1516 Pfefferkorn: Streitbüchlein1

Streydt puechlyn | vor dy warheit und eyner warhafftiger historie Joannis Pfefferkorn Vechtende wyd den falschen Broder Doctor Joannis Reuchlyn und syne jungern „Obscurorum virorum“2. Die Formals verstolen wyd mich und noch vil mer wyd die heylig kyrch und wyd vill erber menner auß gegossen haben. eyn uncristenlich ketzerlich unwarhafftig schentlich smach schryfft.|

 

[Bild: der doppelzüngige Reuchlin3]

Rechtfertigkeyt sund barmhertzigkeit vur das alle mynst wort in diesem puechlyn vur Got und der welt zu approbyren und zu beweysen und will dargegen meyn leyb und leben zu underpfandt gesetzt haben den strengen doit darumb zu leyden.

[gedruckt in Köln 1516 von Heinrich von Neuss]

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Protestatio.

Wie wol abermals die falschen broeder „Obscurorum virorum“ Joannes Reuechlin4 jn negst verschinener herbstmeß Franckfort uber eyner lasterschryfft mich haben gemelt und aueß gedruckt in gesteltenys eynes Judes, Des sy heuet nach zue ewigen taghen das mynst wort mit der wairheit nummerme beweysen mogen. Noch des dorffen offenbairlich bekannt syn. Dan soe vyl das sy wandeln und handeln als die waldtmorder verstolen unverhuyts erbern menschen yr glympf unnd eer abschneyden. Wie dem allen Noch dannich so will ich das püechlyn ynen zue smaich ader wrach yres unrechten an meyner person nyt gemacht noch gethan haben, sonder alleyn zue gemeynem nuetz der heilger kyrchen zue kunfftigen schaden zue verhueden und zue retthung meyner eren dar zue Sy mich reytzen unnd ursach geben die klair warheit an den tag zue brengen wie das als der ordenung her nach folgt.

Vorwort.

Der konig Salomon lert uns in seynen puech ecclesiasti[cus] und spricht: „Es ist zeit zue sweygen und ist zeyt zue reden, und ist zeyt fryd zue haben, und ist zeit zue streyten.“5 Want nuen eynem ydem, der do streit vur die glorie des Almechtigen und vur seynen heyligen glaueben, van welchem die Patriarchen, Moyses und alle propheten geredt und geweissagt haben, van Christo jhesu, der wairhafftig Messias, war Gott und mensch, genuegsamlich befestiget und approbyrt ist worden und ausserhalb des glauebens neymants die ewighe seligheit uberkomen mach. Des glaueb ich

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in der ewigkeit. Demnach und darumb so will myr ouch ytzueunt nyt lenger zue sweygen gebornn, sonder es yst gantz zeit und van noden zue reden und zue streyten in meynen letzten taghen entghegen den wyderspendighen Doctor Reuechlyn, der da belegt und umpfangen ist mit dem Bolwerck des Tueffels, Ein Muentzmeister der boßheit und eyn dichter der lugen, eyn lesterer der heylger kyrchen, ein  felscher der heilger geschrifft, eyn doitsleger der selen, eyn beteyger und verfurer der werlt, Ein advocat und patron der unglauebhafftigen trewlosen jueden, die da altzeyt in der arbeit syn den namen Jesu und seynen heilgen glaueben zue verspotten und under die voyß zue stoissen Und so nuen das jne in yrer macht zue thon nyt moeglich ist. So haben sy den unseligen doctor Reuechlin zue smach der gantzer cristenheit und wyder mich zue gerust und uffgeweckt als hyrna bewysen wyrt.

Wie woll er myr das alles verkert unnd das blat umb wendt wie eyn grymiger Tyran und eyner, der unnutze eer suechet wyder syn eygen conscientie oder seligkeit, hait er in synem aueßschreiben eyn schall vyn ym gegeben, er hab nyt gefrevelt nach myßthan; dan alleyn das er nyt uff alle puecher der jueden zue verprennen geraden hab, So wurt ym van myr solch unglympff zue gemessen. O, der listig doctor! es ist nyt die ursach nach die anclag; der puecher halben het ym kein mensch ubell geredt, es synt andere noppen und unreyne stuck, die er gethan hat. So sweigt er stil in seyner „defension“ und lat die hyn schleichen wie ein huener diepp. Aber wo es die sach nyt berort und unverfencklich yst, das macht er weitleueffich und tzeucht es hoh an als zue eyner gegenwer; das seyn boßheit und begangen myßdait nyt salber vur komen gesehen nach ghemerckt werden. Also [A ij]

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das maenich erber cristen mensch auß seyner unwarhafftiger anclag und lugenhafftich „Defension“ meynen und achten man wol in sonder rechtmessige ursach an tugg werffen, das doch gar nyt ist und nummermer erfunden sall werden. Dan wer Doctor Reuchlyn der jueden muessig gangen und het die heilig kyrchen und frum erber leut unverletzt gelassen und wer in seiner kunst geblyben als andere Doctores der rechten, So solt yn kain mensch mit worten nach mit wercken entgegen syn gewest. Aber das hat er nyt gethan, sonder mit unbillichen gunst aller christlicher erbarheit verlaissen, hat er sich mettwillichlichen zue den falschen juden gekert.

Dem ist also: in cristlichen wercken, geschefften des Romischen kaysers hab ich in uff eyn zeit wyder die falschen juden ersuchgt seynes Rats zue leben angetroffen unnd gebeten und alle meyn hall und heymlichkeyt uff seyn begerde vurgedragen und in beychts weiß zue behalten ghegeben. des hatt er myr eyn zue sagung und unterrichtung seyner hantschrifft gegeben ein getreuwer advocat und guet gonder zue seyn. Und uber seynen zu gesagten glauben, so hat er mich zu rugg schalckhafftiger verraden dan judas unsern lieben herre got. Darumb so mach ich mit der warheit wal van jm schreiben und kann es auch dapfferlich beweysen Und sag also: Erger, verlogener, ungetrewer christen mensch hab ich nye erkant unnd seyns gleichen sall noch geboren werden; dan er hat mer laster, hansprach, ergerneß, yrtumps, falsch ketzerey, ertzlugen und gemeyne lugen in seynen verflugten „Ougenspygell“ und „Defension“ geschryben dan tagh in dem jair syn. Wie das alles Vunff loblicher hohe Schuele bezeugen, Und wes er selbs mit guten eren nyt zu wegen hait mogen stellen,

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das hat er doch durch seyn junger „Obscurorum virorum“ gedicht[et] und auß gegossen. Das aber die unuberwynlich warheit clarer dan die son an den tagh komen mach und das sich Fursten und heren alle und ein yder vur falschen cristen und ungetrewen Advocaten und Rethen wyssen zu hueten spiegelnn und eyn exempell dar auß nehmen So han ich gedachter Pfefferkorn den gantzen handel der myr woll kundich ist den anfanck, das myttel bys zu dieser zeit von artikelen zu artikelen nach der schnuyr ordentlich beschryben. Dem ich eynen namen gegeben han: „Defensionn Joannis Pfefferkorn“, kurtz vur diesem puechlyn in dem Teuetzen und latyn außgangen beweglich zu lesen. Welcher aber das selbig puechlyn gelesen het oder noch lesen wurt und nyt genugsamlichen undericht wer worden, Den selbigen hab ich dyß kleyn puechlyn beschreiben; do vynt man mit kurtzen worten eyn underrichtung, das es eyn yder wol verstain mach; und zu eyner weyter verclerung so han ich dyß puechlyn underscheydlich in vier theyl gesetzt und beschryben:

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[Zum Ersten:]

In dem jair unsers heren, Do man zalt M. d. ix. Des xx. tags des Monats Augusti [=20.08.1509] van den aller durchluechtigsten Großmechtigsten Fursten und heren Maximilian Romischer Key[ser] etc. Unser aller gnedigster herr Hat lassen aueßghan ein loblich cristlich gebot in dem gantzen Romischen reich wyder etlyche falsche laster puecher der jueden - der Thalmott - So sye gegen der heilgen kyrchen und wyder das alt testament gedicht und uffgericht haben. Welcher mandat laudet von wort zue wort also:

[Mandat Kaiser Maximilians vom 19.08.1509]

 […]

Wie woll ich mit diesem kayserlich mandat, Als eynem dem die sachg bevolen ist ghewest, vor das erst gehen Franckfort thet fugen und wie wol ich den juden die falsche puecher het mogen nehmen, Abthon und undertrucken inhalt kay[serlichen] mandats. Want ich aber in dem gemelten mandat alleyn benant was, soe wolt es

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myr auch nyt gezymmen, ynen die puecher zu undertrucken umb des willen, das sich die judischeit nyt het mogen entschuldigen und beclagen: Ich het in die puecher auß haß und auß neyt und auß unwyssenheit ungeburlich genomen und darzu vom uffsproch und nachredt der christen, die hetten moegen sagen: Sulcher swerer handel gehort vyller der gelerten auß zu richten und wes vil menschen zu thon geburt das sal ayner allayn nit auß richten. Umb solher ursachen halben soe han ich den Layst uff mich allain niet wollen legen; aber das hab ich gethan Mit zu gethanner hant der herren von Franckfort eyn mercklych zall der selben falschen puecher auß der Synagoge ghenomen unnd eynes erberen rat der stat Franckfort in verwarung bis uf weiter bescheit hinderlegt. Auch darzu die andern pueecher, so noch by den juden zu vermoeden der heilgen kyrchen lesterlich weren die nyt zue vereussern verbotten. Das sich aber der handel so begeben hait und das ich nyt ungeburlich wyder die juden haben wollen handlen, so zeich ich hie an brieff und Siegel der stat Franckfort, laudente von wort zue wort also:

Wyr, der Ratt zue Franckenfurt, Bekennen offentlich unnd thün kunt allermeniglich mit diesem brieffe: Nachdem von weghen des allerdurchleuchtigsten Großmechtigsten Fursten und herren, hern Maximilian Romyschen Kaysers unsers aller gnedigsten herren un seyner kay. Ma. offen mandat - die gemeynen judischeit allenthalben ym reich betreffen darzue eyn missyve von derselben k.M. - ußgangen uff uns sagende durch den Erbarn Johannes Pfefferkorn von Collen uff Dornstag Sant Matheus des heyligen apostoeln obent nehst vergangen [B]

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uberantwort worden, Das wyr mit gepurlichen wyrden entpfangen dem als die gehorsamen volge gethan und etliche puechere demselben Pfefferkorn angetzeiget hyder uns genomen, auch den juden alle ander puechere sye hynder ynen haben der Pfefferkorn sagen will untoglich seyn solen nit zu vereussern verbotten.

des zue urkunde han wyr der benanten unser Stede Ingesygel uff diesen brieff thuen trucken. Am Donnerstag nach Michaelis [=29.09.] Anno domini Milesimo quingentesimo Nono [=04.10.1509].

O yr andechtigen christen, merckt an e dan ich weyter ghan meyn gruntliche ubung, die ich alhie nit sonder ursach will angezeygt han und eben darumb zue beweisen, das Doctor Reuechlin in dem anfang dieser sachen van kay. Ma. nyt worden beroeffen weder mit worten noch mit wercken, kein gewalt noch macht zue thon gehabt, Wie er mich aber mit argelisten worten an geredt und dar bey gebracht, das ich jn in den handel gestossen han und wie er mich in guten glauben so uncristenlich verraten hat, das sol ytzuent clerlich bewysen werden also:

Nachdem ich die judischen falschen puecher der stat franckfort – wie oben angezeygt – hinderleget het und alleyn weytter nit handeln wolt, do wurt myr van etlichen der weyssen und in sunderheit von dem Mentzischen Ertzbuschoff her Uriel loblicher gedechtnis geraden, Ich solt mich wyder an dem Romischen hoff thun fugen, solicityrnn das kay. M. wol der hochgelerten so wol in der hebreischen zungen als in den latyn zue myr in dem mandat versetzen unnd uberschreyben lassen. Als dan so het der handell eyn dapfer ansehens, das keyn mensch sagen mocht, man het mit den jueden anders dan loblich gehandelt.

