Marx

Zur Familie Wolf gehörten:

Adolf * 1881 + 1934

Eva * 1875 + 1939

eva wolf

Photo: Bernauer (1938)

Rosa Marx, geb. Wolf * 1907 (bis 1937),

Erich Marx * 1901 (ab 1937)

marx

Photo: Bernauer (1938)

Die Familien Wolf und Marx wohnten in der Frankfurter Strasse 56 (bis 25.8.1941), dann in der Bergstrasse 17 (bis 19.7.1942). Wolf war Metzger, ebenso sein Schwiegersohn. Wolf lieferte bestellte Ware auch ins Haus. Eva Wolf war die Schwester von Samuel Levy aus der Kirchstrasse 6.

frankfurter Auszug aus dem alten Katasterblatt.
Nr. 56 liegt gegenüber der heutigen Nr. 53

Nachdem Adolf Levy gestorben war, führte sein Schwiegersohn Erich Marx das Geschäft weiter. Er heiratete 1937 Rosa Wolf ("Wolfs Röschen").

Erich Marx (und Alfred Pins und Eduard Sommer) arbeiten 1941/42 bei der Firma Filk in Spich, Wilhelmstrasse 78; sie stellt feuerfeste Steine her.

Aus dem Jahr 1941 gibt es eine Inventarliste des Marx'schen Hausrats, der Einrichtungsgegenstände (u.a. 1 Klavier, 1 ölgemälde ["bayerische Landschaft" eines unbekannten Malers] und andere Möbel), der Gebrauchsgegenstände (u.a. 10 Plümo-Bezüge aus Damast, ein 60teiliges Silberbesteck aus 800er Silber) und Kleidung (u.a. 1 Pelzmantel). Der Verbleib dieser Gegenstände ist unbekannt.

Bekannt sind Interessenten: z. B. schreibt eine junge Frau aus Troisdorf am 30.7.1942 an Bürgermeister Schünemann: "Ich bin seit 28.Mai 1942 verheiratet, habe ein Kind von zwei Jahren und wohne bei den Eltern. Ich bitte, mich beim Verkauf von Juden-Möbeln sowie Haushaltsgegenständen zu berücksichtigen."

Am 20. Juli 1942 wurden die Marx nach Köln-Deutz gebracht und von der Reichsbahn zusammen mit Hunderten weiterer Juden aus dem Rheinland nach Minsk (Weissrussland) deportiert. Dort kamen sie am 24. Juli 1942 frühmorgens am Güterbahnhof an und wurden nur wenige Stunden später in Maly Trostinec an offenen Gruben erschossen; diese befanden sich im Wald von Blagowtschina in der Nähe der ehemaligen Kolchose "Karl Marx". Täter waren SS-Leute unter dem Kommando des SS-Unterscharführers Arlt.

1951 werden Haus und Grundstück, das das Deutsche Reich 1942 an sich gerissen hatte, dem Alleinerben Albert Levy aus Köln rückerstattet.

maly Der Eingang zum Lager Maly Trostinec (1944)

Quellen:

Archiv Bernauer

Stadtarchiv Troisdorf

Amtsgericht Siegburg, Grundbuchamt

Katasteramt des Rhein-Sieg-Kreises

Archiv des Rhein-Sieg-Kreises

US Holocaust Memorial Museum


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