1569 Visitationsprotokoll der Pfarrei St. Johannes des Täufers, Metternich[1]

Dominus Joannes Hamerius, pastor in Metternich, habet ecclesiam ex collatione quondam Rev(erendissimi] domini a Weda[2]; una cum sculteto ibidem et aliis parrochianis inquisitus. Nulli defectus, sed omnia catholice servantur. Nullos hereticos habent. Domicellus Joannes Metternich in festo Pasch[a]e advocari curat aliunde, qui ipsi cum familia communionem porrigit, sed qualiter nescit.
Publicos criminosos non habent, sed quendam adulterum, qui conventus [est] per sutorem fiscalem.
Parrochiani cum pastore contenti [sunt], non adeo bene propter senium audit, sed bene concionatur et parum competenti[a]e habet, nisi 30 jurnalia terr[a]e arabilis et adhuc qu[a]edam exigua emolimenta, ut vix vivere possit. Domus dotis[3] et structura ecclesi[a]e bene conservantur. Scholam pro iuventute instituenda non habent. Blanckhardt et Schaipman decimas habent.
Herr Johannes Hamer, Pfarrer in Metternich, hat die Kirche nach einer damaligen Collation durch den hochwürdigsten Herrn Hermann von Wied; zusammen mit dem Schultheiss dort und anderen Pfarrangehörigen. Es gibt keine Ungläubigen, vielmehr wird alles katholisch gehalten. Sie haben keine Ketzer. Der Grundherr Johannes Metternich lässt am Osterfest [die Leute] von überall her holen, er selbst nimmt mit seiner Familie die Kommunion, weiss aber nicht, warum.
Bekannte Straftäter haben sie nicht, aber einen Ehebrecher, der ... Schuster ... Steuer...
Die Pfarrangehörigen sind mit dem Pfarrer zufrieden, wegen seines Alters hört er nicht gut, predigt aber gut, er hat wenig ..., nur 30 ... Ackerland und dazu geringe Erträge, so dass er kaum leben kann. Die Güter des Hauses und der Bau der Kirche werden gut gepflegt. Eine Schule für die Erziehung der Jugend haben sie nicht. Blankart und Scharpmann haben den Zehnten.

[1] Nach: August FRANZEN (Hrg.), Die Visitationsprotokolle … im Erzstift Köln … 1569, Münster 1960, S. 226. Siehe auch: Paul HEUSGEN, Die Pfarreien der Dekanate Meckenheim und Rheinbach, Köln 1926, S.228.

[2] Vermutlich Hermann von Wied, 1515-1547.

[3] Eigentlich: dotes.

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