Kalkriese

C. I. CAESAR: de bello Gallico, IV,18,4 (lat/dt)        2

Der Grabstein des CAELIUS        2

OVID: Tristia, IV,2        2

CASSIUS DIO: Romaika istoria 65,18-23 (dt)        2

L. F. FLORUS: Abriss der römischen Geschichte 2,30 (lat/dt)        5

Res gestae Divi Augusti ("Monumentum Ancyranum") V, 9-18 (lat/dt)        6

OROSIUS: Historiae adversum paganos 6,21,26 (lat/dt)        6

POMPONIUS MELA: De Chorographia III, 29 (lat/dt)        7

SUETON: Augustus, 23 (lat/engl)        7

TACITUS: Annalen I 60 ff (lat/dt)        7

TACITUS: Annalen II 88 (lat/dt)        8

TACITUS: Germania 5,1 (lat/dt)        8

VELLEIUS PATERCULUS: Historia Romana II, 117 ff (lat/dt)        9

FRONTINUS: Strategemata 1,3,10 (lat/dt)        11

STRABO: Geographia 7,1        11

 

C. I. CAESAR: de bello Gallico, IV,18,4 (lat/dt)

At Sugambri ex eo tempore, quo pons institui coeptus est, fuga comparata [...] finibus suis excesserant suaque omnia exportaverant seque in solitudinem ac silvas abdiderant. Caesar paucos dies in eorum finibus moratus omnibus vicis aedificiisque incensis frumentisque succisis se in fines Ubiorum recepit ...

Aber die Sugambrer hatten zu dem Zeitpunkt, an dem man mit dem Bau der Brücke [über den Rhein] begonnen hatte, die Flucht vorbereitet, waren aus ihrem Gebiet weggezogen, hatten ihre ganze Habe verschleppt und sich in der Einsamkeit und in den Wäldern versteckt. Caesar hielt sich nur ein paar Tage in ihrem Gebiet auf, liess alle Dörfer und Einzelgehöfte anzünden und das Getreide (auf dem Halm) abschneiden; dann zog er sich in das Gebiet der Ubier zurück ...

Der Grabstein des CAELIUS

Textbefund:

M Caelio T F  Lem Bon

... o Leg XIIX Ann LIII s

... cidit Bello Variano Ossa

... nferre Licebit P Caelius T f

Lem Frater Fecit

Text mit Ergänzungen

M(arco) Caelio T(iti) f(ilio) Lem(onia tribu) Bon(onia)

[I] o(rdini) leg(ionis) XIIX ann(orum) LIII s(emissis)

[ce]cidit bello Variano. Ossa

[lib(ertorum) i]nferre licebit. P(ublius) Caelius T(iti) f(ilius)

Lem(onia tribu) frater fecit

 

Dem Marcus Caelius, dem Sohn des Titus, aus dem Stimmbezirk Lemonia, gebürtig aus Bononia [=Bologna], Centurio der 18. Legion, 53 1/2 Jahre alt. Er fiel im Varus-Krieg. Die Gebeine der Freigelassenen dürfen [hier ebenfalls] bestattet werden. Sein Bruder Publius Caelius, Sohn des Titus, aus dem Stimmbezirk Lemonia, hat [den Grabstein] errichten lassen.

Fundort: Xanten, ca.1620; seit 1820 in Bonn; Material: lothringischer Kalkstein; Maße: Höhe 1,37 m - Breite: 1,08 m. - Text und Ergänzungen nach: Rheinisches Landesmuseum Bonn: Römische Steindenkmäler 3 (1981), S.12; dagegen A. BÖTEL, in AU, 2/1995, S.47: CENTURIONI LEGIONIS ...

OVID: Tristia, IV,2

... perfidus hic nostros inclusit fraude locorum ...

... jener Lump hat unsere [Männer] in tückischem Gelände eingeschlossen ...

CASSIUS DIO: Romaika istoria 65,18-23 (dt)

All diese Beschlüsse (über Ehrungen für Tiberius und Germanicus) waren kaum angenommen worden, als eine furchtbare Nachricht aus Germanien kam, die sie zum Abbruch der Siegesfeiern zwang. Denn gerade zu jener Zeit war Folgendes im Keltenland (d.h. Germanien) geschehen: Die Römer besassen zwar einige Teile dieses Landes, doch kein zusammenhängendes Gebiet, sondern wie sie es gerade zufällig erobert hatten; deshalb berichtet auch die geschichtliche überlieferung darüber nichts. Ihre Soldaten bezogen hier ihre Winterquartiere, Städte wurden gegründet, und die Barbaren passten sich ihrer (d.h. der römischen) Lebensweise an, besuchten die Märkte und hielten friedlich Zusammenkünfte ab.

Freilich hatten sie auch nicht die Sitten ihrer Väter, ihre angeborene Wesensart, ihre unabhängige Lebensweise und die Macht ihrer Waffen vergessen. Solange sie also nur allmählich und auf behutsame Weise hierin umlernten, fiel ihnen der Wechsel ihrer Lebensweise nicht schwer, ja sie fühlten die Veränderung nicht einmal.

Als aber Quintilius Varus den Oberbefehl über Germanien übernahm und sie zu rasch umformen wollte, indem er ihre Verhältnisse kraft seiner Amtsgewalt regelte, ihnen auch sonst wie Unterworfenen Vorschriften machte und insbesondere von ihnen wie von Untertanen Tribut eintrieb, da hatte ihre Geduld ein Ende. Die Anführer versuchten sich wieder der früheren Herrschaft zu bemächtigen, und das Volk wollte lieber den altgewohnten Zustand als die fremde Tyrannei. Eine offene Empörung vermieden sie zwar, weil sie die grosse Zahl der Römer sowohl am Rhein als auch im Innern ihres eigenen Landes sahen. Vielmehr empfingen sie Varus, als ob sie all seine Forderungen erfüllen wollten, und lockten ihn so weit vom Rhein weg in das Gebiet der Cherusker und zur Weser.

