Die Familie Flörken

Vorbemerkung: seit dem 16. Jahrhundert schreiben sich die Flörkens ununterbrochen mit einem „n“ am Ende: Florquin, Flörkin, Flörcken o.ä. Die Familie Flörke – die ohne „n“ -, die hauptsächlich in Westfalen und Norddeutschland vertreten ist und von denen einzelne Mitglieder sich gelegentlich auch mit „n“ schreiben, scheint nicht mit uns verwandt zu sein.

Der älteste erhaltene sichere Beleg ist der Taufeintrag eines „Pasque Flockin“ = Paschasius Florquin vom 03.06.1576 in der Pfarrkirche Ste. Julienne1 von Verviers (B). Er ist der Sohn des gleichnamigen Vaters. Der wiederum lässt am 11.09.1603 dort seinen ebenfalls Paschasius genannten Sohn taufen, am 10.05.1609 seinen Sohn Dionysius. Paschasius ist später „praetor“ = Schultheiß in Metternich, sein jüngerer Bruder Dionysius bekleidet das gleiche Amt in Rösberg. Beide Orte liegen im Vorgebirge zwischen Köln und Bonn. Was die beiden Brüder nach Kurköln verschlagen hat, zu dem Verviers bzw. das Bistum/Hochstift Lüttich vor 1648 noch nicht gehörte, ist unbekannt.

Um 1650 wird dem Dionysius ein Sohn Ferdinand † 1731 geboren, der später Beamter am kurfürstlichen Hof in Bonn wird. Andere Brüder des Ferdinand – oder Vettern – sind Lambert und Melchior Florquin, die zwischen 1669 und 1700 Väter oder Paten von Täuflingen in St. Margaretha in Brühl werden, später kommen als Paten hinzu Matthias, Franz und Anton Florquin. Matthias war Canonicus in Bonn, Franz war Domherr in Köln; Ferdinand war verheiratet mit Theresia Großschedel † 1722, die Ehe blieb kinderlos.

Am 23.12.1737 wird in St. Remigius in Bonn Heinrich Florquin getauft, Sohn des Anton, der noch 1731 in Brühl Pate gewesen ist, und seiner Ehefrau Veronica, geborene Dormann. Anton ist zwischen 1759 und 1762 Pächter des kurfürstlichen Zehrgartens am Markt 11 in Bonn; seine Nachfolgerin ist die bei Beethovenfreunden wohl bekannte  Wittib Koch.

Der Hofbeamte Ferdinand Flörken finanziert 1713 seinem Neffen, dem Canonicus Matthias Florquin, das Haus am Münsterplatz, das nach dem Tod des Matthias auf die befreundete Familie Bodifee übergeht.

Kinder des Heinrich und der Margaretha Neusser sind Anton * 1766, Anna Catharina * 1769 und Johann Baptist * 1780.
Anton studiert Medizin und wird 1788 zum Dr. med. promoviert; Johann Baptist wird Böttcher und Weinzapfer.
Die Kinder des Johann Baptist und der Anna Avernonck sind Victoria * 1800, Severin * 1802, Anton * 1804, Ferdinand Josef Hubert * 1805, Fritz * 1808 und Catharina *1810. Anton wird 1830 zum Dr.med. promoviert.
Die Kinder des Severinus und der Regina Laquay sind Johann * 1832, Anna * 1833, Johann Baptist * 1835, Anton Joseph * 1836, Friedrich Hubert * 1839, Johann Jakob Baptist * 1841, Severin Hubert * 1841 (?), Ferdinand * 1846.
Anton Joseph wandert in den 1850er Jahren in die USA aus und stirbt dort 1912. Ferdinand wird Kaufmann, gründet 23.02.1872 mit anderen die Bonner Stadtsoldaten und zieht Ende der 1870er/Anfang der 1880er Jahre nach Mayen um. 1888 werden ihm und seiner Frau Sophie die Zwillinge Ferdinand und Fritz geboren; Fritz ist der Grossvater des Webmasters.

(wird fortgesetzt)


1 Fundstelle: Tables des registres paroissiaux, vol.203: Verviers, in den Archives de l‘État, B-4000 Liège.

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