Jüdische Freunde von Irmgard Keun

Irmgard Keun war mit Arnold Strauss verlobt. Er war Jude und musste Deutschland aus rassischen Gründen 1934 verlassen. Sie war also Schrifstellerin, verheiratet und hatte einen jüdischen geliebten. Aus diesen Gründen hatte sie einen Ruf zu verlieren. Damit ihre Bücher gedruckt und verkauft wurden, durften deshalb nur wenige von ihrer beziehung zu Arnold wissen.

Arnold war jedoch nicht der einzige Jude, mit dem Irmgard Keun während der Zeit des Nationalsozialismus verkehrte. 1936 berichtet sie Arnold von einem jüdischen Verehrer, mit dem sie eine zeitlang am Abend ausgegeangen ist. Auch ist in einer biographie über sie von einem grösstenteils jüdischem Freundeskreis die Rede.

Während ihrer zeit im Exil war sie mit vielen, in Deutschland verbotenen, Schriftstellern befreundet. Besonders zu erwähnen ist hier ihre anderthalb jährige Beziehung zu Joseph Roth.

Der Umgang mit Personen jüdischer Abstammung und verbotenen Schriftstellern wird wohl ihre Einstellung zum Nazi-Regime in Deutschland beeinflusst haben. In vielen ihrer Bücher spiegeln sich ihre politische Meinung wieder. Dies ist auch der Grund, warum über sie ein Schreibverbot verhängt wurde und sie nie in die Reichsschrifttumskammer aufgenommen wurde.