Auch hier verhielten sie sich so friedlich und freundschaftlich, dass sie ihn zu dem Glauben verleiteten, sie würden auch ohne militärischen Zwang die Knechtschaft ertragen. Daher hielt er auch seine Legionen nicht, wie es doch in Feindesland angebracht gewesen wäre, zusammen, sondern stellte zahlreiche Mannschaften zur Verfügung, wenn sie (d. h. die Germanen), weil sie selbst zu schwach seien, ihn darum zum Schutz gewisser Landesteile, zur Ergreifung von Räubern oder zum Geleit von Lebensmittelfuhren ersuchten. Die eigentlichen Häupter der Verschwörung und Anstifter des Anschlages und des Krieges waren aber vor allem Arminius und Segimerus, die ihn ständig begleiteten und oft auch seine Tischgäste waren.

Als er nun voll Selbstvertrauen war, nichts Böses erwartete und allen, die die Vorgänge mit Misstrauen betrachteten und ihn zur Vorsicht mahnten, nicht nur keinen Glauben schenkte, sondern sie sogar zurechtwies, weil sie sich grundlos beunruhigten und jene Männer verleumdeten, da erhoben sich als Erste einige entfernt von ihm wohnende (Stämme), und zwar nach abgesprochenem Plan, damit Varus, wenn er gegen diese zöge, auf dem Marsche leichter überrumpelt werden könne, da er ja durch Freundesland zu ziehen glaubte, und damit er nicht, wie bei einem plötzlichen allgemeinen Losschlagen, besondere Sicherheitsvorkehrungen treffe. Und so geschah es; sie begleiteten ihn beim Aufbruch, blieben dann aber zurück, um, wie sie sagten, die Streitkräfte der Bundesgenossen zusammenzuziehen und ihm so schnell wie möglich zu Hilfe zu kommen, übernahmen ihre Truppen, die irgendwo bereit standen, liessen die bei ihnen jeweils stationierten und vorher angeforderten (römischen) Soldaten umbringen und zogen nun gegen ihn, als er schon in schwer passierbare Gebirgswälder geraten war.

Und kaum hatte es sich herausgestellt, dass sie Feinde statt Unterworfene waren, da richteten sie auch schon unermessliches Unheil an. Das Gebirge war nämlich reich an Schluchten und uneben, die Bäume standen dicht und überhoch gewachsen, sodass die Römer schon vor dem feindlichen überfall mit dem Fällen der Bäume, dem Bauen von Wegen und Brücken, wo es sich erforderlich machte, grosse Mühe hatten. Sie führten auch viele Wagen und Lasttiere mit sich, wie mitten im Frieden. Dazu folgten ihnen nicht wenige Kinder und Frauen sowie der übrige riesige Tross, sodass sie schon deshalb weit auseinander gezogen marschieren mussten.

Gleichzeitig brachen noch heftiger Regen und Sturm los und zersprengten sie noch mehr; der Boden, um die Wurzeln und unten um die Baumstämme herum schlüpfrig geworden, machte jeden Schritt für sie zu einer Gefahr, und abbrechende und herabstürzende Baumkronen schufen ein grosses Durcheinander. Während sich die Römer in einer derart verzweifelten Lage befanden, kreisten sie die Barbaren, die ja alle Schleichwege kannten und unvermutet selbst aus den dichtesten Wäldern hervorkamen, von allen Seiten zugleich ein. Anfangs schossen sie nur von weitem, dann aber, als sich keiner wehrte und viele verwundet wurden, begannen sie den Nahkampf. Denn da sie (d. h. die Römer) nicht irgendwie geordnet, vielmehr mitten zwischen den Wagen und dem unbewaffneten Tross marschierten, sich auch nicht so leicht zusammenschliessen konnten und so den immer wieder angreifenden Feinden jeweils an Zahl unterlegen waren, erlitten sie viele Verluste, ohne selbst dagegen irgendetwas auszurichten.

Sobald sie einen geeigneten Platz gefunden hatten, so weit dies in einem Waldgebirge überhaupt möglich war, schlugen sie dort ein Lager auf, dann verbrannten sie die Mehrzahl der Wagen und alles andere, was sie nicht unbedingt brauchten, oder liessen es zurück, brachen dann am anderen Morgen in etwas besserer Ordnung auf, sodass sie bis zu einer Lichtung kamen; doch war ihr Abzug nicht ohne blutige Verluste geblieben. Von dort brachen sie erneut auf und gerieten wieder in die Wälder, wehrten sich zwar gegen ihre Angreifer, doch brachte gerade dies ihnen die Verluste; denn wenn sich auf dem engen Raum Reiter und Fusssoldaten zusammenschlossen, um sie gemeinsam anzugreifen, kamen sie zu Fall, weil sie entweder über einander oder auch über die Baumwurzeln stolperten.

So brach der vierte Tag ihres Marsches an, als erneut ein starker Regen und ein furchtbarer Sturm sie überfielen, sodass sie weder vorwärts kommen noch fest auf der Stelle stehen, ja nicht einmal ihre Waffen gebrauchen konnten. Denn Pfeile, Wurfspiesse, sogar auch die Schilde waren, da alles völlig durchnässt war, kaum zu benutzen. Die Feinde dagegen, die grösstenteils leicht bewaffnet waren und ohne Gefahr die Möglichkeit zum Angriff und Rückzug hatten, traf das weniger. Dazu konnten sie, da ihre Zahl sich stark vergrössert hatte - denn von den übrigen, die vorher noch vorsichtig gewesen waren, eilten viele herbei, hauptsächlich um Beute zu machen -, jene, deren Zahl sich bereits verringert hatte - denn viele waren in den vorhergehenden Kämpfen gefallen -, (jetzt) leichter umzingeln und niederhauen.

Da entschlossen sich Varus und die übrigen hohen Offiziere aus Furcht, lebendig gefangen oder gar von ihren unerbittertsten Feinden umgebracht zu werden, zumal sie bereits verwundet waren, zu einer furchtbaren, aber notwendigen Tat: sie töteten sich selbst.

