Die Armenverwaltung in Siegburg

in der Mitte des 19.Jahrhunderts

von Jutta Ho., Daniela St., Daria Ez. und Julia Ta.

Im folgenden Text werden wir die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben der Armenverwaltung in der alten Bürgermeisterei Siegburg anhand der Budgets von 1852 - 1859 darlegen. Wir beziehen uns dabei auf die Akten Nr.33 (1850 - 1860) und Nr.37 (1858 - 1861).

Kurzer geschichtlicher Hintergrund:

Durch das Fortschreiten der industriellen Revolution Anfang des 19.Jh. und die verstärkte Bildung des Proletariats, verfiel ein Großteil der Bevölkerung in Armut und benötigte zum Überleben die Hilfe der Gemeinden und des Staates.

Viele Familien lebten am Rand des Existenzminimums, so dass sogar Kinderarbeit nötig war, um der Familie die wichtigsten Nahrungsmittel zu gewährleisten. Oft bestand die tägliche Mahlzeit aus einer einzigen Scheibe Brot und einem Teller Brühe. Der explosionsartige Anstieg der Bevölkerungszahl führte zu einer enormen Wohnungsnot, so dass eine 8köpfige Familie oft in einem einzigen Zimmer leben musste.

Erläuterung der Armenverwaltung in der alten Bürgermeisterei Siegburg:

Bei der Bearbeitung der Akte Nr. 33 konnten wir erkennen, dass keinerlei Gelder für Dinge wie Gesundheitswesen (siehe Punkte 15, 23, 11, 3, 2), Unterkünfte (13, 22 ), Schulwesen (4) und Altersvorsorge ausgegeben wurden. Diese sind jedoch wichtige Bestandteile des heutigen Sozialhilfewesens (1997).

Damals beschränkten sich die Ausgaben lediglich auf das Elementare, wie zum Beispiel Lebensmittel, Bekleidung, Beerdigungskosten, Erziehung der Waisen. Bei einem Vergleich mit der Akte Nr. 37 konnten wir jedoch eine leichte Verbesserung im Schul - bzw. Gesundheitswesen (Lehrmittel, Pflegekosten) feststellen. Im Bereich der Unterkünfte war eine geplante Verbesserung für 1860 zu erkennen. Die Erziehung der Waisen wurde jedoch nicht weiter finanziell unterstützt. Ein möglicher Grund für diese Tatsache könnte die Finanzierung durch kirchliche oder private Unterstützungen sein, welche jedoch nicht aus der Akte hervorgehen.

Ihre Einnahmen erhielt die Armenverwaltung durch Pachtungen, speziell erhobene Steuern und die Gemeindekasse. Allgemein lässt sich festhalten, dass lediglich mehr oder weniger wohlhabende Bürgern für die Armenverwaltung zahlen mussten.

Quellen:

Akten der Armenverwaltung der alten Bürgermeisterei Siegburg mit der Nummer 33 (1850 - 1860) und der Nummer 37 (1858 - 1861)


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