1735 Mechthild Brion

geboren ca. 1710, gestorben nach 1773

Harfenistin, Geliebte des Kölner Kurfürsten Clemens August, Mutter seiner unehelichen Tochter Anna Maria, später Ehefrau des Gottfried Troggeler (auch Trogler/Trocheler o.ä.).

Eine Abbildung von Mechthild Brion gibt es wohl nicht; ein moderner Autor beschreibt sie wenig galant als „natürlich im Wesen, aber nicht sonderlich begabt“ – „ein rechter Bettschatz“ (Signon, 1972). Der Franzose Abbé Pierre Aunillon, seinerzeit Botschafter Frankreichs am Hofe des Kurfürsten, entwirft ein günstigeres Bild von ihr(Aunillon, Paris S. II, 136 ff.)

In St. Remigius sind Taufen verzeichnet von:

Clemens August Brion (10.05.1736),

Joseph Maria Brion (16.10.1731) verzeichnet, ihr Vater ist Johann Georg Brion – vermutlich ein Bruder oder Vetter Mechthilds; die Brions wohnen in der Maargasse.

Engelbert Philipp Trogler (01.05.1724),

Maria Anna Theresia Josefa (15.02.1720), ihr Vater ist ein Gottfried Trogler.

1743 kauft ein Bernhard Anton Troggeler, kurfürstlicher Truchsess und Fudermeister, für sein Kind Anna Maria in der Rathausgasse das Haus „Zum grünen Wald“ für 10.000 Reichsthaler (Dietz, 1962 S. 516). 1773 wohnt dort eine „Madame Trogglers“.

Anna Maria wird 1735 geboren, nicht in Bonn; sie wird in der Klosterschule von Metz erzogen. Am 04.10.1756 heiratet sie ihren Vetter Franz Ludwig, Grafen von Holnstein, unehelichen Sohn des Kurfürsten Karl Albrecht von Bayern. Zuvor war sie zur Gräfin von Löwenfeldt ernannt worden. Zwei Tage später ist sie mit ihrem Ehemann in Bonn [„Gazette de Cologne“, 08.10.1756 (Bönisch, 2000 S. 154)]. Sie bringt zwölf Kinder zur Welt; ein Sohn wird auf den Namen „Clemens August“ getauft. Sie stirbt am 26.11.1783.

Literaturverzeichnis

Aunillon, Pierre , Abbe Aunillon Delaunay du Gue. Paris. Memoires de la vie galante, politique et litteraire. 1808: s.n., Paris. Bd. 2.

Bönisch, Georg. 2000. Clemens August. Der schillerndste Erzbischof seiner Zeit. Bergisch Gladbach: Bastei/Lübbe, 2000.

Braubach, Max. 1949. Kurköln. Münster: Aschendorff, 1949.

Dietz, Josef. 1962. Topographie. Bonner Geschichtsblätter. 1962, Bd. 16.

Röhrig, Tilman. 2011. Der Sonnenfürst. München: Pendo, 2011.

Signon, Helmut. 1972. Wie war zu Köln es doch vordem. Frankfurt/Main: s.n., 1972.

Valder-Knechtges, Claudia. 1985. Musik am kurkölnischen Hof. [Hrsg.] Hauptstaatsarchiv. Kurköln. Land unter dem Krummstab. Kevelaer: s.n., 1985, S. 361 ff.

Winterling, Aloys. 1986. Der Hof des Kurfürsten von Köln 1688-1794. Eine Fallstudie zur Bedeutung "absolutistischer" Hofhaltung. Bonn: Bouvier, 1986.

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