Zeitzeugen berichten:

Irmgard Keuns Tochter und Klaus Antes


Martina Keun-Geburtig: Ich wusste natürlich schon früh, dass meine Mutter Schriftstellerin war (S.66 ff)

Sie hätte damals [Anfang der 50er Jahre] jemanden gebraucht, der gesagt hätte: "Du hör mal, ich nehm das für dich in die Hand." (S.69)

Vielleicht hat sie sich später [nach 1972] die Frage gestellt, warum sie aufhören soll mit dem Trinken, welchen Sinn das haben soll. Sie wollte wahrscheinlich nicht merh damit aufhören. über ihre tiefsten Gefühle hat sie mit keinem gesprochen, nicht mal mit mir. (S.71)

Im Grunde genommen wusste sie, dass der Zug abgefahren war, was das Schreiben betraf. Nach Ferdinand, der Mann mit dem freundlichen Herzen hat sie nur noch kleinere Geschichten geschrieben. (S.71)

Sie hat mal gesagt, dass ihre schönsten Jahre durch den Krieg und die Nachkriegszeit verloren waren. (S.72)

Sie war doch sehr heimatverbunden ... hatte eine starke Bindung an die Eltern (S.73).


Klaus Antes: Ein Leben im Grandhotel Abgrund (S.15 ff)

 

Ihr Witz kam direkt, war extratrocken, umwerfend. ... Die Keun hat sich selbst kaum akzeptiert ...

(S.15 f)


Auszüge aus: Heike Beutel/Anna Barbara Hagin (Hrg.): Irmgard Keun. Zeitzeugen, Bilder und Dokumente erzählen, Köln (Emons) 1995