1937 Dez 16 Gestapo Köln verbietet katholische Pfarrjugend Spich i

Abschrift.

Geheime Staatspolizei Köln, den 16. Dezember 1937.

Staatspolizeistelle Köln

B.-Nr. II B 3956/37.

An den Herrn Landrat in Siegburg.

Betrifft: Katholische Pfarrjugend in Spich b/Sieglar

Vorgang: Ohne.

Auf Grund des § 1 der Verordnung vom 28.2.1933 und der Verordnung vom 23.7.1935 habe ich die katholische Pfarrjugend der Pfarrei Spich b/Sieglar aufgelöst, weil ihre Angehörigen sich nicht in rein religiös-kirchlicher Art betätigten, sondern darüber hinaus bündisch ausgerichtete Fahrten, Spiele und Heimabende veranstaltet haben.

Der Leiter der Pfarrjugend, Kaplan Johannes Mandelartz, Spich, Bahnstrasse 21, hat die ihm obliegende Aufsichtspflicht vernachlässigt und das Tun und Treiben der aufgelösten Pfarrjugend durch sein Verhalten noch gefördert.

Ich ersuche, die Auflösungsverfügung dem Kaplan Mandelartz bekanntzugeben und ihm protokollarisch zu eröffnen, dass den Angehörigen der Pfarrjugend in Zukunft jede Veranstaltung untersagt wird. Für jeden Fall der Zuwiderhandlungen wird strengste staatspolizeiliche Massnahme angedroht.

Ueber das Veranlasste bitte ich um Mitteilung.

gez. Isselhorst,

(L.S.)

Beglaubigt:

gez. Blumentritt,

Angestellte.

Der Landrat. Siegburg, den 23. Dezember 1937.

I.L.St.1160.

G.R.

dem Herrn Bürgermeister in

Sieglar

zur gefl. weiteren Veranlassung im Sinne vorstehender Stapo-verfügung und entspr. Berichterstattung nach hier.


iFundstelle: StaT, B 276. Am 27.12.1937 unterschreibt Kaplan Mandelartz die Kenntnisnahme.