Darauff gab ich seyner furstlicher gnad zue antwort, Ich wust nyt mer

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dan tzwen menner in dem Roemischen Reich, die welche der Hebreyscher sproch – als man sagt – verstendich und gelert wernn. Der eyn hiesch Victor von Karben, priester yn Coellen, den kant ich woll. Der ander hiesch Doctor Reuechlyn von Stockgarthen [=Stuttgart], den kent ich nit. Do wurt myr wyder von dem Buschoff vur gehalten: Nach dem mal das ich doch zue dem kay. durch Swoben landt reysen wolt, so wer es myr eyn kurtzer wegh in die stat Stockgarthen, do der selbig Reuchlyn wonende ist; dem moecht ich zue sprechen und hornn, wes er zue dem handel sagen oder rathen wurt.

Nuen solhe unterrichtung des buschoffs und andern der gelerten hab ich nit veracht. Und do ich mich uff den wechg zue dem kayser thet rusten, Des hetten die jueden meyner war genomen und mochten vur mir eylende zwen juden den handel zu verhyndern an dem Romischen hoff abgefertiget haben, als ich das bewysen mach; und ob aber die selbigen juden in abreden by Johan Reuchlyn vur myr seyn ghewest, das kann ich nyt sagen.

Dan so vil: do ich mich zue Reuchlyn fuegt, doe entpfing er mich soe fruntlichen Als ob ich seyn leyblicher broder wer ghewest. Und zue hant begert er van myr zue wyssen, was meyn begher wer.

Doe vertzalt6 ich ym den handell nach der leng unnd zeygt ym dar neben an das kayserlich Mandat vor gemelt und uff endeckt ym all meyn heimlichkeit und hol nichts auß gelassen wyder die juden loblichen zue handeln und ich begert dar uff von ym seynen weysen cristenlichen ratt, wie ich mich in dieser sachen gruntlichen halten solt. Do gab er antwort, er wolt myr gernn nach dem besten raten, Aber er kont myr nyt helffen, er hedt dan von kay. Ma. bevelh, in diesen sachen zue handeln. [B ij]

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Darumb soe koent er myr nyt helffen - es wer dan, das ich an dem Roemischen hoff sollicityrt, das ym kay. Ma. den gewalt und macht geben wolt und zue den handel erfordert als wol als mich. Als dan so mocht er mir mit guten eren den handel zum volfuren verhelffen. Des gab er myr eyn ufftzeychnes seyner hantschrifft, we ich die sachg glympflich an den Roemischen hoff angheben und sollycitiren solt.

Also uff seyn unterrichtung und vleyssiglich begerde byn ich von ym Als von meynen Advocaten in groisser fruntschafft – als ich meynt – abgescheyden unnd mit grosser kostung in Italien zugh uff die fart, alleyn tzo der eer goz, verlassen weyb und kynd myr angesehen sorge, angst, bewegnes meynes leybs, so myr van den falschen juden zügemessen moegt seyn worden. Also han ich den kayser zu Rofrent [=Rovereto] in Italia erlangt, doe fant ich aldoe die tzwen juden oben angezeygt wyder mich in der ubung waren. Und aber als k.Ma. meyner war genomen hett, ließ mich syn Ma. berueffen zue fragen, wes ich in diesem handell gewurckt het. doe verzalt ich seyner Maiest. Eyns mitt dem andernn - wie oben van dem allen gereth ist. Und sunderlich so begert ich, das seyn Maiestat wolt verordneren zue myr etliche der gelerten und weyssen und nemlichen Doctor Reuechlyn, zue dem ich allen meynen zuflugt stelt und uff meyn vleyslich ubung die myr kayserliche Ma. in keynerley wijß versagen noch abslagen wolt. So ließ yr Ma. berueffen die zwen wol geachten und weyß gelerten herren mit namen Maister Hans Reynhart und her Gabriel vogt, die noch in fryscher gesuntheit leben, yr. Ma. heymlicher kemmerer secretarius – frum erbere7 cristen menner – und yr maiestat hylt ynen ernstlich vur, das sy ein Coppey eynes

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anderen Mandats mit trefflichen dapperen menneren der gelerten vur das erst dem Mentzischen Ertzbuschoff zue eynem Commissario unnd darzue Außerlichen hohen schuelen nemlich Collen, Mentz, Ertffort und Heydelberg uff meyn underrichtung nach der allerbesten form stellen sollten. als dan so wolt yr Ma. die Coppey des Mandats selbst corrigiren und abfertigen, und des ist also geschehen. und darzue mit grosser arbayt und vor gebeth hab ich den selbigen Doctor Reuechlyn zu dem Buschoff und hohen schulen erlichen in dem kayserlichen Mandat setzen laissen. Wie es dan Reuchlyn selbst bekent yn seinem „Ougenspygel“ in dem xxxv. blat uff der andern seyten. Doe schreibt er: „Hett mich Pfefferkorn nyt selbst angheben an dem kayserlichen und Mentzischen hoff als der Hebreyschen sprach gelert, wie er myr in meynem hauß selbst gesagt hat gethan hab, So het weder kayser nach Churfurst van meyner hebreyscher konst gewijst.“

O yr frumen cristen! Hie bezeuegt syn eygen mont, das ich in alleyn hab in den handel und Mandat gebracht, in welchem Mandat er vor nyt gewest ist. Wie ich aber mit dem tzweyten Mandat und der juden pueecher wyter gefaren byn und so cristenlichen gehandelt hab mit rat und zügedanter macht des Ertzbuschoffs van Mentz als kay. Ma. verordent Commissarius, das vynt man alles in meynen ersten puechlyn „Defensionis“, ist nyt noit, das alhier zue verzelen, Dan so vil, das kurtz darnach kay. Ma. den dritten mandat und Commissio zue eyner gruntlicher unterrichtunge ließ außghan, von wort zu wort Laudent also:

[Mandat Kaiser Maximilians vom 06.07.1510]

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[…]

Als nu der Ertzbuschoff den Hohen Schulen und den andern in dem vurß Mandat gemelt zue wyssen thet und uß bevelh des kay. erfordert yren Rat und gut beduncken seyner F[uerstlichen] G[naden] schrifftlich zue underrichten. und wie wol die Hohen Schulen eynen der andern syn nach meynung keynes wyssens hetten, dennoch durch eyngebung des heiligen geistes haben sy gemeinlichen mit yren Ratslegen gleich formich zue hauff getroffen – uß verscheiden doctor Reuchlyn – also ob sy in einer Ratzkamer by ein gewest weren: also das solcher handel gotlich und loblich sy und k.m. den grosten lon gegen Got und lob und eer gegen der welt entfangen wurt. we dan die selbige ratsleg und des buschoffs alle hab ich ouch in meynen puechlyn „Defension“ nach der sinn yr beschryben zue gemaynen nutz der hayliger kyrchen und zue beweysen, das ich nit anders dan wie ein Frum cristen man gehandelt han.

Will sich nu meyner halben geburen an den tag zue brengen zue gesagten glauben mynes Advocats Joan Reuchlin seinen ratslag, den er ouch verflossen mit einen gesworen botten in grosser hol, als er selbst in dem iiij. blat uff der andern seytten des „Ougenspygels“ und ouch in seiner falscher logenhafftiger „Defensio“ dar van schreibt, dem buschoff zue geschickt hat. in welchem Ratslag der buschoff mit allen - als dan sein F. G. concilium betzeucht – kein gevallen dar an als billich, Wie dan Reuchlins offenbar myßdat hernach beschryben, des ouch bezeuegt ist. Also vil sey gesagt van der ersten außteylung diese puchlins.

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[Zum Zweiten:]

Die ander außteylung van der untrew und uncristelichen articlen Joannis Reüchlyn und seynen jungern „Obscurorum virorum“ laudende also:

Der erst artikel und untrew uber mich gedichgt ist uber mossen groß und slagt uber an allen ortden. Er beclafft mich in seynem logenhafftigen Ratslag in dem blat C, ich woll die jüden unschuldiglichen umb leib und umb gut brengen van wegen eines gebets halben “Velamschomadym“; das sall ich in meynen puechern unter uns cristen außgedruckt haben. In demselbigen gebet verantwort Reüchlyn die juden, ich hab jn unrecht getahn, und hat darumb wyder mich den rat gegeben, man sol solche Smach puecher von myr geschryben nyt lassen außghan, dan ich hab meyn andacht zue Got nyt nach der wyssenheit und alle meyne ubung syn eyttel enthendeydung[?] und kyndwerck und noch mit weittern zue gethan stychworten den jüden zue troist mich domit an den ruggen zue werffen etc.

Das er aber mir unrecht thuet unnd seyn untrew offenbair vermerckt mach werden, so dag ich zue dem ersten, das Reuchlyn in kaynerley wijß noch fueg wyder meyn person geratten noch zue schreyben macht zue thuen ghehabt, dan der kayser noch der Ertzbuschoff haben es ym nyt bevelen noch darumb ersucht, wyder mich oder meyne puecher, die jn gar nyt berorende synt, sonder alleyn uff etliche püecher, so die jueden uber die x gebot Moysi und der propheten und pueecher, so zue smach wyder die heylig kyrch erdicht seyn. Darauff streckt das kayserlich mandat und nyt weyter und nyt auff mich oder auff püecher, die wir cristen entgegen der yrrthumb und Gotz laster der juden geschryben haben. Want nu Reuechlyn in desem artikel und in den andern hernach volgende

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mutwillig gefallyrt und auß des keysers bevelh mannichfeldichen gegangen und wyder die cristen kyrch auß gelouffen das ym kay. maiestat nyt bevolhen hat und ist zü den juden gefallen.

Und darumb so sal ouch solher Ratslag Johan Reuchlyn von rechts wegen nit geacht oder geheischen Eyn ratslag des kaysers sonder ein Ratslag der Teuffelschen Synagogen. Darumb er dan villeycht eyn dausent Ducaten vur seyn arbeitsloen entfangen mach haben Reuchlin hat nit gedacht an den C. Psalm David8 So er spricht: der do hyndt heymlich seynen negsten, den setzt er zue den hohvertigen ougen und zue den geyrichen hertzen, mit denen will er nit essen. Zu dem ander mol: Es sey aber den also – das doch nit ist –, das ym es der Kayser oder Churfurst het bevolen, uber das gebet „velamschomadym“ und wyder mich eyn Ratslag zue geben, So solt er haben die warheit geschryben und bey den worten seyn geblyben, wie er eynem Edelman9 vur diesem seynem Ratslag wyder die juden gedicht und geschryben hat, Also wie die juden der moder Gots die aller groest smach zue legen Und wie sy die Apostolen ketzer und verdylger schelten und wes sy uber uns cristen erdichten und erdencken moegen des selbigenn eyn sunderliche freudt haben und degelichen gebed wyder uns beden und vil puecher wyderschreyben und lesen und sonderlichen in dem gebet „Velamschomadym“ wol zue mercken ist etc. Wilche worten und anderen mer darzue er offentlich auß geen hat lassen, dar uff ich mich tzien. Diese wort unnd anclag wyder die juden, die hat Reuchlyn dem Edelman zue geschryben und underricht. Solche wort solt er ouch dem Romischen keyser geschryben und geraten haben, des er doch nit gethan hat, sonder wyder seyn eygen [C]

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mont unnd außschreyben ist er zue den jueden gevallen und hat dem kayser die warheit verhalten.

