carmen 51

ILLE mi par esse deo uidetur,
ille, si fas est, superare diuos,
qui sedens aduersus identidem te
spectat et audit

dulce ridentem, misero quod omnis
eripit sensus mihi: nam simul te,
Lesbia, aspexi, nihil est super mi
* * * * * * * *

lingua sed torpet, tenuis sub artus
flamma demanat, sonitu suopte
tintinant aures, gemina et teguntur
lumina nocte.

otium, Catulle, tibi molestum est:
otio exsultas nimiumque gestis:
otium et reges prius et beatas
perdidit urbes.

Jener scheint mir einem Gott gleich zu sein,
jener scheint, wenn es erlaubt ist, die Götter zu übertreffen,
der dir gegenübersitzt und dich
fortwährend sieht und hört. Wie süss du lachst, was mir Armen
alle Sinne raubt: sobald ich dich sehe,
Lesbia, ist mir nichts mehr an
Stimme im Munde übrig, viel mehr ist meine Zunge gelähmt, eine zarte Flamme
durchfliesst meine Gelenke, meine Ohren
klingen von ihrem eigenen Klang,
die Zwillingslichter werden
bedeckt von Nacht. Musse tut dir, Catull, nicht gut.
Du freust dich über die Musse und bist allzu ausgelassen.
Die Musse hat schon früher Könige und Städte
zugrunde gerichtet.
(B.B., Dez.1998)


Versmass: sapphische Strophe