1933 Schulchronik Bergheim (Auszüge) i

[1933]

Januar

Am 30. Januar ernannte Reichspräsident von Hindenburg den Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, Adolf Hitler, zum Reichskanzler.

März

Die Reichstagseröffnung in Potsdam wurde am Dienstag, den 21. März, durch Rundfunk übertragen. Die Oberstufe versammelte sich in der Wirtschaft „Zur Linde“, wo durch guten Empfang die Kinder ein Bild von der Grösse des geschichtlichen Ereignisses erhielten.

April

Es kamen 14 Kinder zur Entlassung, 27 wurden aufgenommen.

Am 20. April 1889 wurde Adolf Hitler in Braunau am Inn geboren. Im Weltkrieg noch ein unbekannter Soldat, führt er heute die Geschicke des deutschen Reiches. Das deutsche Volk vertraut seiner Tatkraft und erhofft Befreiung von innerer Zweitracht und vom Druck äusserer Feinde (Versailler Vertrag).

[…]

[1934]

Vom 6. Nov. 1933 – 24. März ds. Jrs. wurden zu einer Kinderspeisung Kakao und Brötchen verabreicht. Die Mittel dazu wurden teils von der NS-Volkswohlfahrt, teils von Stiftern der Ortschaft Bergheim, teils von Kollegen des Systems aufgebracht. Anfangs nahmen 31, später 41 Kinder gratis an der Speisung teil, den übrigen Kindern wurde gegen 5 Pfennige ein Kakaotrank verabreicht.

[…]

Dezember

Anstelle der Elternbeiräte, die die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllt haben, wurde auf Verfügung des Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auch in Bergheim die Schulgemeinde geschafft[!] und Jugendwalter berufen. Die Eltern der Schulkinder bilden mit den Lehrern nun die Schulgemeinde Bergheim. Führer derselben ist der Schulleiter. Zu seiner Unterstützung beruft er je nach Klassenzahl Jugendwalter. Nach Rücksprache mit dem Ortsgruppenleiter wurden hierzu folgende Personen ernannt: […]

[1935]

November

Die NSV der Ortsgruppe stellt für 36 [von 213] Kinder vom 18.11.35 – 28.3.1936 ein Frühstück bestehend aus einem Fläschchen (1/8 l) Kakao u. einem Brötchen. Die Auswahl der Kinder wurde dem Schulleiter überlassen.

[…]

[1936]

30. Januar 1933 – 30. Januar 1936

Zum drittenmal hielten wir Rückschau auf eine Zeitspanne deutscher Geschichte, die eine neue Epoche des grossen Schicksalskampfes des deutschen Volkes eingeleitet hat. Wir danken dem Führer für jenen Kampf bis 1933 und für alle Taten seit diesem Jahre, an die wir heute denken. Der 30. Januar soll auch der Schule ein neuer Ansporn sein, im Sinne des grossen Kampfes auch weiterhin die ganze Kraft für die Gestaltung des grossen Werkes des Führers einzusetzen.

Die Schulfeier im festlich geschmückten Raum der Klasse I zeigte folgende Reihenfolge:

  1. Lied „Heilig Vaterland“
  2. Vortrag „Die Fahne“, Hr. Anacker, „Völkischer Spruch“, Hr. Malmaes
  3. Lied „Treue Liebe bis zum Grabe“
  4. Vortrag „Uns eint …“ - Dem Führer, Will Vesper
  5. Lied „Ich hab mich ergeben“, 1.-3. Str[ophe]
  6. Vortrag „Der Führer“, Hr. Anacker
  7. Sprech[…] „Ruf an die Zeit“, Heinz Görz
  8. Lied „Ich hab mich ergeben“, 4.-5. Str.
  9. Ansprache des Schulleiters „Einigkeit, das Ziel jahrtausendealten Ringens, ist durch Hitler erreicht.“
  10. Deutschland- und Horst-Wessel-Lied

1933 Schulchronik Troisdorf, Schule Blücherstrasse (Auszüge) ii

[1936 Okt 18]]

Heute wurde der HJ von Troisdorf ihr Heim übergeben. Nachmittags versammelten sich HJ, DJ, BDM und VJ vor dem mit Girlanden und Fahnen geschmückten Heim, wo um 4 Uhr die Feier der Einweihung mit dem Sprechchor „Nur der Freiheit gehört das Leben“ eröffnet wurde. Nach einem Lied begrüsste Bürgermeister Schünemann [die NS-Prominenz]. Das herrliche Heim wurde auf den Namen seines Erbauers „Helmut Jakobs“ iiigetauft und der HJ übergeben.

