Brünell

Zur Familie Brünell gehörten

  • Albert * 1889
  • Helwine * 1888
  • Erwin * 1918 (bis 1939)

Die Familie Brünell wohnte im eigenen Haus in der Faustgasse 4 (heute: Hippolytusstr.4). Dort hatten sie ein Textilgeschäft.

brünell Faustgasse 4 (Zeichnung des Architekten)

Sohn Erwin war etwas Besonderes: Er war Schüler am Siegburger Gymnasium und trug eine - damals übliche - Schülermütze. 1938 - noch vor der Pogromnacht - verkaufen die Brünells ihr Haus, unter Preis, und ziehen 1938 um nach Köln, Am Marsplatz 10-14, später Duffesbach 44. Erwin zieht (zu einem unbekannten Zeitpunkt [1938 ?]) weg; er heiratet Alice Simon.

Am 29.10.1941 werden Albert und Helwine - wie die Levys - nach Lodz ("Litzmannstadt") deportiert; im dortigen Ghetto wohnen sie in der Hohensteiner Strasse (polnisch: ulica Zgierska) Nr.57, einer der drei Durchgangsstrassen durch das Ghetto.

lodz im Ghetto
lodz Hohensteiner Strasse (ul. Zgierska)

Zwei Postkarten aus dem Ghetto(16.2.42 und 15.3.42), die Albert Brünells Unterschrift aufweisen, sind erhalten und zwei Einlieferungsscheine an sie (9.2.42 und 21.4.42).

lodz Der Empfang von 10 Reichsmark wird bestätigt.
lodz Der Empfang von 10 Reichsmark, eingezahlt am 09.03.1942 in Siegburg, wird bestätigt.

Letztere sind kein Beweis, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch leben; aus anderen Ghettos gibt es Beweise, dass Angehörige, Freunde, Nachbarn - sogar Fremde - Geld quittierten, nur damit die "Quelle" weiter sprudelte. Dann verliert sich ihre Spur. Die Todesursachen waren vielfältig:

Karte von Chelmno und Umgebung
chelmno Massengrab heute

Erwin ist 1938 oder 1939 (mit seiner Frau ?) nach Belgien geflüchtet, möglichweise auch weiter nach Frankreich. Auf jeden Fall ist er ab Mai 1940 in dem Internierungslager St. Cyprien bei Perpignan, kurz vor der spanischen Grenze. Im Oktober 1940 wird er nach Gurs bei Pau verlegt, am 6. August 1942 wird er über Drancy bei Paris nach Auschwitz deportiert, wo er am 10. August 1942 ankommt. Von dem rund 1.000 Personen umfassenden Transport d 901/12 werden 140 Männer (Lagernummer 58086 bis 58225) und 100 Frauen (Lagernummer 16637 bis 16736) ins Lager überstellt, die restlichen 770 Personen werden sofort von der Rampe weg vergast. Aus diesem Transport gab es 1 überlebenden.

Quellen:

Archiv Bernauer

Klarsfeld

Stadtarchiv Troisdorf

www.ushmm.org


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