Want sich nuen seyn beyde schrifft nit vergleichen und bey eynander bestanen mogen, so han ich den Reuechlin mit tzwue züngen in die Figur setzen lassen, Das man ym die jüdisch zueng sol auß reyssen, Nochtanner[?] an der andernn hat er also vyl, und man soll in dar bey underweysen, wie er eym Roemischen kayser ein ander mol rathen sal; und des kann er sich nummer mer erweren, er ist dem kayser ein wedd schuldig. O, das hat der Prophet David in dem v. psalmen10 geweissagt: Also want die warheit ist nit in yrem mondt, yr hertz ist uppich, yr kell ist eyn offen grab, sy ratthen bedriglich mit yren zungen. O, Gott urtellen sy etc.
Zu dem Dritten mal11: so sol Doctor Reuchlin yn keynerley weyß wyder mich und vur die juden seynen Ratslag gegeben haben. Dan noch dem all, das er mit myr und ich mit jm den handels balden in abreden gewest und eyn vorgedyng ghehalten vereynigt und verdragen, als Cristliche broeder eyner dem andern mit leyb und guet rathen und helffen. und als darumb so byn ich seyner halben und auff seyn begert und underweysung zue dem kayser in Italien gereyst, gesollicitert und zue wegen gebracht, das in der kayser ouch zue eynem Ratsfreunt in den handel gekornn hat, Wie ich es eben clerlich bewysen han. darumb soe solt Reuechlyn uff meyner seitten und bey myr geblyben seyn, des er doch nit ghethan hat, sonder uber seynen zue gesagten glaueben hat er sich zue meynen Feynden gekert und ist myr von dem Crentz gefallen.

Ob aber solhe untrew nit eyn peinliche straff erfordert, das gib ich allen fruemmen Rechtsprechernn zue ermessen. dan so vil het

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myr Reuchlyn gesagt, doe ich bey jm gewest byn, des ghenen des er zue rugg verstolen wyder mich geschryben hat, so het ich in noch nummer mer in den handell gebrocht, sonder ich wer von jm gefloggen wie man vur der Pestilentz floegt. Als eyn yeder mensch by sich selbs wol ermessen mach, das eyner, er sy jüd, turck oder heyd – ich gesweyg eyn christ - , solt eyn Doctor in seyner sachen nemen und darzue promovyren der wyder in wer als Reuechlyn meyner personen gethan hat meynende das seyn heymlich Ratslach unnd untrew nit solt an den tagh komen. O, wie wol hatt der Prophet david geweyssagt an den dreyssichsten psalm12: Die ungutigen sollen sich schemmen unnd werden eyngefurt in die Helle Die tryglichen leffgen werden verstommen, die do reden ubel wyder den gerechten in hohvertey und in myßbrauchung etc.

Zue dem iiij. mal: Ob aber doctor Reuechlin ummers sein narung bey den jüden het wollen suchen. dennocht sol er keynen Ratslag so schnellichlichen gegeben haben, sonder er solt es myr zue vuran in seynen hauß gesagt und gewarnet, Pfefferkorn, gha der sachg muessig, du hast ein ungeschickten handel und thust den jüden unrecht oder aber er solt mich offentlich vur das gericht, woe das gewest wer, berueffen lassen oder schrifftlichen underricht haben und nach vergnuegenheit des Rechten mit myr umbgegangen seyn - das het jm dannoch wol angestanden. Aber das als hat er an mich weder guetlich nach gerichtlich nit gesunnen noch des gleichen gethan, sonder ausserhalb des rechten uber seinen trawen und glaueben hat er mich zue rug unverhuts aen alle ursach, unverwart meiner eren wyder Got ere und recht, mit der unwarheit in seinen ratslag jemerlich verraten, dar uß der gantz handel erwassen ist. [C ij]

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Des clag ich Got und der welt, dan ich het mich des Ee versehen, das hymel und erden verghen solt Ee dandas myr Reuchlin seyn solhe untrew zue gehsachten glauben seyner hantschrifft solt bewysen han. Darumb mach ich wol sagen wie David in dem x. psalm13: Want sehent de soender habent gespannen den boggen, sye habent bereit yr geschoß in dem kocher, das sy schyssen in verborgenheit, die so seynt eynes gerechten hertzen etc.
Der v. artikel den Doctor Reuchlin entgegen der warheit und wyder guet sytten aller chrisltich erberkait vergessen gedicht hat. Er undericht den kayser an dem xv. blatt seynes Ratslags, er hab eyn vermoeden uff die juden auß dem, das sey ein klein zal under uns cristen sytzen und mer bereit seyn zu dienen, dan sy uns cristen schaden sollten thuen. O, ist es aber nit ein groß vermessenheit, das er gedar in gunst der jueden eynen Romischen haubt solhe unwarheit in Ratzweyß zu schreyben? So er doch in seynen tagen gehort und erlebt hat, das sy, die juden, zue etlichen molen das heylig hohwyrdig sacrament gelestert und schentlich gemyßhandelt haben und der mossen die unschuldigen cristen kynder gemartirisyrt und das unschuldig bloit auß den adern gestochen14. Ich gesweyg andere boese unreyne stuck, die sey zuem mercklichen schaden wyder uns teglichs uben und treyben. Des selbig als haben kayser und konig, Fursten, Hernn und Stedt wol bedacht und angesehen und zue hertzen genomen, zue verbesserung des gemeynen nuetz die jüden allenthalben auß yren Furstenthomen, Styfften, Lantschafften geurlafft und vertreyben. das ist war: in gleicher weyß, wie ein mensch mit der tzeer kranckheit beladen ist und mach nit wol mer uff grünen zweick komen, Noch weniger koennen

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oder mogen die Flecken und Stetten in Reichthuem oder in seligheit gedeyhen oder auffwagsen, Wo die verfluchten juden wonen seint, und das leit offenbar an dem tagh.

Das ich aber das noch weyter beweysen mach, das vynt man in den Rechten, als ich in den predicaten zue etlichen molen gehort han und war ist, das eym juden zue glaueben und zue getrauwen sey wie eyner maß in der taschen und den glueenten collen in der [Aschen-]schoss und der slangen in dem buessem etc.

Mit diesen schrifften und reden will ich abermals triumphyren und bewysen haben, das Doctor Reuechlyn mit der unwarheit freventlich den kayser undericht und wyder sein eygen beschryben recht tzo gunst der juden geraten hat, das die juden uns cristen mer dienstbarlich sollten seyn dan schaden zue thuen. Dar an redt er seynen wilen und hat nit war, glich als die kynder uff der strassen des betzugen.

Der vi. artikel ist dem fast nit ungleich. Er schrybt in seynen verratslag noch an dem xv. blat und verantwort die juden geghen dem kayser, er meyntt noch glauebt nit, das sy, die juden, yre puecher nit uffsatz wyder die heilige kyrche gemacht sollten haben, und meint, man bedorfft wol eynes gueden beybrengern, der es beweysen moecht. O, wie sol ich das krefftiger moeghen verantworten und beweysen dan das Doctor Reuchlyn zwey gemoyss in eynem haffen kochen thuet. Also formals hat er dem Edelman obgemelt geclagt, nytt in argumentzweiß – als er vorgybt in seyn falsch logenhafftig „Defension“ -  sunder mit außgedruckten worten schlecht und recht, wie die juden teglichen pueecher wyder uns christen schreiben und ein sunderliche freude dar jnnen haben. Und ytzundt ist er ym selbst in seinem

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Ratslag entgegen und spricht wyder sein eygen mondt und darumb so han ich in die Figur dabey Doctor Reuchlyn ein haffen mit tzwen kochloeffeln lassen setzen, das man ym den eynen loeffell auß dem haffen sol reyssen und werffen den in das feur An dem andern loeffel hat er noch alzue vyl.

Der vij. artickell ist der heyligen kyrchen spoerlich zue hoeren. Er schreybt an dem xiiij. Blat seines Ratslags do gleicht und acht er unser Gotliche Doctores der schryfften geghen den judischen glosen so leichtfertig und so nichtig, als da sich einer jm winter mit hoessen deckt etc. das will ich nit anders verantworten, dan do Johan Reuechlin eyn junger bueb gewest ist, do hat jm seyn vater villeicht mit den altden hossen gedeckt, die er den leuten, umb das brot zue verdienen, gheflickt und gelapt hat; unnd dem ist also: weß eyner in der jugent gebraucht, des vergyst er nit leichtlich in seinen alten tagen. Es sey aber dem also ader nit, so ist es schentlich zu hoeren, das er die Goetliche lerer der heyliger kyrchen sol gleichen zu hossen decken, weß er aber darumb und der heilger kyrchen zue thuen schuldig ist, das geb ich alle frummen cristen zu bedencken.

Der viij. artikel an dem xiiij. blat uff der ander seytden ist lesterlich und zue veil schentlich. Er verantwort die juden auß falscher allegacien der rechten mitt aller macht und gybt vur das die jueden Christum nit ghesmecht noch gelastert haben und das die cristen kyrch das M.cccc. jair gelytten und vur kayn smach genomen hat. Dar wyder sag ich, das Reuechlyn blasphemyrt und gereth hat wyder das heylig evangelium und mach wol villeycht ein guetter christ seyn, er gibt aber boeß ghezeugnys von jm. Ich bevelen das alles den

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genen, die solhs zue straffen bevelh haben etc.

Der ix. Artikel an dem gedachten blat ist ergerlich, als das er die juden wolt gernn entschuldigen und dye menschwerdung cristi under die Foeß stoessen So er gleicht auß myßbruchung und falsche allegacie15 der rechten dye menschheit christi zue eynem hueren cleidt und sagt eyn gleichnes: Wan eyn frumme fraw eyn hueren cleit trug und an het Und so nuen also eyner wer, der sy vur ein huer wolt achten oder ansehen, der selbig wer dem Rechten nit schuldig zue thuen, dan wer sy gangen als ein fromme, so het man sy vur eyn fruemme fraw geacht. Also will es Reuchlin mit den jueden auch halten Und sagt also: Christus sey erschynen als ein mensch und als eyn knecht und nit als eyn Got - dar vur haben jn die juden geacht und von jm und seyner mutter auch den aposteln nichts gotlichs ghehalten. Hier mit beschyrmpt Reuechlin felschlich die jueden, das sy die menschheit erkant haben als eyn hueren cleyte und nit als got.

O, Reuchlin, wie gedars du solche freveliche, verfloechte, ketzerliche wort gedencken? ich gesweig zue schryben die dir doch wyder kayser, wider Curfurst ursach gegeben noch bevolen hat als man in des kaysers mandat wol ermessen mach. Und da wyl du nu so schentliche vergyftige wort uß deynen eygen myßmodigen, hoverdien, mutwilligen, zue troist der falscher jueden und zue smach der heiliger Christen kyrch gedicht haisst, deßhalben so mach dein mutter in dem grab wol waffen schreyen, das sy einen solhen wyderspennigen, ungetruwen son zue der welt gebracht hat.

Der x. artikel an dem iij. blat uff der andern seieten seins Ratslags ist ketzerlich zue achten, also er dulmatze von den jueden sonder not, das sy mit cristo zue gericht gegangen und vur key. Richter ein urteil wyder jn behalten haben.

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O, du schentlicher verfurer und nit Doctor ich wydersprich deyne wortet sy haben nitt slechtlichen tzue reden eyn urteil sonder ein nichtigheit, machtloß, falsch urteil wyder cristum behalten als dan Pylatus bezeuegt hat in wesch(g)unge seyner hendt. also salstu in deinen Ratslag geschryben haben, so wer deyn püch durch vill hohen schulen nit verdompt noch verbrant worden.

Der xj. artikel an dem benanten blat smeckt fast nach ketzerei; er lat sich mercken, das cristus hat mossen sterben von wegen der anclag der jueden und sagt aber nit, das er von dem ewigen tod mit seynen unschuldigen bloit das gantz menschlich geslecht verloist hat und um der ursach und nit anders gestorben sy. do thuet er kein meldung und schreibt gar nichts dar von. O, du unseliger Doctor, do du gedachts in dyr solhe artikell zue dichten! Warumb kam nit der blyxs und das hellisch fuyr und verbrant dich in abgrunt der hellen?