1933 Schulchronik Friedrich-Wilhelms-Hütte (Auszüge) iv

[1933]

Januar 30. Bei der Wiedereröffnung der Schule [nach einer Woche Grippe] fehlen von 239 Kindern 19.

[…]

Februar 27. 40 Kinder erhalten täglich l Milch und ein Brötchen als Schulfrühstück auf die Dauer von 4 Wochen. […]

März 8. Wegen des Wahlsieges der nationalen Regierung unter der Kanzlerschaft Adolf Hitlers fällt der Unterricht aus. Der Vorsitzende des Schulvorstandes, Bürgermeister Recktenwald, ist am 4.III. in Schutzhaft genommen und nach seiner Entlassung aus dem Siegburger Zellengefängnis auf unbestimmte Zeit beurlaubt worden. Die Geschäfte führt als kommissarischer Bürgermeister Herr Söntgen aus Meindorf.

März 11. Es findet eine Gedenkstunde an die gefallenen Krieger des Weltkrieges statt. Die Klassenlehrer halten die Feier mit den Kindern in den Klassenräumen ab.

[…]

März 13. Wagnergedenkfeier aus Anlass des 50. Todestages des Meisters.

März 18. Die Schülerbücherei wurde geprüft, ob Werke, die das nationale Empfinden verletzen oder die Ehrfurcht vor der deutschen Vergangenheit untergraben könnten, vorhanden seien. Da seit Gründung der Bücherei auf diese Gefahr stets geachtet wurde, fand sich nichts, was ausgeschieden werden müsste.

März 21. Tag von Potsdam. Aus Anlass der feierlichen Eröffnung des Reichstages fand eine eindrucksvolle Schulfeier in den einzelnen Klassen statt. Da die Schule über ein Hörgerät[!] nicht verfügt, wurde der Zeitpunkt des Beginns und des Schlusses gewählt, dass die Kinder, die zu Hause Radio haben, rechtzeitig um 12 Uhr zu Hause sein konnten. Eine Teilnahme der Schule am Fackelzug war nicht möglich, weil die Benachrichtigung über diesen Punkt zu spät in der Schule eintraf.

[…]

Mai 1. Tag der nationalen Arbeit. Um 8 Uhr feierlicher Schulgottesdienst. Darauf Marsch zum Schulhof. Die Kinder singen das Horst-Wessel-Lied und Wanderlieder. Die Schule ist mit grünen Maien und der schwarz-weiss-roten Reichsflagge sowie der Hakenkreuzfahne geschmückt. Die Kinder stellen sich im Viereck auf und hören die Ansprache des Schulleiters, der die Bedeutung der deutschen Arbeit in kindertümliche Worte kleidet. Nach einem kräftigen Hoch auf das deutsche Vaterland und dem Absingen der Nationalhymne sind die Kinder entlassen. Eine Anzahl Erwachsener nahm an der kurzen, aber erbaulichen Feier in inniger Erhebung[?] teil.

Mai 2. [Dienstag:] 2.45 wird der Schulleiter Repgen verhaftet und durch Polizeiwachtmeister Pelkmann, Hilfspolizist Kreutzer SA und Sturmführer Papst SA im Auto zum Zellengefängnis nach Siegburg gebracht.

Mai 8. [Montag:] Rektor Repgen wird aus der Schutzhaft entlassen. Es wird ihm feindliche Betätigung gegen die nationale Regierung vorgeworfen.

Mai 10. [Mittwoch:] Rektor Repgen nimmt den Unterricht und die Leitung der Schule wieder auf.

Mai 26. Rektor Repgen wird bis zur Klärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe bis auf weiteres aus seiner Stellung als Rektor an der Schule Fr.Wilh.Hütte vom Herrn k[ommissarischen] Regierungspräsidenten Dr. zur Bonsen beurlaubt.

Mai 27. Rektor Repgen überträgt schriftlich die vertretungsweise Leitung der Schule dem dienstältesten Kollegen Herrn Carl Patt.

[Nach dieser Eintragung wechselt der Schreiber.]

