1938 Dez 13 Göring über Verkauf jüdischer Grundstücke i

Abschrift

Ministerpräsident Generalfeldmarschall

G ö r i n g

Beauftragter für den Vierjahresplan

Reichskommissar für die Preisbildung

RfNr. IV-250-10337

Berlin, den 13. Dezember 1938

W 9, Leipziger Pl. 7


Schnellbrief !

Streng vertraulich!

An

Sämtliche Preisbildungs- und Preisüberwachungsstellen (mit Umdruck für die unteren Verwaltungen)

Runderlass Nr. 146/38

Betr.: Verlauf von jüdischen Grundstücken

Im Einvernehmen mit dem Herrn Reichswirtschaftsminister bestimme ich über die Behandlung von Grundstücksverkäufen durch Juden folgendes:

Bis zum Erlass des Ausführungserlasses zur Verordnung über den Einsatz des jüdischen Vermögens vom 3. Dezember 1938 (RGBl. I. S.1709) sind Verträge über jüdische Grundstücke, die nach dem 9. November 1938 abgeschlossen worden sind, vorläufig nicht mehr zu genehmigen, da noch eine nähere Regelung über die Grundsätze der Preisbildung erfolgen wird.

[...]

Die vor dem 10. November 1938 durch Juden getätigten Grundstücksverkäufe sind in der bisherigen Art und Weise abzuwickeln. Eine Bestimmung, dass die jüdischen Verkäufer nur den Einheitswert erhalten dürfen, besteht nicht. Ich habe aber keine Bedenken, wenn an die Errechnung des volkswirtschaftlich gerechtfertigten Preises etwa schärfere Anforderungen gestellt werden. Eine Herabsetzung des Kaufpreises unter die Höhe der dinglich gesicherten Belastungen ist jedoch unzulässig. Auch darüber hinaus ist darauf zu achten, dass eine Herabsetzung des Kaufpreises nicht zur Schädigung arischer Gläubiger führt.

[...]


iFundstelle: StaT, B 2998.