Die Germanengruppe

stier Die Schülergruppe 1993 die Urkunde urkunde

von Christof, Sonja, Sabine, Martin, Jana, Caroline, Daniel und Peter aus der Klasse 9a des Gymnasiums Zum Altenforst, Troisdorf; Tutor: Norbert Flörken. Die Arbeit wurde 1992 beim Schülerwettbewerb Deutsche Geschichte - um den Preis des Bundespräsidenten - zum Thema "Denkmal..."[1] eingereicht und mit einem Preis bedacht.

Beschreibung der Plastik

Unser Denk-Mal ist eine etwa lebensgrosse Beton-Skulptur aus dem Jahre 1940, die zunächst an öffentlichem Platz, seit 1971 auf Privatgelände steht. Es handelt sich um die realistische Darstellung von einem Stier und zwei männlichen Germanen. Die beiden Männer versuchen, das Tier mit den Armen zu halten bzw. in eine bestimmte Richtung zu drängen. Die Plastik, die ursprünglich nicht bemalt war, ist später bemalt worden; zunächst in zwei unpassenden Farben, zuletzt in einigermassen adäquater Farbgebung.

germanen Die Skulptur an ihrem Originalplatz
an der Römerstrasse, unmittelbar am Ursulaplatz
(Photo: H. Ossendorf, in: Trippen [1940], S.186).

Der Name des Künstlers und eine Jahreszahl sind seitlich zu lesen: "F P MÖLLER 1940"; ferner trägt der Sockel zwei Inschriften: "GERMANEN AN DER RÖMERSTRASSE" (links) und "WER IN EHRFURCHT SEINER AHNEN GEDENKT, IST WERT, IHR ERBE ZU SEIN." (rechts).

Der Stier trägt keinerlei Zaumzeug, Geschirr o.ä.; die Männer sind unterschiedlich bekleidet: derjenige, der vorne seitlich am Stier steht, trägt eine Kappe, einen Schulterumhang, eine Art Kittel und lange Hosen, ferner Schuhe; der andere Mann, der hinter dem Stier steht, trägt die gleiche Kappe, den gleichen Kittel und Schuhe. Die Kleidungsstücke sind braun, blau oder grün bemalt. Der Stier ist schwarz und weiss ("schwarzbunt") nach einem lebenden Vorbild bemalt. Heute steht die Skulptur im Hof des Landwirtes Fritz B. in St. Augustin-Niederpleis.

Die Aufstellung 1940

Über die Aufstellung im Jahre 1940 sind wir durch einen Zeitungsartikel im Kölner "Stadt-Anzeiger" vom 5.Juni 1940 unterrichtet. Darin heisst es u.a., dass am Vorabend der Gemeinderat von Troisdorf, ferner die Beigeordneten und der Bürgermeister sowie der Vorstand der 1918 gegründeten Troisdorfer Wohnungsbaugenossenschaft (WBG)[2] nach einer Feierstunde im [alten] Rathaus an der Poststrasse das Denkmal an der "Herbert- Norkus- Strasse"[3] der Öffentlichkeit übergaben.

schünemann Bürgermeister Ernst Schünemann
(Trippen [1940], S.191)

Bürgermeister war seit dem 2. Mai 1936 Ernst Schünemann, der auch gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der WBG war. Vorstandsvorsitzender der WBg war seit der Gründung im Jahre 1918 der Volksschulrektor Adolf Friedrich; er führte in der Feierstunde aus:

Es ist nicht nur die Aufgabe der Wohnungsbaugenossenschaft, geeignete Wohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung zu erstellen, sondern sie will darüber hinaus helfen, an der Verschönerung des Ortsbildes mitzuarbeiten und dem Schönheitssinn der Bevölkerung Rechnung tragen.

Bei der Bauplanung der Genossenschaftshäuser am Ursulaplatz war auch vorgesehen, an der Herbert-Norkus-Strasse ein Bildwerk in Stein zu setzen, das, der Örtlichkeit entsprechend, historischen Inhalt aufzeigen sollte.

ursulaplatz der Ursulaplatz Ende der 30er Jahre
(Photo: H. Ossendorf, in: Trippen [1940], S.187).

Friedrich hatte also durchaus im Sinne, das zu tun, was wir heute "Kunst am Bau" nennen: Architektur mit einem Kunstwerk verschönern. Zudem wollte er an dieser Stelle auf historische Dinge anspielen. Das Problem war aber, dass die Nationalsozialisten am Ende des Jahres 1935 die gemeinte Strasse nach einem ihrer Helden, eben Herbert Norkus, umbenannt hatten.

