geb. Schreckenberg
Geb. 1925 in Siegburg
Siegburg, Zeithstrasse 60a, tel 65747
Lyzeum in Siegburg bis zur Stufe 11
Zunächst beschäftigt bei der Luftwaffe in Köln-Niehl zur Briefzensur
Anfang 1943 vom Arbeitsamt zur DAG versetzt, im Juli 1943 nach Hangelar versetzt wegen der zahlreichen Elsässer in Oberlar.
Oberlagerführer war ein Herr Finger, der im Lager wohnte
Des weiteren ein Herr Bordeaux (Deutscher!), ehem. Offizier am rechten Arm verwundet, verlobt mit einem Frl. Andexer (?) vom Arbeitsnachweis der DAG
Bordeaux schlug eine Russin, die wegen ihres Lohnstreifens nachfragte, mehrmals mit seiner beringten Hand ins Gesicht.
„Wen nehmen wir uns denn jetzt vor?“ Beide haben einen Belgier, Raymond BLAIRON, angeblich Jude, verprügelt und in den lagereigenen Löschteich geworfen und mehrmals hineingestoßen. Blairon ist wahrscheinlich später in Köln (Appellhofplatz) ums Leben gekommen.
Zigmunt PAWLACZEK, Pole, 17 Jahre, wohlgenährt, ging jeden Abend mit Finger ins Bett.
Lucien THOMAS, Musikstudent aus Rouen, im Lager Hangelar, religiös
Ein Italiener denunziert ihn, ein Bild Stalins im Spind zu haben. Frau Becker verzögert die Weitergabe der Meldung, aber schliesslich wird Lucien doch von Polizeimeister Franken aus Mülldorf abgeführt, kommt aber zwei Tage später wohlbehalten zurück: Er habe dort den Garten umgegraben.
Kameraden erzählen Frau Becker später, Lucien sei „bei Ausräumungsarbeiten ums Leben gekommen“ – evtl. in Verbindung in Appellhofplatz.
In Hangelar ca. 300 Westarbeiter: F, B (Wallonen), NL – ohne Zaun - und polnische Offiziere. Die Franzosen waren zwischen 18 und 30 Jahre alt.
Lagerarzt Dr. Schneider (Sohn heute Arzt in Menden) Fälle von Flecktyphus wurden ins Siegburger Krankenhaus gebracht.
Darunter Paul HALLEUX, ein Klavierspieler.
Frau Becker „leiht“ ihm Seife, damit er sich wasche; später bringt er noch einen kümmerlichen Rest zurück: „Die Kameraden haben sich ja auch waschen müssen.“
Arbeiter fahren mit der Straßenbahn zur DAG und erhalten normalen Lohn.
1945 abgebrannt, jetzt nur noch Ostarbeiter, meist von der Zellwolle.
Oberlar: kein Zaun, Russen waren frei, erhielten normalen Lohn.
Eine Küche, Hilfspersonal waren Ausländer („Schlafräumen“)
Auch BADOGLIO-Leute
Hangelar: Louis BRUNS, Pfarrer, und Jean SCHYRR, stud.theol.
Abends schwer bepackt ins Lager zurück. Meldung an SD in Siegburg „... und kommt stark beschwert ins Lager zurück.“ �ber Prälat BERS werden die beiden im Siegburger Krankenhaus von den Nonnen versteckt. Als Nonnen verkleidet, �überleben sie.
Vermerk „flüchtig“, fällt u.U. erst nach Tagen auf bei Ausgabe Essensmarken, keine Suche
Juden Siegburg:
Das Haus der alten Frau Schulz in der Holzgasse (gegenüber Lazarus) ist von Farben INHAUSEN für 7.000 RM gekauft worden.
Friedel ROSENBERG (jetzt Canada) mit Mutter bei Bauern bei Much versteckt, wohnte 1945 in der Ostwald-Strasse.