Als dies bekannt wurde, da gab auch jeder andere, selbst wenn er noch bei Kräften war, seinen Widerstand auf. Die einen folgten dem Beispiel ihres Feldherrn, die anderen warfen ihre Waffen weg und liessen sich von dem ersten besten töten, denn an Flucht war überhaupt nicht zu denken, selbst wenn man es noch so gern gewollt hätte. So wurde denn ohne eigene Gefahr alles niedergemetzelt, Mann und Ross, und ***

Exzerpt des Zonaras (12.Jhdt.): *** Und die Barbaren erstürmten sämtliche Kastelle ausser einem; dieses aber hielt sie so lange auf, dass sie weder den Rhein überschritten noch nach Gallien einfielen. Vielmehr konnten sie nicht einmal dieses (Kastell) in ihre Gewalt bringen, da sie sich nicht auf die Belagerung verstanden und zudem die Römer zahlreiche Bogenschützen hatten, von denen sie unter sehr starken Verlusten zurückgedrängt wurden.

Als sie dann die Nachricht erhielten, dass die Römer am Rhein Wache hielten und dass Tiberius mit einem starken Heer im Anmarsch sei, liessen die meisten vom Kastell ab; die Zurückgebliebenen entfernten sich etwas von ihm, um nicht durch plötzliche Ausfälle der Besatzung Schaden zu erleiden, und behielten die Anmarschwege scharf im Auge, in der Hoffnung, durch Lebensmittelknappheit die übergabe zu erzwingen. Die römische Besatzung aber harrte aus, solange sie genügend Proviant hatte, und hoffte auf Entsatz. Als ihnen aber niemand zu Hilfe kam und der Hunger sie quälte, warteten sie eine stürmische Nacht ab und zogen ab. Es waren wenige Soldaten, viele ohne Waffen. Und ***

Fortsetzung bei Cassius Dio: **** sie kamen auch an deren erstem und zweiten Wachtposten vorbei; als sie sich aber dem dritten näherten, wurden sie bemerkt, da die Frauen und Kinder aus Erschöpfung und Angst und wegen der Dunkelheit und Kälte andauernd die Männer zurückriefen. Und sie wären alle zugrunde gegangen oder auch in Gefangenschaft geraten, wenn sich die Barbaren nicht zu sehr mit dem Erraffen der Beute aufgehalten hätten. Denn so gewannen die Stärksten einen grossen Vorsprung, und indem die Trompeter, die bei ihnen waren, das bei schnellem Marsch übliche Signal bliesen, erweckten sie beim Feinde den Glauben, dass sie von (L. Nonius) Asprenas geschickt seien. Daher liessen diese von der Verfolgung ab, und als Asprenas von dem Vorfall hörte, kam er ihnen tatsächlich zu Hilfe. Später kamen auch einige Gefangene zurück, die von ihren Verwandten losgekauft worden waren; doch war ihnen dies nur unter der Bedingung gestattet worden, dass sie ausserhalb Italiens blieben.

L. F. FLORUS: Abriss der römischen Geschichte 2,30 (lat/dt)

[...] Sed difficilius est provincias optinere quam facere; viribus parantur, iure retinerentur. Igitur breve id gaudium. Quippe Germani victi magis quam domini erant, moresque nostros magis quam arma sub imperatore Druso suspiciebant;
postquam ille defunctus est, Vari Quintili libidinem ac superbiam haud secus quam saevitiam odisse coeperunt. Ausus ille agere conventum, et incautus edixerat, quasi violentiam barbarum lictoris virgis et praeconis voce posset inhibere. At illi, qui iam pridem robigine obsitos enses inertesque maererent equos, ut primum togas et saeviora armis iura viderunt, duce Armenio arma corripuit;

cum interim tanta erat Varo pacis fiducia, ut ne prodita quidem per Segesten unum principum coniuratione commoveretur. Itaque improvidum et nihil tale metuentem ex improviso adorti, cum ille - o securitas! - ad tribunal citaret, undique invadunt;
castra rapiuntur, tres legiones opprimuntur. Varus perditas res eodem quo Cannensem diem Paulus et fato est animo secutus. Nihil illa caede per paludes perque silvas cruentius, nihil insultatione barbarum intolerantius, praecipue tamen in causarum patronos. Aliis oculos, aliis manus amputabant, unius os sutum, recisa prius lingua, quam in manu tenens barbarus "tandem" ait, "vipera, sibilare desisti."

Ipsius quoque consulis corpus, quod militum pietas humi abdiderat, effossum. Signa et aquilas duas adhuc barbari possident, tertiam signifer, prius quam in manus hostium veniret, evulsit mersamque intra baltei sui latebras gerens in cruenta palude sic latuit. Hac clade factum, ut imperium, quod in litore Oceani non steterat, in ripa Rheni fluminis staret.

 

Doch es ist schwieriger, Provinzen zu behalten, als sie zu schaffen. Mit bewaffneter Macht erringt man sie, durch Gerechtigkeit erhält man sie sich. So war die Freude nur kurz. Denn die Germanen waren eher besiegt als gebändigt, und sie achteten unter dem Feldherrn Drusus unsere Lebensart mehr als die Militärmacht.

Nachdem dieser gestorben war, begannen sie, die Gier und den Hochmut des Quintilius Varus nicht weniger als seine Grausamkeit zu hassen. Er wagte es, einen Landtag abzuhalten, und erliess unvorsichtig Vorschriften, als könnte er der Gewalttätigkeit der Barbaren durch die Ruten des Liktors und die Stimme des Herolds Einhalt gebieten. Jene dagegen, die schon längst wegen ihrer roststumpfen Schwerter und der untätig herumstehenden Pferde murrten, griffen, sobald sie der (römischen) Togen gewahr wurden und der Gerichtsentscheidungen, die schlimmer als die Waffen wüteten, unter der Führung des Arminius zu den Waffen.