Der Zeitungsartikel ist also sehr ungenau, wenn es später heisst: ...die Herbert-Norkus-Strasse, Jahrzehnte früher als Römerstrasse benannt, ... Es waren noch nicht einmal fünf Jahre vorbei, dass die Strasse noch so hiess. Zu dem historischen Hintergrund später mehr.

Der Künstler war F.P. Möller aus Eitorf (Siegkreis), über den weiter nichts bekannt ist. Der Journalist nennt die Plastik "lebensgross und lebenswahr" und "ein Symbol vereinter Kraft". Etwas unklar bleibt die Formulierung Schünemanns, der Möller für

seine schöne Arbeit (dankt), die trotz mancher entgegenstehender Schwierigkeiten zu einem glücklichen Ende geführt wurde.

Eindeutiger sind dagegen die Dankesworte Schünemanns für Friedrich,

der seit Bestehen der Genossenschaft seine gesamte Freizeit für die Genossenschaft opfere und an ihrem Aufblühen und ihren Erfolgen den grössten Anteil habe. Er [=Schünemann] schätze sich glücklich, eine solche bewährte Kraft mit einem eifrigen Stabe an seiner Seite zu wissen, und danke Rektor Friedrich für seine über 20jährige Mühen aufrichtig.

Die Teilnehmer der Feierstunde gingen dann zur Römerstrasse und besichtigten das "wohlgelungene Werk". Die Troisdorfer Kinder aber zeigen weniger Respekt vor dem "Kunstwerk": Schon in den ersten Tagen "werden Klagen laut über jugendlichen Unfug":

Kinder klettern auf das Denkmal und benutzen mit besonderer Vorliebe den Stier als Reittier. Auch sonst wird allerlei Unfug an dem Kunstwerk getrieben, das dadurch nur zu leicht Schaden nehmen kann.[4]

Die Beteiligten 1940

Die Beteiligten sind überwiegend Nationalsozialisten, allen voran Bürgermeister Schünemann. Ohne hier auf Einzelheiten eingehen zu wollen, wird er von Zeitzeugen als eigenwillig, jovial, wenig "nationalsozialistisch" geschildert. Nur so war es wohl auch möglich, dass er für einen Mann wie Friedrich, der als überzeugter Katholik und [vermutlich] auch Zentrumsmitglied stadtbekannt war, anerkennende Worte von dieser Eindeutigkeit finden konnte; ansonsten waren die Zentrumsleute, Pfarrer und aktiven Katholiken den Nationalsozialisten verhasst. Ob sich Friedrich seinerseits den Machthabern nach 1933 angepasst hat, ist nicht sicher nachweisbar.

Friedrichs Ausführungen zum geschichtlichen Hintergrund (s.u.) sind sachlich sehr umstritten; der Artikel kann aber nicht "braunes" Gedankengut zu Tage fördern. Friedrich wird zitiert:

Sie [die Plastik] soll uns an eine Zeit erinnern, wo zwei starke Völker - Germanen und Römer - friedlich nebeneinander lebten und im Austausch ihrer Kulturgüter sich gegenseitig förderten. Sie wird den Troisdorfer wie den Fremden darauf aufmerksam machen, dass unmittelbar in der Nähe der Kölner Strasse, dieser Schlagader des modernen Verkehrs, ein Handelsweg liegt, der schon von unseren Ahnen benutzt wurde und wegen seines Alters ein Kulturdenkmal bedeutet, das im Zeitenlauf uns erhalten werden muss.

Ganz unerwartet findet Friedrich im Juni 1940 - kurz vorher sind die Deutschen in die westlichen Nachbarländer eingefallen - Worte der Völkerverständigung und des friedlichen Zusammenlebens unter den Völkern - wenn auch bezogen auf eine Zeit vor 2000 Jahren, wenn auch sicher historisch geschönt.

Schünemann gibt sich da schon kriegerischer:

Es sei gegenwärtig nicht die Zeit, Feste zu feiern, da unsere Mitbrüder im heftigsten Abwehrkampf stünden, aber man gedenke ihrer auch jetzt und vor allem des Garanten des deutschen Sieges, des Führers Adolf Hitler.

