1933 April 04 Eröffnung des Gemeinderates Alt-Troisdorf (SZ) i

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T r o i s d o r f, 6.April. Leider[,] möchte man sagen, war der prachtvoll geschmückte Thiesensche [Saal] viel zu klein [,] um alle die Erschienenen zu fassen, die der Einladung zur Eröffnung des Troisdorfer Gemeinderats gefolgt waren. Ausser den Oberklassen der Schulen waren die hiesigen Vereine, Verbände und sonstige Korporationen mit Fahnendeputationen vertreten. Unter den Erschienenen bemerkte man als Ehrengäste u.a. Regierungsassessor Dr. Thiel und Kreisdeputierter Herchenbach als Vertreter der Kreisverwaltung, sowie verschiedene massgebende Persönlichkeiten der hiesigen Fabriken. Eine solche gewaltige u[nd] eindrucksvolle Feier wie diese hat Troisdorf wohl noch selten gesehen.

Nach den einleitenden Musik- und Gesangvorträgen, dem Prolog, gesprochen von einem SA.-Mann, eröffnete der Bevollmächtigte der Nationalen Regierung, Herr Naas, die Feier und gab in kurzen Zügen die Ziele der Nationalen Regierung bekannt. Nun ergriff Bürgermeister Langen das Wort zur Begrüssung der Ehrengäste und der Erschienenen. Er gelobte der neuen Regierung die Treue der Gemeinde, ermahnte die neuen Gemeindeverordneten[,] getreu ihre Pflicht zu tun[,] und bat aber auch die Erschienenen[,] ihrerseits Vertrauen zur Verwaltung zu haben, damit die Gemeinde als Urzelle des Staates gedeihe und mit der Gemeinde der Staat und das Vaterland. Anschliessend nahm er die Verpflichtung der G[emeinde]V[erordneten] vor. Einsprüche gegen die Wahlii waren nicht erfolgt.

Aus der nun getätigten Wahl der Beigeordneten und Kommissionen gingen hervor: Beigeordnete: Steinmetz Pet[er], Hagen Amandus, Dr. Karl Mannstaedt und Braschoss Franz; [es folgen die Kommissionen und ihre Mitglieder].

Dem Antrag, die Poststrasse "Adolf-Hitler-Strasse" zu benennen, wurde zugestimmt. Ebenfalls wurde dem Antrag stattgegeben, dem Reichspräsidenten v[on] Hindenburg und dem Reichskanzler Adolf Hitler das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Weiter folgten nun die Reden der einzelnen Fraktionsführer, die ebenfalls der neuen Regierung treue Mitarbeit gelobten zum Wohle der Gemeinde und des Vaterlandes. Damit nahm die eindrucksvolle Feier, die von Musikvorträgen einer SA- und einer Stahlhelmkapelle, sowie von Gesangsvorträgen des MGV "Caecilia" umrahmt war, ihr Ende.


iSZ, 6.4.33.

iiDer Wahlvorgang selbst kann ja noch als rechtsstaatlich eingestuft werden. Dass KPD und SPD fehlen, steht auf einem anderen Blatt.