1947 Mai 06 Vernehmung Heinz Schmied-Lossberg, Auszug i

AUSZUG AUS DOCUMENT No. NI-7711

OFFICE OF CHIEF OF COUNSEL FOR WAR CRIMES

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Vernehmung

des Heinz SCHMIED-LOSSBERG

am 6.5.1947 von 16.00 - 17.00 Uhr

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36.Frage. Hat die Montan verpachtet?

Antwort. Es wurden dann zwei Arten von Vertraegen abgeschlossen, ein sogenannter Mantelvertrag und ein Pachtvertrag.

Der Mantelvertrag wurde abgeschlossen zwischen der Montan und dem sogenannten Mutterwerk, z.B. I.G. Farben, Flick, Rheinmetall und andere mehr. In diesem Vertrage hatte sich das Mutterwerk zu verpflichten, fuer den Betrieb des ihm uebergebenen Werkes zwecks klarer Rechnungsabgrenzung eine Betriebsgesellschaft zu gruenden, fuer saemtliche Verpflichtungen dieser Betriebsgesellschaften gegenueber der Montan wie auch gegenueber dem Reich unmittelbar die selbstschuldnerische Buergschaft zu uebernehmen, die Betriebsgesellschaften im erforderlichen Umfange finanziell wie auch technisch auszustatten. Auch personalmaessig musste sie sie ausstatten und alle Erfahrungen, wie Patente usw., die zur Herstellung erforderlich sind, zur Verfuegung stellen.

Der Pachtvertrag wurde dann zwischen der Montan und der neu gegruendeten Betriebsgesellschaft abgeschlossen. Die Betriebsgesellschaften waren in einem Missverhaeltnis zu den Aufgaben stehenden Gruendungskapital ausgestattet worden in der Groessenordnung zwischen 50 und 200.000 Mark. Die Betriebsgesellschaft hatte sodann an die Montan Pacht zu zahlen [...]


iAbschrift in: BA Koblenz, AllProz 2, NI 7711. Schmied-Lossberg war der kommissarische Nachfolger von Zeidelhack, s.u.