O, du velscher und ungetreuer crist! Hett ich gewust, do ich by dyr was und dich eyn Ratzman oder Consiliarius by kay. Ma. in diese sachen verordent gemacht hab, das du also schentlyche und ketzerliche artikell wyder got und seyn heyligen und wyder mich uff guden glauben – das dyr nit bevolhen was noch zu glaubt – schreyben wolst – ich wer nummer bey dyr komen noch dich bey kay. Ma. promovyrt. Es ist zue vermoten und zue glaueben wer ich bey den Teuffel komen als zue dyr und het jm vertreut als dir er solt myr vester glauben gehalten haben dan dy myr gethan hast. Do mit aber will ich diesen artikel verantworten und bevelen, das alles den ghenen und von den gelerten, die sich der sachg baß verstan und zue straffen geburt etc.

Nuen merckt an, yr Frummen cristen – dan an den unfrumen

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ist keyn cristelich trost zue erlanghen – Das synt etliche grollen[?] und pundt tymen synen verfloechten ratslach „Ougenspygel“ genant, die er in seyner logenhafftiger „Defension“ und entschuldigung nit lauet außgeruffen und die hyn laissen sleichen.

Ouch andere artikel, der ich mich nit underwynt, darumb er dan van v loblichen hohen schuelen nit unbillych anghefochten und syn Ratslag zue dem brant verurteilt worden.

Aber Reuchlin hat gethan und thuet wie eyn alter Wolff, der in die wolffs grueben gefallen ist, so kratzt er zue allen seyten, wie er auß der grueben loß moecht werden, aber es mach jn nit helffen; dan ye mer er kratzt, so vyl mer falt ym der wust und erde in die ougen. Also sagen ich ouch von Reüchlin: er ist begryffen auff warer ubeldait und gefallen in die offenbar schuld und peyn. Was thuet er nuen anders wie der wolff kratzt zue allen seytten und geth auß eyner lugen in die andere; mit dem vermeynt er sich zue Purigyren und reyn tzue machen, das ym doch nit geburen mag. Dan ye mer er lugen dicht und schelt worter her fur brengt, soe vyll wurt seyn unrecht vermerckt und vermert. und das letzst ungezwyffelt soll ym schwerer fallen dan das erst. Solt ich nuen seyn untrew alle hie beschreyben, wie es in im selber ist, het myr vyl arbaits genomen, ist nit not, dann offenbare luegen soll man altzijt nit verantworten.

Nota.

Noch an dem allen sich Doctor Reuechlin nit besettigen noch benoegen lassen, sonder uber baebstliche heyligkeit bey den penen des sweren bans verbott und wyder kayserlich Silentien – uff das er ummers mit synen [D]

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boesem willens en yrrung in die cleinmoetigen cristen blosen mocht. So hat er zu gerust und auff geweckt die „Obscurorum virorum“ zue smach der gantzen christenheit und vil andere gelerter, frommer, erwerdige menner – die er unchristenlich und felschelich gesmecht hat, des er doch nit wyrdig ist, yren mynsten schoremen auff zue losen – als man jn mit seyner eygener hantschryfft uberzeugen mach. Welch artikelen der „Obscurorum“ von Item zu Item laudent also:

Item in der 2. Episteln16 „Obscurorum“ werden die Doctores der heyliger schryfft den jueden geleicht und wurt verspot sant Peter mit seynen schlusselnn.

Item in der 5. und der 11 Epistelnn wurt verspott der heylig geist und das Ampt des heiligen geystes.

Item in der 7. Epistelnn verspotten sy den aflais des heyligen stoel von Romen, das in sich selbst ketzerlich ist.

Item in der 11. Episteln werden die pueecher der Gotlicher kunst - Snnarum17 ghenant - geheischen als narren pueecher.

Item in der 12. Epistolen wyrt verspot unser aller heiligster vader der Payß Leo X. und schemen sich nyt zue liegen und zue lesteren, das die hohwyrdige Cardinalen, Buschoffen, Richter, Bysytzer von den Erwerdigen ketzermeister - streyttendt vor den heyligen cristenglauben – groisse gaben untfangen haben, das doch bussen reden und in der ewicheit nummer mer zue glaueben staet.

Item in der 14. Epistolen schreyben sy und vermuschen die gotliche liebde in unordentliche liebde und das men dait myt unbillich gemeyne weyber mach halten.

Item noch in der 14. Episteln werdent die wort und der lob so die heylig kyrch syngt zue der ere der mutter Gotz und geschryben den gemeynen frauwen.

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Item in der 22. Epistel spotten sy mit der gloria und aufferstentnyß unsers lieben heren Jhesu christi.

Item noch in der 22. Epistel spotten sy mit unsers herren gots Rock zue Trier und wurt geheischen ein alt verflyssen laussich cleyde.

Item noch in der 22. Epistel Spotten sy der heyliger dryer koenig, das sollen seyn drey Pawren auß Westphalen gewest.

Item noch in der 22. Epistel Spotten sy mit des Babst macht und scheyssen uff seynen Ablaß.

Item noch in der selben Epistel werden die Doctores der heyliger schrifft duvel geheischen.

Item noch in der selben Epistel verantworten sy die truelosen jueden, das der valschen Thalmud von der heyligen kyrchen nit sey verdompt noch verworpen worden, das doch nit ist, als die Doctores wol wyssen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

Item in der 2818. Epistel schreyben dieselben „Obscuri“ - Reuchlins jungern -, das die affgoddyn Diana betzeuchet die mutter gotz und das Bacchus ein affgot der drunckenschafft bezeichent Christum unsern herren.
Item noch in der selben epistel lasteren sy das heilich Evangelium und in der heiligen schrifft, das sent Mattheus geschryben hat, von iupiters horen, und das Piramus,19 der Hayd – der sich selbst ghedoet hat – betzeychet den son Gotz, und auch das Thisbe, die Haydin – die sich ouch selbst umb ordentlicher liebde gedoet hat – betzeychet Marie, die muetter gotz etc.

Item in der 29. Epistel verspotten sy die hymelfart unsers heren und das jungst urteil mit der mutter gotz und allen seynen Apostolen.

Item noch in diesen und in allen epistolen werden beschryben vil und zue vil der uncristlichen, schentlichen artikeln [D ij]

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der sodomitten ghegen der natur, Und wyder alle redtlichkeit, zue smach und zue verachtung der Gotlicher lerer und frommer, erberer menner. Und seynt die selbige artikeln so schentlich und so unzuchtig zue hoiren, das ich sy nit darff alhie beschreyben, sonder ein yglich redlich cristen mensch, der die hoert oder lyst, der kann sich des nit wol erweren, er muß billich die oren dar vur zue stopffen.

Also das ist das puechlin „Obscurorum virorum“ – der verblinten menschen genant – durch und durch hin und her wyder befleckt und besprengt mit unreynen clausulen und gemuets vergessen aller menschlicher duegent, Got und der welt zue laster, niemants geschoent dan alleyn Johan Reuechlin. den haben sie uff gehaben und zue yrem Patron offgeworffen, und dar zü ein moenchlin, der ist ouch in der zall yrs lobs vylleycht darumb, das er der kutten oder kappen moedt ist und auß geschudt hat. er mach wol zue sehen, dan der Teueffel ist ytzunt so unmussigh und so gyrich, das er niemant veracht, als wer er ouch eyn wyldter oder eyn verloffener moench, er nympt die alle an. Und ob eyner gleich so geistlich wer, das er am Carfreytagh vor myttag die heylig Passio het doeren predigen und nachmittag under die juden wer gegangen und het eyn kelberen Protden mit jn gessen. Pfiue, sy moegen sich wol schemen! Dan als ich in der predicaet frommer gelerter Iuden gehort und dem ist also, das sy hendt noch nummer mer mogen absolvyrt werden noch von Buschoff noch von pabst. sy geben dan durch bekentenys yre namen und offenbar penitens eynem yeden pyderman sein eer und glympff wyder geben, die sy unrechtfertich wyder got, eer und recht abgeschnyden haben, und dar zue alle den ghenen, die yr Epistolen gelesen oder gehort haben, eyn wyderruffung yre boß(h)heit zue

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schicken, wie wol sy verduncket synt in yre boeßheit und an der leichtfertige christen, die sich der Epistolen – wye die luess jm geynt – erfreudt haben. Aber die tzeyt wurt sy uber vallen, wan jnen sehen und hoern vergeit und sprachloß worden. dan sollen sy schmecken und foylen in der letzster stunt des bittern doits, wem sy dienen und weß sy gearbait und betryben haben.

Wer aber das sich Reuchlin entschuldigen und sagen wolt, das jm die „Obscurorum virorum“ unkundich und keyn rat noch that an yrem außschrybens hette, Antwort: So will ich mit syner eygener hantschrifft und Epistel zue uns gesant uberzuegen, das er die „Obscurorum virorum“ vergaderung angereytz und uff geweckt hat. So vyl sey gesagt von dem tzweyten teil dys puechlyns.

Das dritte theil.

Vort in das Dritte theyl zue greyffen der menchfoltigen offenbarnn unwarheit und ertzloegen Johan Reuechlyn, der er sich vermeint zue entschuldigen und mit den so hat er die welt betrogen. Meyn antwort dar gegen unnd warhafftig entschuldigung meyner eer dar auß zue verneme ist.

Die yrste unwarheit Johannis Reuchlin in den Tyttel seynes Ratslags „Ougenspygels“, do er schreibt also „Ratslag, ob man den juden alle yre puecher nehmen, abthuen und verprennen soll“ etc. Antwort: es ist keyn mensch dem handell verwant, der do begert oder gewuenscht het, den juden al yre puecher nehmen und zue untertrucken - Ich geschweyg zue verbrennen. des zygh ich mich nit allayn uff des kaysers mondt, sonder ouch uff seyner maiestat aller mandate in dem handel außgangen, [D iij]

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die ich noch alle bey meynen henden hab. Ouch in meynen puechernn außgetruckt seyn Reuchlin, der hat solhe groisse lugen zue gunst der juden auffgeworffen, uff das er moecht gesehen werden und in falschen schein orsach mocht haben, die juden zue dienen und yre boeßheit zue verantworten. Aber er hat sich selbs belogen und betrogen, dar von man jn achten mach. Dieweyl nu der tyttel und anfang seyns Ratslags falsch und logenhafftig ist, darumb nit zue verwonderen, das sich so vil hohen schuelen und gelerten dar wider gelegt haben. Dan ein boeß begyn nympt altzeit gern ein boeß endt.

Die ander unwairheit an dem iiij. blat uff der ander seyten seynes „Oughenspygels“ und andernn worten schreibt er also, das ich hab mandat erlangt, uff alle puecher auß genomen die Bybel der juden zue verprennen meynen willen zue haben. Antwort: Das sol sich nummer mer erfynden. Zeueg mich abermols auff alle kayserlich mandat, do fynt man nit anders dan allain auf etliche pueecher, die sy sonderlychen wyder das aldt unnd das new Testament zue smach und zue laster gedicht weren, die zue untertrucken, Und aber weß puecher, dye nit wyder uns Christen oder gegen der Bybel weren, sie solt man jnen unverletzt und unverhyndert lassen, in gleicher weiß kain minsch in diesen handel anders begert hat. Des zeig ich mich und beweyß das mit den gotlychen warhafftigen Consilium der hohen Schulen, die dar uber geschryben haben. Darumb Reuchlin abermols lueghenhafftig erfonden ist, Wilche lugen er sich seyner falscher „Defensioen“ nit geschemt hat zue schreyben, da mit er die gantze welt betrogen hat.

