöthige und zersplitternde Erörterungen stattfänden.“ Die Adresse wird genehmigt:

„Die unterzeichneten Bürger von Köln erklären, dass sich die Versammlung zur Vereinbarung der preussischen Verfassung durch den am 9. dieses Monats gefassten Beschluss:

· der Krone nicht das Recht zu zu stehen, die Versammlung wider ihren Willen zu vertagen, zu verlegen oder aufzulösen,

· den Dank des Volkes verdient hat, dass die Unterzeichneten diesem Beschlusse ihre volle Zustimmung geben und durch alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel dahin wirken werden, demselben Geltung zu verschaffen.“

Ausserdem wird beschlossen, den Stadtrat zu veranlassen, die Wiederbewaffnung der Bürgerwehr, die nach dem 25.9. alle Waffen hatte abgeben müssen, zu erwirken. Und zuletzt erklärte sich die Versammlung bis zur Verabschiedung der Adresse durch den Stadtrat und bis zur Wiederbewaffnung für permanent und wählte einen „Fünfundzwanziger-Ausschuss“, der alle demokratischen Elemente, bis hin zu den bürgerlichen, umfasste[170]. Dieses Auftreten, so entschlossen es auch war, kam in all seiner Radikalität viel zu spät. Es war die erste wirklich politische und organisierte Tat der Kölner Demokraten; allerdings offenbaren die Meinungsverschiedenheiten betreffs des Vorgehens bereits schon wieder Zerfallserscheinungen dieser Front, die sich – das Beispiel Schneider II zeigt es - nach dem Belagerungszustand und dessen Begleiterscheinungen gebildet haben mag. Die bürgerlichen Demokraten, die sich durch die Volksversammlungen auf dem Frankenplatz und in Worringen erschreckt zurückgezogen hatten, erkannten ihren Fehler und versuchten jetzt, im November, als die Reaktion schon fast am Ziel war, die Konterevolution noch aufzuhalten.

Die Steuerverweigerungskampagne im November 1848

Diesem Zweck diente der verzweifelte Versuch, mit der Steuerverweigerungskampagne die Ereignisse des 8. November rückgängig zu machen. Das Illusionäre des Aufrufs und auch der Tat selber wird vielen Beteiligten klar gewesen sein; es ist wenig wahrscheinlich, dass Marx, der den Aufruf des Kreisausschusses zur Steuerverweigerung[171] mitunterschrieb, damit rechnete, dass er in dem nötigen Umfang befolgt würde und dass selbst grosse Solidarität bei dieser Aktion die Reaktion erschüttern oder gar hinwegfegen könnte. Der Gedanke, die Steuern zu verweigern, war ja der VVB ohnehin nur als Verlegenheitslösung eingefallen, da die VVB nicht wagte, die Bevölkerung Preussens zum aktiven Widerstand aufzurufen[172]. Der Aufruf zur Verweigerung war dazu gedacht, die Reaktion zum „Sturm“[173] zu zwingen und – wenn auch verspätet – zur Revolutionierung der Bevölkerung beitragen. Deshalb ging der Kreisausschuss auch über den Aufruf zur Steuerverweigerung hinaus: er rief zur Bildungen eines Landsturms und – für den Fall, dass die Behörden sich der Aktion wiedersetzten – von Sicherheitsausschüssen auf. Ein solcher war in Köln auch schon am 13.11. gebildet worden mit Beust, Marx, Christian Moll, Nothjung, Röser, Weyll und Schneider II[174]. War die Steuerverweigerung auch von zahlreichen, entschlossenen Gruppen beworben und betreiben worden, so gab man doch „nach einigen bewegten Wochen […] allgemein den Gedanken auf, einer praktisch abgestorbenen Versammlung zu liebe, die nicht einmal den Mut zur Selbstverteidigung aufgebracht (hatte), die Steuern zu verweigern.“[175] Die Aktion fand wohl auch deshalb ein stilles Ende, weil auf der bürgerlichen Seite niemand mehr so recht sich eine Wirkung versprach und deshalb nur noch halbherzig mitmachte, was die Aktion gänzlich zum Scheitern verurteilte. Der laute Aktionismus der Kölner Demokraten[176] kam zu spät.

Die Wahlen zur Zweiten Kammer im Januar/Februar 1849

Nach der oktroyierten Verfassung vom 5.12. fanden im Januar/Februar 1849 die Wahlen zu Zweiten Kammer statt, die wiederum indirekt sein sollten. Nach acht Monaten wiederholte sich ein Ereignis, das im Mai von Gottschalk für sein Sektierertum ausgenutzt worden war. Aber – und das verbietet schon den Vergleich – der Arbeiterverein hatte in diese Zeit eine Entwicklung durchgemacht, in deren verlauf er nahezu vollständig auf die Seite der Kommunisten übergewechselt war; damit war von vorneherein klar, dass ein Wahlboykott wie im Mai nicht mehr in Frage kam. Deswegen fand Marx in der Comité-Sitzung vom 15.1.49 Zustimmung, als er für ein Aktionsbündnis „mit einer anderen Partei, die ebenfalls Opposition macht“, plädierte. Es wird beschlossen, „sich an den allgemeinen Wahlkomitees […] zu beteiligen und dort das allgemeine demokratische Prinzip zu vertreten.“[177]

Jedermann[178] hatte wohl eingesehen, dass, „wenn man einsähe, seine eigene prinzipielle Meinung nicht bei den Wahl durchsetzen zu können,“[179] man sich eben mit den Demokarten zusammentun müsse. Freilich, in der Comité-Sitzung vom 18.1.49[180] plädierte Anneke dagegen, die Abstimmung für Demokraten zu beschliessen, aus der bitteren Erfahrung, dass die „blassen“ Demokraten „nur schwätzen und protestieren“, und forderte, eigene Kandidaten aufzustellen. Schapper hielt dem entgegen, dass die Kollaboration von Bourgeoisie und Reaktion auch eine Einheitsfront der demokratischen Kräfte notwendig mache. Die breite Front sollte aber nicht zum „Fetisch“[181] werden: Kriterium für die Annehmbarkeit eine Wahlmannes solle sein Haltung zur oktroyierten Verfassung[182] sein. So waren denn die Kandidaten Raveaux und Schneider II zur Unterstützung und Wahl empfohlen worden.

Wenn man auch um die prinzipiellen Differenzen zu den Republikanern wusste, die nach Rösers Worten „ bei uns nicht die geringste Sympathie zu erregen imstande sind,“[183] protestiert der Arbeiterverein dennoch heftig gegen einen Artikel in der Nr. 1 der FA vom 14.1.49, in dem Schneider II und Raveaux von der Gottschalk-Prinz-Fraktion beschuldigt werden, sie hätten das Volk nur mit Worten abgespeist[184]. Mit dieser Taktik – nämlich Wahlbündnis mit den Demokraten Kölns – die sich zusätzlich auch noch auszahlte[185], hatte der Arbeiterverein die politische Linie der Kommunisten eingenommen.

