1996 Feb 29 Die Nazi-Greueltaten überlebt

Strassenname erinnert an Schicksal von Alfred Meier

Streit um Brandt-Ring

Troisdorf - Die Benennung von Straßen nach verdienten Bürgern und Politikern hat in Troisdorf eine gute Tradition. Ein Name kommt jetzt auf Entscheid des Haupt- und Finanzausschusses hinzu. Im Ortsteil Bergheim trägt der neue Straßenzug zwischen der Max-Hirsch-Strasse und der Straße zum Kalkofen zukünftig den Namen Alfred-Meier-Straße.

Alfred Meier wurde am 13. November 1902 als Sohn des jüdischen Ehepaares Moses Meier und Rosalie, geborene Rothschild, in Sieglar geboren. Er wurde von den Nazis in Frankreich verhaftet und nacheinander in die Konzentrationslager Auschwitz, Buchenwald und später Dachau verschleppt. Er gehörte zu. den wenigen �überlebenden dieser Lager und kehrte später nach Bonn zurück. Ein Brief aus dem Jahr 1945, indem er seine Odyssee und die Greueltaten der Nazis eindringlich schildert, �bergab sein Neffe 1989 der Stadt, die dieses außergewöhnliche Dokument im Stadtarchiv aufbewahrt. Die Benennung wurde von den Ausschussmitgliedern einstimmig beschlossen.

Bei einer weiteren Namensgebung waren die Meinungen der Fraktionen gespalten. Die Mehrheit von SPD und Bündnis 90/Die Grünen beschloss�, Für den weiteren Verlauf der Trasse der L 3 32 (zwischen Sieglarer Straße bis Einmündung Rheinstrasse) den schon bestehenden Willy-Brandt-Ring zu verlängern.

Die CDU hatte für diesen Teilbereich ebenfalls einen Altbundeskanzler als Namenspatron vorgeschlagen: Ludwig Erhard sollte nach ihrer Meinung nach hier zu Ehren kommen: (hja)