Die historischen Anspielungen 1940

Friedrich behauptet, die Herbert-Norkus- bzw. Römerstrasse sei ein Abschnitt des sogenannten "Mauspfades", eines "uralten Handelsweges ... zwischen Mittelmeer und Nordsee"; und "Der Mauspfad wurde zur Zollgrenze [zwischen Römern und Germanen]". Friedrich geht in seiner Vision sogar so weit zu behaupten:

Berücksichtigt man, dass von Altenrath, wo sich wie am Fliegenberge germanische Ansiedlungen bis ins vierte Jahrhundert n.Chr. befanden, ein Weg nach Mondorf zum Rhein führte, der den Mauspfad etwa am heutigen Jahnplatz schnitt, so dürfen wir mit Wahrscheinlichkeit annehmen, dass an diesem Übergang eine römische Zollwache bestand.

und etwas später:

Die Plastik stellt eine germanische Handelsgruppe dar, die am Mauspfad haltmacht, um die mitgeführten Waren verzollen zu lassen. Das Zugtier ist abgeschirrt, der Wagen selbst ist nicht zu sehen.

Da ist dem Volksschulrektor in seiner Germanenbegeisterung die Phantasie durchgegangen. Einigermassen sicher ist: Der Mauspfad war ein alter Trampelpfad, aus nördlicher Richtung kommend und auf hochwassersicherem Niveau, der auf Troisdorfer Stadtgebiet an Höhe verlor, weil er dort den Fluss Agger überquerte.

Dass Römer den Fuss auf das heutige Stadtgebiet von Troisdorf gesetzt haben, ist denkbar, mehr aber auch nicht. Für römische Hoheitsakte und Staatlichkeit in unserem Raum, d.h. rechts des Rheins, - wie es Zollstationen gewesen wären - gibt es keinerlei Anhaltspunkte.

Geradezu rührend ist, was Friedrich zu dem Stier und den beiden Männern noch alles hinzudenkt: einen Wagen, zu verzollende Waren, Geschirr. Kein Wunder, dass die Kinder dieser Phantasie nicht folgten.

Der Umzug 1971

Wenn man den Beteiligten und Zeitzeugen Glauben darf, hat die Plastik in den späteren Jahren sehr gelitten. Böse Buben hatten sie immer wieder bemalt, Wind und Wetter hatten dem Material arg zugesetzt. 30 Jahre später, im Sommer 1971, kam der stellvertretende Landrat und Landwirt Fritz B. nach Troisdorf, zu derselben Wohnungsbaugenossenschaft, um eine Rede zu halten. Er hörte davon, dass das Beton-Ungetüm auf die Müllkippe sollte. Da griff er zu: "Ich nehm's, bevor es verschrottet wird." zitiert ihn eine Zeitung[5].

Anderntags liess er einen starken Räumbagger anrücken, der das ganze Stück auf einen Lastwagen lud und zu ihm nach Hause brachte. Fritz B. musste nichts dafür bezahlen, sondern nur die alte Stelle gärtnerisch wiederherrichten. Beckers Gäste in Niederpleis erkannten nicht alle auf Anhieb das Kunstwerk: Ein Kreisobermedizinaldirektor hielt - allerdings in der Dunkelheit des Novembers - den Stier für ein Pferd und den Germanen für St. Martin.

stier auf dem Tieflader 1972
(Photo: Fritz B.)

Seitdem hat B. die Germanen schon mehrmals reparieren und zweimal anstreichen lassen müssen, um dem Materialverfall Einhalt zu gebieten. Wir haben die drei im Herbst 1992 - gut 50 Jahre sind sie alt - besichtigt und ausprobiert.

Die Germanengruppe - ein erhaltenswertes Kunstwerk ?

Neben unserer Suche nach Informationen über den Stier haben wir uns auch Gedanken über das Denkmal gemacht. Wir diskutierten über eine eventuelle Rückholung des Stiers nach Troisdorf. Anfangs waren die Meinungen sehr verschieden, da wir dachten, es wäre ein richtiges Nazi-Denkmal. Nachdem wir jedoch mehr über den Stier erfahren hatten, änderte sich unsere Meinung. Wir beschlossen, uns für die Rückholung einzusetzen.

Abgesehen davon schrieben wir verschiedene prominente und kompetente Leute an mit der Bitte, sich dazu zu äussern. Und hier das Ergebnis:[6]

1. Zunächst der Bürgermeister Hans Jaax, kurz und bündig:

Meine »Rückholneigung« ist schwach ausgeprägt.