Derweil vertraute Varus dem Frieden so sehr, dass er sich nicht einmal beunruhigte, als Segestes als einziger der Fürsten die Verschwörung verriet. So griffen sie den Ahnungslosen und nichts derartiges Befürchtenden überraschend an, als jener - welche Sorglosigkeit! - Leute vor Gericht lud, und von allen Seiten brachen sie herein. Das Lager wurde ausgeraubt, drei Legionen wurden überwältigt. Varus folgte dem allgemeinen Untergang mit gleichem Schicksal und in gleichem Geist wie (L. Aemilius) Paulus am Tag (der Schlacht) von Cannae.

Nichts war blutiger als dieses Gemetzel in Sümpfen und Wäldern, nichts war unerträglicher als der Hohn der Barbaren, besonders aber gegenüber den Gerichtsherren. Den einen stachen sie die Augen aus, den anderen hieben sie die Hände ab; einem wurde der Mund zugenäht, zuvor aber die Zunge herausgeschnitten. Diese hielt ein Barbar in der Hand und sagte: "Endlich hast du Natter aufgehört zu zischen."

Selbst der Leichnam des Konsuls, den die Soldaten aus Ehrfurcht beerdigt hatten, wurde wieder ausgegraben. Feldzeichen und zwei Legionsadler besitzen die Barbaren noch heute; bevor der dritte in die Hände der Feinde geraten konnte, riss ihn der Standartenträger ab, steckte in ihn die öffnungen seines Wehrgehenks und verbarg sich so im blutigen Sumpf. Diese Niederlage bewirkte, dass die (römische) Herrschaft, die an der Küste des Ozeans nicht halt gemacht hatte, am Rheinufer ihre Grenze fand.

Res gestae Divi Augusti ("Monumentum Ancyranum") V, 9-18 (lat/dt)

Omnium prov[inciarum populi Romani], quibus finitimae fuerunt gentes, quae n[ostro infestae erant imperi]o, fines auxi. Gallias et Hispanias provincia[s penitus pacavi; et ultimus es]t Oceanus a Gadibus ad ostium Albis flu[minis domitus]. [...]

Die Grenzen aller Provinzen des römischen Volkes, habe ich ausgedehnt, da, wo feindliche Nachbarvölker waren. Die gallischen und spanischen Provinzen habe ich völlig unterworfen; und der äusserste Ozean ist von Cadiz bis zur Elbe-Mündung bezwungen. [...]

Cla[ssis Germanica Oceanum] ab ostio Rheni ad Solis orientis regionem usque ad sinum Codanum navigavit, quo neque terra neque mari quisquam Romanus ante id tempus adit. Cimbrique et Charydes et Semnones et ejusdem tractus alii Germanorum populi per legatos amicitiam meam et populi Romani petierunt.

 

OROSIUS: Historiae adversum paganos 6,21,26 (lat/dt)

Sub eodem uero tempore Quintilius Varus cum tribus legionibus a Germanis rebellantibus, mira superbia atque auaritia in subiectos agens, funditus deletus est. quam reipublicae cladem Caesar Augustus adeo grauiter tulit, ut saepe per uim doloris caput parieti conlidens clamaret Quintili Vare, redde legiones.

Zur gleichen Zeit aber wurde Quintilius VARUS , der mit ausserordentlichem Hochmut und Habsucht gegen die Unterworfenen vorging, mit drei Legionen von rebellierenden Germanen völlig vernichtet. An dieser Niederlage für den Staat trug Caesar AUGUSTUS so schwer, dass er oft wegen der Stärke des Schmerzes seinen Kopf gegen die Wand stiess und ausrief: "Quintilius Varus, gib die Legionen wieder her!"

POMPONIUS MELA: De Chorographia III, 29 (lat/dt)

Terra ipsa multis impedita fluminibus, multis montibus aspera et magna ex parte silvis ac paludibus invia. paludum Suesia, Metia et Melsyagum maximae, silvarum Hercynia, et aliquot sunt, quae nomen habent, sed illa dierum sexaginta iter occupans ...

Das Land ist unzugänglich wegen der vielen Flüsse, rau durch die hohen Gebirge, und grösstenteils weglos durch die Wälder und Sümpfe. Von den Sümpfen sind Suesia, Metia und Melsyagum die grössten. Von den Wäldern ist Hercynia der grösste; es gibt aber mehrere die so heissen, aber jener hat einen Durchmesser von 60 Tagesreisen ...

SUETON: Augustus, 23 (lat/engl)

[23] Graves ignominias cladesque duas omnino nec alibi quam in Germania accept, Lollianam et Varianam, sed Lollianam maioris infamiae quam detrimenti, Varianam paena exitiabilem, tribus legionibus cum duce legatisque et auxiliis omnibu caesis. Hac nuntiata excubias per urbem indixit, ne quis tumultus existeret, et praesidibus provinciarum propagavit imperium, ut a peritis et assuetis socii continerentur. Vovit et magnos ludos Iovi Optimo Maximo, si res p. in meliorem statum vertisset: quod factum Cimbrico Marsicoque bello erat. Adeo denique consternatum ferunt, ut per continuos menses barba capilloque summisso caput interdum foribu illideret,vociferans: Quintili Vare, legiones redde! diemque cladis quot annis maestum habuerit a lugubrem.

He suffered but two severe and ignominious defeats, those of Lollius and Varus, both of which were in Germany. Of these the former was more humiliating than serious, but the latter was almost fatal, since three legions were cut to pieces with their general, his lieutenants, and all the auxiliaries. When the news of this came, he ordered that watch be kept by night throughout the city, to prevent outbreak, and prolonged the terms of the governors of the provinces, that the allies might be held to their allegiance by experienced men with whom they were acquainted. 2 He also vowed great games to Jupiter Optimus Maximus, in case the condition of the commonwealth should improve, a thing which had been done in the Cimbric and Marsic wars. In fact, they say that he was so greatly affected that for several months in succession he cut neither his beard nor his hair, and sometimes he would dash his head against a door, crying: "Quintilius Varus, give me back my legions!" And he observed the day of the disaster each year as one of sorrow and mourning.