Die dritte unwairheit noch an dem iiij. blat seines „Ougenspygels“. Do zeygt er an, kayserliche Maiestat

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hab im bevolen ernstlichen solchen Ratslag zue machen. Antwort: kayserliche Maiestat ist so Christelich und so durchleuchtigst in der Gotlycher lieb des heyligen Christen glaubens Und also verstendich, das sein maiestat auff solche unreyne artikell Johann Reuechlyn - oben angezeygt - und uff vil mer ander nit wyll vragen noch geratten haben, Sonder seyn Maiestat hat jm nit mer dan eyns oder eyn ess, das ist uff etlyche laster puecher - wie obstet - zue rathen bevollen erfordert. Soe hatt Reuechlin eyn sess vor eyn ess uff geworffen und wol xl. artikel oder mer dar zue ghenomen ausserhalb des kaysers mandat, die nit in dem Ratslag gehornn, sonder sy gehoeren dem luegenhafftigen Teueffel zue und den verfloechten judischen Synagogen.

O, yr frummen selighen Christen, merckt doch an und nempt des nit wonder, das Johan Reuechlin will erber, gelerter menner und mich zue gunst die juden in seynen schryfften gelestert und gesmecht hat, nach dem mol er sich nyt entsetz noch geschemt hatt, kayserliche Ma. zue ubersagen, das seyn Maiestat sol jm bevolen haben, ketzerey und luegen zue schreyben.

Die iiij. unwarheit schreibt er in seyn „Ougenspygel“ und in dem dritten blat seyner falscher „Defension“, ich sol jm seynen Ratslag verratten haben. Antwort: Das kann nit gheseyn, Dan er bekent an dem vierden blatt seynes „Ougenspygels“ und auch in seyner luegenhafftigen „Defensioen“, er hab den Ratschlag mit eynem geschworenn Botten verschlossen dem Ertz Buschoff von Mentz zue geschickt etc. Ist ym nuen der Ratslag verraten als er schreybt – das doch nyt geschet ist – und des zue ebigen tagen nummer mer mit dem minste kyndt beweysen mach, soe solt er den gesworen Botten

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darumb angesehn haben oder den Buschoff angelangt und nit mich, der het jm wol seyn casus gelesen und geantwort, wie er eym Romischen kaiser so uncristenlichen und lugenhafftig raten solt. Hat myr aber der Buschoff des ratslags ein Coppey gegeben; das hat er billich gethan als eyn vurmechtiger Commissarius kay. M., Dem bevolen ist ghewest myr - Johannes Pfefferkorn - als ein verordent sollicitator kay. M. alle Ratsleg zue presentyren und zue uberantworten na[ch] inhalt kayserlicher mandaten, dar uff ich mich zeyg.

Item mit dieser Teueffelscher luegen hat er manchen frummen pyderman, die gantze christenheit durch und durch in eynem falschen schein lystenlichen betroghen. Mit dem will ich mich genuegsamlich verantwort haben.

Die v. unwairheit: in seyner entschuldigung des „Ougenspygels“ er brengt her vur, ich hab jm seinen Ratslag in die welt offentlich uß getruckt, verkert und die warheit verandert. Antwort: Er thuet myr unrecht, dan es erfynt sich in mynem „hantspygel“ – zu Mentz gedicht – von keynem Ratslag gemelt noch auß gesprochen. Ich hab ouch seynen Ratslag heymlich noch offenbar nit auß getruckt20, sonder etliche artikel zue rettung meyner eren verantwort und hab jm seyn unrecht mit der wairheit gestrafft und seynen Ratslag nit gemelt. Aber myr ist nit wonder, das er den Ratslag nit wyll offenbar bekannt seyn, dan er ist nytt uffrichtig. wer er clar und uffrichtig, so het er sich nit dorffen tzoenen noch kayn groß dar uber zue dichten und wer billych by syner yrster ußschryfft geblyben, Wie die fromme gelerten pydermenner der vill hoher schuelen, die bleyben, synt bey dem Text sonder Gloss und moegen auch wol leyden und altzeyt vor guet genomen haben, das yr Ratslag

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und guet beduncken allen menschen kundich sey.

Aber Reuechlin, der hat es nit moegen leyden, Also do seyn begangen myßdait vor das erst durch den Ertzbuschoff von Mentz an den tagh komen was. do hat er dem schalck eyn mantel uber gehangen mit seyner falscher gloß wie eym mißthediger, der do begryffen wurt. wie spricht derselbig: ich habe geschimpfft und han es nit also gemeint; Nichts des der mynner man lest jm Rechts wyderfarn als billych.

Die vj. unwairheit. Er beclagt sich, man hab jm den Ratslag auß dem Teuetzen in das latyn unrecht gedulmetzt verandert unnd die warheit umb gesetzt. Er lat sich ouch horen dar neben das die Doctores von Collen – das doch in sich selbst gelogen ist – seyns subtils oberlendischen thutz nyt Recht verstanden haben. Antwort: das seyn Ratslag, ee dan er ghen Collen den Doctores under ougen erschynen, ist er von etlichen oberlendischen Doctoren seyner lanßleudt und nachbarschafft uß bevelh des kaysers gruntlich ubersehen – wie ich dan die selbigen mit yren namen in meynem latynß und duytschen „Defensioen“ anghezeuygt habe – amechtigh luegenhafftich falsch erkant ist worden. Des haben sy der selbigen artikeln auß dem Ratslag getzogen und dar uber geschryben etlichen kayserlichen Secretarien jn woll verwarer henden unverborgen ist und zue eynem wortzeychen. soe sprechen die ghemelter seyner landes leut, wes sich Reuechlin geghen dem Edelman wyder die jueden beclagt, das hab er mit swartzer dinthen geschryben, Und wes er aber in dem ratslag vur den jueden vurprengt, das habe er mit Roder dynthen geschryben. Hirumb sol man abermals Johannis Reuechlin behendigkeit vermercken, dan er hat nit [E]

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war, sunder man hat seynen Ratslag auß den theuetzen in das latyn recht unnd redelich ubersatzt als dan zue dem andermael die obersetzung zue Rom durch pabstlicher bevelh gescheen des betzeuegen ist.

Die vij. offenbare unwairheit: er sagt, man hab den Hohen Schuelen und sunderlichen denen von Parüß seynen Ratslag mit stucken und nit gantz und garr und ouch nit jn rechter form, wie er jn jm selbst sein solt, uberschickt, dar uff dan die von Parijss yre Sententien wyder jn gegeben haben. Antwort: Zue dem ersten so haben die erwerdige Doctores der loblicher universitet Collen Ratslag nach seyner eygner amechtiger correctien uß seyner lugenhafftiger „Defensioen“ getzogen uffrichtig uberschickt. Tzu dem andern mael so hatt Reuechlin den selbigen Ratslag und seyn falsch „Defension“ mit allem seynen anhanck, beholff glosen und umbstent denen von Paryß selbst durch die seyn zue geschickt. Des sy dan nit myn dan by lxxx Doctores in xlij concilium off Congregatien gehalten wol ermessen, undersuchgt und den Ratslag an das Feuer Und Johan Reuechlin zue eynem offenbaren wyderrueff zue zwyngen, der heyligen kyrchen zue thuen verortelt haben.

Die viij. unwarheit. Schreibt er, ich sol haben die doctores uff geweckt, angehetzt und dar bey gebracht, wyder jn zue handeln. Antwort: Ob ich es gleich gethan het, das wer eyn tzeichen eynes gueten Cristens von mir zue achten, und wer myr ouch verdientlich gegen Got und loblich gegen der welt, wyder eynen yrrischen, wyderspendischen – wie oben angezeygt – zue handeln. Aber ich han es nit gethan. Dan der Doctores handelung geth mich nichts mer an dan einem gemeynen christen menschen. Meyn sachg ist ein ander sachg berurende smach

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und untrew wie ob steyt. Ouch so byn ich meyn leben lanck weder21 zue Parijß, weder zue Loeben [=Löwen], weder zue Ertfort gewest, Noch keyn kuntschafft zue Mentz, auch nit sonderlich zue Coellen van den hohen schuelen gehabt. Darumb so wer es myr nitt woll muglichen gewest, den aller mynsten Doctor zue bewegen wyder den Reuechlin zue schreyben - ich gesweyg so vill loblicher Hoher Schuelen, die umb aller weldt guet nit sollten unrecht sprechen. Aber das ist die scholt: het Doctor Reuchlin seynen unreynen samen in die welt nit auß geworffen und wer er from geblyben, so hetten jn die hohen schuelen wol from gelassen. Het wyderumb offenbair gesundt, offenbar gestrafft. Des gleichen sol von den „Obscurorum“ – die Reuechlin mer geschant dan geert haben – ouch gesacht seyn.
Die ix. unwairheit wyder mich gedicht. Er schreibt, der handel sey von myr angefangen auß haß und auß neyt und frevelichen gemuets und nyt anders dan allein gelt und guet zue uberkomen. Antwort: Er thuet myr unrecht. Dan kurtz nach meyner bekorung hab es - ee dan ich von Reuechlin gehort, gesyen - wyder die jueden yr unrecht zue straffen uß geschryben, Wie dan meyner puecher offenbar und nach dem datum des bezeuegen synt. Ich hab ouch den handell auß myr selbst nit vur ghenomen noch bestanden. Dan die erwerdige, andechtigen geistlichen Vetter und Herren Observanten des ordens sant Francisci22 haben mich darzue gereytzt und in der beicht gelert und underwysen, ich moecht uff erden nichts bessers schaffen das Got beheglicher wer und myr dienstbarlicher zue dem ewigen leben gesein mocht. Das ich uff die bane moecht brengen und in fleißlicher arbayt seyn, das man [E ij]

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die jueden yre falsche laster puecher in solcher masse – wie oben angezeigt – nehmen und abthet, Ouch jnen den schentlich wuecher nit mer zue gestatten und das sy yr brott unter den Christen mit unlustiger arbait erschwingen muesten, Und dar zue das wort Gots zue geboerlichen zeiten von unsern Predicanten zue hoern gehalten wurden. Solche underrichtung und wegweiß hab ich mit Rat und forderneß der selbigen vetter Observante uß etlichen Cloistern Als zu Mentz, Oppenheym, Heydelburg, Ulm und Moenchem, die mich an die durchlichtigsten hochgeboren Furstin hertzogin kay. ma. Schwester promovyrt hetten, Ouch etliche der selbigen vetter in gegenwertigkeyt des kay. und der Furstyn mit myr in der sache erfordert und uns gnedentlich verhort und ein lobliche gustenliche antwort gethan nach laut seyner kayserlichen Mandat des halben außgangen.

Also sag ich: weß mich die frommen Vetter haben gotlichen und etlichen underricht, dem han ich gefolgt, und hetten sy mich noch etwas zue Eer der heyliger kyrchen wyder die anfechteren Christi weyters geheissen, ich het es ouch billych gethan.

Das er aber sagen will, das ich von den jueden gelt und gut sol erlangen, das kann ouch nit geseyn, dan ich bin wyder sy. Wer ich aber mit jnen yr schalckheit unnd unrecht wyder die heylich cristen kyrch zue bedecken als Johan Reuechlin und seyn verblynte „Obscurorum“ gethan haben, dan so wer es zue glauben.