2. ähnlich der stellvertretende Stadtdirektor Dr. Walter Wegener:

Da mir glaubhaft versichert wurde, dass die Gruppe einen etwaigen Transport nach Troisdorf nicht heil überstehen würde, sondern im Gegenteil sich in ihre einzelnen Bestandteile auflösen würde, sehe ich keinen Bedarf, über diese Frage weiter nachzudenken.

3. Als nächster Rolf Möller für den Kulturverein "Troisdorf's Zene":

Unbedingt dafür!

4. Etwas umfangreicher Helmut Schulte, Denkmalschutzbeauftragter der Stadt Troisdorf:

Hier meine Antwort: Ich halte von einer Wiederaufstellung aus zwei Gründen gar nichts.

1. Hiess die heutige "Römerstrasse" früher Troisdorfer Viehgasse (Viehtrift zum Altenforst). Ein Bezug zu Römern und Germanen ist irrig.

2. Ist das Beton-Machwerk eine typische NS-Entgleisung, die krampfhaft in jedem Ort eine Germanisierung suchte oder schuf.

5. Und einer der bekannten Troisdorfer Maler, Josef Hawle:

Ich bin sehr dafür, dass die Figur wieder zurück an die Stelle an der Römerstrasse kommt. Ich selber habe sie als Schüler [der Realschule Heimbachstrasse, d. Vf.] jahrelang gesehen und war traurig, als sie auf einmal fehlte. Die Stadt bezahlt für neue Objekte (wie die Stadttore, DM 450.000), da sollte sie so eine alteingestandene Figur, selbst für Geld, zurückholen. Notfalls durch Sammeln, wie beim "Dicken Mann".[7]

6. Was meint der ehemalige Direktor von Josef Hawles Schule, der Stadtverordnete Dr. Wilhelm Neusser? "Nein." Er gibt die ausführlichste und literarischste Begründung in seinem Mundartvortrag von 1985. Damals sagte er:

[in Troisdorfer Mundart:]

Zweidausend Johr Kuns in Droosdoref.

Ne Windböggel ess ene Böggel, dä su deck ussieht wie wenn für hondet Marek Jescherr drenn wöör. Un wenn de drenn luurs: bloss Wind. [...]

Nu mohten eenes Daachs Schreihäls en bronge Uneforme alles noch schöne und jrütte und flöcke und jrossdeutsch hann. Dat joov ene Wind! [...]

Un dann moht alles arisch un jermanisch senn. Also mohten och en Drosdoref Jermane ze Huss jeweers senn, un et schöns wöör et jeweers, de Hermannschlacht hätt am Ravensberg stattgefonge.

Dat jink nu net. ävve wenn de Joldfasan werde wells un noch en Schnur an de ärem un ene dobbelte Steern op de Scholde un ene Orden met Kappes und Schavuur op de Bross wells hann, mosste de jet einfalle losse. Jet mieh, wie neu Hüüse baue und Strosse flastere, Fahne ophange und zackich marschiere. -

Hadde de Veehjass jekannt? Do stonnt 1900 een Huus [...] Wie die Hüüse om Orselaplatz jebaut wuurten un met Fahne, Musik un zackijem Opmarsch enn jeweiht woore wurde, heesch et: jetz moss och e Denkmol her, e jermanischet, heldendeutschet. Un dat moht noh Blut un Boden - ob dem Droosdorefer Sand un Klei - ruche. Un also hatten se ussjetiffelt, ne jermanische Buur möht an de Eck von de Römestross dä Röme ene Oors vekoofe. Ov me Lääbe heh ens Röme jeweers senn, bezwiefelen ich.

[Dr.Neusser beschreibt im weiteren das Schicksal des Stiers und der Germanen, die immer mal wieder von unbekannter Hand bunt angemalt wurden.]

Et woor net mieh ze donn. Die Dierquälerei konnt me net mieh met ahnsenn. Doh hätt sich eene erbaremb un hätt en met noh Neddeplees jenomme. Doh stehte noch, op enem jruusse Buure Hoff. [...]

Ich hann vüür dä Pitte jesaht: "Pitte", saagen ich, "loss öm Joddes Welle dä Oors ze Plees, söss kriejen ich de Bejoovung. [...] Dä Oors kütt me net mieh en et Dörep. [...]

[ins Hochdeutsche übersetzt:]

2000 Jahre Kunst in Troisdorf.

Ein Windbeutel ist ein Beutel, der so aussieht, als ob für 100 DM Material darin wär. Und wenn du hineinschaust: nur Wind.