TACITUS: Annalen I 60 ff (lat/dt)

... haud procul Teutoburgensi saltu ...

Dann führte Germanicus sein Heer weiter bis zur äussersten Grenze der Brukterer, und das ganze Gebiet zwischen den Flüssen AMISIA [=Ems] und LUPIA [=Lippe], nicht weit entfernt von dem Teutoburger Wald, in dem, wie es hiess, die überreste des Varus und seiner Legionen unbegraben lagen, wurden verwüstet.

Caecina wurde vorausgeschickt, um die entlegenen Waldgebiete zu durchforschen und über das sumpfige Gelände und den trügerischen Moorboden Brücken und Dämme zu führen. Und nun betraten sie die Unglücksstätte, grässlich anzusehen und voll schrecklicher Erinnerungen. Das erste Lager des Varus wies an seinem weiten Umfang und der Absteckung des Hauptplatzes auf die Arbeit von drei Legionen hin. Dann erkannte man an dem halb eingestürzten Wall und dem niedrigen Graben, dass die schon zusammengeschmolzenen Reste sich dort gelagert hatten. Mitten im freien Feld lagen die bleichenden Gebeine zerstreut oder in Haufen, je nachdem die Leute geflohen waren oder Widerstand geleistet hatten. Dabei lagen Bruchstücke von Waffen und Pferdegerippe, zugleich fanden sich an Baumstämmen angenagelte Köpfe. In den benachbarten Hainen standen die Altäre der Barbaren, an denen sie die Tribunen und die Centurionen1 der ersten Rangstufe geschlachtet hatten.

Die Leute, die diese Niederlage überlebt hatten und der Schlacht oder der Gefangenschaft entronnen waren, erzählten, hier seien die Legaten gefallen, dort die Adler von den Feinden erbeutet worden; sie zeigten, wo Varus die erste Wunde erhalten, wo er mit seiner unseligen Rechten sich selbst den Todesstoss beigebracht habe; wo Arminius von der Tribüne herunter eine Ansprache gehalten habe, wie viele Galgen für die Gefangenen, was für Martergruben er habe herstellen lassen, wie er die Feldzeichen und Adler übermütig verhöhnt habe.

TACITUS: Annalen II 88 (lat/dt)

Arminius [...] dolo propinquorum cecidit: liberator haud dubie Germaniae. [...] proeliis ambiguus, bello non victus. septem et triginta annos vitae, duodecim potentiae explevit, canitur adhuc barbaras apud gentes [...]

Arminius fiel durch die Hinterlist seiner Verwandten: Unstreitig war er der Befreier Germaniens, in den einzelnen Schlachten nicht immer erfolgreich, im Kriege unbesiegt. Er wurde 37 Jahre alt, zwölf Jahre hatte er die Macht in Händen, und noch immer besingt man ihn bei den barbarischen Völkern.

TACITUS: Germania 5,1 (lat/dt)

Terra .. in universum ... aut silvis horrida aut paludibus foeda, humidior qua Gallias, ventosior, qua Noricum ac Pannoniam aspicit; satis ferax, frugiferarum arborum impatiens, pecorum fecunda, sed plerumque improcera.

Das Land ist insgesamt wegen seiner Wälder abschreckend oder wegen der Sümpfe scheusslich, feuchter als (die) Gallien (=Frankreich/Belgien), windiger als Noricum und Pannonien (=Österreich); (das Land ist) ausreichend fruchtbar, ohne Frucht tragende Bäume, üppig an Vieh, aber meistens unansehnlich.

VELLEIUS PATERCULUS: Historia Romana II, 117 ff (lat/dt)

Funestae ex Germania epistulae caesi Vari trucidatarumque legionum trium totidemque alarum et sex cohortium nuntium attulerunt.

Varus Quintilius illustri magis quam nobili ortus familia, vir ingenio mitis, moribus quietus, ut corpore, ita animo immobilior, otio magis castrorum quam bellicae assuetus militae, pecuniae vero quam non contemptor, Syria, cui praefuerat, declaravit, quam pauper divitem ingressus dives pauperem reliquit.

Is cum exercitui, qui erat in Germania, praeesset, concepit esse homines, qui nihil praeter vocem membraque haberent hominum, quique gladiis domari non poterant, posse iure mulceri.

Quo proposito mediam ingressus Germaniam velut inter viros pacis gaudentis dulcedine iurisdictionibus agendoque pro tribunali ordine trahebat aestiva.

At illi, quod nisi expertus vix credat, in summa feritate versutissimi natumque mendacio genus, simulantes fictas litium series et nunc provocantes alter alterum in iurgia, nunc agentes gratias, quod ea Romana iustitia finiret feritasque sua novitate incognitae disciplinae mitesceret et solita armis discerni iure terminarentur, in summam socordiam perduxere Quintilium, usque eo, ut se praetorem urbanum in foro ius dicere, non in mediis Germaniae finibus exercitui praeesse crederet.

Tum iuvenis genere nobilis, manu fortis, sensu celer, ultra barbarum promptus ingenio, nomine Arminius, Sigimeri principis gentis eius filius, ardorem animi vultu oculisque praeferens, assiduus militae nostrae prioris comes, iure etiam civitatis Romanae decus equestris consequens gradus, segnitia ducis in occasionem sceleris usus est, haud imprudenter speculatus neminem celerius opprimi, quam qui nihil timeret, et frequentissimum initium esse calamitatis securitatem.

Primo igitur paucos, mox pluris in societatem consili recepit; opprimi posse Romanos et dicit et persuadet, decretis facta iungit, tempus insidiarum constituit.

Id Varo per virum eius gentis fidelem clarique nominis, Segestem, indicatur; obstabant iam fata consiliis omnemque animi eius aciem praestrinxerant: quippe ita se res habet, ut plerumque, cui fortunam mutaturus est deus, consilia corrumpat efficiatque, quod miserimum est, ut quod acciderit etiam merito accidisse videatur et casus in culpam transeat.

