Gilgi - Eine von uns

Das 1931 erstveröffentlichte Buch von Irmgard Keun "Gilgi - Eine von uns" handelt von der 20 Jahre alten Gisela, genannt Gilgi. Sie arbeitet als Stenotypistin bei einer Strumpfwaren- und Trikotagen- Firma in Köln, lebt aber noch bei ihren konservativen und streng bürgerlichen Eltern. Ihr Leben hat sie sich durch ein streng geregeltes System nach ihren Vorstellungen eingerichtet; sie hat sich ein kleines Mansardenzimmer gemietet, dass fast niemand kennt und in dem sie sich nach ihrer Arbeit zurückzieht, um Sprachen zu lernen und ihr Wissen zu erweitern. Ausserdem belegt sie mehrere Sprachkurse, um sich zu gut wie möglich fortzubilden und nicht so schnell von Arbeitslosigkeit betroffen zu werden. Sie lässt sich weder von den Annäherungsversuchen ihres Chefs noch von dem Geständnis ihrer "Eltern", dass sie nicht deren leibliches Kind ist, erschüttern. Erst ihre Liebe zu Martin, einem arbeits- und fast mittellosen Schriftsteller, führt dazu, dass ihr Leben aus seinen festgelegten Formen gleitet. Als sie dann auch noch ihren Job verliert, lebt sie zusammen mit Martin in den Tag hinein; die Tatsache, dass sie dieses Leben nicht glücklich machen kann, zunächst missachtend. Erst als sie das wahre Elend an einem früheren Freund und dessen Familie hautnah miterlebt und zu allem Überfluss auch noch schwanger wird, beginnt sie über ihr Leben nachzudenken und trifft eine wichtige Entscheidung. Sie verlässt Martin ohne dessen Wissen, weil sie ihn zu sehr liebt, um ihn durch die Tatsache, für das Kind und sie Geld verdienen zu müssen, unglücklich zu machen und zu verändern. Sie fährt nach Berlin um, dort ihr Kind zu bekommen und erst zu Martin zurückzukehren, wenn sie ihr Leben wieder selber im Griff hat und für sich und das Kind sorgen zu können, ohne die Gewissheit, Martin jemals wiederzusehen.