Nun mussten eines Tages Schreihälse in braunen Uniformen alles noch schöner, grösser, schneller und grossdeutsch haben. Das gab einen Wind!

Und dann musste alles arisch und germanisch sein. Also mussten auch in Troisdorf Germanen gelebt haben, und das allerschönste wäre gewesen, wenn die Hermannschlacht am Ravensberg[8]stattgefunden hätte.

Das ging nun mal nicht. Aber wenn du "Goldfasan" werden willst und noch eine Schnur am ärmel und einen doppelten Stern auf der Schulter und einen Orden mit "Kappes un Schavuur" haben willst, musst du dir etwas einfallen lassen. Etwas mehr als [nur] neue Häuser bauen, Strassen pflastern, Fahnen aufhängen und zackig marschieren. -

Habt ihr die Viehgasse gekannt? Da stand 1900 ein einziges Haus. Als die Häuser am Ursulaplatz gebaut und mit Fahnen, Musik und zackigem Aufmarsch eingeweiht worden waren, hiess es, jetzt müsse ein Denkmal her, ein germanisches, ein heldendeutsches. Und das musste nach Blut und Boden riechen - auf dem Troisdorfer Sand- und Kleiboden. Und so haben sie sich ausgedacht, ein germanischer Bauer müsste an der Ecke der Römerstrasse den Römern einen Ochsen verkaufen. Dass - bei meinem Leben - hier jemals Römer gewesen sind, bezweifele ich.

Es war nicht mehr auszuhalten. Die Tierquälerei konnte man nicht mehr mitansehen. Da hat sich jemand erbarmt und hat ihn [=den Ochsen] nach Niederpleis mitgenommen. Da steht er noch, auf einem grossen Bauernhof. Ich habe Peter Haas[9] gesagt: "Peter, lass um Gottes Willen den Ochsen in Niederpleis, sonst wird mir schlecht. Der Ochse kommt mir nicht mehr ins Dorf."

Literatur

TRIPPEN, Peter Paul: Heimatgeschichte von Troisdorf, Köln 1940.

MüLLER, Rolf: Geschichte der Troisdorfer Pfarreien, Siegburg 1969.

jh: ..., in: Rhein-Sieg-Rundschau, 29.10.1971.

itr: Troisdorf weihte sein erstes Denkmal, in: Stadt-Anzeiger, 5.6.1940.

itr: Das Denkmal ist kein Spielplatz, in: Stadt-Anzeiger, 8.6.1940.

Dank

Herrn Matthias Dederichs vom Stadtarchiv Troisdorf,

Herrn Harry Mehling, Troisdorf, für Reproarbeiten,

Herrn Fritz B., für Auskünfte und Überlassung vom Material.



[1] Denkmal: Erinnerung - Mahnung - Ärgernis. Katalog der preisgekrönten Arbeiten, Band 10 - Wettbewerb 1992/93. Verlag edition Körber-Stiftung, Hamburg 1996, hier: S. 280. Zu dem Thema "Denkmal" wurden 2.319 Arbeiten eingereicht, 667 Geld- und Buchpreise wurden vergeben.

[2] zur Gründung s. MüLLER, Pfarreien, S.78.

[3] Herbert Norkus (1916-1932), Hitler-Junge, beim Kampf mit Kommunisten erstochen. Siehe dazu Rudolf RAMLOW: "Herbert Norkus? Hier!", o.O. (Union Deutsche Verlagsanstalt), 1. Auflage 1933.

[4] Stadt-Anzeiger vom 8.Juni 1940.

[5] Rhein-Sieg-Rundschau vom 29.Oktober 1971.

[6] Weitere Stellungnahmen sind nicht - oder verspätet - eingetroffen. Die Auswahl ist nicht repräsentativ.

[7] Hawle meint damit die Plastik "Dicker Mann" von Karl-Henning Seemann, aufgestellt in der Fussgängerzone am 11.Juni 1988; siehe Stadt Troisdorf (Hrg.): Dokumentation zur übergabe der Plastik "Dicker Mann" [...], Troisdorf 1988.

[8] gemeint ist die Varusschlacht im Teutoburger Wald (9 n.Chr.); der Ravensberg ist einer der Hügel im Troisdorfer Wald, auf denen Spuren germanischer oder fränkischer Siedlung gefunden wurden.

[9] gemeint ist Peter Haas, Ortsvorsteher von Troisdorf-Mitte.

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