Negat itaque se credere speciemque in se benevolentiae ex merito aestimare profitetur; nec diutius post primum indicem secundo relictus locus.

Ordinem atrocissimae calamitatis, qua nulla post Crassi in Parthis damnum in externis gentibus gravior Romanis fuit, iustis voluminibus, ut alii, ita nos conabimur exponere; nunc summa deflenda est.

Exercitus omnium fortissimus, disciplina, manu experientiaque bellorum inter Romanos milites princeps, marcore ducis, perfidia hostis, iniquitate fortunae circumventus, cum ne pugnandi quidem aut egrediendi occasio iis, in quantum voluerant, data esset immunis, castigatis etiam quibusdam gravi pöna, quia Romanis et armis et animis usi fuissent, inclusus silvis, paludibus, insidiis, ab eo hoste ad internecionem trucidatus est, quem ita semper more pecudum trucidaverat, ut vitam aut mortem eius nunc ira nunc venia temperaret.

Duci plus ad moriendum quam ad pugnandum animi fuit; quippe paterni avitique exempli successor se ipse transfixit.

At praefectis castrorum duobus quam clarum exemplum L. Eggius, tam turpe Ceionius prodidit, qui, cum longe maximam partem absumpsisset acies, auctor deditionis supplicio quam proelio mori maluit. At Vala Numonius, legatus Vari, cetera quietus ac probus, diri auctor exempli, spoliatum equite peditem relinquens fuga cum alis Rhenum petere ingressus est. Quod factum eius fortuna ulta est; non enim desertis superfuit, sed desertor occidit.

Vari corpus semiustum hostilis laceraverat feritas; caput eius abscisum latumque ad Maroboduum et ab eo missum ad Caesarem gentilicii tamen tumuli sepultura honoratum est.

Unheilvolle Briefe aus Germanien (Varus ist getötet, drei Legionen, ebenso viele Reitergeschwader und sechs Kohorten sind niedergemetzelt) brachten schlechte Kunde.

P. Quinctilius VARUS stammte aus einer eher bekannten als vornehmen Familie, ein milder Mann, ruhig im Charakter, körperlich und geistig recht schwerfällig, eher an den Lageralltag als an den Kriegsdienst gewöhnt; das reiche Syrien, das er als armer Statthalter betreten hatte, sagte, er habe es arm als reicher verlassen.

Als dieser das Heer, das in Germanien stand, kommandierte, stellte er sich vor, dass Menschen, die ausser Stimme und Aussehen sonst nichts Menschliches hatten und die mit Schwertern schon nicht gebändigt werden konnten, mit dem Gesetzbuch besänftigt werden könnten.

Mit diesem Vorsatz ging er mitten nach Germanien hinein wie unter Männer, die sich über die Süsse des Friedens freuen; indem er auf dem Statthalterstuhl Recht sprach und Ordnung schaffte, zog er das Sommerlager in die Länge.

Aber jene Leute - man kann es kaum glauben - waren bei all ihrer Wildheit äusserst verschlagen, ein Volk aus Lüge geboren; bald täuschten sie erfundene Rechtshändel vor, bald luden sie sich zu Prozessen vor, bald bedankten sie sich dafür, dass die römische Justiz dem ein Ende setze, dass ihre Unbeherrschtheit durch seine neue Disziplin nachlasse und dass das, was gewöhnlich gewaltsam entschieden worden sei, jetzt auf dem Rechtsweg beendet werde; kurzum, sie lullten Quinctilius in sträfliche Sorglosigkeit ein. Das ging so weit, dass er sich einbildete, er spräche als Stadtprätor mitten in Rom Recht und sei nicht Kommandant im tiefsten Germanien.

Es gab damals einen adligen jungen Mann, behände und aufgeweckt, entschlossen zu allem, namens ARMINIUS, der Sohn des Sigimer, des Fürsten dieses Volkes. Arminius zeigte in Miene und Augen Feuer, ein ständiger Teilnehmer an früheren Kriegszügen, zu Recht auch eine Zierde des Römischen Staates, der nach dem Reiterstand strebte. Dieser nutzte die Trägheit des Feldherrn für ein Verbrechen, indem er recht klug spekulierte, dass niemand leichter überrumpelt werden könne als der, der nichts Böses ahnt, und dass der häufigste Anfang des Unglücks die Sicherheit sei.

Zuerst weihte er nur wenige, dann mehr Männer in seine Pläne ein; er überzeugt sie davon, dass es möglich sei, die Römer zu besiegen; er vereint Beschlüsse und Taten, er bestimmt den Zeitpunkt für die Falle.

Das wird Varus von einem zuverlässigen Mann, dem berühmten Segestes, hinterbracht; aber das Schicksal verhinderte alle Beschlüsse und hatte seinen Sinn abstumpfen lassen: weil es sich ja meistens so verhält, dass das Böse die Pläne des Menschen, den der Gott vernichten will, durchkreuzt und bewirkt, dass das, was passiert, ganz recht geschieht und dass der blinde Zufall in Schuld übergeht.

Varus will das nicht glauben und behauptet, den Schein nach dem Wohlwollen beurteilen zu können; und nicht viel später verliess er die Stelle.

Die Geschichte dieser grässlichen Katastrophe, wie es keine grössere - in fernen Ländern - für die Römer gegeben hat nach der Niederlage des Crassus gegen die Parther, haben andere in dicken Büchern beschrieben; auch wir werden es versuchen; jetzt muss man trauern.

Die tapfersten aller Truppen, führend im römischen Heer in Disziplin, Kraft, Kriegserfahrung, ist eingekreist worden von der Schlaffheit des Kommandanten, der Treulosigkeit des Gegners, der Ungeeignetheit des Ortes. Nicht einmal die Chance zu kämpfen oder davonzukommen ist denen gegeben worden, wie sehr sie es auch gewollt hatten; übel sind sie bestraft worden, weil sie römische Waffen trugen und wie Römer dachten; eingeschlossen war das Heer von Wäldern, Sümpfen, von Fallen. Hingemetzelt wurde es von demjenigen Feind, den es so immer nach Art des Viehs abgestochen hatte, sodass Wut oder Gnade über Leben und Tod entschieden.

