1985 Mai 8 Rede von Schülern der Realschule Heimbachstrasse zur Denkmaleinweihung Jahnplatz

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich möchte kurz ein paar Worte zum Zweck unserer Kranzniederlegung sagen. Wir glauben, dass die Kranzniederlegung der Öffentlichkeit zeigt, dass es nicht nur die älteren Menschen sind, die der Opfer des zweiten Weltkrieges gedenken. Auch die Jugend ist sich der Greueltaten der Naziherrschaft bewusst, verurteilt diese auch aufs schärfste. Wir gedenken heute aller Opfer von Terror, Gewalt und Verfolgung. Es ist gut und wichtig, dass wir heute dieser Opfer gedenken. Damit allein ist es aber nicht getan. Wir müssen aktiv werden und dafür Sorge tragen, dass solche radikalen Kräfte unsere Demokratie nie wieder gefährden. Das erneute Auftreten kleiner nationalsozialistischer Gruppierungen und die damit verbundene Ausländerfeindlichkeit muss uns zum Nachdenken veranlassen. Wir dürfen niemals den gleichen Fehler unserer Großeltern begehen und uns von solchen radikalen Kräften faszinieren lassen. Ich glaube, dass es sich heute gelohnt hat, der Opfer zu gedenken und dass es sich in ferner Zukunft immer wieder lohnen wird. Wir fassen diese Kranzniederlegung als einen Beitrag zum Frieden auf. Der Philosoph und Schriftsteller Stephenson hat einmal gesagt "Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verurteilt, sie zu erleben." Lassen wir uns dieser Vergangenheit immer wieder bewusst werden.