Fasteleer

Karneval ist eine folkloristische Veranstaltungsreihe vornehmlich rheinischer Orte, die wenige Tage vor der Fastenzeit in geschlossenen Räumen, aber auch auf öffentlichen Straßen und Plätzen stattfindet. Die Fastenzeit (von Aschermittwoch bis Ostern) sollte seit der Spätantike darüber hinwegtäuschen, dass alljährlich im Februar und März die im Herbst angesammelten Lebensmittelvorräte bedrohlich abnahmen. Die Bezeichnung „Karneval“, die ihren Ursprung im Lateinischen hat, bedeutet so viel wie „vor der fleischlosen Zeit“; „Fastelovend“ und „Fasteleer“ heißt so viel wie „Vorabend der Fastenzeit“.

Im Fasteleer versammeln sich in Sälen und zu Umzügen Menschen, die sich gerne verkleiden; sie singen ausgelassen fröhliche Lieder, die die Liebe, die Nachbarschaft oder die Heimat zum Thema haben. Sie nennen sich Jecke: so viel wie Närrische. Dabei machen sie sich auch über die Obrigkeit lustig; so parodieren und verhöhnen sie in Verkleidung und Benehmen das (preußische) Militär. Sie nehmen dabei alkoholische Getränke – Wein, Bier, Sekt oder Schnaps – zu sich. Der Prinz – und eventuell die Prinzessin, in Köln zusätzlich der Bauer und die Jungfrau – ist das zeitweilige Oberhaupt der Narren. Ihr Narrenruf ist „Alaaf!“ im Dreieck Köln–Aachen–Neuwied, „Helau!“ am Niederrhein und in Mainz und Umgebung.

Die Wirtschaft rechnet an Karneval 2026 bundesweit mit Einnahmen von rund zwei Milliarden Euro (Institut der deutschen Wirtschaft), mit 850 Millionen Euro Umsatz allein in Köln.