Zur Organisation der Demokraten

Zur Organisation der Demokraten in Deutschland

An der schon im Frühjahr 1848 einsetzenden Organisation der Demokraten in Deutschland waren der Arbeiterverein und die Demokratische Gesellschaft von Anfang an beteiligt. An dem ersten Demokraten-Congress, der auf Initiative des Marburger Arbeitervereins und des dortigen Demokratischen Vereins[186] vom 14. bis 16.6. in Frankfurt/Main stattfand, nahmen vom Kölner Arbeiterverein Gottschalk, der auf Vereinskosten, und Anneke und Beckhausen, die auf eigene Rechnung reisten[187], teil; für die Demokratische Gesellschaft nahmen teil Hagen, Cramer und Bürgers[188]. Als Begründung für die Einberufung hatte der Demokratische Verein Marburg in seinem Rundschreiben erläutert: Die Demokraten Deutschlands müssten gegenüber der NVF „mit ihr in Einklang oder auch nach Umständen ihr gegenüber […] eine möglichst bedeutende und machtvolle Stellung einnehmen […]“; die Plattform, auf der sich die interessierten Vereine treffen müssten, sei das Ideal der „sociale(n) demokratische(n) Republik.“

Gottschalk hat die Ergebnisse des Congresses bejaht – er war ja auch der Urheber der wichtigsten Beschlüsse[189], doch Cramer von der Demokratische Gesellschaft war nicht mit allem einverstanden, was in Frankfurt beschlossen wurde[190]. Er habe zwar auch für die demokratische Republik gestimmt – er sei ja schliesslich aus Überzeugung Republikaner; aber mit der sozialen Klausel, dass die Gemeinschaft die Garantie für die Wohlfahrt des einzelnen übernehme, sei er nicht einverstanden gewesen. Doch diese Meinungsverschiedenheit – übrigens zu der Mehrheit der Versammelten und auch zu dem Marburger Rundschreiben – habe ihn nicht bewegen können, den Congress zu verlassen; denn es sei notwendig, „dass die Gleichgesinnten im Volke einzelner Abweichungen wegen sich nicht zersplittern, sondern zur Erhaltung dieser Rechte zusammen ständen.“

Wenn man in inhaltlichen Fragen auch noch rückständig war, so sah man doch immerhin ein, dass über die Differenzen die geschlossenen Einheitsfront der Demokraten zu stellen sei, und dies nicht aus abstrakten oder isolierten Erwägungen – wie Gottschalk , der nur nach Vereinigung rief, ohne die politische Richtung anzugeben – sondern als gezielte Antwort auf die Formation der Reaktion. Cramer gibt als Hintergrund-Motivation an, dass er bei seinem Entschluss daran gedacht habe, „dass die Protzkasten und Patrontaschen der Besatzung in und vor Köln mit scharfer Munition überreich versehen seien, ohne dass dazu die geringste Veranlassung gegeben wäre.“ Der Nachsatz gibt klar zu erkennen, dass Cramer ein militärisches Vorgehen der Reaktion gegen die demokratische Opposition, d.h. eine Konterrevolution, nicht ausschliesst. Umso verhängnisvoller war es dann, dass sich die Kölner Demokraten im September, als nach dem Sturz Auerswalds die „radikalen“ Kräfte sich konsolidierten, aufgeschreckt zurückzogen und die weitere Mitarbeit verweigerten.

Wie schwer sich die Demokraten taten, wenn es darum ging, von der allgemeinen Forderung nach Republik fortzuschreiten zu einer sozialen oder gar sozialistischen Ausarbeitung, zeigt der zweite Demokraten-Congress[191] in Berlin vom 26. bis 30.10. Von Köln waren d’Ester, Anneke, Beust, Bernigau und Weyll[192] entsandt worden; der offizielle Deputierte des Arbeitervereins war Beust, der in der Generalversammlung vom 22.10.[193] gewählt worden war; man wollte einen eigenen Deputierten nach Berlin schicken, d.h. nicht in Verbindung mit der Demokratische Gesellschaft, weil Köln ja schliesslich der Vorort der rheinischen Demokraten sei. Ein besonderes Mandat wird dem Deputierten nicht mitgegeben.

Beust wurde auf dem Congress zum Berichterstatter der Kommission für die soziale Frage ernannt, deren abschliessender Bericht[194] das breite ideologische Spektrum des Congresses widerspiegelt.

Haben sich in der Präambel noch die Demokraten behauptet, so tritt der Einfluss der Kommunisten in dem zweiten Abschnitt – Grundsätze – schon stärker hervor und dominiert im dritten Abschnitt – Massnahmen. Diese sind zum grössten Teil den „Forderungen der Kommunistischen Partei in Deutschland“[195] entnommen. Dieser Bericht wurde von Schapper in der Generalversammlung vom 19.11. vorgelesen und erläutert, was „von der Gesellschaft beifällig aufgenommen wird.“[196] Trotz dieses Teilerfolges der Kommunisten – oder gerade wegen des halben Erfolges - bedauert Beust in der Comité-Sitzung vom 6.11., dass der Berliner Congress „die auf ihn gestellten Erwartungen nicht ganz erfüllt habe, was durch die vielen Konstitutionellen, die sich dort eingefunden, herbeigeführt worden sei.“[197] Jedoch hatten die Kommunisten immerhin erreicht, dass ihrer „Forderungen“ mittels des Kommissions-Gutachtens der Mehrheit der deutschen Demokraten vermittelt wurden.

Zur lokalen Fusion

Der Vorschlag, die drei demokratischen Vereine Kölns sollten sich zusammenschliessen, wurde von Gottschalk während des Frankfurter Demokraten-Congresses zum ersten mal erwogen. Er berichtet in der Comité-Sitzung vom 18.6., dass er sich bereits mit den Frankfurter Deputierten des „Vereins für Arbeitnehmer und Arbeitgeber“(VAA) und der Demokratische Gesellschaft besprochen habe. Da diese „ihre [gemeint ist: des Arbeitervereins] Grundsätze teilen, so steht einer Verbindung durchaus nichts entgegen […]“[198]; als Unterhändler des Arbeitervereins für die Fusionsverhandlungen werden Gottschalk und Jansen „bezeichnet“.

In der ersten Besprechung am 24.6. mit den anderen Vertretern - Schneider II und Marx von der Demokratische Gesellschaft, Schützendorf und Becker vom VAA – wurde Gottschalks Vorstoss gebremst: Er hatte Auflösung der drei Vereine und Neugründung[199] beantragt. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt, „weil die Vereinigung der drei Vereine zu einem einzigen vor der Hand noch nicht gut tunlich sei […]“. Die drei Vereine sollten weiterbestehen, aber ein gemeinsames Comité von je 2 Vertretern wählen, „welches die Leitung der gemeinsamen Angelegenheiten übernehme.“

In der darauf folgenden Diskussion waren Doubeny und Anneke für Vereinigung, Gottschalk (!), Beckhausen und Jansen für Fortbestand und das gemeinsame Comité. Der als Vermittlung gedachte Entschliessungsantrag Annekes, sich für die Fusion auszusprechen, „in dem Fall aber, dass die beiden anderen auf eine solche Art der Vereinigung nicht eingehen sollten, zu erklären, dass man dann allerdings mit einem gemeinsamen Comité[200] sich müsste […] zufrieden geben,“ der mit absoluter Mehrheit durchging – also eine Befürwortung der Fusion – liess den nunmehr gewählten Deputierten Gottschalk und Anneke freien Verhandlungsspielraum.

