Aus unserer Arbeit

Die Beschwerden eines Denkmalbesitzers

Bei unserem Besuch im Innern der Villa wurden wir von Herrn Gilbert Helm, dem derzeitigen Besitzer der Villa Langen, geführt. Hierbei erfuhren wir nicht nur, wie die einzelnen Räume restauriert wurden, sondern auch wie die Denkmalbesitzer von Stadt, Land und dem Staat alleine gelassen werden.

So konnte Herr Helm uns berichten, dass man sich bei ihm für den Kauf der "Bruchbude" noch nicht einmal bedankt habe.

Ausserdem musste er, um finanzielle Unterstützung zu bekommen, hart kämpfen. Er berichtete zum Beispiel, dass dem Vorbesitzer 50.000 DM als Notarkosten bereitgestellt wurden. Das Geld wurde von diesem jedoch niemals abgeholt, weil er das Interesse an dem Haus verloren hatte. Herr Helm hatte dieses Geld niemals gesehen. Er erfuhr davon durch Zufall und bekam dieses erst durch langen Papierkrieg.

Als wir uns verabschiedeten, warnte er uns ausdrücklich davor, jemals ein Denkmal zu erwerben, da man mit diesen vollkommen allein dasteht (Grund: siehe oben).

Unsere Erfahrungen bei der Materialsammlung:

Unser erster Schritt war es, im Archiv der Stadt Troisdorf nach geeignetem Material zu suchen. Hierbei wurden wir sehr freundlich von Herrn Dederichs unterstützt.

Als zweiten Schritt suchten wir den obersten Denkmalpfleger der Stadt Troisdorf, Herrn Jung, auf. Er überliess uns auf Treu und Glauben Blaupausen und die Villa betreffende Briefe.

Als drittes planten wir eine Besichtigung des Villa - Inneren. Der Besitzer, Herr Helm, wusste über die Renovierung des Hauses sehr gut Bescheid, weil er, wie er selbst sagte, in unzähligen Arbeitsstunden mitgewirkt hatte. (Weiteres: Siehe Text: Die Beschwerden eines Denkmalbesitzers)

Als letzten Schritt begaben wir uns ins Amtsgericht Siegburg. Dort erlebten wir einen unangenehmen Teil unserer Spurensuche: Nach langer Suche fanden wir endlich das Zimmer, in dem uns die Akte über das Haus gezeigt werden konnte. Da wir eine Vollmacht des Herrn Helm besassen, durften wir diese Akte einsehen. Leider fanden wir nicht den gewünschten Hinweis, das genaue Baudatum. Stattdessen mussten wir hören, dass, wenn wir ältere Akten dieses Hauses sehen wollten, wir die Vollmacht der vorherigen Besitzer haben müssten. Nach langem hin und her wurden wir für den nächsten Tag bestellt, an dem wir ausser einem unfreundlichen Rechtspfleger, der uns auf den Datenschutzparagraphen Nummer 12 verwies, nichts Neues fanden. Doch ganz zum Schluss trafen wir dann doch einen uns gesonnenen Beamten, der versprach, die Angelegenheit für uns zu regeln. [Till]