[…]

Juni 24. Am Fest der Sommersonnenwende fiel der Unterricht aus. An diesem Tage fanden die Reichsjugendwettkämpfe in S[iegburg] Mülldorf statt, an denen sich die kath. Schule beteiligte. Am Abend desselben Tages nahmen die Kinder vom fünften Schuljahr aufwärts an der Sonnenwendfeier in Menden teil. Die Veranstaltung begann mit einem Zug durch das Dorf zum Sportplatz. Dort wurden beim Schein des Feuers Reigen aufgeführt, Sprechchöre, Gesangvorträge und Ansprachen wechselten ab. Die Feier klang aus in einem dreifachen „Sieg Heil“ auf unseren Volkskanzler Adolf Hitler und unser Vaterland. Nachdem das Horst-Wessel-Lied gesungen war, wurden die Kinder der kath. Schule von ihren Lehrpersonen wieder nach Fr.Wilhelmshütte geführt.

[…]

[1934]

Februar 1. Die Kinderspeisung wird, da weitere Mittel nicht mehr zur Verfügung stehen, eingestellt.

[1938]

Nov. 9 Aus Anlass des heutigen Gedenktages trägt die Schule Flaggenschmuck. In den einzelnen Klassen werden Feierstunden abgehalten.

1933 Schulchronik Troisdorf, Schule Kirchstrasse (Auszüge) v

[1933]

Die nationale Erhebung des Deutschen Volkes.

Am 30. Januar 1933 übertrug der Herr Reichspräsident v. Hindenburg dem Führer der Nationalsozialisten Herrn Adolf Hitler die Bildung der neuen Regierung. Das neu gebildete Kabinett bestand aus führenden Männern der Nationalsozialisten und aus Männern des Kampfblocks Schwarz-Weiss-Rot. Der Reichstag, die Landtage, die Provinziallandtage, Kreistage, Stadt- und Gemeindeparlamente wurden aufgelöst. […] Am 12.März fanden die Wahlen zum Provinziallandtage, Kreistages u. zur Gemeinde statt, die auch fast überall mit einer Mehrheit für die nationalen Parteien ausfielen. – Es ist noch zu erwähnen, dass am 19. Febr. abends das Reichstagsgebäude in Berlin von ruchlosen Händen in Brand gesetzt wurde, um Verwirrung im deutschen Volke zu stiften. Die Regierung verstärkte die Polizei durch SA und SS und durch Leute des Stahlhelms ganz erheblich. […] Mit eisernem Besen wurde in Reich, Staat, Stadt und Gemeinde gesäubert. […]

Die Gemeinde hatte im Saale Mörsch [am 21.3.33, Tag von Potsdam] ein starkes [Radio-] Empfangsgerät aufstellen lassen. Gegen 11.30 Uhr trafen sämtliche Schulkinder des Ortes, die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Lehrer u. Lehrerinnen, in dem mit Flaggen u. Bäumen festlich geschmückten Saale ein. Der Führer der Nationalsozialistischen Partei von Troisdorf, Herr Steinmetz, und andere Herren der Partei waren zugegen. Gegen 11.45 Uhr hielt Herr Rektor Friedrich eine Ansprache, in der er auf die hohe Bedeutung des Tages hinwies. Zum Schlusse brachte er ein dreifaches Heil auf das deutsche Volk aus. Um 12 Uhr wurde das Empfangsgerät eingeschaltet, und alle hörten mit Ergriffenheit u. Begeisterung den feierlichen Staatsakt. […]

Der Fackelzug [am Abend] in unserem Heimatorte war ein so grosses Schauspiel, wie es Troisdorf nie zuvor gesehen hatte. Die nationalen Verbände, die Kinder mit ihren Lehrern und Lehrerinnen, sämtliche Vereine, Bürger und Bürgerinnen, alle waren sie dabei, als die Nation zu neuem Frühling erwachte. Die Strassen prangten im Flaggenschmuck u. überall waren die Häuser illuminiert u. kräftiges Feuerwerk wurde abgebrannt. Die gewaltige Menge sammelte sich zum Schlusse auf dem Marktplatz, wo die erhabene Feier mit einer Ansprache, dem Deutschland- und dem Horst-Wessel-Lied ihren Abschluss fand. Alle Teilnehmer, gross u. klein, gingen mit dem Gefühle nach Hause, am heutigen Tag Grosses erlebt zu haben.