Zur gleichen Zeit wurde diese Frage auch in der Demokratische Gesellschaft diskutiert; in der Generalversammlung vom 23.6. – also einen Tag vor der ersten Besprechung – rät Blum „zur Vereinigung mit dem Arbeiter-Verein“[201]. Professor Schottky vom VAA, der an dieser Generalversammlung teilnahm, wünschte, dass sein Verein einbezogen würde. Im Verlauf der Aussprache werden die beiden Deputierten der Demokratischen Gesellschaft, Schneider II und Marx, beschuldigt, gegen eine solche Vereinigung zu sein. Schneider nimmt dazu nicht Stellung, sondern bedauert nur, dass er noch nichts Näheres berichten kann. „Marx trat gegen die Verschmelzung auf, weil der Arbeiterverein nicht in der allgemein-demokratischen Bewegung aufgehen, weil seine organisatorische Selbstständigkeit nicht preisgegeben werden durfte.“[202]

In der Generalversammlung vom 1.7. entschied dann die Demokratische Gesellschaft über die Fusion. Zuvor hatte Schneider II berichtet, dass die provisorische Kommission der Meinung war, „dass eine vollständige Vereinigung, namentlich auch wegen eine mangelnden Räumlichkeit, nicht tunlich wäre […]“, und dass die Kommission die Bildung eines gemeinsamen Comités beantragt habe: „Dieser Vorstand habe dann die Aufgabe, auch Köln als Kreis-Vorort der demokratischen Vereine für Rheinland und Westphalen zu vertreten.“ Dieser Antrag wird „mit grosser Mehrheit“ genehmigt, d.h. die Demokratische Gesellschaft lehnt die Fusion ab. Damit war die Sache erledigt. Von einer lokalen Fusion, die ja ohnehin hauptsächlich Gottschalks Idee war, wird in Zukunft nie mehr gesprochen; das liegt vielleicht auch daran, dass es zahlreiche Doppelmitgliedschaften in der Demokratische Gesellschaft und im Arbeiterverein gab.

Der „Kreisausschuss der Demokraten in Rheinland und Westphalen“

In der Folge übernahm das gemeinsame Comité – auch „Central-Commission“ oder „Zentralausschuss“[203] genannt – die Aufgabe eines Kreisvororts[204] der rheinischen Demokraten, wie schon von Schneider II in der Demokratische Gesellschaft angekündigt worden war. Dieser Zentralausschuss lud dann gemäss den Beschlüssen des Frankfurter Congresses am 4.8. durch die NRhZ zum 1. Rheinischen Demokraten-Congress am 13.8. nach Köln ein[205].

Unter dem Vorsitz vom Schneider II beschloss der Congress

· die ständige Korrespondenz unter den angeschlossenen Vereinen, ferner

· eine Kopfsteuer und

· die Unterstützung der „anerkannt demokratischen Organe“ wie z.B. Die Neue Rheinische Zeitung,

· die Einberufung eines zweiten Congresses im September und

· eine Unterstützungskasse für die politisch Verfolgten.

Überraschend sind die Ergänzungen Schappers zu dem offiziellen Bericht Molls: Auch er – wie viele vor ihm – spricht von „der Zukunft goldene(n) Zeit, in der die Klassenherrschaft, „diese Ausbeutung des Volks durch eine geringe Anzahl Privilegierte(r)“ als „Ursache aller Kämpfe, allen Elends“ vernichtet ist; wenn „das menschliche Recht“ gesiegt habe, werde der Klassenunterschied verschwunden sein, die wahre, menschliche Freiheit herrschen.

Diese visionäre Vorstellung, die gerade für 1848 ans Utopische grenzte, unterscheidet sich jedoch dadurch von dem von Gottschalk verbreiteten Zukunftsoptimismus, dass sie die Bedingungen, unter denen eine humane gesellschaftliche Existenz errichtet werden kann, kennt und nennt. Ausserdem geht Schapper nicht so weit, gar anzugeben, wann dies geschehen wird[206].

Zum letzten Mal trat der Kreisausschuss der rheinischen Demokraten anlässlich der Steuerverweigerungskampagne hervor, für die er den 2. Rheinischen Demokraten-Congress einberief[207]. Am 14.4.49 zogen sich dann Marx, Schapper, Wolff und Anneke von diesem Ausschuss zurück, da „die jetzige Organisation der demokratischen Vereine zu viele heterogene Elemente in sich schliesst, als dass eine dem Zweck der Sache gedeihliche Tätigkeit möglich wäre.“[208]

Sie konstituierten sich als neuer „Kreisausschuss der rheinischen demokratischen Vereine“, weil inzwischen – es war immerhin schon April 1849 – eine einheitliche Organisation der Arbeiterschaft möglich geworden war. Der WaR – immer noch mit Cramer als Redakteur – kritisiert in einem Artikel diesen Austritt nicht besonders, da der alte Kreisausschuss ohnehin nur auf dem Papier existiert habe. Was den WaR jedoch befremdet, ist, dass der Arbeiterverein sich auch offiziell von der Demokratische Gesellschaft gelöst hat und zwar verbunden mit heftigen Angriffen gegen die Demokratische Gesellschaft. Man werde darauf nicht entgegnen, um dem gemeinsamen politischen Gegner keinen Gefallen zu tun – eine reichlich späte Erkenntnis!

Der Arbeiterverein zog dann in der GV vom 16.4.49 nach und erklärte seinen Austritt aus dem Verband der demokratischen Vereine Deutschlands; er beschloss, dem Verband der Arbeitervereine – Zentralausschuss in Leipzig - beizutreten. Damit hatte sich der Arbeiterverein auch organisatorisch von der demokratischen Richtung gelöst.

Schlussbetrachtung

Die Behandlung der Vorgänge, die sich hauptsächlich in Köln innerhalb des Zeitraumes von März 1848 bis April 1849 abspielten, musste selbst für Köln bruchstückhaft bleiben. Es galt, die Schwierigkeiten zu zeigen, mit denen die Arbeiterschaft bei der Bildung ihres Selbstbewusstseins zu kämpfen hatte, und welche Rolle dabei die demokratische Opposition spielte. Die sich zunächst aufdrängende Frage, ob die Entstehung bzw. Entwicklung des proletarischen Bewusstseins durch die Erkenntnis der eigenen Lage oder durch die politische Agitation erfolgen kann – bzw. muss, musste in dieser Form der Fragestellung als zu abstrakt abgelehnt werden. Denn das darin zugrunde liegende Problem kann immer nur unter Bezugnahme auf die jeweiligen materiellen Verhältnisse der Arbeiter – will sagen: Produktionsverhältnisse, in voller Ausschöpfung erörtert werden.

Und 1848 sahen diese Verhältnisse eben so aus, dass „der“ Arbeiter eben erst im Begriff war, sich konkret und bewussteinsmässig herauszubilden, und dass der Grossteil der Bourgeoisie – die „Kapitalisten“ ausgenommen – ein noch unsicheres Verhältnis zu der Arbeiterschaft hatte, zum Teil sogar Sympathien mit „den arbeitenden Klassen“ empfand, so dass die Polarisation Arbeiter – Bourgeoisie hinausgezögert wurde. Der Arbeiterverein wurde sich dieses Gegensatzes erstunter der konsequenten Leitung von Moll und später Marx bewusst und erkannte ihn als Kriterium politische Handelns.

Anhänge

1848 April 23 Gründungsaufruf des Kölner Arbeitervereins

„Arbeiter!

Eure Brüder in den Hauptstädten Deutschlands und Frankreichs haben den Opfertod für die Freiheit nicht gescheut, haben heldenmütig für Euch alle gekämpft, gesiegt. – An Euch ist es jetzt, diesen Sieg zu benutzen und Euch würdig zu zeigen Eurer tapfern Brüder und der Freiheit, für die sie in den Tod gegangen!

