1935 Mai 22 Volksgerichtshof: Beschluss1


15 J 753/33
I Tgb. 83/35

Beschluss

In der Strafsache gegen die Arbeiterin Margarete Kellershohn aus Troisdorf, hier gegen:
1.) Den Uhrmacher Peter Krüger aus Köln-Vingst, Bambergerstr.6,
2.) Den kaufm. Angestellten Rudolf Krüger aus Köln-Vingst, Bamberger Str.6, geboren am 26. März 1912 zu Köln-Lindenthal,
3.) Den Arbeiter Jacob Stäger aus Oberlar, Paul-Müller-Str.8, geboren am 5. April 1906 zu Rath-Heumar, Krs. Köln,
4.) Den Arbeiter Peter Weiss aus Oberlar, Horst-Wesselstr.3, geboren am 22. Juli 1906 zu Köln-Deutz,
5.) Den Invaliden Heinrich Niesser aus Troisdorf, Altestrasse 34, geboren am 17. Oktober 1896 zu Siegburg, Siegkreis,
6.) Den Schreiner Paul Schiffel aus Troisdorf, Waldweg 20, geboren am 8. September 1891 zu Niederfrauendorf, Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde,
7.) Den Metallarbeiter Leonhardt2 Rödel aus Troisdorf, Roonstr.1, geboren am 29. Juli 1907 zu Ramsen, Kreis Kirchheimbolanden,
8.) Den Dreher Karl Kropp aus Troisdorf, Bismarckplatz 4, geboren am 30. November zu Köln-Kalk,
9.) Den Arbeiter Adolf Rödel aus Troisdorf, Roonstr.4, geboren am 3. September 1908 zu Ramsen, Kreis Kirchheimbolanden,
10.) Den Schachtmeister Christian Roelen aus Troisdorf, Schlossstr.,6, geboren am 31. März 1891 zu Köln-Kalk,
11.) Den Bäcker Bruno Frank3 aus Troisdorf, Kölnerstr.125, geboren am 1. Juli 1908 zu Lodz, staatenlos,
12.) Den Arbeiter Wilhelm Knott aus Troisdorf, von Loestr., geboren am 14. Februar 1904 zu Wissen, Krs. Altenkirchen,
13.) Den Monteur Gottfried Ravenstein aus Troisdorf, Klevstr.21, geboren am 8. März 1902 zu Köln-Ehrenfeld,

wegen Vorbereitung zum Hochverrat hat der Volksgerichtshof, 1. Senat, in der Sitzung vom 21. Mai 1935 nach Anhörung des Oberreichsanwalts

beschlossen: !

1.) Die unter Ziffer 1 – 13 genannten Angeschuldigten werden aus dem tatsächlichen Grunde nicht ausreichenden Beweises ausser Verfolgung gesetzt.
2.) Die gegen die Angeschuldigten Peter Krüger, Peter Weiss, Heinrich Niesser, Paul Schiffel, Leonhard Rödel, Karl Kropp, Adolf Rödel, Bruno Frank, Wilhelm Knott und Gottfried Ravenstein erlassenen Haftbefehle des Untersuchungsrichters des Reichsgerichts in Essen vom 9. Januar 1934 werden aufgehoben.
3.) Den unter Ziffer 1 – 13 des Beschlusses aufgeführten Angeschuldigten steht ein Anspruch auf Entschädigung aus der Reichskasse wegen der erlittenen Untersuchungshaft nicht zu, da das Verfahren weder ihre Unschuld ergeben noch dargetan hat, dass gegen sie ein begründeter Verdacht nicht vorliegt.
Gez. Schauwecker Lämmle Schoepplenberg
Ausgefertigt
Berlin, dem 22. Mai 1935
[Unterschrift]
Amtmann
Urkundsbeamter der Geschäftsstelle.

An den Invaliden
Herrn Heinrich Niesser
Troisdorf


1 Fundstelle: Archiv Hendewerk; gleichlautendes Dokument auch für Karl Kropp, ebd.
2 Richtig: Leonhard.
3 Richtig: Franke.