1933 April 04 Eröffnung des Gemeinderates von Alt-Troisdorf (WB) i

Gemeinderatssitzungen im Siegkreis

[...] in Troisdorf

Heute morgen 11 Uhr trat der neugewählte Gemeinderat zu seiner ersten Sitzung zusammen, die in feierlicher und erhebender Form abgehalten wurde. Der Römersaalii Troisdorf konnte die Massen, die dieser nationalen Veranstaltung beiwohnen wollten, nicht fassen. Vertreter der Geistlichkeitiii , der Behörden, Fahnenabordnungen von Verbänden und Vereinen, zahlreiche Ehrengäste, die Schulkinder und viele Bürger füllten den Saal.

Man sah unter anderen den Kreisleiter der NSDAP, Pg. Hoffstätter M.d.L., den Leiter des Finanzamtes in Siegburg, den Pg. Oberreg[ierungs]rat Kolleve, den Staatskommissar für die Stadt Siegburg, Pg. Willi Ley, von der Kreisverwaltung Herrn Reg[ierungs] Assessor Dr. Thiel und den Kreisdeputierten Herchenbach.

Nach dem feierlichen Einzug der Fahnen, darunter allein vier Hakenkreuz- und eine Stahlhelmfahne, sprach stellvertretender Kreisleiter Pg. Gabriel Saal einen Prolog, der die deutsche Nation zur Freiheit und Einigkeit aufrief.

Sodann ergriff der Beauftragte der nationalen Regierung beim Amte Troisdorf, Obersteuersekretär Pg. Nassiv, das Wort zu einer längeren Rede, woran sich eine Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges anschloss. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden, und alles gedachte unserer Gefallenen des Weltkrieges und der Blutopfer unserer Freiheitsbewegung.

Der Männergesangverein "Caecilia" Troisdorf brachte nun einen wohlgelungenen Chorgesang zu Gehör und erntete für seine Darbietung reichen Beifall.

Hiernach sprach der Bürgermeister von Troisdorf, Herr Langen.

Zu Beginn seiner Ausführungen wies er darauf hin, dass es ein Symbol sei, dass das Wappen von Troisdorf heute von dem Hakenkreuzbanner und der Fahne Schwarz-Weiss-Rot umrahmt würde.

Er betonte die Bereitwilligkeit[,] in Einigkeit mitzuarbeiten am Wiederaufbau unseres Vaterlandes. Dann forderte er die Wiederherstellung der Selbstverwaltung und das Wiederkehren von Sauberkeit und Gerechtigkeit in den einzelnen Verwaltungen.

Zum Schluss gelobte er dem Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, und dem Reichskanzler Adolf Hitler treue Gefolgschaft und brachte ein dreifaches Heil auf diese Führer unseres Volkes aus.

Nun wurde in die eigentliche Tagesordnung eingetreten. Der Bürgermeister verpflichtete die neuen Gemeindeverordneten durch Handschlag. Die Gültigkeit der Wahl wurde einstimmig festgestellt. Ebenso einstimmig wurden die Beigeordneten und die einzelnen Kommissionsmitglieder gewählt. Der Bürgermeister gab ferner bekannt, dass verschiedene Strassenumbenennungen erfolgt seien, und zwar die Poststrasse in Adolf-Hitler-Strasse und die Friedrich-Ebert-Strasse in Claus-Clemens-Strasse.

Der Fraktionsführer der NSDAP, Standartenführer [Peter] Reinar[t]z, beantragte, den Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, und den Reichskanzler Adolf Hitler zu Ehrenbürgern zu ernennen. Der Bürgermeister befürwortete diesen Vorschlag, der dann auch einstimmig angenommen wurde.

[...]

Nach Schluss seiner Rede sang die Menge begeistert das Horst-Wessel-Lied.

Der Männergesangverein "Caecilia" sang abermals einen Chor, und jetzt sprach der Vertreter des Zentrums, Dr. [Wilhelm] Hamacher. Aus seinen Ausführungen konnte man die prinzipielle Bereitschaft zur tätigen Mitarbeit schliessen.

Der Vertreter der Arbeitsgemeinschaftv, Gemeindeverordneter Taube, führte aus, [...] er sei froh, dass die marxistische Herrschaft endlich gebrochen sei, denn die früheren Machthaber hätten jegliche Aufbauarbeit im nationalen Sinne gehemmt. Er und seine Freunde seien bereit, mitzuarbeiten für die Ziele der nationalen Regierung.

Nach Vorträgen der [SA-] Standartenkapelle 160 und der Stahlhelmkapelle schloss der Bürgermeister die in vollster Einmütigkeit verlaufene erhebende Feier.


iWB, 6.4.33.

iigemeint ist der Saal Thiesen in der Poststrasse.

iiiim Original gesperrt.

ivin anderen Texten: Naas.

vgemeint ist die "Gemeinnützige Interessengemeinschaft", die 5 Gemeindeverordnete zählte, also genauso viele wie die NSDAP.