Arbeiter aller Gewerke, die ihr kümmerlich von dem Werke Eurer Hände lebt, haltet fest zusammen! Vereinigt Euch zur Beratung Eurer Interessen! Keine despotische Gewalt hindert Euch mehr, Eure Angelegenheiten gemeinsam zu besprechen, Euer Beschwerden öffentlich vorzubringen und Männer aus Eurer Mitte zu wählen, welche das Recht haben, Gesetze im Interesse der Arbeiter zu geben, damit auch Eure Klasse endlich ihren gerechten Anteil erlange an den Früchten des Lebens, die sie selbst hervorbringt!

In vielen Städten Deutschlands haben sich bereits zu diesem Zwecke Arbeitervereine gebildet, welche miteinander in Verbindung treten, und auch hier, es wird Euch gewiss nicht unbekannt geblieben sein, auch hier in Köln haben sich schon zu gleichem Zwecke viele Arbeiter aus allen Gewerken brüderlich die Hand gereicht und einen Verein gegründet, dessen Losung ist: Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit. Ihm schliesst Euch alle an in Eurem, in des Vaterlands Interesse!

Im Namen des Arbeitervereins zu Köln:

Vorsitzender [Gottschalk] und Stellvertreter“

aus: Zeitung des Arbeitervereins Köln, Nr. 1 vom 23.04.1848.

1848 Mai 3 Protest des Vorstandes des Arbeitervereins gegen die indirekten Wahlen

„Männer des Arbeiter-Vereins, Brüder!

Durch die Erhebung des Volkes in den Hauptstädten war jede gesetzliche Macht in Frage gestellt worden. Man musste zu dem Volke nicht nur als Sieger, sondern auch als Urquell jeder Gesetzlichkeit zurückkehren, um die Kraft für eine neue Gesetzgebung zu schöpfen. Es war an dem Volke, zusammenzutreten und Männer aus seiner Mitte mit dem Auftrage zu betrauen: die Grundlage aller zukünftigen Gesetze zu entwerfen, und diese Grundlage des Volke wieder zur Beratung und Genehmigung vorzulegen.

Es war zu erwarten, dass die Männer des Tages, die Minister, zunächst in dieser Weise ihre Stellung zur Leitung des Volkes benutzt haben würden. Sie haben es nicht getan; die Zeit des Zwischenreiches bis zur Feststellung der Volksgesetzgebung haben sie verlängert, sie haben über die Volksgesetzgebung sogar eine untergeordnete Versammlung, den „Vereinigten Landtag“, befragt, sie haben von dieser sich die weiteren Vollmachten geben lassen.

Wir rechten nicht mit ihnen, denn sie haben Alles unter ihrer eigenen Verantwortlichkeit getan.

Es gibt aber nur Eine Volkswahl, die direkte, es gibt nur Eine Gesetzgebung für das Volk, die aus dem Volke unmittelbar, unverfälscht hervorgegangenen, und wir verwahren uns feierlichst dagegen:

dass irgend ein Mann, der nicht in freier, offener Volksversammlung durch Stimmenmehrheit gewählt worden, sich den Namen und den Charakter eines Volksvertreters beilege. Wir werden einen solchen Missbrauch mit allen erlaubten Mitteln entgegen wirken;

dass irgend eine Versammlung, die nicht in unmittelbarer Weise aus dem Volke hervorgegangen, sich den Charakter einer gesetzgebenden Volksversammlung beilege. Die Beschlüsse derselben betrachten wir als ungesetzliche, denen wir uns nur notgedrungen unterwerfen und denen wir mit allen erlaubten Mitteln entgegen wirken werden.

Wir sind vielleicht nur ein kleines Häuflein in einer grossen verblendeten Menge. Mit uns sind aber Recht und Wahrheit; sie werden siegen.

Präsident, Sekretaire und Comité des Arbeiter-Vereins.“

aus: Zeitung des Arbeitervereins Köln, Nr. 2 b vom 03.05.1848.

1848 Mai 15 Rede Gottschalks in der Comité-Sitzung, Auszug

„[…] Es mag einigen Mut erfordern, in einer Frage, die eine so allgemeine Aufregung verursacht hat [Rückberufung des Kronprinzen], eine Ansicht auszusprechen, wie ich sie eben dargelegt, und sich dadurch von dem demokratischen Verein [gemeint ist die Demokratische Gesellschaft] zu trennen. Konsequenz ist aber die weiseste Politik, und wie ich mich vordem nicht an den indirekten Wahlen beteiligt habe, weil ich gegen dieselben und ihren Zweck protestierte, so kann ich mich auch heute nicht an einer Massregel beteiligen, die nicht die Frage eines politischen Systems, sondern einer Person, und deshalb ungerecht und kleinlich ist.

Sie ist ungerecht, weil diese Person allein nicht verantwortlich gemacht werden kann für die Bluttaten des 18. März, weil über das, was sie getan haben soll, bis jetzt nur Zeitungsnachrichten und Gerüchte vorliegen – und gewiss Niemand ohne Urteil und Recht verbannen und verdammen will.

Ich halte endlich die Massregel des Protestes für kleinlich, weil sie die Spitze des Systems umgeht, um eine untergeordnete Person desselben anzugreifen, weil ihr zur republikanischen Entschiedenheit der Mut der Überzeugung fehlt und weil sie für die konstitutionelle Monarchie ganz zwecklos die Grundlagen derselben, die Erblichkeit des Thrones und die Heiligkeit der Staatsform in Frage stellt.

Es heisst in einem der gedruckten Proteste, dass alle Ehrenmänner durch die Rückberufung des Prinzen verletzt worden seien; - ich hoffe, Sie werden darum meine Ehrenhaftigkeit nicht bezweifeln, dass ich mich gegen derartige Proteste ausspreche; am allerwenigsten aber werden Sie mich deshalb für einen Freund des Prinzen von Preussen halten wollen.

(Lauter Beifall).“

aus: Zeitung des Arbeitervereins Köln, Nr. 5 vom 21.05.1848.

1848 Mai 28 Artikel über die Bedeutung der Industrialisierung

„Die jetzigen Verhältnisse der Arbeiters zur Maschine.

Unter den noch nicht aufgeklärten Arbeitern hört man oft die Worte: »Die Maschinen müssen abgeschafft oder zerstört werden, sonst gehen wir noch gänzlich zu Grunde.« an diesen und noch ähnlichen Redensarten sieht man, dass die Arbeiter in den Maschinen, aber nicht in den Maschinenbesitzern ihre Feinde erblicken. Dies ist aber ein grosser Irrtum, denn die Maschinen […] haben doch keine Schuld an dem Elende der Arbeiter. […] Aber diejenigen, welche sich dieser Maschinen bedienten, um auf Kosten des Arbeiters ihre Geldsäcke zu füllen, diesen gilt der Vorwurf vollständig. Dass die Kraft der Maschinen der Arbeiter-Zahl gegenüber unendlich stärker ist, also mehr produziert und weniger Geld fortrafft als die Arbeiter, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen, an Lohn erhalten, dass sie also dem Bourgeois mehr Vorteil bietet, ist allerdings wahr. Der Gewinn, welchen die Maschine hervorbringt, fliesst aber nur dem Inhaber derselben zu, und je grösser sein Kapital wird, desto mehr Mittel findet er, den Arbeiter auszubeuten oder zu beseitigen. […]

Hierdurch [die Beseitigung der Manufaktur und der Meisterbetriebe] werden die Klassengegensätze einfacher, es handelte sich nur noch um reiche und Arme. Diese letzteren bildeten das jetzige ausgebeutete und hungernde Proletariat.