Am Dienstag, den 4.4.33, morgens 11 Uhr fand im grossen Saale Thiesen die feierliche Eröffnung der ersten Sitzung des neu gewählten Gemeinderates statt. An dieser Feier nahmen auch die Knaben der oberen Klassen u. die Lehrerschaft teil. Der gr[osse] Saal war festlich geschmückt und zu klein, um alle die vielen Teilnehmer an dem Festakt fassen zu können. Ausser den Spitzen der Behörden u. Parteien erschienen die Geistlichkeit beider Konfessionen und die Bürgerschaft in grosser Zahl. Die Kapellen der SA und des Stahlhelms, der Gesangsverein Cäcilia verschönerten die Feier. Besonders imposant war der Einmarsch der SA, der SS und des Stahlhelms u. der Flaggenabordnungen aller Vereine von Troisdorf. Bürgermeister Langen eröffnete die erste Sitzung u. vereidigte die Gemeindeverordneten durch Handschlag. Anschliessend sprachen die Führer der einzelnen Fraktionen und betonten gegenseitige Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinde.

Am 1. Mai 1933, dem Tage der nationalen Arbeit, fanden in Troisdorf grosse Veranstaltungen statt. […] Bei dem grossen Festzuge ging auch der NS-Lehrerbund Troisdorf geschlossen mit Fahne mit. […]

1933 Schulchronik Oberlar, evang. Schule (Auszüge) vi

[1933 März 21]

Ein hiesiges Radiogeschäft hatte einen Lautsprecher in das Klassenzimmer der I. Klasse gelegt. Um 11.45 Uhr versammelten sich sämtliche Kinder in dieser Klasse. Nach dem Anfang „Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret“ wies Lehrer Ettwig in seiner kurzen Ansprache auf die Bedeutung des heutigen Tages hin. Nun wurde das Deutschlandlied gesungen. Anschliessend hörten wir die übertragung des feierlichen Staatsaktes in der Garnisonkirche zu Potsdam. Gegen 1 Uhr war die übertragung beendet. Abends 19.30 Uhr veranstalteten die Schulen mit den nationalen Verbänden einen Fackelzug durch den Ort. Er endete mit einer Kundgebung auf dem Schulplatz. Nach dem Gesang des Deutschlandliedes löste sich der Zug gegen 21 Uhr auf. […]

[1933 Okt 10]

Beginn der Kinderspeisung. Die Kinder erhalten gegen Bezahlung von 5 u. 7 Rpf. ein Fläschchen Milch oder Kakao. Für je 10 Flaschen gibt der Händler eine Gratisflasche für unsere Kinder.

[1933 Dez 1]

Die N.S.V. unterstützt die Kinderspeisung. Die Schule erhält jeden Morgen für die Kinder der Erwerbslosen 11 Brötchen.

1933 Schulchronik Oberlar, kath. Schule (Auszüge) vii

[1933]

Der Reichspräsident v. Hindenburg ernennt den Führer der nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei N.S.D.A.P. zum deutschen Reichskanzler u. beauftragt ihn mit der Bildung der Regierung. Damit gelangt eine Bewegung, die 14 Jahre mit Mut und Begeisterung für ihre Sache gekämpft hat, zum Siege, und die durch die überwindung des Liberalismus u. der im Weimarer System festgelegten formalen Demokratie Deutschland nach seiner politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und ethischen Seite vollkommen umgestalten wird. Das erste Ziel der neuen Regierung: überwindung des verderblichen Kommunismus und Marxismus wird sofort mit aller Energie in Angriff genommen. Im ganzen Land wird die neue Regierung mit Jubel und Begeisterung begrüsst. […]

Der neu gewählte Reichstag tritt am 21. März zu seiner feierlichen Eröffnung in der Garnisonkirche in Potsdam am Grabe Friedrichs des Grossen zusammen. […] Die Kinder nahmen durch Radioübertragung an diesem historischen Geschehen in Potsdam teil. Nach einer auf die grosse Bedeutung des Tages hinweisenden Ansprache des Schulleiters an die auf dem Schulhofe versammelten Kinder folgte die Radioübertragung aus Potsdam. Eine Radioanlage war eigens der Schule in drei Sälen angelegt worden. Das gemeinsame Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die Schulfeier. […] Am Abend des Tages von Potsdam veranstalteten die nationalen Verbände zusammen mit der ganzen Schule u. allen Ortsvereinen u. unter allseitiger Beteiligung der gesamten Bevölkerung einen Fackelzug durch das Dorf. […]