Wie wol myr nu Reuchlin und seyn jungern das guet yn das ergest keren und wenden – wie ouch die falsche jueden got almaechtig gethan haben – und lygen soe uncristenlich von eyner duyr in die ander, wie er mich under die Foeß moecht bringen und in der welt zue verunmeren, das

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meyn stumb und unschult mit solcher falscher listicheit und practica ghet er ytzundt mit myr zue werck. Also wen ich eynen karfunckel steyn oder guet ducaten golt in meynen henden het, so solten die Reuechlischen nit wollen glaueben und meynen, das der karfunckelstein wer eyn glaß und das golt wer kupfer. Also hat moch Doctor Reuchlin und die seynen zu unschult in der welt verunglimpft, Darumb das ich hab jnen zu vil die warheit gesagt und byn jnen ouch vur allen gerechtvertigen Richtern uberlegen, und des wyssen sy wol. So kann er noch die seyne nit mer dar zue thon, dan das er und seyn jungern, die „Obscurorum“, mich in der welt schelten und floichgen – wie oben angezeygt – ytzund weyter hernach volgende also.

Item Reuechlin und sein verblynte jungern schelten und fluechgen myr, ich sey nit mer als ein ungelerter und unvervarenner schreiber under der juden gewest. Antwort: Offentlich und nit verborgen hab ich vor etlichen jaren, ee dieser vorgeschriben handel erdacht ist worden, wyder sy etliche pueecher in dem duytschen und latyn geschryben und auß yren schrifften der propheten bewert und angezeygt, das sy yrren und des Messias verbeit haben. Ouch so han ich yr boeßheit, untrew und gots laster an den tagh ghebracht, das vor meynen zeitten keyner so clair und so verstendich gedan hat.

Byn ich dan so ungeschickt und so unvervaren, Als mich die juden und Johan Reuechlin, yr Patroen, dar geben? so sagen sy: wa kompt myr die kunst her, wollen sy sagen, das sy mich des underwyst und gelertt han, das kann nyt seyn, dan meyn handelung und pueecher seyn in wederwerdich. Wollen sy sagen, die Cristen han es mich underwyst, das kann ouch nit geseyn, dan keyn crist mach van [E iij]

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den dingen wyssen zue sagen, des er nit erfaren und gelert hat. Dar van dan Doctor Reuchlin schreibt in dem vierden blat seynes Ratslags, Er wuest keynen menschen in Teuetzen landen, der in den Thalmoth gelert hab.

Auß diesen reden mach eyn yder ermessen, das ich meyne pueecher selbst gedicht unnd gemacht hab, und darumb so byn ich ouch nit so unwyssen als die jueden und verblinte Reuchlinisten mich dar geben.

Reuechlin, der laß mich nuen so ungelert seyn als er wyl, so weyß ich dennoch seyn unrecht mit der warheyt zue straffen, und das hab ich bewysen, das seyn uß schreiben von v loeblichen hoger Schuelen zue dem brant verurtelt ist worden, Und das meyne pueecher die heylig kyrchen wol leyden und gedultden mach, und darumb so byn ich jnen altzue vil gelert.

Reuchlin, der meynt, ich sey ein uff gheblosener kartenmoler van solher natur als er. Er hatt in vergangen jaren ein hebreysche gramatica und andere pueecher under seynen Tyttel lassen außghan. do blest er sich auff, er hab die auß seiner kunst zue hauff gesetzt und gebracht, Also das man meynt in allen landen, das kein grosser ervarenner Hebreyscher sein sol. Dar wyder hab ich doch zue etlichen molen geschryben und sag es noch bis in de doitt, Das er der Hebreyscher sproch unnd schrifftenauß jm selbst keyn gruntlich wyssen und verstant hat, ouch nit ein gerynge Hebreysche epistel uß jm selbst dichten und des zue einem wortzeychen, Wo man jm das lateyn zue deckt so uber der Hebreyschen worten in seyner grammatica, verzeychent ist, so kann er die hebreyscher worter gemeynlich nit alle verstan, und das ist so war als Got almechtig. Ich gesweyge die andere schrifft der jueden do man kayn vocal ghebraucht die kan

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er weder gelesen, ich gesweyge verstan. und wes er bis hie her der Hebreischer kunst gepractisyrt, gegeuckelt und bedryben hat, das haben alles die jueden gethan in seynen namen.

Item sy floichgen und schelten mich, ich seyn ein nar und doyr und der gleichen. Ist mein antwort: Eyn frommer nar ist weise und besser dan eyn gelerter schalck, wie man dan mit allen ketzeren betzeuegen mach. Und so ich aber also eyn grosser nar wer, warumb hat sych dan Reuechlin als eyn wyser verstendiger doctor mit myr – als  mit eynem narren – angelegt und ist mit heimlichen verreterlychen unverschuldt mit laster worten – wie oben getzeychent ist – in die hare gefallen? So solt er haben gedacht den Reuemlyn, nach der jm sack kaufft und sich mit narren raufft, der vart selten wol etc.

Reuechlin, laß mich nuen ouch eyn nar seyn, so dick und so groß als er meynt, Soe han ich dennoch mit meyner narheit durch die gnad Gotz xv selen den Teueffel abgerissen, die ich zue dem heyligen glaueben – alselig zu machen – gebracht hab. Und wer mir Reuechlin in dem weg nit gelegt, so hetten sich noch v selen zue den heiligen glaueben gekert, die ich uff die baen gericht het, welche selen durch Johan Reuchlin ergerlich auß schreybens  hindstellich und zue ruck gewichen seine, und das will ich ouch bewysen, wo not; und darumb so mach men Reuchlin vur eynen dotsleger der selen ansehen, als er eyner ist.

Item sy schenden und lesteren mich also man hat einen in vergangen jaren zue Hal in Sachgsen verbrant, der sich an den Reynstromm Pfaff rapp23 genant hat ist vyllen menschen wol kundisch. Also wen er under den cristen ist gewest, so hat er wyder die jueden gepredigt, und wen er under den jueden was, so hat er die cristen angefochten: Ein schalcks-

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nar und ein geborner crist gewest uff dem marckschiff von mentz ghen Franckfort und her wyder ist er dickmals uff und ab gefaren den selbigen Pfaff rappen, der mach zue Hall verbrant seyn worden.

Nuen hat zue dem yrsten Udalricus von Hutten24 zue vill unerlichen geschryben unnd mit vyll anderen scheltworten außlassen drucken unnd darnach der blintt anhanck „Obscurorum virorum“ felschlichen uffgeworffen, das ich sey der man und darnach sey es mein Brod gewest. Nuen ist offenbar, das ich eyn eyniger son meyner alteren byn.

So schreyben sy nuen zue dem dritten anders, es sey mein Vetter gewest. nuen hab ich keynen Vetter, der Johannes Pfefferkorn heyst, der cristen worden wer. Also sag ich den „Obscurorum virorum“ und Johan Reuchlin, das jnen kayn unwarheit so groß noch so kleyn ist, der sy sich schemmen und die jnen unmer were. Sonder die lueghen springt jnen auß yren monden Als die colfuncken auß der schmytten nit allein wyder die menschen noch vil mer wyder got und allen seynen heylgen, wie dan obgemelt yst etc.

Item sy lestern und schenden mich, ich sy der stat Dachaw – als ich noch in den judischen yrrthuem gewest bin – mit eynem dieptstall begryffen und sey vil schuldigh gebliben und sey ein Fleischhauwer gewest und dorff ghen Dachaw nit mer komen. Antwort: das die falsche zue den unn yr anhanck „Obscurorum virorum“ Johan Reuchlyn myr zue vil groß gewalt und unrecht thuenen. Dar uff so zeyg ich an brieff und Syegel der stat Dachaw von wort zue wort laudent also:

[Brief der Stadt Dachau vom 21.01.1510]

Wir Burgemeister und Radt der Stadt Dachaw bekennen offentlich mit diesem brieffe, Woe der furbracht gelesen gehortt

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oder gesehen wyrt, das uns durch geschickte potschaft und glaueblich anzaygen eynnes brieffs von Joannes Pfefferkorn zuegesendt worden. Derselb und gedachter Joannes seynem schreyben angesuecht und gepetten, wie er angeret sey von den unglauebigen jüden die dan verfolliyger christlichs glaueben seyn, nur iiij artikel: Als nemlich vur das erst genant seyn Joseph Fleischener und under uns cristen der stat Dachaw eyn Fleischener gewest, Das ander bey und offentlich mit diepstal begryffen, fur das drytt Bey uns schuldig seyn unnd gen Dachaw nummer durff. von dieser angezaygten artikel und puenckt seynes schreyben begert schryfftliche kuntschafft der warheit under unser Stat inSygel zue geben, was uns hyrinne wars kunt und wissen sey. Uff sollych seyn zymlich pet und schreyben die warheit zue fuerdern niemantz zue sagen ist Soe haben wyr von gedachten Johannes Pfefferkorn dieweil und er bey und neben uns zue Dachaw eyn jued gewest Nachvolgend eyn crist worden von diesen oben angetzeygten artikel und puncten bey jm nie erfanden, auch keynerley diepstal und begreyffung der und andere thet wie berurt von niemantz uberwunden worden. Er magh ouch zue uns und von uns der Stat Dachaw handeln und wandeln an [=ohne] alle verhinderung. Sollych ist uns, obgenanten Burgermeister und Rat der Stat, wars kunt und wyssen und nehmen das bey der pflicht und ayde. So wyr unserm gnedigsten herren etc. dar mit verwant seyen. Des zue warer urkundt und merer gezeyegnys haben wyr unser Stat insygel zue ende der schrifft gedruckt doch an [=ohne] schaden.

Geben als men zalt nach cristi geburt unsers lieben hern geburde Tauesent funff hondert jm zehenden jar am Montag Nach sant Sewastianus und Fabianus [=20.01.] tagh [=21.01.1510]. [F]

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Item so hoffen ich zue eynem weiteren beweiß, das sy mich unkrestlichen ubersagt haben, umb solche smach halben die jueden zue Worms am loblichen kamer gericht an getzogen und uberwunnen des muesten sy myr eyn offenbar wyderrueff thuen und xxx golt gulden vur die koste geben.

Item sy fluchgen und schelten mich, ich sey ein unerlicher verloffener jued gewest. Antwort: Das kann nit geseyn, dan dick und menchmol haben mich die judischeit in yre geschefften zue kuenigen und an fursten und herren vor eynen legaten uß geschickt und almolß ein guet betruwen an myr gehabt. Es sy nuen den, wie man will: Do ich ein jued was, do thet ich als eim jueden zue ghort - der under den honden laufft, der moiß mit den honden heulen. Wie dem allen so hab ich mich almols gegen den cristen fromlichen und erlichen gehalten. darauff zeig ich brieff und Siegel der loblicher stat Nurmberg, laudende also:

[Brief der Stadt Nürnberg vom 10.09.1506]

Wyr, Burgemeister und Rate der Stadt Nuermberg, Veriehen[?] offenlich mit diesem brieffe, das uns Johannes Pfeff zeyghet dyts brieffs glaueblich bericht und anzeygung gethan, Wie er mitsampt Anna, seyner haußfrauwen, von dem yrthuemb der juedischen zue dem heyligen Cristlichen glaueben komen und auch zue willens, seine kynd und freund - so noch die heyligen Taueff nit empfangen - zuem Cristlichen glaueben zue brenghen, uns darauff umb unser furschryfft angesucht und gebeten. Und dweyl er sich dan by uns vormals als Erlichen Zimlich Wesens gehalten hat, Ist an meniglich, den dieser unser brieff furpracht wyrt, unser unterthenig, dynstlich, guetlich und fruntlich pite, gedachten Johannes zue seynem furnemen

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furderlich und von unsern wegen gnedigklich und gunstiglich bevolhen zu haben. Das wollen wyr umb eynen ygklichen, wie uns geburd zue verdienen und beschulden geneigt seyn. Des zue urkundt ist dieser brief mit unser Stat Secret insygel zue ruck versygelt Und geben am Pfyntztag [=Pfintztag oder Donnerstag] nach unser lieben frauwen tagh yrer geburd [=08.09.] Nach Crists geburd funffzehenhondert und jm Sechsten jare [=10.09.1506].