Diese Klasse nun, deren Existenzmittel durch die grosse industrielle Produktion verdrängt wurden, ist die Klasse der heutigen Sklaven, die nur so lange leben, als sie Arbeit haben, als ihre Arbeit das Kapital der Reichen vermehrt. Sie sind fast wie eine Ware, und daher, wie jeder gewöhnliche Handelsartikel, allen Wechselfällen des Handels ausgesetzt, also jeden Augenblick bedroht, ihre Arbeit zu verlieren. Sie werden geknechtet. […]

Es gibt nur noch Arbeits-Instrumente, da Geschlechts- und Altersunterschiede für den Fabrikherrn keine gesellschaftliche Geltung haben. Aber mit dem Fortschritte der Industrie entwickelt sich auch das Proletariat […]. Seine Rekrutierung geschieht aus Handwerkern und Bauern, aus Industriellen und Kaufleuten, weil auch diese mit grössern Kapitalisten nicht konkurrieren konnten. […]

Nur zum Nutzen des Gesamtwohles muss sie [die Maschine] verwendet werden, unser aller Kapital muss dabei gewinnen und nicht wie bisher, allein das der Reichen.

Es ist daher die Aufgabe des Staates, die gerechte Verwaltung der Maschinerie zu besorgen, Nationalwerkstätten zu errichten, wie für das Wohl ihrer Arbeiter zu sorgen.

Ein junger Arbeiter.“

aus: Zeitung des Arbeitervereins Köln, Nr. 6 vom 28.05.1848.1848

1848 Juni 4 Rede Gottschalks in der Generalversammlung, Auszug

„[…] Wichtiger als all dies [die Anerkennung der arbeitenden Klasse] ist, dass es uns gelungen, in der arbeitenden Klasse das Bewusstsein rege zu machen, dass sie die Wahrung ihrer Interessen nicht mehr irgend einem bevorrechteten Standes überlassen dürfe, dass sie vielmehr durch den Sieg der Freiheit auch wirklich zur Teilnahme an der Gesetzgebung, mit einem Worte, zur Leitung der ganzen Gesellschaft mitberufen sein müsse. Sie haben einsehen gelernt, dass Sie bisher nur Weniges erreicht haben, dass Sie zur Sicherstellung Ihrer eigenen Lebenslage einer Verfassung bedürfen, die dadurch, dass sie dem Volke stets zugänglich bleibt, ihm auch die Bürgschaft ihrer Volkstümlichkeit, ihrer Wohlfeilheit, ihrer Gerechtigkeit, ihrer Wahrheit bietet. Mit Einem Worte, Sie bedürfen einer republikanischen Verfassung. (Lauter Beifall).

Ja, meine Herren, Sie bedürfen, Sie wollen eine Republik, weil nur in ihr es Ihnen möglich ist, sich alle Rechte zu verschaffen, die Sie zur Begründung der wahren Freiheit beanspruchen. […]

Wir verlangen die Beteiligung des ganzen Volkes an Gesetzgebung und Verwaltung, wir verlangen eine Arbeiter-Republik, d.h. eine solche, in der es unmöglich für den Müssiggang bleibt, auf Kosten der Arbeit zu leben.“

aus: Zeitung des Arbeitervereins Köln, Nr. 8 vom 11.06.1848.

1848 Aug 27 Artikel über die Resultate der März-Revolution

„Die Stürme der März-Revolution haben sich längst gelegt, das politische Feld ist wieder geebnet und der Zeitpunkt gekommen, wo man die ganze Sachlage der Dinge in ihrem gegenwärtigen Stand ruhig beurteilen kann. Die verhängnisvollen Tage des 18. Und 19. März haben wohl ihre Früchte getragen, aber der Erfolg jener Blutnacht berechtigt bei weitem nicht zu der Hoffnung, die sich die Majorität – wir sagen es kühn: die Majorität des deutschen Volkes davon gemacht.

Jene Tage waren bestimmt, über das Schicksal Deutschlands und seiner Fürsten zu entscheiden, aber das Volk hat sie durch einen unverantwortlichen Leichtsinn verscherzt. Es hat in seinem Freudentaumel über die heranbrechende Aera der Freiheit vergessen, dem Drachen, den es durch einigen Blutverlust getötet glaubte, den Kopf abzureissen. Man glaubte nicht, dass eine bis zur totalen Ohnmacht geschlagene Partei sich je wieder erholen könnte. Und diese Partei hat sich wieder erhoben, hat sich wieder gekräftigt durch des Volkes Sorglosigkeit. Dieser Sorglosigkeit verdanken wir es, dass man die Macht Denen in Händen liess, die dem alten System mit allen seinen Konsequenzen zugetan gewesen und die nur gezwungen eine anderes politisches Glaubensbekenntnis angenommen. Man durfte deswegen nichts anders erwarten, als dass diese Partei bei einer günstigen Gelegenheit der neue Fahne untreu werden würde. […] Das Volk hat den Gleissnern vertraut und ist von ihnen betrogen.

Die Märtyrer der Märzrevolution haben nicht allein für die geistige Freiheit, sondern auch für ihr materielles Wohl und das ihrer Brüder geblutet, denn das beweist die Menge der gefallenen Handwerker, die sich an dem Kampfe beteiligt. Doch was ist bis jetzt für ihr materielles Wohl geschehen? Nichts. […]

Die Regierung hat durch die Einführung der indirekten Wahlen die wahre Volksvertretung gehindert. Sie wusste nur zu gut, dass von den direkten Wahlen ihr Sein und Nichtsein abhing. Das Ergebnis der indirekten Wahlen ist uns allen bekannt, nur die Bourgeoisie, die besitzende Klasse, ist durch dieselben vertreten. Was nicht in ihrem Sinne, ist auch nicht im Sinne ihrer Vertreter. Die Abschaffung der Lebensmittelsteuer und die Einführung einer Vermögenssteuer enthöbe die besitzlose Klasse von aller Steuer und verpflichtet die besitzende allein. Aber dazu wollen sich die Herren nicht verstehen. Es erheischt vorerst einmal ihr eigene pekuniärer Vorteil, diese ungerechte Steuer beizubehalten, und dann fürchten sie auch, das Proletariat möchte in einer bessern materialen Lage sich befinden, übermütig werden, und Forderungen machen, deren Erfüllung eine ungeheure Überwindungskraft erfordere, die sie sich nicht zutrauen.

Dass die Regierung wohlweislich diese Bedenken zu nähren sucht, lässt sich leicht denken; denn was die Märzrevolution, was die Linke der Nationalversammlung in Berlin und Frankfurt, was alle demokratischen Vereine nicht vermocht, das wird die Aufhebung der Lebensmittelsteuer vermögen, nämlich Deutschland zur Republik reif zu machen.

Mögen auch jetzt viele bemüht sein, die Republik in Deutschland als ein Schreckbild, als einen Herd der Anarchie darzustellen, sie würden von ihrem Eifer geheilt werden, weil es dann doch einmal ihrer Börse gälte, um die sich ihre ganze Politik dreht und die ihnen lieber ist als alle 38 deutschen Fürsten mitsamt ihrem verschwenderischen Hofstaat.

Von seinen sogenannten Vertretern hat demnach das hungernde Volk nichts zu hoffen.

Es würde mich freuen, wenn man diese Worte unwahr machen könnte. Ich würde selbst wieder ruhen, wenn ich sähe, dass die Berliner und Frankfurter Nationalversammlung den Mut hätte, nicht allein zu berücksichtigen, dass es in Deutschland Fürsten und eine Minorität von Bevorzugten gibt, sondern dass es daselbst 30.000.000 Deutsche gibt, die Recht verlangen.

