Der Schmied

von Oliver (9a, 1996)

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Fotos: Helmut Jahn (1996)

Der Schmied im Mittelalter war für jegliche Art der Eisenverarbeitung zuständig. Er beschlug Pferde, stellte "Nägel mit Köpfen", Pfeilspitzen, Messer, Dolche, Schwerter und sogar groben Schmuck her.

Damals gab ca. 20 verschiedene Arten von Schmieden. Zuerst goss ein Schmied das flüssige Eisenerz zu einem Quader. Ein zweiter hatte die Aufgabe, Luftblasen und Restpartikel aus dem Eisen zu entfernen. Der dritte schmiedete aus dem Quader dünne Eisenstangen, die dann von allen anderen Schmieden weiterverarbeitet wurden.

Eine Schmiede enthielt folgende Utensilien: einen Ofen und einen Amboss. Der Ofen hiess "Esse", weil er wie ein Abzug funktioniert, nur umgekehrt: Auf einer Art Tablett lag Kohle. Diese wurde mit Hilfe eines Feuersteines, eines Stückes Eisen und eines mit Schwarzpulver angereicherten Stückes Pilz entzündet. Dann blies der Schmied mit zwei Blasebälgen, auf denen er stand, Luft von unten in das Feuer. So erreichte es eine Temperatur von etwa 1800 Grad C. Das zu bearbeitende Stück Eisen wurde in das Feuer gehalten und schmolz bei etwa 1400 Grad C. Damit dies nicht auch mit den Werkzeugen des Schmieds passierte, musste er immer "mehrere Eisen im Feuer haben". Das glühende Eisen wurde dann mit einem dieser Werkzeuge zum Amboss getragen und dort mit den verschiedensten Hämmern bearbeitet. Der Amboss war ein massiver Eisenblock mit vielen Hilfsmitteln zum Schmieden verschiedenster Formen. Auch gab es für jede Form einen bestimmten Hammer, so zum Beispiel einen geschwungenen, spitz zulaufenden Hammer zum Schmieden eines Hufeisens. Und wenn das beschlagene Pferd aufgrund der Hufeisen krank wurde oder sogar starb, war immer der Schmied schuld.

War das Eisen fertig geformt, so wurde es in kaltem Wasser abgeschreckt. Jetzt wurde es entweder direkt verkauft oder an einen feiner arbeitenden Schmied, wie zum Beispiel den Silber- bzw. Goldschmied, weitergegeben.

siehe Silberschmied


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