Dem Feldherrn stand der Sinn mehr nach Sterben als nach Kämpfen. Allerdings hat er sich selbst durchbohrt - wie sein Vater und sein Grossvater.

Aber von den beiden Lagerpräfekten gab der eine, L. Eggius, ein gutes Beispiel ab, der andere, Ceionius, ein schlechtes: Weil der grösste Teil des Heeres vernichtet war, wollte er als Urheber der Kapitulation lieber hingerichtet werden als im Kampf sterben. Auf der anderen Seite: Vala Numonius, ein Legat des Varus, ansonsten bedächtig und erfahren, machte sich nach dem Verlust der Reiterei und unter Zurücklassung des Fussvolks daran, mit den Alen zum Rhein zu kommen. Diese seine Tat hat das Schicksal bestraft; er hat die zurückgelassenen Männer nicht überlebt, sondern der Deserteur ist gefallen.

Den halbverbrannten Leichnam des Varus hatte der wütende Feind verstümmelt; sein Kopf war abgeschlagen und dem Marbod gebracht worden. Der schickte ihn an den Cäsar (Augustus); dennoch ist er ehrenvoll im Familiengrab beigesetzt worden.

FRONTINUS: Strategemata 1,3,10 (lat/dt)

... more suo ... e saltibus et obscuris latebris ...

Als die Germanen nach ihrer Sitte aus Wäldern und dunklen Verstecken die Unsrigen immer wieder überfielen und einen sicheren Rückzug in die Tiefen der Wälder antraten, ...

STRABO: Geographia 7,1

7.1.2 Now the parts beyond the Rhenus, immediately after the country of the Celti, slope towards the east and are occupied by the Germans, who, though they vary slightly from the Celtic stock in that they are wilder, taller, and have yellower hair, are in all other respects similar, for in build, habits, and modes of life they are such as I have said1 the Celti are. And I also think that it was for this reason that the Romans assigned to them the name "Germani," as though they wished to indicate thereby that they were "genuine" Galatae, for in the language of the Romans "germani" means "genuine." So also Julius Caesar, Tacitus, Pliny and the ancient writers in general regarded the Germans as Celts (Gauls). Dr. Richard Braungart has recently published a large work in two volumes in which he ably defends his thesis that the Boii, Vindelici, Rhaeti, Norici, Taurisci, and other tribes, as shown by their agricultural implements and contrivances, were originally, not Celts, but Germans, and, in all probability, the ancestors of all Germans (Sudgermanen, Heidelberg, 1914).

