Hundertundneunzehntausend Juden lebten in Minsk, als die nazis es besetzt huielten. 80,000 waren Einwohner der Stadt, 39,000 waren aus Wien, Prag und Berlin dorthin verbracht worden. Als die Russen die Stadt zur�ckeroberten, fanden sie noch zw�lf Juden vor. Alle anderen waren erbarmungslos ermordet worden.
Ignatz Burstein, einer der zw�lf, erz�hlte seinen grauenhaften Bericht einem Korrespondenten der Jewish Telegraphic Agency vor den Ruinen eines verkohlten Geb�udes, des gleichen hauses, in dem er und seine elf genossen, alle hochqualifizierte Arbeiter, gezwungen wurden, deutsche Milit�rfahrzeuge zu reparieren.
[...] Sie wurden in ein Straflager gebracht und dann nach [Maly] Trostinetz, acht Meilen von Minsk entfernt.
Das war das Todeslager f�r tchechische, deutsche und �sterreichische Juden. Im ganzen wurden w�hrend des jahres 1942 39,000 Juden nach Trostinetz transportiert. Von jeder Gruppe von 1000 K�pfen durften nur 5 bis 30, und zwar nur gelernte Arbeiter, leben bleiben. Im ganzen blieben 500 Personen in Trostinetz verschont. Sie wurden damit besch�ftigt, die Kleider der ermordeten Juden zur Versendung nach Deutschland zu sorteiren. Andere, darunter Burstein, wurden jeden Morgen in die Auto-Reparatur-Werkst�tten in der Stadt [Minsk] gebracht und mussten abdends in das Lager zur�ckkehren.
Im Herbst 1943 fingen die Deutschen an, das Ghetto in Minsk aufzul�sen. 8000 Juden wurden nach Lublin gebracht und dort get�tet, w�hrend mehrere Tausend in Trostinetz hingerichtet wurden. [...]
(Am 2. Juli 1944 r�ckte die Rote Armee in Minsk ein.)
[1] Fundstelle: Aufbau, New York, 21.07.1944