1941 Sep 15 Der Reichsarbeitsminister (RAM) an die Landesarbeitsämter i

Der Reichsarbeitsminister

Va 5135/7569/41 g

Berlin, den 15. September 1941

SW 11, Saarlandstr.96

Geheim! ii

An die Herren Präsidenten der Landesarbeitsämter

einschl. Zweigstelle Nürnberg –

Betrifft: Anordnungen für die Behandlung Sowjet.KGef.

Das OKW hat mit Befehl vom 8.941 - Az 2 f 24 11 AWA/Kriegsgef. (I) Nr. 3058/41 geh. - Anordnungen für die Behandlung sowjet. KGef. herausgegeben, von denen ich Ihnen nachstehend den Teil IV „Arbeitseinsatz sowjet. Kr. Gef.“ bekanntgebe:

Allgemeines

Sowjet.Kr.Gef. dürfen nur in geschlossenen Kolonnen unter strengster Absonderung von Zivilpersonen und Kr. Gef anderer Nationalitäten eingesetzt werden. (Kolonnenmässiger Einsatz). Es kommen nur Arbeitsstellen in Frage, an denen die Kr. Gef unter ständiger Aufsicht der Wachmannschaften arbeiten können. Die Trennung von Zivilpersonen und Kr. Gef anderer Nationalitäten muss nicht nur in der Unterkunft, sondern auch an der Arbeitsstätte durchgeführt werden. Es ist dabei zu bedenken, dass die Wachmannschaften am sofortigen Waffengebrauch nicht durch die Rücksicht auf etwa anwesende Dritte behindert werden dürfen.

Besondere Bestimmungen für den Arbeitseinsatz im Reichsgebiet.

Oberster Grundsatz für den Einsatz sowjet. Kr. Gef im Reichsgebiet ist die unbedingte Sicherheit deutschen Lebens und deutschen Gutes.

Die Verantwortung für den ordnungsgemässen Arbeitseinsatz der Sowjet. Kr. Gef tragen hier ausschliesslich die den Einsatz verfügenden Wehrmachtdienststellen.

Der Einsatz hat daher in erster Linie bei wehrmachteigenen Arbeiten zu erfolgen. Für den Einsatz im zivilen Sektor können die örtlichen Arbeitseinsatzbehörden Vorschläge machen, die Entscheidung liegt entgegen den Bestimmungen über den Einsatz der übrigen Kr. Gef bei den Wehrmachtdienststellen. Wo an einer zivilen Arbeitsstelle nicht alle Voraussetzungen für die ständige Bewachung und unbedingte Trennung von der Zivilbevölkerung erfüllt sind, darf der Einsatz nicht genehmigt werden. Fällt eine der Voraussetzungen später fort, ist das Arbeitskommando sofort zurückzuziehen.

Im übrigen ist die Verfügung OKW/Kriegsgef. (I5) Nr. 5015/41 vom 2.8.41 genauestens zu beachten. Verstösse gegen dieselbe sind nachdrücklich zu ahnden.

Bewachung.

Für die Bewachung der Sowjet. Kr. Gef sind möglichst gut ausgebildete, energische und umsichtige Wachmannschaften einzuteilen und ständig durch den A.O. des M. Stammlagers zu schulen. Auf je 10 Kr. Gef muss mindestens ein Wachmann eingesetzt werden. Es darf aber niemals nur ein Wachmann allein eingesetzt werden. Sollte ein Arbeitskommando nur eine Stärke bis zu 10 Mann haben, so müssen zur Bewachung zwei Wachmänner verwendet werden. Die Ausrüstung der Wachmannschaften mit Handgranaten ist anzustreben. Die Bewachungsmannschaften grösserer Kolonnen müssen auch mit M.G.'s oder Maschinen-Pistolen ausgestattet werden.

Die Arbeitsstellen sind häufig durch geeignete Offiziere oder erfahrene Unteroffiziere zu kontrollieren. Sie haben für unbedingte Befolgung der gegebenen Befehle Sorge zu tragen.

Das als Anlage beigefügte Merkblatt ist zum Gegenstand häufiger und eingehender Belehrung zu machen.

Die Unterkünfte Sowjet.Kr.Gef. auf Arbeitskommandos sind auch des nachts ständig zu bewachen und durch Aufsichtsorgane von Zeit zu Zeit zu überprüfen.

Ich bitte, die Leiter der Aä. zu unterrichten.

Die in der Anordnung des OKW erwähnte Verfügung vom 2.8.1941 habe ich den LAä. und Aä. mit Schnellbrief vom 14.8.41 – Va 5135/1189 - bekanntgegeben.

Im Auftrag

[gez.] Dr. Timm


iBA Koblenz, R 41/168, Bll. 31 f.

iiStempelabdruck.

Valid XHTML 1.0 Transitional