1935 Juli 15 Landrat an Gestapo Köln wegen Urteil gegen Ka./Ke., Entwurf i

Der Landrat des Siegkreises Siegburg, den 15. Juli 1935

  1. L.

  1. An die Staatspolizeistelle in Köln.

Margarete Ke[...], geb. 8.5.1904 in Troisdorf, und der Arbeiter Peter Ka[...], geb. 12.3.1907 in Oberlar, sind Zeitungsnachrichten zufolge vom 1. Senat des Volksgerichtshofes wegen Hochverrats zu je 2 ½ Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Die Ke[...] und Ka[...] befanden sich in Schutzhaft und sind von dort aus in Untersuchungshaft genommen worden.

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  1. Z.d. A. 74-4

In Vertretung

Kommunisten aus dem Siegkreis vor dem Volksgericht

bb Berlin, 13. Juli

Der 1. Senat des Volksgerichtshofs verurteilte heute die 31 Jahre alte Margarete Ke[...] aus Troisdorf im Siegkreis und den 28jährigen Peter Ka[...] aus Oberlar im Siegkreis zu je zweieinhalb Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.

Die beiden Angeklagten hatten bis zum September 1933 den Versuch unternommen, die illegale Organisation der KPD in ihrem Heimatbezirk wieder aufzubauen, und zu diesem Zweck u.a. auch Besprechungen mit einem Kölner Funktionär angehalten. Dieser Kommunist hatte eine Schreibmaschine und eine Vervielfältigungsapparat zur Herstellung von Hetzschriften in Aussicht gestellt, es war den Angeklagten jedoch nicht nachzuweisen, dass es tatsächlich schon zur Anfertigung von Flugblättern gekommen war. Zur Anwendung gelangten die alten mildern Strafbestimmungen. Strafmildernd wurde auch berücksichtigt, dass es sich nur um untergeordnete Mitglieder der illegalen Organisation handle, die keinen wesentlichen Schaden angerichtet hatten.


iFundstelle: ARSK, LSK 38, Bl. 163; der Ausriss aus dem "Westdeutschen Beobachter" ist auf das Blatt aufgeklebt.