1933 Schulchronik Sieglar (Auszüge) viii

[1933]

Am 30. Januar 1933 übernahm Adolf Hitler die Regierung und rettete damit unser geliebtes Vaterland vor dem Untergang. Die Fahnen der 14 Unglücksjahre (schwarz-rot-gold) wurden glücklicherweise für immer beseitigt und durch das strahlende, glückverheissende Hakenkreuz ersetzt. Ebenso erhielt die Schule wieder die alten Farben schwarz-weiss-rot. […]

[1934]

Am 1. Juni 1934 übernahm Herr Kreisschulrat Langenbach, ein alter, bewährter Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung, die Aufsicht über den Schulbezirk Sieg I. […]

[1935]

Die Vereidigung auf die neue Regierung wurde am 4. September 34 in Oberdollendorf durch den Herrn Kreisschulrat Langenbach vorgenommen, wo dieser herzliche Worte der Kameradschaft und Treue an die Lehrerschaft richtete. Alle Lehrenden des Systems gehören dem N.S.L.B. an. […]

Bereits im März 1933 wurde die Eingliederung der Jugend in die Hitlerjugend durchgeführt, deren Leiter Herr Lotz ist. Etwa 60 % konnte der H.J. zugeführt werden. […]

Auf Grund seiner antinationalsozialistischen Tätigkeit wurde dem Pfarrer Boehmix durch Verfügung des Herrn Reg.-Präsidenten vom 23.5.35 (II A 718/35) die Erlaubnis zum Unterrichten in Schulen entzogen. [...]

Die am 20. April in das Landschuljahr nach Saalmünster entsandten 12 Knaben der hiesigen Schule kamen am 15. Dezember wieder in die Heimat zurück. Alle Jungen machten den dankbar besten Eindruck und waren voll des Lobes vom Lager in Saalmünster.

[1936]

Mit Schreiben vom 21. Jan. 1936 wurde der Schule von der Gebietsführung der H.J. in Köln die Genehmigung der Hissung der H.-J.-Flagge erteilt. Es dieses besonders deshalb bemerkenswert, weil Sieglar als zweite Schule im Siegkreis (Oberlar erste) die Genehmigung erhielt. Der feierliche Akt wurde am 1. Februar 10 Uhr vormittgas vollzogen in Anwesenheit des Bürgermeisters, Ortsgruppenleiters und Vertreter aller N.S.-Formationen, sowie des gesamten Lehrkörpers.

1933 Schulchronik der evangelischen Schule Victoriastrasse (Auszüge) x

1933

30. Januar: Adolf Hitler wurde zum Reichskanzler ernannt.

23. bis 28 Januar: Schulfrei wegen er zahlreichen Grippeerkrankungen

8. März: Schulfrei wegen des glücklichen Wahlergebnisses für die deutsche Sache[?] Adolf Hitlers.

21. März: Schulfeier zur Eröffnung des neuen Reichstages in der Garnisonkirche in Potsdam mit Radioübertragung. Der Elternbeirat und Bürger der Gemeinde nahmen teil. Am Abend vorher [!] war ein Fackelzug veranstaltet worden.

4. April: Die Oberklasse marschierte zum Thiesenschen Saal, dort waren die Oberklassen der anderen Schulen auch versammelt. Es gab die Eröffnung des neuen Gemeinderates. Nachdem der Kommissar Herr Naas der Toten des Weltkrieges und der Bewegung gedacht hatte, hielt der Herr Bürgermeister die Eröffnungsrede und verpflichtete die neuen Gemeinderäte. An diesem Tag begannen die Osterferien. […]

1. Mai: Erstmalig Feier der nationalen Arbeit. Die Lehrerschaft marschierte in dem grossen festlichen Aufzuge mit. Auf der Troisdorfer Heide war eine grosse Kundgebung.


iFundstelle: StaT, B 999.

iiFundstelle: StaT, B 977.

iii Photo von H.J. siehe Abb. 195 ff.

ivFundstelle: StaT, D 17.

vFundstelle: StaT, B 970.

viFundstelle: StaT, B 981.

viiFundstelle: StaT, B 989.

viiiFundstelle: StaT, B 991.

ixPhotos von Pfarrer Böhm/Boehm siehe Abb. 184 f.

xFundstelle: StaT, A 973.