7.1.3  The first parts of this country are those that are next to the Rhenus, beginning at its source and extending a far as its outlet; and this stretch of river-land taken as a whole is approximately the breadth of the country on its western side. Some of the tribes of this river-land were transferred by the Romans to Celtica, whereas the others anticipated the Romans by migrating deep into the country, for instance, the Marsi; and only a few people, including a part of the Sugambrii, are left. After the people who live along the river come the other tribes that live between the Rhenus and the River Albis [=Elbe], and traverses no less territory than the former. Between the two are other navigable rivers also (among them the Amasias [=Ems], on which Drusus won a naval victory over the Bructeri), which likewise flow from the south towards the north and the ocean; for the country is elevated towards the south and forms a mountain chainii that connects with the Alps and extends towards the east as though it were a part of the Alps; and in truth some declare that they actually are a part of the Alps, both because of their aforesaid position and of the fact that they produce the same timber; however, the country in this region does not rise to a sufficient height for that. Here, too, is the Hercynian Forestiii, and also the tribes of the Suevi, some of which dwell inside the forest, as, for instance, the tribes of the Colduiiv, in whose territory is Boihaemumv, the domain of Marabodus, the place whither he caused to migrate, not only several other peoples, but in particular the Marcomanni, his fellow-tribesmen; for after his return from Rome this man, who before had been only a private citizen, was placed in charge of the affairs of state, for, as a youth he had been at Rome and had enjoyed the favor of Augustus, and on his return he took the rulership and acquired, in addition to the peoples aforementioned, the Lugii (a large tribe), the Zumi, the Butones, the Mugilones, the Sibinivi, and also the Semnones, a large tribe of the Suevi themselves. However, while some of the tribes of the Suevi dwell inside the forest, as I was saying, others dwell outside of it, and have a common boundary with the Getaevii. Now as for the tribe of the Sueviviii, it is the largest, for it extends from the Rhenus to the Albis; and a part of them even dwell on the far side of the Albis, as, for instance, the Hermondori and the Langobardi; and at the present time these latter, at least, have, to the last man, been driven in flight out of their country into the land on the far side of the river. It is a common characteristic of all the peoples in this part of the worldix that they migrate with ease, because of the meagerness of their livelihood and because they do not till the soil or even store up food, but live in small huts that are merely temporary structures; and they live for the most part off their flocks, as the Nomads do, so that, in imitation of the Nomads, they load their household belongings on their wagons and with their beasts turn whithersoever they think best. But other German tribes are still more indigent. I mean the Cherusci, the Chatti, the Gamabrivii and the Chattuarii, and also, near the ocean, the Sugambri, the Chaubi, the Bructeri, and the Cimbri, and also the Cauci, the Caülci, the Campsiani, and several others. Both the Visurgis [=Weser] and the Lupias [=Lippe] Rivers run in the same direction as the Amasias, the Lupias being about six hundred stadia distant from the Rhenus and flowing through the country of the Lesser Bructerix. Germany has also the Salas River [=Sasle]; and it was between the Salas and the Rhenus that Drusus Germanicus, while he was successfully carrying on the war, came to his endxi. He had subjugated, not only most of the tribes, but also the islands along the coast, among which is Burchanisxii, which he took by siege.
7.1.4 These tribes have become known through their wars with the Romans, in which they would either yield and then later revolt again, or else quit their settlements; and they would have been better known if Augustus had allowed his generals to cross the Albis in pursuit of those who emigrated thither. But as a matter of fact he supposed that he could conduct the war in hand more successfully if he should hold off from those outside the Albis, who were living in peace, and should not incite them to make common cause with the others in their enmity against him. It was the Sugambri, who live near the Rhenus, that began the war, Melo being their leader; and from that time on different peoples at different times would cause a breach, first growing powerful and then being put down, and then revolting again, betraying both the hostages they had given and their pledges of good faith. In dealing with these peoples distrust has been a great advantage, whereas those who have been trusted have done the greatest harm, as, for instance, the Cherusci and their subjects, in whose country three Roman legions, with their general Quintilius Varus, were destroyed by ambush in violation of the treaty. But they all paid the penalty, and afforded the younger Germanicus a most brilliant triumphxiii--that triumph in which their most famous men and women were led captive, I mean Segimuntus, son of Segestes and chieftain of the Cherusci,and his sister Thusnelda, the wife of Armenius, the man who at the time of the violation of the treaty against Quintilius Varus was commander-in-chief of the Cheruscan army and even to this day is keeping up the war, and Thusnelda's three-year-old son Thumelicus; and also Sesithacus, the son of Segimerus and chieftain of the Cherusci, and Rhamis, his wife, and a daughter of Ucromirus chieftain of the Chatti, and Deudorixxiv, a Sugambrian, the son of Baetorix the brother of Melo. But Segestes, the father-in-law of Armenius, who even from the outset had opposedxv the purpose of Armenius, and, taking advantage of an opportune time, had deserted him, was present as a guest of honor at the triumph over his loved ones. And Libes too, a priest of the Chatti, marched in the procession, as also other captives from the plundered tribes--the Caülci, Campsani, Bructeri, Usipi, Cherusci, Chatti, Chattuarii, Landi, Tubattii. Now the Rhenus is about three thousand stadia distant from the Albis, if one had straight roads to travel on, but as it is one must go by a circuitous route, which winds through a marshy country and forests.
7.1.5 The Hercynian Forest is not only rather dense, but also has large trees, and comprises a large circuit within regions that are fortified by nature; in the center of it, however, lies a country (of which I have already spoken) that is capable of affording an excellent livelihood. And near it are the sources of both the Ister and the Rhenus, as also the lake [of Constance] between the two sources, and the marshes [of the Untersee] into which the Rhenus spreads. The perimeter of the lake is more than three hundred stadia, while the passage across it is nearly two hundredxvi. There is also an island in it which Tiberius used as a base of operations in his naval battle with the Vindelici. This lake is south of the sources of the Ister, as is also the Hercynian Forest, so that necessarily, in going from Celtica to the Hercynian Forest, one first crosses the lake and then the Ister, and from there on advances through more passable regions--plateaus--to the forest. Tiberius had proceeded only a day's journey from the lake when he saw the sources of the Ister. The country of the Rhaeti adjoins the lake for only a short distance, whereas that of the Helvetii and the Vindelici, and also the desert of the Boii, adjoin the greater part of it. All the peoples as far as the Pannonii, but more especially the Helvetii and the Vindelici, inhabit plateaus. But the countries of the Rhaeti and the Norici extend as far as the passes over the Alps and verge toward Italy, a part thereof bordering on the country of the Insubri and a part on that of the Carni and the legions about Aquileia. And there is also another large forest, Gabreta [of Bohemia]; it is on this side of the territory of the Suevi, whereas the Hercynian Forest, which is also held by them, is on the far side.

 

i„e.g., the Ubii (see 4. 3. 4).“

ii„The chain of mountains that extends from northern Switzerland to Mt. Krapak.“

iii„Now called the "Black Forest," although the ancient term, according to Elton (Origins, p. 51, quoted by Tozer), embraced also "the forests of the Hartz, and the woods of Westphalia and Nassau."

iv„Müller-Dübner and Forbiger, perhaps rightly, emend "Coldui" to "Coadui." But as Tozer (p. 187) says, the information Strabo here gives about Germany "is very imperfect, and hardly extends at all beyond the Elbe."

v„Hence the modern "Bohemia," "the home of the Boii."

vi„Scholars have suggested different emendations for "Zumi," "Butones," "Mugilones," and "Sibini," since all these seem to be corrupt (see C. Müller, Ind. Var. Lect., p 981). For "Butones" it is fairly certain that Strabo wrote "Gutones" (the Goths).

vii„The "Getae," also called "Daci," dwelt in what are now Rumania and souther Hungary.“

viii„Strabo now uses "tribe" in its broadest sense.“

ix„Including the Galatae (see 4. 4. 2).“

x„The Lesser Bructeri appear to have lived south of the Frisii and west of the Ems, while the Greater Bructeri lived east of it and south of the Western Chauci (cp. Ptolemaeus 2.11.6-7).“

xi„In his thirtieth year (9 A.D.) his horse fell on him and broke his leg (Livy Ep. 140).“

xii„Now Borkum. The Romans nicknamed it "Fabaria" ("Bean Island") because of the wild beans that grew there (Pliny 4.27).“

xiii„May 26, 17 A.D. (Tacitus, Annals 2.41). »

xiv„The same name as "Theordoric."

xv„So Tac. Ann. 1.55; see also 1. 58, 71.“

xvi„These figures, as they stand in the manuscripts, are, of course, relatively impossible, and Strabo could hardly have made such a glaring error. Meineke and others emend 300 to 500, leaving the 200 as it is; but on textual grounds, at least, 600 is far more probable. "Passage across" (in Strabo) means the usual boat-passage, but the terminal points of this passage are now unknown. According to W.A.B. Coolidge (Encyclopedia Brittanica, s.v. "Lake of Constance") the length of the lake is now 46 1/2 miles (from Bregenz to Stein-am-Rhein), while its greatest width is 10 1/2 miles. »