2000 Sep 1 Australier kaufen DN-Sprengmittelgesch�ft

CHEMIE „Das Ganze ist eine strategische Geschichte." Arbeitspl�tze in Deutschland sollen laut Vereinbarung nicht gestrichen werden
 Von Axel Vogel TROISDORF. Die Troisdorfer Dynamit Nobel AG (DN) verkauft ihr SprengmittelGesch�ft an den australischen Weltmarktf�hrer Orica. Mit dieser Nachricht trat DNGesch�ftsf�hrer J�rgen Zimmermann gestern an die �ffentlichkeit. Mit dabei war auch der scheidende Orica-Chef Peter Clinch und sein Nachfolger Graeme Liebelt. Eine Absichtserkl�rung �ber den Verkauf ist bereits unterschrieben. �ber den Kaufpreis schweigen sich beide Seiten aber noch aus. Genaue Zahlen sollen sp�testens bei der f�r Ende des Jahre geplanten Vertragsunterzeichnung folgen. Sicher ist jedoch: Arbeitspl�tze sollen dadurch nicht wegfallen. Zumal den DN-Gesch�ftsf�hrer auch keinerlei wirtschaftliche Zw�nge zum Verkauf der Sparte trieben: „Das Ganze ist eine strategische Geschichte", so J�rgen Zimmermann.
 Mehr auf Wachstum
 Die Unternehmen haben sich nicht unbedingt gesucht und doch idealerweise gefunden. Wie das zusammen geht, ist f�r das DN-Management kein Geheimnis: „Der Verkauf kam nicht aus Kostengr�nden zu Stande", so Zimmermann. Unstrittig ist: Die DN (1998/99: rund 4,67 Milliarden Mark Umsatz, 348 Millionen Mark Ergebnis vor Steuern) richtet ihr Augenmerk immer weniger auf die Spreng- und Wehrtechnik und immer mehr auf Wachstumsgesch�fte wie Chemiespezialit�ten und innovative Werkstoffe.

Trotzdem habe es keinen Verkaufsdruck gegeben, sagte Zimmermann. Die Sparte Sprengmittel habe „profitabel" produziert und „keine roten Zahlen geschrieben". Doch die klassischen Sprengmittel in Europa lie�en sich schlechter verkaufen. Da die M�rkte ges�ttigt sind, sieht Zimmermann, dass gro�e Investitionen f�r die Branche unausweichlich werden.

DN habe diesen Weg bereits mit Erfolg beschritten. Das Unternehmen setze statt auf traditionelles Dynamit mehr und mehr auf neue Emulsionssprengstoffe. Das habe DN weltweit den Ruf eines First-Class-Unternehmens eingebracht, das „f�hrende Technik" produziere, betonte der Gesch�ftsf�hrer. Was am Ende aber gefehlt habe, seien nicht die Konzepte gewesen sondern neue M�rkte.

Die verlagerten sich mehr und mehr nach Lateinamerika, Asien, Neuseeland sowie in GUS-Staaten wie Kasachstan und Kirgisien, erkl�rte Peter Clinch, scheidender Orica-Chef. Und genau hier habe sich seine Firma die Position als Weltmarktf�hrer bei Sprengmitteln erk�mpft. Seit drei Jahren sei Orica ein rein australisches Unternehmen. Derzeit habe es weltweit �ber 4.500 Mitarbeiter, der Umsatz belaufe sich auf rund 1,5 Milliarden Mark.

Da Oricas neuer Chef Graeme Liebelt vor allem die Unternehmensaktivit�ten in Europa intensivieren m�chte, sei der Kauf des DN-Sprengmittelgesch�ftes von DN geradezu ideal. Gehe alles nach Plan, brauchten beide Seite f�r die Vertragsunterzeichnung und die Zustimmung der jeweiligen Aufsichts- und Kartellbeh�rden noch drei Monate. Stimmten die zu, �bernehme Orica Teile der Werke in Troisdorf, Burbach-W�rgendorf sowie Beteiligungen an mehreren Produktions- und Vertriebsgesellschaften. Betroffen seien von dem Verkauf rund 500 Mitarbeiter im In- und Ausland sowie ein aktueller Umsatz von 60 Millionen Mark.

Dabei will Liebelt vor allem auf das deutsche Management und Belegschaft setzen: „Die spielen eine gro�e Rolle f�r die weltweite Entwicklung." Die Zukunftschancen f�r die deutschen Mitarbeiter werde durch den Verkauf „eher verbessert und erweitert".

Generalanzeiger Bonn, 01.09.2000