Der Silberschmied

von Bastian, Martin & Sven (9a, 1996)

kramer zunft kurtzweyl
Foto: Norbert Flörken (1996)

Da es im Mittelalter fast 20 verschiedene Schmiede gab, werde ich mich an dieser Stelle auf einen bestimmten konzentrieren: Den Silber- & Goldschmied .

Man wird natürlich denken: "Ah, er muss sehr reich gewesen sein, weil er doch Silber ankaufen, verarbeiten und wieder verkaufen muss."; aber es war oft nicht so.

Hatte er einen Auftrag bei seinem Stammkunden, der Kirche, so bekam er ein Stück Silber, das er verarbeiten sollte. Jetzt entschied es sich, ob der Silberschmied gut oder schlecht war. War er gut so machte er das Geforderte so dünn wie möglich und behielt den Überschuss als Bezahlung; der Schlechte aber benötigte mehr Silber und somit blieb weniger als Bezahlung für ihn übrig.

Dieses Bezahlungsystem war nur bei den Reichen und der Kirche üblich, die Mittelschicht dagegen bezahlte ganz normal mit Bargeld. Die Armen konnten sich so was natürlich nicht leisten.

Der Krieg war für viele Handwerker nicht gerade förderlich, dem entsprechend auch nicht für den Silberschmied. In Kriegszeiten wurde der größte Teil des Schmucks eingeschmolzen und zu Münzen geprägt, um die Armeen des Lehnsherren zu bezahlen.

In Friedenszeiten dagegen wurden diese Münzen wieder zu Schmuck verarbeitet und somit hatte der Silberschmied eine ziemliche Konjunktur.

Doch leider hatte er meistens kaum Zeit das erworbene Geld auszugeben, denn nach seinen acht Lehrjahren und den drei Wanderjahren hatte er noch etwa fünf Jahre Zeit, normal zu arbeiten (und sein spärliches Gehalt auszugeben :-\).

Diese kurze Lebens- und Arbeitszeit erklärt sich daraus, dass die Edelmetalle mit Quecksilber, Zyankali und ähnlich totenköpfigen Mitteln aus dem Erz gelöst wurden. Typische Berufserkrankungen waren:

siehe auch Der Schmied


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