Bis dahin bleibt’s bei dem Anspruche.“

aus: Zeitung des Arbeitervereins Köln, Nr. 26 vom 27.08.1848.

Liste der Gewerke

Anstreicher

Bäcker

Bandweber

Barbiere

Brauer

Buchdrucker

Bundbinder

Dachdecker

Drechsler

Fabrikarbeiter

Färber

Fassbinder

Gelehrte

Gerber

Gewerbetreibende

Glaser

Goldarbeiter

Handschuhmacher

Hufschmiede

Hutmacher

Instrumentenmacher

Kammmacher

Kaufleute

Klempner

Kupferschmiede

Lithographen

Maler

Maschinenbauer

Maurer

Messerschmiede

Metzger

Nagelschmiede

Porzellanmaler

Regenschirmmacher

Sättler

Schiffer

Schlosser

Schneider

Schuster

Silberarbeiter

Steinhauer

Stellmacher

Tabakarbeiter

Tapetendrucker

Tapezierer

Tischler

Uhrmacher

Vergolder

Wagenschmiede

Weber

Zimmerleute

Aus: Zeitung des Arbeitervereins Köln, Nr. 2 vom 30.04.1848.

Abkürzungen

ABV Arbeiterbildungsverein London

AV Prinz (Filial-)Arbeiterverein beim Wirt Prinz

AV Arbeiterverein

AVK Arbeiterverein Köln

CS Comité-Sitzung

DG Demokratische Gesellschaft Köln

FA „Freiheit, Arbeit“ Köln

FBA „Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit“ Köln

GV Generalversammlung

HV Handwerkerverein

NKZ „Neue Kölnische Zeitung“ Köln

NRhZ „Neue Rheinische Zeitung“ Köln

NVF Nationalversammlung Frankfurt/Main (Paulskirche)

VAA Verein für Arbeitnehmer und Arbeitgeber Köln

VVB Verfassunggebende Versammlung Berlin

WaR „Der Wächter am Rhein“ Köln

ZAV „Zeitung des Arbeitervereins“ Köln

Literaturverzeichnis

Der Wächter am Rhein. (1848). Köln.

Neu Rheinische Zeitung. (1848). Köln.

Zeitung des Arbeitervereins. (1848). Köln.

Freiheit, Arbeit. (1849). Köln.

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Anmerkungen


[1] Vgl. (Engels, Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten, 1962, S. 581 f)

[2] Siehe Versammlung des AV Prinz, 19.04.48; (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1.

[3] z. B. Volksversammlung in Worringen, siehe Seite 25.

[4] Siehe Thesmar im Juni 1848.

[5] Siehe (Marx/Engels, Das kommunistische Manifest, 1959, S. 493); vgl. (Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, 1960, S. 18).

[6] Siehe Anhang.

[7] Deren Abfassung wird von (Becker, 1963), S.47 und S.32 (Anm.94) für die Zeit bis Juli 1848 Gottschalk zugeschrieben; sie sind teilweise veröffentlicht in (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970).

[8] Immerhin werden Marx, Bürgers und Wolff (die beiden letzten als Stellvertreter) von der DG in den Kreisausschuss der rheinischen Demokraten gewählt (GV vom 21.7.48; WaR, 1.D., Nr. 9). Und Wolffs politischer Wochenbericht, der jeweils in der NRhZ erscheint, wird von der DG immer mit Beifall aufgenommen (Der Wächter am Rhein, 1848), 1.D., Nr. 11.

[9] Diese Entwicklung ist andernorts schon ausführlich dargestellt: (Kuczynski, 1948, S. 53 ff); (Obermann, 1953, S. 10 ff); (Obermann, 1963, S. 50 ff); (Stein, 1921, S. 11 ff); (Hoffmann, 1965).

[10] Zahlen von 1816 und 1821 nach (Ersch/Gruber, 1828), von 1843 und 1846 nach (Obermann, 1953, S. 38).

[11] (Marx/Engels, Werke, 1956) Bd.5, S.3 ff; (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 224, S.739 ff.

[12] (Marx/Engels, Das kommunistische Manifest, 1959); (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 203, S. 674 ff.

[13] Zu Gottschalks Charakterisierung siehe Engels‘ Brief an Liebknecht vom 29.10.1889 in (Marx/Engels, Werke, 1956), Bd.37, S. 298; (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), S.1109, Anm. 194; (Stein, 1921, S. 26), S.26 ff; (Becker, 1963, S. 32 ff und 65 ff); (Stommel, 1964); (Marxismus-Leninismus, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in acht Bänden, Bd.1, 1966, S. 108).

[14] Siehe Anhang.

[15] Siehe die Liste im Anhang.

[16] Der AV Frankfurt betrachtete „auch Kopfarbeiter als Arbeiter im Sinne des Vereins“, siehe (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 7.

[17] Gegen Clouth, den Drucker der NRhZ, wird verschiedentlich heftigst polemisiert (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 10 und Nr. 12.

[18] (Becker, 1963, S. 29).

[19] Siehe Seite 11.

[20] (Obermann, 1953, S. 38).

[21] Dazu (Hansen, 1942, S. 493 ff); (Repgen, 1955, S. 19 ff); (Stein, 1921, S. 26 ff); (Stommel, 1964, S. 69 ff).

[22] Siehe Anhang; siehe auch den Brief an Moses Hess vom 26.3.48 in: (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970) Nr. 223, S.737 ff (gekürzt); vollständig in (Hess, Briefwechsel, 1959), Nr. 98, S.175 ff. Darin heisst es an einer Stelle: „Mit dem, was bereits erreicht worden ist, ein Königtum mit chartistischer Grundlage (mehr also als in England), können und müssen wir vorläufig zufrieden sein [...]"; andere Sätze modifizieren diese Aussage allerdings.

[23] Siehe (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 2.

[24] (Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, 1960), S.20 f; vgl. auch (Marx/Engels, Das kommunistische Manifest, 1959) und (Becker, 1963, S. 34 f).

[25] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 3.

[26] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 6; siehe (Becker, 1963, S. 36).

[27] (Becker, 1963, S. 42).

[28] Siehe Anhang.

[29] Trotz seiner Bereitschaft zu emigrieren: (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 16.

[30] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1b; 2; 3; 6 und öfter.

[31] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1.

[32] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1; Sperrung in der Vorlage.

[33] Gemeint ist vor allem die Rückkehr des Kronprinzen.

[34] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 5.

[35] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 7.

[36] Siehe Seite 22.

[37] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 2.

[38] Ebd.

[39] Vgl. (Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, 1960, S. 18): „Geschreckt nicht durch das, was das deutsche Proletariat war, sondern was es zu werden drohte und was das französische schon war, sah die Bourgeoisie nur Rettung in jedem, auch dem feigsten Kompromiss mit Monarchie und Adel.“

[40] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 3.

[41] Aus dem Artikel „Die Berliner Debatte über die Revolution, in (Neu Rheinische Zeitung, 1848) vom 16.6., in: (Marx/Engels, Werke, 1956), Band 5, S.64 f.

[42] Nach (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nrn. 1; 1b; 4; 8; 9; 14; 29; für spätere Zeit fehlen Zahlen.

[43] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 18.

[44] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 21.

[45] Adresse an den AV Mainz, in (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1.

[46] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nrn. 1 bis 8; zum folgenden siehe auch (Becker, 1963, S. 39 ff).

[47] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1.

[48] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1; unterschrieben in der CS vom 20.4.

[49] Vgl. allerdings auch die Abfuhr an den Handwerkerverein Bonn, in (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 8.