Item sy lesteren und schreyben mich auß, ich sey eyn verfurer der weldt und eyn furlauffer des enthencrist [=Antichrist] etc. Antwort: es kann nyt gheseyn, dan Enthencrist wurt seyn eyn verfurer und eyn vervolger der christen. So byn ich eyn merer und eyn liebhaber der Christen

Ist offenbar, das ich funffzehen selen mit der hylff gots durch mich zue dem heyligen glaueben gebrocht hab und noch alltagh in der arbeyt gern seyn wolt. Woe myr die falschen Christen broeder nyt jm wegh legen unnd unbekomert liessen. Das aber das war sey, so zeyg ich an Brieff und Syegell meynes gnedigsten herren, des Bayerischen Chuerfursten, Phaltzgrave bey Reyn, Laudente also:

[Brief des Pfalzgrafen Philipp vom 25.08.1506]

Wir, Philips25 von gottes gnaden Pfaltzgraff bey Reyn, Hertzog in Beyern, des heyligen Roemischen Reychs Ertzdurchses und Chuerfurst etc. Gebieten und bevelhen Allen und jglichen unsern Ober- unnd underamptleuten, Pastoren, pherrern, yren verwesern, Auch Schultheyssen, Burgermeistern, Rethen und gemeynen in unser Furstenthome am Rein und zue Beyern wonend und dar zue verwandt, unsern gruß und gnad, diese geghenwertigen zwo Personen, Johannes und Anna, [F ij]

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eelich gemehele, seynt jn zweyen nechst verschenen jaren von judischer plyntheit zue cristlichem glauben gekert, den heyligen Taueff zue Colnn angenommen, als sy des schrin zeygen, Und seyn in wyllen yre kynd und etlich ander yre judischen frunde zue underweysen und den anzueligen des gelich zue thuen und cristen zue werden. Als fer sy gesturet und mit sycherheit hyn zue yne und her wyder zue wandeln versehen werden. Hierumb so bevellhen und gepieten wyr uch allen und yeden, besonder wo sy gnad, steuewer und hylff suchen bey erbern andechtigen leueten, das yr sy dar zue furdern jne trostung und sicherheit durch unser Lant Stette und gebiet zue wasser und zue lande hyn und wider geben von unsern wegen. Auch dar vur sein, das sie mit worten oder wercken niemant der unsern noch des wyr ungeverlich mechtig sein beleydig noch beschedige keins wegs. Und sy dar inne bevolhen haben Auch geleyten und gelegret schaffen. Wan und so dick sie des notturfftig und begern seynt Doch das sie sich ouch halten Redlich, cristlich und das zue leyden stee alles bys uff unser wyderruffen. Zue Urkundt versiegelt mit unserm auffgedruckten Secrett. Datum Heydelberg uff Dinstag nach sent Bartholomeus tag [=24.08.] Anno etc. M.d. und sechs [=25.08.1506].

Item sy reden myr als ubel nach, ich sey ein auß spehee der Christen und eyn heymlich diener der jueden und schreyben und sagen, wen es lang umb gaet, so wird ich wyder auff die ander seyten zue den jueden fallen. Antwort: das ist myr nit mueglich zue thuen, es wer dan, das ich eyn stehelen oder helffenbeynen leychnam het. Dennocht sollten sy mich die jueden puechgen wie eyn stockfysch.

Das ist war, drey mal zue dem mynsten haben sy mich van dem leben zue den doit wollen brengen, aber allmolß

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byn ich jnen mit der hylff Gots entganghen, haben sye nuen gethan in dem Christen glauben, wie wollten sy dan mit myr umb gahn, wan ich unter in wer – das mach eyn yeder auß reddelicher vernunfft wol bedencken. want ich hab jnen yr untrew so vil an den tagh gebracht, das sy myr keines gudes gunnen moghen. Das ich aber kein unfruemmer crist byn und das sy myr unrecht thuen, das beweiß ich noch ein mol mit vurschryfften meines gnedigsten heren Ertzbuschofs zue Mentz, laudente also:

[Erzbischof Uriel an Kaiser Maximilian vom 30.10.1510]

Aller durch leuchtigster großmechtigister keyser etc. unser l[i]eber besonder Johan Pfefferkorn hat mich um furdrung an Euer key. M. angerueffen, die ich jme, dweil ich jnen nit anders wan fromme, erbar und redlich auch in sachen unsers Cristenlichs glauebens getrewlichen wyder die jueden ernstlich und fleissig erkenne, nit versagen mag. Underteniglich bittendt Euer key. Maiest. wolle jnen ouch in ansehung meyner bitt guediglich bevelhs haben, das erpiete ich mich umb Euer k. m. underteniglich zue dienen. Gebs zue Mentz uff Mitwoch nach Simonis und Jude [=28.10.] Anno etc. decimo [=30.10.1510].

E. key. Ma. gehorsamer underteniger

Uriel Ertzbisschoff zue Mentz etc.

und Churfurst.

Item sy haben myr zu smach in der welt auff geworffen, ich sol zu Collen in der kyrche zu sant Ursalen26 unser liebe frauwen außgetzogen, bestolen und beraubt haben. Antwort: woe das wair wer, so heth man myr rechts widerfaren lassen und man solt mich nit zu sant Ursalen zu eym Spittalmeister haben gesetzt. Das aber die schalckhafftigen, vergifftigen zungen vergan sollen Und das sy myr unrecht thunen, des zeyg ich mich [F iij]

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auff alle fromme menschen der heyligher statt Collen und dar zu mit eyner sonderlicher vorschryfft, laude also:

[Die Kölner Bürgermeister an den Rentmeister des Spitals von St. Reuylin vom 01.06.1513]

Dem Ersamen und weisen herrn Conraidt van Schurenfeltz, Rentmeister zertzeijt der Stede Colne ytzo am key. Richstage zu Wormß gehalten unserm gunsten guden frunde.

Ersame, weyse besunder gunstige gude frunt. So die aerme lude des Hospitaels zu sentt Reuylien[?] bynnen Coelne gelegen eyns guden frommen Hospitaels meyster ind vurgengers ure lieffden bewust gentzlich van noeden synt, han wyr uns derhalven umb einen bequemen fromen man erfaren und will uns gentzlich beduncken, das Joannes Pfefferkorn synen fromen christlichen leplichen leben nach, dae fur er auch von yder manne by uns bynnen Coelne geacht und gehalden wyrt, dar zue woll bequeme getruewe und den armen luden gantz nuetz solde seyn. Deßhalven wyr jm doch uff ure liebde as mit Provisoir wal gefallen und mit Consent und anders nit gantz geneigt syn Begernn dair umb guetlichs flijß ure lieffde dem genanten Joannes Pfeffer des eyn guet gunner vur yemantz anders zue disem male mit syn willet und uns sulche erst dages schrifftlich wyssen zu lassen, umb sulchen gebrechen die balder zue behoiff der genanter armen zue besseren. Das verschulden wyr gerne wederumb gegen ure lieffde die unse here got langhe tzijt gefryste.

Geschreben up den ersten dach Junii Anno etc. xiij.

Gerhart von wasserfaß Johan Rinck Burgermeist[er] und Johan Byse Rentmeister der Stede Colne provisoir Hospitaels zu sent Reuylien.

Item summa summarum: das mich die juden und jungern Johannes Reuechlyn auß neyd und haß und auß der unwarheit anfechten und zue unschult verunglympfft haben, Des zeyg ich an brieff und Sygell

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des aller glauebhafftigisten getzeyghen, die keyn mensch verwerffen mag, Laudente von wort zu wort also:

[Kaiser Maximilian, Schutzbrief für Pfefferkorn, Augsburg vom 26.06.1510]

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Wie wol myr solche glauebhafftige kuntschafft gantz sonder not als zue mercken ist nach dem mol, das man keynem jueden sol glaueben geben; dan solt yr gezeignis gelten, so wer unser Christen glaueben unrecht und christus wer keyn got. Dermassen sag ich ouch von den „Obscurorum“ Johannis Reuechelyn, die haben sich jn yrem unrechten außschreybens selbst beclaffet als dye vertzweyffelten verdunckelte menner yrs naturlichen namen und offen monts not doeren bekannt seyn. solhe Pueechlin sol auch als eyn „libellus Famosus“27 unmechtig und crafftloß nach aller billigkeit gehalten werden. Darumb so wer myr solche kuntschafft meyner eren wie obstat weitter nit von noeden gewest. Aber do weyl man den luegner so wol in dem mont syechgt als dem warsager, so han ich desen warhafftigen beweyß zue uberflussigkeit meynes rechten dar gethan  und bey gebracht. Hierumb ob eynig mensch der auß unwissenheit durch die „Obscurorum virorum“ Johannis Reuechlin der sache unrecht bericht und an meyner person dar auß geergert wer worden – als wol zu vermoeden – Derselbig wol sich an dieser meiner warhafftige underrichtung besseren und sein eygen conscientie selbst undersuchgen, seiner armer selen peryckels28 und schadens zue verhueden gewarnet will sein. do mit will ich das dritte deyl dyß puechlinß geent haben.

Dat vyrde deil

Das vierde und das letzte deil dyß pueechlins: Eyn anroiffung zue beyden stenden der heyligen kyrchen zuekunfftigen schaedens zue verhueden als wol zue mercken ist.[G]

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Nuen, yr frommen, seligen Christen lesende diese Hystorie, Dar auß dan eyner und ein yeder gruntlichen versteen und an nehmen mach, des wenen weß ich mich jn meynen vorworten dyß pueechlins – zue gemeynem nuetz der hailiger kyrchen und zue rettung meiner eren – beroembt und erbotten han an den tagh zue brengen und zue beweysen uber den ungetreuwen Johannes Reuechlin, Als der, der do belagt und umbfangen ist mit den Bolwerck des Teueffels, Eyn muentzmeister der boeßheit, eyn dichter der mennichfeldigen luegen, eyn lesterer der heiliger kyrchen, eyn felscher der Gotlichen schrifft, ein todslager der selen, ein uncristenlich Patron und advocat der treuelosen jueden. Das soll ytzuendt alhie bewert unnd uberfluesslich bewysen sein auch dar bei von aller smach, laster und scheldtreden, wie und in was gestalt mir das alles von Johan Reuechlin und seynen jungern zue gemessen worden ist. Das als von myr genuegsamlich entschuldigung meyner eren zue achten, hoffen dar auff zue Got und ungetzweyffelt, das alle rechtfertige fromme christen an dieser meiner verklerung besettiget sollen sein und ein mitleyden mit myr zue tragen. Dan ich het des warlichen nummer mer glauebt, das ich solhe untreue under den christen solt erfunden haben.

Auß diesem allen warhafftige anzeychong so schreihen ich lauet in den hohen hymmel und mit heller stymme roiffen ich zue beyden stenden der hayligen kyrchen, so woll zu dem allermynsten als zue dem mynsten: Wachgt doch unnd seyt nit trag in Goetlichen wercken, uberdenckt den zue vall „Obscurorum virorum“ Johannis Reuechlin unnd weß dar auß weytter erwagssen will! Dan haben sy - die „Obscurorum“ - solhs ketzerey und laster Johannes Reuechlin gekunterfeit,

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abgelernt und nachgefolgt jn dem groenem und in den neuwen - was will dan geschehen in dem dhurren und in dem altden? Darumb wolt nit sein außnemer der parschon und last uns nit clueg syn nach der geschichgt, sonder last uns ytzuendt weyß und fursichtig sein, den mortschaden zue verhueden und den stynckenden rouch zue dempffen und dem schalckhafftigen Teueffel, der do ist eyn Furst von tauesent kunsten, entgegen halten, seyn begangen boeßheit zue verhyndernn. Und zue undertrucken wie ich das alles mit der warheit oben beysen hab. Und ytzundt weytters anzeyge und beweysen also:

Zu dem ersten: Ich setz und sagh, das man den verfluechten „Ougenspygel“ Johannich Reuechlin nit unbillych von der weldt soll abthon, want Gott almechtig mit allen seynen lieben heyligen wyrt dar uß gesmecht unnd gelestert. Des betzeuegen ich mich uff die vunf loeblichen hohen schuelen, ketzermeister und ander mit gelerten.

