1937 Sep 21 Das HJ-Heim, Baubeschreibung i

Baubeschreibung und Erläuterungsbericht

Das H.J. Heim in Troisdorf wurde nach dem verstorbenen Bürgermeister Helmut Jakobs, der sich um die Errichtung und für die Beschaffung der Mittel sehr bemüht hatte, Helmut Jakobs Heim benannt.

Es liegt in sehr guter Ortslage an tadellos ausgebauten Strassen, in nächster Nähe des Sportplatzes und des Waldes.

Das Gebäude besitzt 2 Eingänge, die seitlich gelegt sind. Im Kellergeschoss sind untergebracht; 1 Fahrradraum, 1 Bastelraum, 1 Kochküche mit 4 Herden, 2 Aborte, 1 Waschküche, 1 Hausmeisterkeller, 1 Brauseraum mit Auskleideraum.

Im Erdgeschoss sind angeordnet; 1 Gemeinschaftsraum, der durch Klapptüre in 2 Bäume aufgeteilt wird, 5 Scharräume und 2 Führerzimmer, Abortanlage, alle Räume liegen an einem Garderobeflur. Das Erdgeschoss wird von der H.J. und dem Jungvolk benutzt.

Im Obergeschoss sind 4 Räume für die Jungmädel und BDM, 2 Büroräume, Bad- und Abortanlage, Garderobeflur und die Hausmeisterwohnung bestehend aus Küche und 2 Zimmer untergebracht.

Architektur. Das H.J.-Heim ist im Anklang an die alte Troisdorfer Bauweise errichtet worden. Das Erdgeschoss ist in Bruchsteinmauerwerk ausgeführt, desgleichen die Treppenpodeste mit Brüstungsmauer für die 2 Eingänge. Das Obergeschoss in Fachwerk geputzt und geweisst. Die Dacheindeckung in Schiefer in altdeutscher Art.

Bauausführung: Fundament und aufgehendes Kellermauerwerk in Kieszementbeton 1:8. Die Kellerdecken in Beton 1:6 zwischen I Eisen. Kellerfussboden der Küche und Aborte in Mosaikplatten, die Fussböden der übrigen Räume in Zementestrich. Die Wände(r) der Küche in Majolikaplatten. Die Wände der übrigen Bäume zum Teil verputzt und geweisst.

Die Aussenwände des Erdgeschosses in Bruchstein mit Zementschwemm-steinhintermauerung, die Decken als Holzbalkendecken, Decken und Hände in Kalkmörtel verputzt und mit Leimfarbe gestrichen. Die Sockel zum Schutz in Mineralfarbe. Die Fussböden der Aborte und Flure in Mosaikplatten.

Die Wände des Obergeschosses in Fachwerk mit Schwemmstein ausgemauert, im Innern mit 2,5 cm Heraklithplatten bekleidet und mit Kalkmörtel verputzt, die Becken als Holzbalkendecken mit Heraklithplatten 2,5 cm stark unterkleidet und verputzt. Decke und Wände wie im Erdgeschoss behandelt.

Die Zwischendecke beider Geschosse sind in ganzer Balkenhöhe zur Schallisolierung mit Schlackenwolle ausgefüllt. Der Dachstuhl ist in Kiefernbauholz gezimmert, verschalt und mit bestem Moselschiefer in altdeutscher Deckung eingedeckt, desgl. die Schornsteine und 1 Dachhäuschen. Das Gebäude ist mit einer Niederdruckdampfheizung ausgestattet, sämtliche Räume sind beheizt. Für die Brauseanlage ist ein 500 Ltr-Boiler eingebaut, der von der Heizung gespeisst[!] wird. Das Brausebad besitzt 10 Brausen. Die Keller- und Erdgeschosstreppe in massiver Ausführung. Die Treppe zum Dachgeschoss als Holztreppe.

Aufgestellt:

Troisdorf, den 21. September 1937

Gemeindebauamt:

Gemeindebaumeister.


iFundstelle: StaT, A 2202.