[50] Zu Hess‘ Theorien zur Organisation der Arbeit siehe sein Artikel „Die Folgen einer Revolution des Proletariats“ (25.10.1847) in: (Hess, Ausgewählte Schriften, 1962, S. 198 ff).

[51] Siehe die Brotpreise, die in der NRhZ veröffentlicht wurden.

[52] Nach (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1.

[53] (Hansen, 1942, S. 502).

[54] Verfasser vielleicht Schapper, vgl. CS vom 13.7. (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 16.

[55] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 18; vgl. (Becker, 1963, S. 95 f).

[56] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 16.

[57] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 29.

[58] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 29; ähnlich (Marx/Engels, Das kommunistische Manifest, 1959, S. 484) und (Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, 1960, S. 9 f); (Stadelmann, 1966, S. 147 f).

[59] (Marx/Engels, Das kommunistische Manifest, 1959, S. 469 f).

[60] Dazu (Becker, 1963, S. 97 ff).

[61] CS vom 16.11., siehe (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 316, S.871.

[62] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1.

[63] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1b.

[64] Dazu siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Ökonomismus (Zusatz von 2009).

[65] (Lenin, 1929, S. 216); Hervorhebung in der Vorlage. Vgl. auch den Abschnitt „kleinbürgerlicher Sozialismus“ im Kommunistischen Manifest.

[66] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 2.

[67] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 3; das folgende zur Aussenpolitik ist recht abstrus.

[68] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 3; im August geht dann Marx auf dieses Problem ein, siehe (Der Wächter am Rhein, 1848), 2.D., Nr. 1 = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 284, S.827.

[69] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 4.

[70] Vgl. Gottschalks Bericht vom Demokraten-Congress in Frankfurt, wonach die Formulierung „die demokratische Verfassung sei die einzige ‚für das deutsche Volk mögliche Verfassung‘ durch ‚haltbare‘ ersetzt worden ist.“ in (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 10.

[71] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 8.

[72] Siehe Seite 19.

[73] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 5; die Sperrung in der Vorlage. Aus dieser zweifelsohne sehr unklaren Äusserung liest Becker, S.35, eine vorbehaltlose Bejahung der Monarchie heraus. Es scheint aber eher das Gegenteil gemeint zu sein: Gottschalk wirft den Unterzeichnern des Protestes vor, gegen Prinz Wilhelm und gegen die Monarchie als Staatsform nur zu protestieren, aber nicht deren Abschaffung und die Errichtung einer Republik zu verlangen und durchsetzen zu wollen. Siehe Esser in der CS vom 29.5.; dazu Becker, S. 57, Anm. 212.

[74] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 8.

[75] (Becker, 1963, S. 72 f).

[76] Vgl. (Becker, 1963, S. 72 f); vgl. (Neu Rheinische Zeitung, 1848) vom 13.9.

[77] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nrn. 1; 2b; 6; 9; 9; 7; 9; 15; 16; 7.

[78] Zu einer möglichen örtlichen Fusion siehe Seite 33.

[79] (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 233, S.751 f: siehe (Becker, 1963, S. 60 f); (Obermann, 1953, S. 254).

[80] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1.

[81] (Engels, Zur Geschichte des Bundes der Kommunisten, 1962, S. 579 ff); (Becker, 1963, S. 45 f).

[82] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 7; (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 269, S. 791 f.

[83] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 9; (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 266, S. 804 f.

[84] In der Vorlage steht: „Wir müssen es aber ablehnen, uns bis heute noch den deutschen …“ Diese Wortfolge ergibt aber keinen Sinn.

[85] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 6, Sperrung in der Vorlage; siehe auch (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 257, S. 787.

[86] (Becker, 1963, S. 69).

[87] (Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, 1960), S.18.

[88] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nrn. 9 und 6.

[89] In der Adresse an den AV Hanau: „Der Sieg der Freiheit, der Brüderlichkeit und der Arbeit kann nicht mehr ferne sein.“ (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 6.

[90] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 11; vgl. auch Nr. 34.

[91] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 11; Sperrung in der Vorlage; vgl. (Becker, 1963, S. 37 + 135).

[92] (Hansen, 1942, S. 504).

[93] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 8.

[94] Gottschalk in der CS vom 29.5., (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 7.

[95] Esser in der GV vom 4.6., (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 8.

[96] Verfasst von Stumpf und Cluss, zwei Mitgliedern des Bundes der Kommunisten; vgl. (Marxismus-Leninismus, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in acht Bänden, Bd.1, 1966, S. 115).

[97] Abgedruckt in (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 2b; Sperrung in der Vorlage. Vgl. (Becker, 1963, S. 63).

[98] „Einrichtung von mehreren kleineren Vereinen […] zum Zwecke der gegenseitigen Aufklärung und Bildung, der Diskussion von Tagesfragen [so ab 18.7. in den CS] und der Haltung von Vorträgen über allgemeine, die arbeitende Klasse besonders berührende Gegenstände.“ (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 5.

[99] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 5.

[100] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 14.

[101] Der „Kartätschenprinz“, dazu siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._%28Deutsches_Reich%29 (Zusatz von 2009).

[102] Zum folgenden siehe (Becker, 1963, S. 53 ff).

[103] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 5; dort auch das folgende aus der Aussprache.

[104] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 10.

[105] Vgl. allerdings die Dementi über das Gerücht, Gottschalk wolle auswandern ( (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nrn. 12 und 13, was dann in Nr. 16 bestätigt wird.

[106] Siehe Anhang.

[107] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 2.

[108] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 1.

[109] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 2.

[110] Vgl. Adresse des Vereinigten Landtages vom 2.4.: (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 583).

[111] (Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd.1, 1961, S. 272).

[112] (Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd.1, 1961, S. 275).

[113] (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 607).

[114] (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 607).

[115] Vgl. (Valentin, 1930, S. 3), dort auch Hinweise auf Wahlmanipulationen.

[116] (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 583).

[117] (Becker, 1963, S. 47 ff)

[118] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1b.

[119] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 3.

[120] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nrn. 8 und 12; siehe (Becker, 1963, S. 36 f).

[121] (Marxismus-Leninismus, Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in acht Bänden, Bd.1, 1966, S. 108 f; 135).

[122] Der Protest stammt wohl aus Gottschalks Feder: „Auf Antrag des Präsidenten“ tritt die GV vom 4.6. dieser „Verwahrung“ vollständig bei (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 8.

[123] (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 585).

[124] Was ihn freilich nicht daran hinderte, an das Ministerium zu petitionieren, z.B. in der CS vom 20.4. (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 1.

[125] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 9.

[126] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 6. Am 18.5. protestiert der AV Hanau gegen die Wahlen zur NVF (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 7. Am 22.5. dagegen fordert der AV Hanau von derselben NVF, den Deutschen Bund aufzulösen und eine dem Parlament verantwortliche „Central-Behörde“ einzusetzen (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 8. Damit hat der AV Hanau offenbar die negative Position verlassen, siehe (Becker, 1963, S. 52 f).

[127] (Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd.1, 1961, S. 372).

[128] (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 738).

[129] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 30.

[130] (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 738) nach einem Ausspruch von Unruhs.

[131] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 33.

[132] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 33; Sperrung in der Vorlage. Text auch in (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 103 vom 15.9.; (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 296, S. 845 f.

[133] (Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd.1, 1961, S. 374)

[134] Vom 23.9. siehe (Dokumente zur deutschen Verfassungsgeschichte, Bd.1, 1961, S. 375)

[135] (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 743)

[136] Anschliessend „stürmischer Beifall“, GV vom 25.6. (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 11.