Zue dem andern: So sall der „Ougenspygel“ mit seinen unmechtigen, falschen glosen anhanck von der heyligen kyrchen abgescheyden seyn, dan er ist besprengt mit vil falscher assertion oder reden, frevelichen belaydigung der guetighen eren zue horen, ergerlich mitt yrrthums, mit offentlichen gunst der treuelosen juden, den heyligen lerer verachtlichen und schmechlichen wyder Christum und sein gespans, der kyrchen lesterlichen, mit der ketzerey vast veragwonen, mit manche ketzerey smecken, mit etlich ketzerey – des bezeueg ich mich uff die hochwyrdigen hohen schuelen. [G ij]

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Zue dem dritten: so sal man den „Ougenspygel“ vur unwerd achten. Des bezeueg ich mich aber molß uff dye hochwyrdigen hohen schuelen, dan nit alleyn die juden dar auß uns unnd unsern glaueben vernichten und verunmeren, sunder sy leren dar auß arguwiren und dispuetyren, die cleinmoedigen cristen in yrrthuem unnd in aberglauben zue furen, wie dan her nach weytter bewysen wyrt.

Zue dem vierden: so ist der „ougenspygel“ und sein anhanck mit heymlicher ketzerey umbfangen. Also wo Reuechlin mit guethem fueg auß ym selbst von der ketzerey nit gedar reden, so schreybt er in Parabol weiß, die jueden moechten es also und also sagen Und wuerfft die ketzerey den juden zue, die er doch selbst erdicht und aueßgesprochen hat. und des haben jm sein jungern „Obscurorum virorum“ ab gelernent: wen sy von yrrthuem oder ketzerey schreyben, so sagen sy, eyner moecht also sagen,  oder die jueden moechten es also sagen. Also kumpt ein yrthuem auß dem andern.

Item zue eyner weiter underrichtung Reuechlin und seyn jungern - „Obscurorum“ genant - haben gethan in yren schryfften wie die dichter, die da Comedien und Tragedien – das ist kouchelspyl und Reimsproch – offenbar schreyben oder spylen, die da beweilen durch eynen narren oder platzboben, fursten unnd heren smeen und verspotten, das men doch dar nach den gemachten narren nit obel abnympt, sunder alleyn den hauptman oder dichter der smachschryfft. Also ist es ouch mit Reuechlin: Wae er hat yrrthuem und ketzerey geschryben und unvermerckt wille sein, so hat er uß dem narren geschryben, die jueden mochten das sagen etc.

O, du ungetr[eu]wer doctor! Ob ich gleich noch ein juede wer – da mich got vur behoedt – so sprich ich tzo dyr. Die

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jueden sagen des nit, du hast uns belogen und alle die wort uß dyr selbst gedicht. Darumb so byst du alleyn straflich in deynem erdichten falschen argumenten etc. dem verstendigen ist genuech gesacht.

Zue dem v.: so ist der „Ougenspygel“ und „Obscurorum virorum“ der heyligen kyrchen schedelicher und ergerlicher dan alle ketzer der welt oder falsche propheten. Also die ketzer und die falschen Propheten haben offenbar geschryben, geprediget und geret, so ist man jn ouch offenbar under ougen gangen und hat jn yr unrecht, yrrthuem, ketzerey offenbar kunnen mit der warheit straffen. Item seynt ouch zue der selbiger zeit behertzte kristen menner gewest, die haben nit angesehen eynig gunst noch partei dan allein die laueter warheit zue beschyrmen etc.

Zue dem vj.: So weren die jueden durch den „Ougenspygel“ und „Obscurorum virorum“ nit allein in yrem falschen glauben gesterckt und geergert, sondern sy werden ouch an gereitzt, kuenn und truetzickg zu sein, die heilig kyrch und das heilig hohwyrdig sacrament und die unschuldigen jongen kynd vil mer und strenger zue beleydigen, dan sy ye gethan haben nach dem mal, das die falschen christen jnen tzo fallen.

Zue dem vij.: So sollen wyr Christen scheynen und blincken als die Son und die stern des hymels  den jueden und allen voelckernn mit guetten wercken ein exempel geben, Domit sy ouch mochten komen zue dem licht der warheit. Want wyr uns christen aber undereynander selbst schenden und den heyligen glauben lystlichen mit falschen schryfften under die foeß werffen – wie dan die „Obscurorum virorum“ mit Johannis Reuechlin gethan haben – was lust, zueflucht oder begerde sollen die jueden oder ander volcker zue unserm glaueben tragen? [G iij]

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Zue dem viij.: So sol man die „Obscurorum virorum“ Johannis Reuechlin auff alle weg nit gedulden, dan es ist ein libellus famosus – wyder got eer und recht erdicht – verbotten auß dem naturlichen gesetz, aller welt zue scheuhen. dan wo man sich eyner an dem andern mit dem rechten nit erholen moecht und dan ein libellus famosus uber den wydertheil nach seynem gefallen zu smach und tzue tratz solt auß werffen, wie dan die „Obscurorum virorum“ die verblinte Reuechlins jungeren myr und noch vyll mer grossen, dapffern, erberen, gelerten menneren gethan haben, So solt sich weder babst noch keyser, weder Furst noch her, weder geystlich noch weltlich, weder Ritter noch knecht seiner eren – vur leichtfertigen menschen – nit sycher wyssen zu huetten.

Moecht nuen eyner gruntlich gern wissen und fragen: Sagh myr, Pfefferkorn, wair mit hastu Reuchlin fur das erst vertzuernet? oder was ist die hol und vertrawen gewest, die du ym der juden halben jn beycht weijß zue erkennen gegeben hast? Antwort: Das ich jn Reuchlin al mein tagh mit worten weder mit wercken beleydigt noch kein ubels zue thuen vermeint han. Dan so vil als ich jm hab furgebracht zue erlangen bey k.M., das men den treuelosen juden yr boeßheit und mordt schaden des schendtlichen wochers zu gestatten nit weyters zu lassen solt, und das sy zu swerer arbeit gehalten wurden und das wort Gots von unsern Predicanten zu gepurlichen zijden hoeren sollten und jnen die laster puecher uff heben, wie ich das als in meynen auß gegangen schrifften mit beweyßlichen unstreflichen reden verclert hab.

O, yr lieben christen, das ist die sund und die schuld unnd anders nit, do mit ich Reuchlin verzurnet han,

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Darumb er mich zu ruck hynterwertlich wyder got, eer und recht mit der unwarheit an dem Roemischen kay. angegeben und felschlichen der treulosen juden halben verunglympfft hat.

In schwerer kranckheit hab ich dyß puechlin beschryben, in welcher kranckheit ich noch umbfangen byn. Es gha myr nuen zu dem leben ader doet. So protestier ich und bezeug mich mit dieser schrifft, Das ich will leben und sterben wie ein Cristglaubiger mensch und des zu einen wort zeychen. So versag ich dem Feyndt von der helle und alle yrrthum des judischen glaubens und den „Obscurorum virorum“ al yr ergenyß und ketzerey, all yr laster und gedichte lugen, al yr schelten und fluchgen, die sey myr zu unschuldt an gethon han Oder noch weyter vysyren, gedencken oder erdichten moechten. Das als sol mich in dem hayligen glauben nit yrren, wenckelmoedich verletzten noch hynterstellich machen, Sonder ich glaub in die xij. artikeln des heiligen Cristenlichen glaubens jn dem mynsten so wol als in dem meysten Und in all das, weß eyn from Christen mensch zu glauben schuldig ist. Des glaub ich und ist war.

…. 16

Die Tyrannen der welt essen ab meyn fleisch und bluet. Aber meynen glaueben und guten wyllen kunnen sy myr nit essen. Die warheit sol bleyben in der ehigkeyt.

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Johannes Pfefferkorn. Obscurorum virorum

[Bild des doppelzüngigen Reuchlin]

Banyr der warheit trag ich in der handt.

Far hyn, puechlin, jn  alle Landt!

 

1 Fundstelle: ULB Münster; VD16 P 2319. Für den Hinweis auf dieses Digitalisat danke ich Herrn Dr. Posset (USA).

2 Pfefferkorn verwendet im folgenden penetrant den Genitiv, wenn er von diesen Männern spricht.

3 Später wiederholt in xxx.

4 In dieser Schrift wird öfter als sonst üblich ein „e“ über das „u“ gesetzt, auch da, wo es keinen Umlaut anzeigen kann und auch kein Dehungs-e sein kann, wie hier bei „Reuechlin“ und zwei Zeilen weiter bei „aueß“.

5 Prediger 3, Vers 8: „… lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.“

6 Eine bis heute typisch kölnische Form des Wortes „erzählte“.

7 In der Vorlage „erdere“.

8 Psalm 101, Vers 5: „Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den bring ich zum Schweigen. Ich mag den nicht, der stolze Gebärde und hoffärtige Art hat.“

9 Pfefferkorn bezieht sich hier und im folgenden auf die sog. „Missive“ Reuchlins von 1505.

10 Psalm 5, Vers 10: „Aus ihrem Mund kommt kein wahres Wort, ihr Inneres ist voll Verderben. Ihre Kehle ist ein offenes Grab, aalglatt ist ihre Zunge.“

11 Hervorhebung der Nummerierung, auch im folgenden, durch den Bearbeiter.

12 Psalm 31, Vers 18 f: „Die Gottlosen sollen zuschanden werden und hinabfahren zu den Toten und schweigen. Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden wider den Gerechten frech, stolz und höhnisch.“

13 Psalm 11, Vers 2: „Denn siehe, die Gottlosen spannen den Bogen und legen ihre Pfeile auf die Sehnen, damit heimlich zu schießen auf die Frommen.“

14 Zu den angeblichen Hostienschändungen und zu den angeblichen Kindermorden siehe oben Seite xxx.

15 Soviel wie: Zitat oder Querverweis.

16 In der Vorlage sind die Briefe mit römischen Zahlzeichen nummeriert.

17 Eine Abkürzung, vielleicht für „Sententiarum“?

18 In der Vorlage: „xxvij.“

19 Pyramus und Thisbe, ein Liebespaar der antiken Sagenwelt.

20 Die Formulierung könnte mißverstanden werden; Pfefferkorn will wohl sagen: Ich habe seinen Ratschlag weder heimlich noch öffentlich ausgedruckt.

21 In der Vorlage zweimal „wyder“.

22 Gemeint sind die Franziskaner (OFM).

23 Ein getaufter Jude, namens Pfaff Rapp […], war nur wenige Tage vor der Verdammung des „Augenspiegels“ in Paris, wahrscheinlich wegen Kirchendiebstahls in Halle im Auftrag des Bischofs Albert von Magdeburg, zugleich Kurfürsten von Mainz, zum Tode verurteilt und mit glühenden Zangen zerfleischt worden. Mehr dazu bei GRAETZ 1998.

24 Ulrich von Hutten war ein Humanist und Freund Reuchlins. Auf ihn geht die zweite Auflage der „Dunkelmännerbriefe“ zurück, die aber erst in 1517 erscheinen wird.

25 Philipp der Aufrichtige, auch Philipp der Edelmütige genannt (* 1448 in Heidelberg; † 1508 in Germersheim) aus der Familie der Wittelsbacher war Pfalzgraf und von 1476 bis 1508 Kurfürst von der Pfalz.

26 St. Ursula ist eine der zwölf großen romanischen Basiliken in der Altstadt Kölns.

27 D.i. ein Schmachbuch.

28 Gemeint ist das lateinische Wort „periculum“ = Gefahr, Gefährung.