Das kunstseidene Mädchen - ein Entwicklungsroman

Dass der Roman "Das kunstseidene Mädchen" ein Entwicklungsroman ist, zeigt sich schon zu Beginn des Buches. Doris stellt fest, dass sie andere Ziele hat und mehr vom Leben erwartet als ihre Kolleginnen aus dem Rechtsanwaltsbüro. Sie möchte "ein Glanz" werden. Es ist ihr Traum, Schauspielerin zu werden. Deshalb kündigt sie auch direkt, als sie Probleme mit ihrem Chef bekommt, und nutzt die Gelegenheit für einen Neuanfang beim Theater, wodurch sich auch ihr Lebenswandel ändert. Nachdem sie von ihrem Lebenspartner Hubert verlassen worden ist, sucht sie in einigen Affären Abwechslung.

Nicht ganz freiwillig flieht sie nach Berlin,  wo sie sich sozialen Aufstieg und eine Karriere erhofft. Sie verfällt jedoch wieder in ihren alten Fehler, den Versuch, ihren Aufstieg durch Männerbekanntschaften zu erreichen, statt  dies aus eigener Kraft zu versuchen.

Der einzige Versuch auf eigenen Beinen zu stehen, ist ein Job als Kindermädchen, den sie jedoch schnell wieder verliert. Einen sozialen und finanziellen Aufstieg stellt für sie die Bekanntschaft mit einem reichen, verheirateten Mann dar, bei dem sie eine Weile wohnt. Da dieser jedoch bald von der Polizei verhaftet wird, ist ihr "sozialer Aufstieg" nur von kurzer Dauer.

Eine neue Entwicklungsphase beginnt mit ihrem Einzug bei Ernst. Dieser bringt sie durch sein für sie merkwürdiges Verhalten zum Nachdenken. Ernst ist nämlich nicht wie die anderen Männer nur an einer kurzen Affäre interessiert, sondern sucht jemanden, der ihm aus seiner Einsamkeit heraushilft. Bei Ernst kommt Doris zu dem Entschluss, dass es nicht alles ist, ein Glanz sein zu wollen.

Als Doris merkt, dass eine Beziehung mit Ernst sinnlos ist, da dieser noch immer seine Ex-Frau liebt, beschliesst sie, zu einem Freund zu ziehen und dessen Haushalt zu erledigen.

Am Ende des Buches ist klar, dass sie erkannt hat, dass man auch glücklich sein kann, ohne ein Glanz zu werden. Mit dem Ende des Buches beginnt ein neuer Lebensabschnitt für sie.