[137] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 22.

[138] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 6.

[139] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 9.

[140] (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 639 ff)

[141] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1.D., Nr. 11 und 2.D., Nr. 2. Wortlaut des Protestes in der (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 74 vom 13.8.

[142] (Der Wächter am Rhein, 1848), 2. D., Nr. 2. Wahrscheinlich ist damit die Abstimmungsniederlage der Linken – 342:31 - in der Frage der Einverleibung polnischer Gebiete in den deutschen Reichsverband gemeint.

[143] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 21.

[144] Vgl. dazu die launige Schilderung der Feierlichkeiten in Georg Weerth: Leben und Taten des berühmten Ritters Schnapphahnski, Kap. 21 und 22, in: (Weerth, 1966, S. 420 ff).

[145] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 23; Sperrung in der Vorlage.

[146] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 25. Diese Angelegenheit hatte noch ein Nachspiel. In der CS vom 17.8. bedauert Sellhoff, der anscheinend Redakteur ist, dieses Malheur: „[…] der Redacteur (könne) nicht für jeden Artikel speziell verantwortlich sein.“ Genau darauf besteht aber Schapper und schlägt vor, zwei Mitredakteure zu benennen, die in Zweifelsfällen über die Aufnahme von Artikel entscheiden sollen. Zur Redaktionsfrage allgemeinen (Becker, 1963, S. 110 f).

[147] Text in (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Anm. 226, S.1127 f; vgl. CS vom 28.8. (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 28 = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 289, S. 834.

[148] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 29 = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 293, S. 829.

[149] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 27; Auszüge in (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Anm. 226, S. 1127.

[150] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 32.

[151] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 33 = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 297, S. 847.

[152] (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 224, S. 739 ff.

[153] (Priester, 1953, S. 718 ff)

[154] (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 106 vom 19.9. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 298, S. 849.

[155] (Der Wächter am Rhein, 1848), Nr. 30.

[156] (Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit, 1849), Nr. 8 vom 19.11. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 316, S. 870; vgl. CS vom 23.11. in (Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit, 1849), Nr. 11 vom 30.11. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 318, S. 872.

[157] Berichte in (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 33 und (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 106 vom 19.9. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 298, S. 848 f; dort auch die folgenden Zitate. Allgemein siehe (Becker, 1963, S. 126).

[158] Und nicht der Düsseldorfer Radikalen, wie (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 696) behauptet.

[159] ZAV schreibt: weit über 10.000, die NRhZ: mindestens 6 – 8.000.

[160] (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970) Anm. 244, S. 1137.

[161] Bericht in (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 103 vom 15.9.; Auszüge in (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 296, S. 845 f. Die ZAV bringt nur eine kurze Notiz (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 31; siehe (Becker, 1963, S. 123 f)

[162] (Der Wächter am Rhein, 1848), Nr. 29.

[163] (Der Wächter am Rhein, 1848), Nr. 30. Liste der Gewählten in (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Anm. 227, S. 1128 f.

[164] (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 103 vom 15.9. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 296, S. 846; vgl. aaO, Anm. 227, S. 1129.

[165] (Der Wächter am Rhein, 1848), Nr. 30.

[166] (Der Wächter am Rhein, 1848), Nr. 30.

[167] CS vom 14.9. in (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 33 = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 297, S. 847 f: vgl. (Becker, 1963, S. 125).

[168] Allgemein siehe (Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789, Bd.2, 1957, S. 751 ff).

[169] Berichte im (Der Wächter am Rhein, 1848), Nr. 45; dort auch die Belege für das Folgende.

[170] (Becker, 1963, S. 155)

[171] (Neu Rheinische Zeitung, 1848) vom 15.11. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 313, S.867 f; vgl. aaO, Nr. 317, S. 871.

[172] Vgl. Engels‘ harsche Kritik an der VVB in (Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, 1960, S. 76)

[173] (Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, 1960, S. 78)

[174] (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Anm. 244, S. 1137.

[175] (Engels, Revolution und Konterrevolution in Deutschland, 1960, S. 76 f)

[176] Vgl. (Der Wächter am Rhein, 1848), Nr. 45 vom 19.11.

[177] (Freiheit, Arbeit, 1849), Nr. 3 vom 21.1.49 = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr.331, S.896; vgl. (Becker, 1963, S. 183 ff)

[178] Die Gottschalk-Prinz-Fraktion konnte sich nicht mehr durchsetzen und besass kaum noch Resonanz.

[179] Wie Anm. 177.

[180] (Freiheit, Arbeit, 1849), Nr. 4 vom 25.1.49; Protokoll bislang nicht abgedruckt, ich stütze mich hierbei auf die sehr ausführliche Inhaltsangabe Beckers, S. 184 f.

[181] (Becker, 1963, S. 186).

[182] (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 205 vom 26.1.49, zitiert bei (Becker, 1963, S. 185).

[183] CS vom 26.1.49 in (Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit, 1849), Nr. 1 vom 8.2.49 = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970) Nr. 336, S. 904.

[184] (Stein, 1921, S. 91), siehe Anm. 177. CS vom 29.1.49 in (Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit, 1849), Nr. 1 vom 8.2.49 (s.o.).

[185] Von den 344 Kölner Wahlmännern gehörten 200 der demokratischen Partei an, so dass Schneider II und Kyll gewählt wurden, nach (Stein, 1921, S. 95).

[186] Rundschreiben in (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 7, und (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 6 vom 6.6.

[187] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 9.

[188] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 4.

[189] Siehe oben Seite ….

[190] Sein Bericht im (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 4; dort auch die folgenden Zitate.

[191] Allgemein siehe (Valentin, 1930, S. 255 ff), (Lüders, 1909), (Becker, 1963, S. 170 ff).

[192] (Lüders, 1909, S. 164 ff).

[193] (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 305, S. 857 f.

[194] Text in (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 307, S.859 ff; (Becker, 1967, S. 260 ff) und (Becker, 1963, S. 170 f).

[195] Text in (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 224, S. 739 ff.

[196] (Becker, 1963, S. 174).

[197] (Freiheit, Brüderlichkeit, Arbeit, 1849), Nr. 6 vom 12.11. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 310, S. 865.

[198] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr.10.

[199] Angeblich unter Berufung auf den Frankfurter Congress, der jedoch von einer Vereinigung von demokratischen und Arbeitervereinen nichts beschlossen hatte; siehe (Becker, 1963, S. 75).

[200] Dieses Comité existierte spätestens seit dem 14.7., siehe (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 15.

[201] (Der Wächter am Rhein, 1848), 1. D., Nr. 5.

[202] (Becker, 1963, S. 76); vgl. auch (Kotschetkowa, 1960, S. 1159).

[203] (Zeitung des Arbeitervereins, 1848), Nr. 16 und (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 66 vom 5.8.

[204] Anders dagegen Anm. 205 in (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970, S. 1115).

[205] Einladung in (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 66 vom 5.8. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 283, S. 826 f; Berichte: zwei Artikel in der NRhZ Nrn. 101 und 102, 13. Und 14.8. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 285, S. 828 ff; Bericht Molls in der GV vom 3.9. in ZAV, Nr.29 = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 293, S. 839 ff.

[206] Vgl. (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 318, S. 872 f.

[207] (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 143 vom 15.11. = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr.313, S. 867.

[208] (Neu Rheinische Zeitung, 1848), Nr. 273 vom 15.4.49, 2. Ausgabe = (Der Bund der Kommunisten. Dokumente und Materialien 1836 - 1849, Bd.1, 1970), Nr. 358, S. 929.

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